Endlich Vorständin werden. Marlenes Traum ist zum Greifen nah, wenn, ja, wenn da nicht die Beschwerden über ihre soziale Kompetenz wären. Ihre Chance auf den langersehnten Posten ist daher an eine Bedingung ...
Endlich Vorständin werden. Marlenes Traum ist zum Greifen nah, wenn, ja, wenn da nicht die Beschwerden über ihre soziale Kompetenz wären. Ihre Chance auf den langersehnten Posten ist daher an eine Bedingung geknüpft: ein Coaching-Seminar im ländlichen Brandenburg.
Coach Alex Grow, der die Akademie leitet verfolgt dabei ganz eigene Interessen und ist nicht weniger mit eigenen Sorgen und Problemen konfrontiert. Seine Akademie läuft schlecht und steht kurz vor dem Aus. Ein erfolgreiches Coaching Marlenes könnte ihm daher nicht nur Folgeaufträge in ihrer Firma sichern, sondern ist buchstäblich seine letzte Rettung.
Man merkt wie in jedem Maxim Leo Roman, dass der Autor seine Figuren wirklich mag und versteht. Aus den Zeilen spricht selbst in den Passagen größter Ironie, und von denen gibt es glücklicherweise so einige, immer eine gewisse Zugewandtheit den Figuren, ihren Problemen, aber auch viel allgemeiner, unserem Menschsein gegenüber. Dabei kommt eine klug formulierte Gesellschaftskritik gleichzeitig nicht zu kurz. Es liest sich köstlich, wie Leo die florierende Coachingbranche aufs Korn nimmt und deren Widersprüche und Charakteristika gekonnt offenlegt und ad absurdum führt.
Einatmen, Ausatmen ist ein klug komponierter, sprachlich überzeugender und humorvoller Gegenwartsroman, den ich unbedingt empfehle!
Ein neues Abenteuer für unsere beliebte und innig geliebte Heldenhäsin Hilda Hasenherz steht im Mittelpunkt dieser Geschichte. Diesmal ist das Ziel der Drachenfels. Dort vermutet Hilda den bösen Baron ...
Ein neues Abenteuer für unsere beliebte und innig geliebte Heldenhäsin Hilda Hasenherz steht im Mittelpunkt dieser Geschichte. Diesmal ist das Ziel der Drachenfels. Dort vermutet Hilda den bösen Baron von Ratzezahn, der als einziger etwas über den Verbleib ihrer geliebten Eltern weiß.
Auch bei diesem Abenteuer ist Hilda natürlich nicht auf sich allein gestellt. Mit dabei sind Eicho, das freche Eichhörnchen, Robinius, das ritterliche Rotkehlchen und Igromir, der weise Igel. Sowohl die Hauptfiguren, als auch die Nebenfiguren, wie Prinz Lämpchen oder Dschango Biber sind wunderbar liebevoll und kindgerecht in ihren Besonderheiten, Talenten und Charaktereigenschaften gezeichnet. Jeder und jede bringt sich mit dem ein, was er oder sie am besten kann und versucht so bei der Suche nach Hildas Eltern zu helfen.
Besonders gefällt mir wie auch dieser Band ganz spielerisch wichtige Werte und Eigenschaften vermittelt, neben Mut natürlich ganz besonders die Werte von Freundschaft, Zusammenhalt und Vielfalt, die mit der bunten Freundebande um Hilda in der Geschichte immer wieder zum Ausdruck kommen.
Wunderschön sind auch die liebevollen Zeichnungen, die lose in die Seiten eingefügt sind und zusammen mit der harmonischen Farbgebung das Abenteuer perfekt illustrieren und so das Leseerlebnis komplettieren.
Wieder mal ein rundum gelungener Band um die beeindruckende kleine Heldenhäsin!
Endlich mal ein zeitgemäßer Reiseführer, und dies sowohl in Haptik, Gestaltung und Inhalt! Zunächst fällt der super hochwertige festere Einband auf, der direkt Lust auf die Lektüre und das Entdecken des ...
Endlich mal ein zeitgemäßer Reiseführer, und dies sowohl in Haptik, Gestaltung und Inhalt! Zunächst fällt der super hochwertige festere Einband auf, der direkt Lust auf die Lektüre und das Entdecken des Inhalts macht. Einen kleinen Nachteil hat dies allerdings, für mich ist der Reiseführer dadurch eher nicht zum Mitnehmen, sondern wirklich primär die Vorbereitung und auch das unverbindliche Schmökern und Eintauchen in Japans Schätze geeignet. Das tolle Design im Einband, setzt sich im Inneren fort, übersichtliche, ansprechende Texte, statt Fotos, super schöne Zeichnungen, so macht die Reisevorbereitung Spaß.
Doch nun endlich zum Inhalt: Natürlich finden sich auch ganz klassische und wichtige Infos in dem Band, wie geschichtliches, Hoteltipps, Routen zum Entdecken etc. Besonders macht den Reiseführer jedoch die Auswahl darüber hinaus. So gibt es extra Kapitel mit Tokio für Foodies, Kunst und Mode oder skurrile Entdeckungen. Tokio stellt deutlich den Schwerpunkt der Publikation dar mit etwa der Hälfte der Seiten. Neben Tipps und Routen für die Stadt, gibt es auch Ausflugsinspirationen für die unmittelbare Umgebung der Metropole.
Der zweite Teile nimmt den Rest des Landes in den Fokus. Hier werden Kansai, Kyoto, Osaka, Nara und für ganz Entdeckungslustige in einem extra Kapitel Touren jenseits touristischer Pfade vorgestellt.
Mir gefällt besonders die sehr persönliche Ansprache in Hidden Japan, die Autorin berichtet immer wieder von ihren eigenen Erfahrungen und leitet daraus Empfehlungen für ihre Leserinnen ab.
Bereits beim Stöbern wird die Vielfalt des Landes überdeutlich, egal ob Kultur, High Tech Stadtleben, Geschichte oder wunderschöne Naturerlebnisse. Japan hat diese ganze Vielfalt zu bieten und Chiara Terzuolo gibt fundierte und sympathische Ratschläge wie sich diese am besten entdecken lässt, ganz nach den eigenen jeweiligen Vorlieben.
Hidden Japan überzeugt mit echten Insidertipps, praktischen Hinweisen und auch popkulturellen Einsichten, wie sich dieses wundervolle Land entdecken lässt und nicht zuletzt einer in Haptik und Gestaltung wunderschönen Umsetzung. So steigt direkt die Vorfreude und der Reisführer ist auch im Nachgang wie ein kleines Japan Handbuch zu verwenden.
Was für ein zauberhaftes Werk ist Love und Beloved von Cleo Wade! Das Buch ist eigentlich ein Gedicht, das die Autorin für ihre Töchter verfasst hat und nun illustriert publiziert wurde. Es enthält nicht ...
Was für ein zauberhaftes Werk ist Love und Beloved von Cleo Wade! Das Buch ist eigentlich ein Gedicht, das die Autorin für ihre Töchter verfasst hat und nun illustriert publiziert wurde. Es enthält nicht nur rührende Zeilen, die Mut machen und Vertrauen in sich selbst und die eigene Umwelt schenken sollen, sondern auch wunderschöne Zeichnungen, die dem Gedicht einen ästhetischen Rahmen geben.
Aus meiner Sicht eignet sich der Band für Erwachsene und Kinder gleichermaßen, wobei jede Person einen anderen Schwerpunkt legen wird und für sich Aspekte aus der Lektüre mitnehmen kann. Ganz besonders gefällt mir die Form von Grundvertrauen, die den Zeilen innewohnt und bei der einem Wunsch für die Lesende selbst auch immer der Wunsch an die Seite gestellt wird, dies nicht nur zu empfangen sondern auch geben zu können, wie etwa Geborgenheit zu empfinden und sie gleichzeitig anderen schenken zu können. Ich denke dies ist die größte Form von Glück, die hier auf so spielerische Art vermittelt wird.
Auch gerade die zuweilen auf den ersten Blick unkonventionellen Wünsche haben mich sehr begeistert. Beim Wunsch immer ein wenig, oder auch mehr, merkwürdig zu sein, musste ich schmunzeln, denn genau das ist es, was natürlich jeder Mensch, aber besonders die Generation, die in einem gefilterten Social Media Umfeld aufwächst, braucht: Mut man selbst zu sein, die eigene Merkwürdigkeit und Besonderheit wertzuschätzen und zu pflegen und als eigene Superkraft zu erkennen.
Mich hat dieser Band sehr gerührt und begeistert, ein wundervolles Buch als Geschenk an eine liebe Person oder sich selbst!
Ein kleine einsame Insel im Nordatlantik: nur 16 Meilen lang und eine halbe Meile breit. Es ist das Jahr 1991, auf Perigo Island, Neufundland. Pierce ist 12 Jahre alt und hat wenige Jahre zuvor seinen ...
Ein kleine einsame Insel im Nordatlantik: nur 16 Meilen lang und eine halbe Meile breit. Es ist das Jahr 1991, auf Perigo Island, Neufundland. Pierce ist 12 Jahre alt und hat wenige Jahre zuvor seinen Vater verloren. Trost spenden ihm seine besten Freunde Bennie und Thomas, die für jeden Spaß zu haben sind und mit denen er wann immer möglich die begehrten Kabeljauzungen am Anleger schneidet, um sie zu verkaufen. In diesem Sommer ist jedoch alles anders. Eines Tages macht die Nachricht die Runde, dass die junge Anna Tessier verschwunden ist. Wenig älter als Pierce, hatte dieser sich bei einer zufälligen Begegnung kurz nach dem Tod seines Vaters mit ihr lose angefreundet. Annas Verschwinden lässt Pierce Sorge um seine Freundin wachsen, gleichzeitig ereilt ihn jedoch ungeahnte Ablenkung und Unterstützung in Bennies Cousine Emily, die den Sommer zu Besuch auf der Insel verbringt. Was dieses liebenswerte, eloquente Quartett im Sommer 1991 unter dem Eindruck von Annas Verschwinden erlebt, erzählt Perry Chafe in Sommer auf Perigo Island in zurückhaltender aber nicht weniger einnehmender Weise.
Den Roman auf ein Genre festzulegen fällt schwer und würde ihm nicht gerecht werden. Freundschaft, erste Liebe, die Herausforderungen des Erwachsenwerdens, Verlust und Trauer, das Leben in abgeschiedenen Gemeinschaften, auch in Verbindung mit Vorurteilen gegen über Fremden, aber auch die dramatischen Konsequenzen der industriellen Überfischung sind nur einige Themen, die dieser Roman fast schon spielerisch im Plot verhandelt. Über allem natürlich das Verschwinden Annas und die Ungewissheit über ihren Verbleib als Spannungsbogen.
Auch wenn die Geschichte authentisch aus Perspektive von Pierce geschrieben ist, strahlt sie gleichzeitig eine unbestimmte Reife aus. Mit feiner Beobachtungsgabe für die gesellschaftlichen Dynamiken auf der kleinen Insel und die Wunder wie Gefahren der Natur nimmt der Autor uns mit bei den Streifzügen des Freundequartetts über ihre geliebte Insel.
Ich habe schon mehrere Romane gelesen, die wie Perigo Island, auf entlegenen Inseln angesiedelt sind, in ganz unterschiedlichen Regionen, jedoch immer im (Nord)Atlantik oder der Nordsee. Was ich sehr faszinierend finde ist, dass alle diese Geschichten etwas eint, nämlich die Art und Weise wie die Insellage, ein Leben in gewisser Distanz zum Leben auf dem Festland in Verbindung mit einer relativen Abgeschiedenheit und die Nähe zur Natur, insbesondere dem Meer, Gemeinschaften und Individuen offensichtlich auf sehr ähnliche Weise prägen, relativ unabhängig vom geographischen Standort. Es ist ein Leben mit und vom Meer und gerade deshalb mit dem größten Respekt vor der Natur und ihrer Unberechenbarkeit, ein Leben jenseits ständiger Verfügbarkeit von Individuen und Gütern, insbesondere auch Lebensmitteln, und damit verbunden eine bestimmte Ernährungsweise aber auch Planungs- und Vorhaltenotwendigkeit, und es ist ein Leben in einer Gemeinschaft in der jede jeden kennt, wo Familien seit Generationen zusammen leben, was für die einen Vertrauen und Sicherheit schafft, andere aber auch einengt und einen Freiheitsdrang weckt, den das enge Inselleben zuweilen nicht stillen kann. All diese Motive werden auf unterschiedliche Art und Weise auch in Perigo Island aufgegriffen und in sanfter Art in die Erzählung eingebunden. Der Roman wird so gleichzeitig und ganz nebenbei zu einer kleinen Sozialstudie über autochthone Gemeinschaften in relativer Abgeschiedenheit.
Mich hat der Roman sehr berührt, zum Nachdenken angeregt und mir wunderschöne Lesestunden geschenkt. Ganz klare Empfehlung!