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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.03.2026

Eine Liebe voller Abschiede

Lügen, die wir uns erzählen
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Dieses Buch wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Es hat mich tief berührt und sehr nachdenklich gestimmt. Besonders beeindruckt hat mich, mit welcher Leichtigkeit die Autorin gesellschaftskritische ...

Dieses Buch wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Es hat mich tief berührt und sehr nachdenklich gestimmt. Besonders beeindruckt hat mich, mit welcher Leichtigkeit die Autorin gesellschaftskritische Themen einfließen lässt, ohne dass die Geschichte jemals überladen wirkt. Dabei greift sie viele Aspekte auf, die uns im Alltag begegnen und zum Reflektieren anregen.
Im Zentrum stehen Erinnerungen, verdrängte Wahrheiten und alte Wunden, die langsam ans Licht kommen. Es geht um eine vergangene Liebe, um verpasste Chancen – aber auch um zweite Möglichkeiten. Die Geschichte bewegt sich immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit und zeigt eindrücklich, wie sehr frühere Erfahrungen unser heutiges Leben prägen.
Die Protagonistin Helene ist eine Figur, die mich besonders bewegt hat. Sie ist jemand, der es immer allen recht machen wollte, geprägt von Eltern, die viel für sie entschieden haben. Dieses ständige Streben nach Perfektion und Anerkennung zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben. Gleichzeitig wird schmerzhaft deutlich, wie lieblos und kalt sie selbst in ihrer Kindheit behandelt wurde – Erfahrungen, die tiefe Spuren hinterlassen haben.
Auch die Beziehung zwischen Helene und ihrer Tochter Anna ist zentral. Beide sehnen sich nach Verständnis, schaffen es jedoch lange nicht, wirklich miteinander zu kommunizieren. Diese Sprachlosigkeit führt zu Missverständnissen und Schuldzuweisungen, die die Distanz zwischen ihnen noch vergrößern. Umso eindrucksvoller ist die Entwicklung, die diese Beziehung im Laufe der Geschichte durchläuft.
Insgesamt ist „Lügen, die wir uns erzählen“ ein melancholischer, feinfühliger Roman über Familie, Vergangenheit und die Schwierigkeit, sich selbst und einander wirklich zu verstehen. Ein Buch, das leise daherkommt, aber lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Speed-Dating in einem alten Club… Licht aus… und plötzlich ist jemand tot. Willkommen im Serendipity. 🔪🌹

A Killer Crush
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Manchmal greift man zu einem Buch und denkt sich: Das lese ich jetzt ein bisschen nebenbei. Und dann passiert genau das Gegenteil. A Killer Crush habe ich innerhalb von eineinhalb Tagen verschlungen – ...

Manchmal greift man zu einem Buch und denkt sich: Das lese ich jetzt ein bisschen nebenbei. Und dann passiert genau das Gegenteil. A Killer Crush habe ich innerhalb von eineinhalb Tagen verschlungen – hätte ich mehr Zeit gehabt, wäre ich vermutlich schon nach einem Tag fertig gewesen.
Die Geschichte beginnt mit einem Speed-Dating in einem alten Club – eine eigentlich lockere, vielleicht sogar romantische Situation. Doch plötzlich geht das Licht aus. Als es wieder angeht, ist klar: Hier stimmt etwas ganz und gar nicht. Einer der Teilnehmer ist tot – und das ist erst der Anfang.
Die Protagonistin findet sich zusammen mit den anderen Teilnehmern und den Veranstaltern die ganze Nacht über in diesem Club wieder. Niemand kann gehen, und während die Stunden vergehen, wird immer deutlicher, dass sich unter ihnen ein Mörder befinden muss. Misstrauen wächst, Verdächtigungen werden ausgesprochen – und nach und nach lichtet sich die Runde.
Was dieses Buch so besonders macht, ist die ungewöhnliche Mischung aus Thriller und RomCom. Einerseits ist die Geschichte überraschend blutig und stellenweise ziemlich makaber. Andererseits lockern humorvolle Dialoge, Dating-Situationen und sogar ein kleines Liebesdreieck die Spannung immer wieder auf. Diese Kombination funktioniert erstaunlich gut und sorgt dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte.
Besonders gelungen fand ich, wie die Autorin mit Verdächtigungen spielt. Ich hatte zwischendurch immer wieder zwei oder drei mögliche Täter im Kopf – und wurde doch mehrfach in die Irre geführt. Wenn man sehr aufmerksam liest, könnte man vielleicht auf die richtige Spur kommen, aber ganz sicher ist man sich eigentlich nie.
Auch wenn die Handlung größtenteils in nur einer Nacht und an einem einzigen Ort spielt, entsteht eine starke Sogwirkung. Das Buch hat vielleicht nicht den allergrößten Tiefgang, aber dafür jede Menge Tempo, Spannung und Unterhaltung.
Für alle, die Thriller mögen, aber auch nichts gegen eine Prise Humor und RomCom haben, ist A Killer Crush definitiv einen Blick wert. Spannend, überraschend und stellenweise herrlich schräg.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Thriller, der mich in den Bann gezogen hat

Der Puppenwald
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Der Thriller "Der Puppenwald" wird abwechselnd aus Jessicas und Evelins Sicht erzählt – und genau das hat mir besonders gut gefallen. Einerseits ist man ganz nah an Jessicas Angst und erlebt ihre Unsicherheit ...

Der Thriller "Der Puppenwald" wird abwechselnd aus Jessicas und Evelins Sicht erzählt – und genau das hat mir besonders gut gefallen. Einerseits ist man ganz nah an Jessicas Angst und erlebt ihre Unsicherheit und Verzweiflung hautnah mit. Andererseits begleitet man die Ermittlungen und bekommt dadurch einen ganz anderen, sachlicheren Blick auf die Geschehnisse.

Auch die beiden Ermittler könnten unterschiedlicher kaum sein – und genau das macht die Verhöre so spannend. Evelin ist einfühlsam, aufmerksam und wirklich interessiert an Jessica. Sie versteht, dass Jessica wissen will, was passiert ist, und begegnet ihr mit Empathie. Achim hingegen wirkt deutlich distanzierter und nüchterner. Diese Gegensätze sorgen für eine spürbare Dynamik und verleihen den Gesprächen zusätzliche Spannung.

Die Charaktere, vor allem Jessica und Evelin, sind sehr gut ausgearbeitet und wirken authentisch. Ihre Gedanken und Reaktionen fühlen sich echt an. Aber auch die Nebenfiguren bleiben nicht blass, sondern tragen spürbar zur Geschichte bei.

Die Kapitel sind angenehm kurz – perfekt, um „nur noch eins“ zu lesen … was natürlich selten bei nur einem bleibt. Der Schreibstil ist sehr eindringlich und erzeugt eine düstere, beklemmende Atmosphäre, die sich durch das gesamte Buch zieht. Die Spannung ist von Anfang an da und steigert sich kontinuierlich bis zum Schluss.

Und dieser Plottwist am Ende? Damit habe ich wirklich überhaupt nicht gerechnet und war überrascht über die Auflösung.

Insgesamt ein spannender, atmosphärisch dichter Thriller mit starken Charakteren und einer überraschenden Wendung am Ende.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Es ist ein atmosphärischer, vielschichtiger Roman über eine starke Frau in einer schwierigen Zeit – spannend, bewegend und eindrucksvoll erzählt.

Der gefrorene Fluss
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„Der gefrorene Fluss“ ist ein fiktiver historischer Roman, der zur Zeit der Kolonialisierung Amerikas spielt – eine Epoche, über die man erstaunlich selten Romane liest. Schon das Nachwort der Autorin ...

„Der gefrorene Fluss“ ist ein fiktiver historischer Roman, der zur Zeit der Kolonialisierung Amerikas spielt – eine Epoche, über die man erstaunlich selten Romane liest. Schon das Nachwort der Autorin hat mir sehr gut gefallen, da sie dort erklärt, wie sie auf die Idee zu dieser Geschichte kam und mit welchen Mitteln sie den Roman aufgebaut hat. Dieser Einblick in ihren Schreibprozess war für mich besonders spannend.
Im Mittelpunkt steht Martha, eine Hebamme, die mit ihrer Familie zusammenhält und sich gegenseitig stärkt. Gerade dieses familiäre Band hat mir sehr gut gefallen. Martha war mir von Anfang an sympathisch, und ich mochte es sehr, sie bei ihrer Arbeit zu begleiten. Durch ihre Tätigkeit als Hebamme bekommen wir einen intensiven Einblick in das Leben der Frauen dieser Zeit – und davon gibt es in diesem Roman wirklich viele. Gefühlt wird ständig jemand schwanger, was die damaligen Lebensrealitäten eindrucksvoll widerspiegelt.
Der Schreibstil ist sehr bildhaft und atmosphärisch. Allerdings hatte ich zu Beginn große Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Die ausführlichen Beschreibungen von Natur, Umgebung und den zahlreichen Charakteren waren mir anfangs zu langatmig. Ich stand kurz davor, das Buch abzubrechen. Zum Glück habe ich durchgehalten – denn es hat sich absolut gelohnt.
Besonders faszinierend fand ich den Mordfall, in den Martha hineingezogen wird. Es war erfrischend, dass hier keine klassische Ermittlerfigur wie ein Kommissar oder Polizist im Mittelpunkt steht, sondern eine Hebamme. Martha kommt der Wahrheit Stück für Stück näher, indem sie Beobachtungen kombiniert – und vor allem durch ihr Tagebuch. Als Leser:innen erhalten wir Einblick in jede ihrer Aufzeichnungen, was die Geschichte sehr persönlich und authentisch wirken lässt. Durch diese Einträge sammelt sie Geheimnisse und Geschichten ihrer Mitmenschen, die letztlich entscheidend für die Aufklärung des Falls sind.
Der Roman zeigt aber auch die dunklen Seiten dieser Zeit. Themen wie Machtmissbrauch, Unterdrückung von Frauen und sogar sexualisierte Gewalt werden nicht ausgespart. Das war stellenweise schwer zu lesen und hat mich wirklich schlucken lassen. Es ist definitiv kein leichtes Buch – eher eines, das nachwirkt und zum Nachdenken anregt.
Trotz meines holprigen Einstiegs hat mich „Der gefrorene Fluss“ am Ende sehr überzeugt. Es ist ein atmosphärischer, vielschichtiger Roman über eine starke Frau in einer schwierigen Zeit – spannend, bewegend und eindrucksvoll erzählt.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Die Buchhandlung der Erinnerungen“ hat mich tief berührt.

Die Buchhandlung der Erinnerungen
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Die Buchhandlung der Erinnerungen ist ein Buch, das sich nur schwer in Worte fassen lässt – vielleicht gerade, weil es so viel Schmerz, Trauer und Schuld in sich trägt. Diese Gefühle sind in jeder Seite ...

Die Buchhandlung der Erinnerungen ist ein Buch, das sich nur schwer in Worte fassen lässt – vielleicht gerade, weil es so viel Schmerz, Trauer und Schuld in sich trägt. Diese Gefühle sind in jeder Seite spürbar und verleihen der Geschichte eine intensive, fast greifbare Atmosphäre.
Beim Lesen hatte ich das Gefühl, gemeinsam mit Jiwon durch die Regalreihen der geheimnisvollen Buchhandlung zu gehen. Die Reisen, die sie erlebt, regen zum Nachdenken an – über Erinnerungen, über das, was war, und über das, was wir vielleicht gern anders gemacht hätten.
Erinnerungen sind etwas zutiefst Emotionales. Manche verblassen mit der Zeit, manche verfälschen sich, andere würden wir am liebsten vergessen. Und doch bleiben viele von ihnen in unserem Unterbewusstsein verankert – leise, indirekt, ohne dass wir sie bewusst abrufen können. Genau hier setzt die Geschichte an.

Besonders berührt hat mich, wie sich Jiwons Sichtweise während ihrer Reisen verändert. Sie erlebt bestimmte Momente neu, erkennt Zusammenhänge und lernt, dass sich manche Geschehnisse nicht rückgängig machen lassen. Entscheidungen, die andere treffen, treffen sie für sich – und manchmal besteht unsere Aufgabe darin, diese zu akzeptieren.

Das Buch erinnert uns daran, dass unsere Lebenszeit begrenzt ist. Dass wir es selbst in der Hand haben, durch unsere Denkweise unser Leben zu verändern. Und vielleicht ist die wichtigste Botschaft: Geliebte Menschen niemals als selbstverständlich zu betrachten. Ihre Entscheidungen zu respektieren. Stolz und Ego nicht über Beziehungen zu stellen. Sich in andere hineinzuversetzen – und das Leben wertzuschätzen, das uns geschenkt wurde.

Fazit:
„Die Buchhandlung der Erinnerungen“ ist eine stille, aber eindringliche Geschichte über das Loslassen, das Verstehen – und darüber, Frieden mit der Vergangenheit zu schließen.

Würde ich einen Schritt in diese Buchhandlung wagen? Ich glaube ja. Aber mit Respekt. Erinnerungen sind mächtig. Manche würden wir vielleicht ändern wollen – ein Wort, das man nicht gesagt hat. Eine Umarmung, die man hätte länger halten sollen. Doch oft liegt das Wachstum nicht im Verändern, sondern im Verstehen.

❓️ Würdest du zurückreisen – nur mit einem Lesezeichen und deinen Erinnerungen? 📖
– würdest du wirklich etwas ändern wollen? Oder vielleicht nur noch einmal bewusster hinschauen?

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