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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.03.2026

Charmant, genussvoll, emotional!

A Taste of Cornwall: Ein Löffel Glück
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Darum geht es:
Nach dem plötzlichen Ende ihrer Modelkarriere steckt Annabelle Scott in einer schwierigen Phase ihres Lebens. Unerwartet bietet sich ihr jedoch eine neue Chance: Eine Kochsendung sucht eine ...

Darum geht es:
Nach dem plötzlichen Ende ihrer Modelkarriere steckt Annabelle Scott in einer schwierigen Phase ihres Lebens. Unerwartet bietet sich ihr jedoch eine neue Chance: Eine Kochsendung sucht eine Co Moderatorin, und der Dreh soll in einem idyllischen Küstenort in Cornwall stattfinden.

Doch die Sache hat gleich mehrere Haken. Annabelle hat keinerlei Erfahrung in der Küche und müsste zudem an den Ort zurückkehren, den sie vor zwanzig Jahren bewusst verlassen hat. Dort warten nicht nur alte Konflikte mit ihrer Mutter auf sie, sondern auch Flynn, ein eher wortkarger Fischer mit einer besonderen Ausstrahlung, der sie seit ihrer ersten Begegnung nicht mehr loslässt.

Mein Leseeindruck:
Eine kleine Vorwarnung vorweg: Diesen zweiten Band der Reihe sollte man besser nicht hungrig lesen, denn die vielen beschriebenen Gerichte sind einfach zum Anbeißen. Selbst ohne Appetit läuft einem hier regelmäßig das Wasser im Mund zusammen.

Katharina Herzog überzeugt mit einem angenehm flüssigen, sehr zugänglichen Schreibstil, der sich wunderbar lesen lässt. Besonders die kurzen Kapitel haben mir gut gefallen, da sie der Geschichte ein schönes Tempo verleihen.

Der Einstieg fiel mir allerdings nicht ganz leicht. Anfangs hat mich die Geschichte noch nicht vollständig gepackt, und ich hatte weniger Motivation weiterzulesen. Im Verlauf hat sich das jedoch geändert, und die Geschichte konnte mich immer mehr für sich gewinnen. Man kann diesen zweiten Band der Cornwall-Reihe übrigens auch gut lesen, ohne den ersten Band zu kennen.

Die Figuren sind der Autorin sehr gelungen, allen voran Annabelle Scott, die ich schnell ins Herz geschlossen habe. Neben der unterhaltsamen Handlung greift das Buch auch wichtige Themen auf, wie den Druck rund um Schönheitsideale und Ernährung, ohne dabei die Leichtigkeit zu verlieren.
Die Liebesgeschichte ist dabei einfach sehr süß und hat das Gesamtbild wunderbar abgerundet.
Fazit:
4/5 ⭐️ Charmant, genussvoll, emotional!

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Bemerkenswertes Debüt!

Ein verlassenes Haus
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Darum geht es:
Im Zentrum des Romans steht Sonja, eine Frau, deren Leben von stiller Erschöpfung und zunehmender Unsichtbarkeit geprägt ist. Während politische Debatten im Fernsehen von angeblich arbeitsscheuen ...

Darum geht es:
Im Zentrum des Romans steht Sonja, eine Frau, deren Leben von stiller Erschöpfung und zunehmender Unsichtbarkeit geprägt ist. Während politische Debatten im Fernsehen von angeblich arbeitsscheuen Menschen handeln, besteht ihr Alltag aus harter, schlecht bezahlter Arbeit und der ständigen Verantwortung für Familie und Haushalt. Ihr Mann arbeitet unter prekären Bedingungen auf dem Bau, sie selbst verdient ihr Geld im Verkauf. Trotz aller Anstrengung bleibt jedoch das Gefühl, im eigenen Leben nur noch zu funktionieren. Schritt für Schritt verliert Sonja den Kontakt zu sich selbst, bis schließlich auch ihr Arbeitsplatz wegbricht und die fragile Ordnung ihres Alltags ins Wanken gerät.
Aus dieser Krise heraus eröffnet sich ihr eine unerwartete Möglichkeit. Sie findet eine Tätigkeit, die sie von zu Hause aus ausüben kann. Unter der erfundenen Identität einer jungen Studentin beginnt sie auf einer Datingplattform mit fremden Männern zu chatten. Hinter diesem digitalen Maskenspiel entdeckt Sonja eine Seite von sich, die im realen Leben längst verschüttet schien. Sie erlebt Aufmerksamkeit und spürt langsam wieder Selbstvertrauen. Doch je intensiver sie in diese neue Rolle eintaucht, desto stärker entfernt sie sich von der Wirklichkeit ihres eigenen Lebens. Die Distanz zu ihrem Mann und ihren Kindern wächst, während die Verbindung zu einem der Nutzer immer persönlicher wird.

Mein Leseeindruck:
Der Schreibstil von Lisa Wölfl hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin gibt der Ich Erzählerin Sonja eine starke und sehr glaubwürdige Stimme. Viele Sätze sind kurz und prägnant. Dadurch entsteht ein gutes Tempo und man möchte immer wissen, wie es weitergeht. Ich habe Sonja sehr gern durch die Geschichte begleitet. Nach und nach gerät ihr gewohntes Leben aus dem Gleichgewicht. Sie versucht, den Spagat zwischen schlecht bezahlter Erwerbsarbeit und ihrer Carearbeit zu schaffen. Gleichzeitig wächst in ihr der Wunsch nach Anerkennung und nach mehr Selbstbestimmung.

Der Roman erzählt von Pflichten und Entbehrungen, die Sonja immer weiter an den Rand ihrer eigenen Existenz drängen. Besonders eindrücklich fand ich, wie deutlich das Thema weibliche Unsichtbarkeit in der Geschichte wird. Trotz der ernsten Themen gibt es immer wieder humorvolle Momente, die die Handlung auflockern. Der Roman beginnt sehr stark und hat mich sofort in die Geschichte hineingezogen. Im Mittelteil hat die Spannung für meinen Geschmack etwas nachgelassen. Der Schluss ist dagegen sehr mutig gewählt. Mir persönlich hat dieses Ende gut gefallen.

Fazit:
4/5 ⭐️ Insgesamt ist es ein bemerkenswertes Debüt, das mit einem klaren Stil, einer starken Erzählerinnenstimme und einem wichtigen Thema überzeugt.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Ein düsterer, atmosphärischer und raffiniert konstruierter Thriller!

Der Kuckucksjunge
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Darun geht es:

Als in Kopenhagen eine Frau spurlos verschwindet, sorgt eine rätselhafte Nachricht auf ihrem Handy bei Kommissarin Naia Thulin sofort für Alarm. Dieselben Worte tauchten bereits im Zusammenhang ...

Darun geht es:

Als in Kopenhagen eine Frau spurlos verschwindet, sorgt eine rätselhafte Nachricht auf ihrem Handy bei Kommissarin Naia Thulin sofort für Alarm. Dieselben Worte tauchten bereits im Zusammenhang mit einem früheren Gewaltverbrechen auf.

Gemeinsam mit Mark Hess beginnt sie zu ermitteln. Schnell zeigt sich, dass der aktuelle Fall kein Einzelfall ist. Neue Spuren und weitere Opfer deuten auf ein beunruhigendes Muster hin – und auf einen Täter, der seine Opfer gezielt auswählt und lange im Voraus beobachtet.

Während sich immer mehr Verbindungen zwischen den Fällen offenbaren, wächst der Druck auf die Ermittler, den Täter zu stoppen, bevor erneut jemand verschwindet.

Mein Leseeindruck:

Obwohl ich den Vorgängerband „Der Kastanienmann“ von Søren Sveistrup nicht gelesen habe, hatte ich keinerlei Probleme, in diesen Thriller einzusteigen. Der zweite Fall für Naia Thulin und Mark Hess funktioniert auch ohne Vorkenntnisse hervorragend, sodass ich mich schnell in der Geschichte und den Ermittlungen zurechtgefunden habe.

Für mich war dieser Thriller von Anfang an äußerst spannend konstruiert. Die düstere, teilweise beklemmende Atmosphäre hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Besonders gut gefallen hat mir, wie der Autor immer wieder falsche Fährten legt und überraschende Wendungen einbaut. Dadurch hatte ich ständig das Gefühl, selbst miträtseln zu können und habe mir immer wieder den Kopf darüber zerbrochen, wer hinter den Taten steckt.

Der Täter spielt ein perfides Versteckspiel, das beim Lesen immer wieder für Gänsehautmomente gesorgt hat. Einige Szenen waren so intensiv, dass mir die bedrohliche Stimmung richtig unter die Haut gegangen ist.

Im Verlauf der Handlung entfalten sich mehrere Erzählstränge, die sich nach und nach miteinander verweben und schließlich in ein packendes und sehr starkes Finale münden. Gerade dieser Moment, in dem sich alles zusammenfügt, hat mir besonders gut gefallen. Mein einziger kleiner Kritikpunkt ist die Länge des Buches. Mit über 660 Seiten hätte der Thriller an manchen Stellen etwas straffer erzählt werden können. Dennoch hat mich die Geschichte insgesamt mit ihrer dichten Atmosphäre, den vielen Wendungen und der konstant hohen Spannung absolut überzeugt.

Fazit:
4/5 ⭐️ Ein düsterer, atmosphärischer und raffiniert konstruierter Thriller voller Spannung, falscher Fährten und Gänsehautmomente.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Ein leise und tief berührender Roman

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
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Darum geht es:

Bo ist neunundachtzig Jahre alt und spürt, dass sich sein Leben verengt. Die Tage sind still geworden, seit seine Frau in einem Pflegeheim für Menschen mit Demenz lebt. Ihr gemeinsames ...

Darum geht es:

Bo ist neunundachtzig Jahre alt und spürt, dass sich sein Leben verengt. Die Tage sind still geworden, seit seine Frau in einem Pflegeheim für Menschen mit Demenz lebt. Ihr gemeinsames Leben ist auf Erinnerungen geschrumpft. Was bleibt, ist Routine. Und sein Hund Sixten.

Als sein Sohn beginnt, ihm immer mehr Entscheidungen abzunehmen, gerät Bos fragile Ordnung ins Wanken. Plötzlich steht nicht nur seine Selbstständigkeit in Frage, sondern auch die letzte verlässliche Beziehung in seinem Alltag. In der Sorge des Sohnes liegt Fürsorge, doch Bo empfindet sie als Entmündigung. Zwischen beiden steht vieles, was nie ausgesprochen wurde.

Der drohende Verlust seines Hundes zwingt Bo, innezuhalten. Erinnerungen steigen auf. Alte Verletzungen und unausgesprochene Erwartungen drängen an die Oberfläche. Es geht um Stolz und um Liebe, um Schuld und um Versöhnung. Vor allem aber geht es um die Würde eines Menschen, der trotz seines Alters noch immer selbst über sein Leben bestimmen möchte.

Mein Leseeindruck:

Ich habe dieses Buch aufgeschlagen und war sofort in der Geschichte versunken. Schon nach wenigen Seiten war da dieses Gefühl von Nähe. Bo war mir von der ersten Minute an vertraut. Ich habe ihn tief in mein Herz geschlossen.

Die Autorin erzählt mit großer Zärtlichkeit von Veränderung und vom schmerzhaften Gefühl der Fremdbestimmung. Sie beschreibt das Altwerden ohne Beschönigung, aber mit viel Respekt. Jede Szene wirkt durchdacht. Jeder Ton sitzt. Die Traurigkeit zieht sich leise durch die Seiten, und doch ist der Text nie schwer um seiner selbst willen. Die Autorin findet eine klare, ehrliche Sprache für das, was oft unausgesprochen bleibt. Mich hat besonders berührt, wie fein die inneren Konflikte gezeichnet sind. Die Einsamkeit, die Würde, die Angst vor dem Verlust von Selbstständigkeit. All das wirkt echt und nah. Am Ende musste ich meine Tränen trocknen.

Vor dem Lesen hatte ich mir sehr gewünscht, dass dieses Buch mein Jahreshighlight wird. Ganz erreicht hat es diesen Platz für mich nicht. Und doch ist es ein grandioser Roman. Still, klug und sehr bewegend.

Mein Fazit:
4/5 ⭐️ Ein leiser, tief berührender Roman über Würde, Verlust und Liebe im Alter, der lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Leise, schwer, nachwirkend.

Die Liebe, später
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Mein Leseeindruck:
Gisa Klönne findet für diesen einfühlsamen und lebensklugen Roman sehr präzise Worte. Mit großer Sensibilität zeichnet sie Koras innere Zerrissenheit nach und macht ihre Unsicherheit, ...

Mein Leseeindruck:
Gisa Klönne findet für diesen einfühlsamen und lebensklugen Roman sehr präzise Worte. Mit großer Sensibilität zeichnet sie Koras innere Zerrissenheit nach und macht ihre Unsicherheit, ihre Unentschlossenheit und ihre Verlorenheit eindringlich spürbar. Die oft düstere und bedrückende Stimmung passt zu diesem brüchigen Lebensgefühl und verleiht der Geschichte eine konsequente Tiefe.

Zugleich beleuchtet der Roman das fragile Gefüge einer langjährigen Partnerschaft, in der Nähe und Distanz über Jahre hinweg sorgsam austariert wurden und nun neu bestimmt werden müssen. Es geht um Identität, um unerfüllte Sehnsüchte und um die Frage, wie viel Veränderung eine Liebe tragen kann. Anselm tat mir dabei mehr als einmal leid, weil seine Hoffnung auf Gemeinsamkeit auf eine Frau trifft, die innerlich auf Abstand geht.

Der Roman hat durchaus einige Längen, und man sollte in der passenden Stimmung sein, um sich auf diese leise, intensive und zugleich spürbar schwere Geschichte einzulassen. Die Atmosphäre kann stellenweise emotional nach unten ziehen. Dennoch habe ich die Erzählung sehr gerne gelesen und sie mit einem zufriedenen Gefühl beendet.

Fazit:
4/5 ⭐️ Leise, schwer, nachwirkend.

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