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Sioux

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Düster, aber etwas lückenhaft

Where the Devil waits at Midnight
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Schreibstil:
Ich empfand den Schreibstil als sehr passend zur Handlung: düster und eher bedrückend. Teilweise war es deshalb für mich aber auch ein wenig schwerfällig lesbar, weil sich viel Zeit für ...



Schreibstil:
Ich empfand den Schreibstil als sehr passend zur Handlung: düster und eher bedrückend. Teilweise war es deshalb für mich aber auch ein wenig schwerfällig lesbar, weil sich viel Zeit für ausschweifende innere Monologe genommen wurde, die diese Atmosphäre unterstützen sollten. Wer es poetisch mag, liest solche Abschnitte gerne, ich persönlich hätte es aber präferiert, wenn stattdessen anderes detaillierter erzählt worden wäre.
Zudem war ich manchmal etwas verwirrt, was die Tonalität anging. Die Handlung spielt in einem vergangenen Jahrhundert und teilweise ist die Sprache auch daran angepasst, teilweise ist sie aber auch überaus modern. Gerade in den Gedanken von Aubrielle. Ich persönlich hätte es besser gefunden, wenn es mehr durchmischt geworden wäre, sodass es ein einheitliches Bild abgegeben hätte.

Die Geschichte – junges Mädchen wird auf ein Internat zur besseren Erziehung geschickt. Wer dort wartet? Der Pater

Ich habe recht schnell in die Geschichte gefunden, weil sich direkt ab der ersten Seite die dunkle Anziehung dieser Geschichte zeigt. Erzählt wird nämlich aus zwei Perspektiven: die von Aubrielle Thorne, einem 18-jährigen Mädchen aus gutem Hause, und Lucien Graves, neuer Pater in ihrer Gemeinde. Aubrielle findet den Pater ziemlich attraktiv und irgendetwas düsteres geht von ihm aus und schon nimmt die Geschichte ihren Lauf. Bis dahin war ich voll dabei, denn schon früh werden Geheimnisse angedeutet, die den Pater alles andere als koscher erscheinen lassen. Ja, er scheint geradezu zu allem fähig. Manipulation, Mord, vlt. sogar Zauberei?
Das Buch lässt dies anfangs komplett offen und ich fand es sehr spannend, herauszufinden, was in der erzählten Welt alles möglich ist und wie Aubrielle sich dort drin zurechtfinden wird.

Aubrielle – Künstlerin auf der Suche nach ihrem Selbst

Kommen wir zu Aubrielle und für mich damit fast schon ein bisschen zum größten Schwachpunkt des Buches, denn Aubrielle ist alles andere als leicht fassbar. Anfangs noch mysteriös und spannend, empfand ich es irgendwann als sehr schwer, ihr zu folgen, weil ich teilweise gar nicht so richtig wusste, was ich ihr glauben konnte. Dabei ist sie keineswegs eine unglaubwürdige Figur, ich habe nur ihren Charakter nicht richtig verstehen können.

Anfangs ist sie lediglich ein Mädchen, dass nicht von ihrem Vater verheiratet werden will und ihre Sexualität mithilfe ihrer Kunst austestet. Das fand ich für die im Buch angedeutete Zeit sehr spannend und es war ziemlich klar, dass es Probleme machen wird. Es zeigte aber eben auch, dass in Aubrielle mehr steckt, als ihre Familie von ihr erwartet. So weit so gut, das hier ist Dark Romance oder dunkle Begierden erwartet man. Ich war angefixt.

Irgendwann wurde es aber leider schwer, nachzuvollziehen, was wirklich in Aubrielles Kopf los ist. Eine richtige Erklärung zu ihren Bildern bekommt man nicht, sie lässt sich super schnell von anderen Figuren beeinflussen, nimmt dann deren Ansätze auf und wälzt sie durch den Kopf, nur um sie im nächsten Moment bei der nächsten Aussage wieder fallen zu lassen. Dazu kommt dann, dass auch nicht erzählt wird, wie sie beispielsweise malt.
Sie kam mir einfach wie ein Spielball vor, der hin und her geworfen wurde und am Ende doch nur ein Ziel kannte: den Pater. Und auch, wenn das für die Story ja durchaus Sinn machte und ich die Anziehung spüren wollte, so kam sie durch Aubrielle nicht richtig rüber, weil die Wiederkehr zu ihm oft einfach unlogisch war und nicht erzählt wurde. Das ging so weit, dass ich irgendwann gar nicht mehr richtig wusste, wann ich ihr glauben sollte, dass sie etwas mag oder nicht mag oder will oder nicht will.

Was ich an ihr allerdings gut fand, war, dass sie sich intensiv mit dem Thema Manipulation auseinandersetzte. Auch, wenn diese Gedanken manchmal nicht so ganz flüssig in die sonstige Erzählung übergingen, so erschien sie mir dennoch relativ reflektiert, indem sie hinterfragte, was da gerade wirklich mit ihr passierte. Über das Ergebnis ihrer Gedankengänge lässt sich dann streiten.

Lucien – Pater, der im Internat die Hosen anhat

Pater Graves, oder Lucien, ist von Anfang an ein einziges Geheimnis. Er sieht gut aus, scheint alles zu wissen und mitzukriegen, hat eine Autorität, die niemand anzweifelt, egal wie unlogisch manches zu sein scheint, und kennt nur ein Ziel: Aubrielle. Seine Mission konzentriert sich dabei wie im Klappentext zu lesen auf die 7 Todsünden.

Ihn fand ich relativ konstant in seinen Handlungen. Er verfolgt seinen Plan hartnäckig und ohne Rücksicht auf Verluste, geht dabei sehr geplant und heimtückisch vor. Und vielleicht war das auch gleichzeitig das Problem, denn obwohl ich es gut fand, dass er so düster und geheimnisvoll blieb, so konnte ich leider gar keine Sympathie zu ihm aufbauen. Und ja, ich weiß, dass das hier ein Dark Romance-Buch ist und Sympathie vielleicht nicht unbedingt das ist, was man gegenüber dem männlichen Protagonisten empfindet, aber ich meine auch eher diese Faszination, die die Love Interests in DR mit sich bringen. Vielleicht ist das eher das Wort, das es braucht.
Diese Faszination konnte ich auf jeden Fall nicht richtig aufbringen, weil ich fand, dass er zu wenige seiner eigenen Emotionen hat durchblicken lassen. Sein Verhalten wirkte so kalkuliert, kalt und rücksichtslos, dann noch die Andeutungen, dass die Geschichte sich wiederholt, dass ich die ganze Zeit nur dachte: Geht es ihm wirklich um Aubrielle? Und bringt er ihr wirklich bei, stark und sie selbst zu sein, oder will er sie wirklich nur komplett so formen, wie es ihm passt?

Das Buch spielt sehr bewusst auf diese Fragestellung an, was ich dann andererseits, wie oben schonmal erwähnt, wieder gut fand. Aber das änderte leider nichts daran, dass ich einfach nicht wollte, dass die beiden zusammenfinden. Ich wollte viel mehr, dass Aubrielle den feministischen Weg wählt, der hier mehrfach immer wieder angedeutet und bestärkt wird und den sie dann in den entscheidenden Momenten doch wieder zu vergessen scheint.

Ganz nebenbei fand ich außerdem seine Praktik, die 7 Todsünden an ihr abzuarbeiten recht spannend und interessant, allerdings verlor sich das irgendwann einfach, was dann wiederum schade war.

Setting und Handlung – die gar nicht so viel miteinander zu tun haben

Nachdem ich die ersten drei Seiten des Buches gelesen habe, war ich ja sowas von bereit für das außerordentlich ungewöhnliche Setting: i mean ein Internat/Kloster, in der Mädchen „zu guten Frauen“ erzogen werden. Dazu dann die wirklich strengen Regeln, die auf mich ziemlich beeindruckend und abschreckend wirkten. Und dann kommt Aubrielle dahin, die eigentlich gerade erst so richtig entdeckt, was sie will oder eben NICHT.

Der Großteil der Handlung spielt dann auch in diesem Setting und die düstere Stimmung kam definitiv rüber. Die Mädchen dort sind alle mehr oder weniger geprägt von der Umgebung und die Lehrkräfte unterstützen den Charakter des Internats/Klosters durch entsprechendes Verhalten. Entweder, indem sie sich besonders grauenhaft zeigen, oder den Schülerinnen Mut machen, durchzuhalten.

Ganz tatsächlich geht das Setting aber bald ziemlich unter. Ich hätte mir gewünscht, dass zumindest an ein paar Stellen diese Regeln nochmal Anwendung gefunden hätten, dass Aubrielle sich vielleicht wirklich mal mit der Einsamkeit usw., die die Regeln vorschreiben, auseinandersetzen hätte müssen. Stattdessen steht ihr das Setting quasi gar nicht im Weg, sie kann nur nicht weg von dort. Ihre Eltern sieht sie ganz einfach, mit ihrer Zimmernachbarin freundet sie sich gleich an, obwohl Freundschaften usw. verboten sind und ihr teilweise zerstörtes Äußeres wird auch nicht abgemahnt, geschweige denn, dass sie oft in den Gottesdienst müsste.
Das fand ich einfach super schade, weil das Setting so viel mehr hergegeben hätte. Statt poetischer Monologe, wäre ein wenig mehr Alltag ganz cool gewesen, um diesen Ort lebendig und damit irgendwie auch spürbar unerträglich zu machen. So hatte ich eher das Gefühl, das Internat/Kloster beugt sich Aubrielle und Pater Graves ja sowieso.

Was auch schade war, war dass viele Figuren, auf die sie dort trifft, nur ein einziges Mal auftraten. Sie kamen buchstäblich mit Aubrielle ins Gespräch, gaben ihr einen Denkanstoß, den diese dann mitnahm und hin und her wälzte, nur um dann durch die Aussagen der nächsten Person abgelöst zu werden. Da hätte ich es besser gefunden, wenn weniger Figuren aufgetreten wären und Aubrielle mit diesen dann richtig ins Gespräch gekommen wäre, u.a. auch mit ihrer Mitbewohnerin, der sie einfach gar nichts erzählt und zu der sie sich auch nie äußert. Die Figuren wirkten so einfach nur zweckdienlich, nicht authentisch.

Die Handlung begleiten zudem immer wieder Logikfehler oder zumindest auch viele Situationen oder Informationen, deren Herleitung nicht aufgeklärt werden und die sich dann ebenfalls wie Fehler anfühlen. Erst als Aubrielle ein wenig näher an die Wahrheit hinter dem Ganzen kommt, die man schon früh vorausahnen kann, findet die Geschichte einen richtigen Handlungsstrang, der dann auch für Spannung sorgt. Das passiert ab ungefähr Dreiviertel des Buches. Ab dann war ich auch erstmals richtig an die Seiten gebunden.
Spannend fand ich zudem den Erzählstrang mit dem Tagebuch von Aubrielles Lehrerin, der meiner Meinung nach noch viel Potential geboten hätte, aber ich denke, das wird vielleicht noch im zweiten Band aufgenommen. Ich habe hier einfach an vielen Ecken und Enden gemerkt, dass auf ein nächstes Buch hingearbeitet wurde.

Fazit:
Dieses Buch hat definitiv eine schöne düstere Atmosphäre, die zusammen mit den Fantasyelementen eine Geschichte schafft, die einen in eine ganz andere Welt ziehen kann. Ich persönlich war fasziniert von dem Zwiespalt von Manipulation und Anziehung, gleichzeitig fiel es mir aber auch eher schwer, so richtig in die Geschichte abzutauchen. Das lag an einigen Logikfehlern, lückenhafter Charakterisierung und Nebenfiguren, die leider meist nur zweckdienlich, aber nicht persönlich waren. Es ist ein erster Band, der sich nur langsam wirklich spannend aufbaut. Wer über diese Punkte hinwegsehen kann, bekommt hier allerdings eine spicy Geschichte, die sich äußerst verboten anfühlt und damit gänzlich passend zum Genre ist.

Von mir gibt es 3 von 5 Sternen.

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Starke Idee, schwache Emotionen

The Ordeals
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Zur Info: Dies ist der erste Band einer Reihe. Ihr solltet euch also an die Reihenfolge halten und damit rechnen, dass ihr weiterlesen wollt.

Schreibstil:
Ich muss gestehen, dass ich bis zum Ende nicht ...

Zur Info: Dies ist der erste Band einer Reihe. Ihr solltet euch also an die Reihenfolge halten und damit rechnen, dass ihr weiterlesen wollt.

Schreibstil:
Ich muss gestehen, dass ich bis zum Ende nicht mit dem Schreibstil warm geworden bin. Zwar ließ es sich flüssig lesen und ich konnte mir die Welt recht gut vorstellen, allerdings fehlten mir die Emotionen. Es wirkte die ganze Zeit auf mich sehr gewollt und unemotional. Statt dass Gefühle spürbar wurden, wurden sie nur erzählt, sodass ich sie einfach hinnehmen musste. Das machte es für mich zusätzlich noch schwierig, mich so richtig in die Figuren einzufühlen und mit ihnen mitzufiebern. Gerade in Bezug auf die Liebesgeschichte in diesem Buch war es sehr schwierig für mich, alles nachzuempfinden.

Die Geschichte – Magiebegabte flieht aus ihrem Alltag auf eine Academy und muss dort Prüfungen bestreiten

Erzählt wird aus Perspektive von Sophia, die anfangs bei ihrem Onkel lebt, für den sie Aufträge erfüllen muss. Diese bestehen daraus, dass sie Blut für ihn sammeln muss. Der Hintergrund? Magisch. Und damit nimmt die Geschichte ihren Lauf, denn Sophias Ziel ist es, ihrem Onkel zu entkommen und stattdessen auf die berühmte Killmarth-Academy zu gehen. Um dort studieren zu dürfen, muss man jedoch die Ordeals überleben – und das wortwörtlich, denn es wird ziemlich hart.

Der Einstieg in das Buch gelang mir erstmal ganz gut. Wie gesagt, hat mir der Schreibstil ein paar Schwierigkeiten bereitet, die Geschichte jedoch kam gleich zum Punkt. Sophias Ziel ist schnell klar, ebenso werden erste Hinweise auf Geheimnisse gegeben und es wird auch gleich blutrünstig. Quasi das volle Programm.

Sophia – Mädchen ohne Herkunft mit magischen Fähigkeiten

Sophia ist keine typische Fantasyheldin. Ihre Fähigkeiten sind eher schwach, ihr Wissen sehr begrenzt, sie ist nicht besonders beliebt und ist überaus argwöhnisch. Dazu hat sie sich eine sehr raue Schale antrainiert, um das Leben bei ihrem Onkel auszuhalten.

Ich mochte sie, weil sie immer sehr bei sich geblieben ist und genau wusste, was sie wollte. Allerdings hat mich etwas an ihr gestört, dass sie in allem Challenges sieht, die extra für sie konzipiert wurden. Es ging oft darum, was sie bewerkstelligen muss und was sie tief in ihrem Inneren doch so gut kann. Die Idee dahinter, dass es nicht nur um bloße magische Fähigkeiten an der Academy geht, war ja ganz nett und definitiv ein Aspekt, den ich ergänzend gut gefunden hätte, aber sie redet sich doch oft etwas ein, was dann etwas unbegründet von anderen Instanzen im Sande verlief.

Was ich an ihr außerdem schwierig fand war, dass sie nicht wirklich Nähe zu ihren Freunden herstellen konnte. Sie hat alle immer auf Abstand gehalten, ohne dass dies aber begründet wurde. Und dadurch, dass die Gefühle in der ganzen Geschichte etwas zu kurz kamen, konnte man das auch nicht auf anderer Ebene nachvollziehen. Das war sehr schade, denn im Prinzip konnte ich schon verstehen, dass man nach so einer Jugend nicht jedem gleich vertraut. Allerdings vertraut sie dann doch an einigen Stellen wieder, obwohl es keinen Sinn macht. Da war sie einfach inkonsistent.

Alden – Botaniker, gutaussehender Charmeur & Love Interest

Alden war mir sehr sympathisch. Im Vergleich zu Sophia blieb er für mich sehr konstant, auch wenn sie ihm gerne etwas anderes angedichtet hat. Er hat sein Ziel vor Augen, baut Vertrauen vernünftig auf und belohnt Vertrauen ebenso. Was ich bei ihm komplett nachvollziehbar fand war, dass er Sophie lange Zeit eben nicht vertrauen konnte, auch wenn sie das gefordert hat, weil er gespürt hat, dass sie Geheimnisse vor ihm hat. Ich konnte es ihm nicht verdenken und fand es super, dass er einfach feinfühliger war als sie.

Zudem mochte ich es, dass er als Love Interest noch eigene Geheimnisse hat und trotz seiner Verbindung zu Sophia noch sehr eigenständig blieb. So konnte ich ihn gut als eigenständige Figur wahrnehmen und habe total mit ihm mitgefiebert. Ich hoffe, im nächsten Band bekommt man dann noch etwas tiefgreifenderes Wissen über ihn.

Die Killmarth Academy – ein Ort voller Grauen

Ich hatte anfangs natürlich keine Vorstellung davon, was Killmarth ist. So bin ich völlig unvorbereitet mit Sophia an diesen Ort gereist, an dem Magiebegabte aus den vier Kategorien (Botanik, Alchemie, Illusion, Maskiererei) geprüft und danach geschult werden. Wild ist nur, wie rabiat die Academy auswählt, wer dort studieren darf. Schon beim Zugang zur Akademie gibt es die ersten Toten und auch danach wird es nicht weniger. Es ist quasi, als wären die Begabten gar nichts wert. Das hat mich die ganze Zeit über von der Logik her sehr gestört, denn gleichzeitig spricht man davon, dass die Zahl der Magiebegabten kleiner wird und die Bedrohung größer. Warum also nicht an einer Akademie die Fähigkeiten, die sogar trainierbar sind), trainieren, statt die Schüler:innen wortwörtlich ins offene Messer laufen lassen?
Das war nur eine der Fragen, über die ich im Laufe der Geschichte gestolpert bin. Immer wieder gab es meiner Meinung nach Logiklücken, die die Academy und die Geschehnisse dort betrafen. Warum beispielsweise die stärksten Schüler:innen finden wollen aber gleichzeitig nichts dagegen tun, dass jemand innerhalb der Schüler:innenschaft die stärksten ermordet?

Die Prüfungen dagegen fand ich recht cool. Sie waren spannend, die Figuren wuchsen zusammen, es wurden neue Hinweise gegeben und Erzählfäden gesponnen. Endlich mal Prüfungen, die eine wirkliche Herausforderung sind und bei denen nicht alles nach Schema A abläuft.

Das Magiesystem dahinter fand ich ebenfalls cool. Durch die Verschachtelungen zwischen den Familien und Begabungen boten allein diese schon viele Überraschungen. Alle Begabungen waren zudem noch recht individuell, sodass man mit den Figuren zusammen lernen konnte, was alles möglich ist. Ich fand es nur etwas schade, dass Sophia sich da eher ausruht, weil sie sich von Anfang an nicht für fähig genug hält und die anderen dies bestärken. Dadurch konzentriert sie sich sehr auf andere Dinge.

Die Struktur – zwischen Zeitsprüngen & geheimnisvollen Wesen

Neben dem Schreibstil fand ich auch die Zeitstruktur etwas interessant. So hat sie mich nicht gestört, aber öfters mal irritiert. Denn tatsächlich erzählt dieses Buch hauptsächlich die Ordeals, was ja auch im Rahmen der Handlung durchaus Sinn macht. Teilweise vergeht aber sehr viel unerzählte Zeit zwischen den einzelnen Prüfungen, was dann manchmal einfach verwirrend wirkte, weil es keinen ersichtlichen Grund dafür gab. Zum Beispiel trainieren Alden und Sophia dann eine Woche lang jeden Tag zusammen (unerzählt) und dann sagt Sophia auf einmal, sie hätte dann jetzt schon wieder zwei Wochen lang nicht mit ihm trainiert aufgrund eines Gesprächs. Das ist ja durchaus okay so, hat bei mir aber Fragezeichen nach dem Grund aufgeworfen. Zumal es für die Gefühlen zwischen den beiden in diesem Fall sehr gut gewesen wäre, wenn sie noch etwas Zeit miteinander gehabt hätten. Zum Ende hin geht es mir mit der Tiefe ihrer Gefühle nämlich etwas fix.

Genauso interessant verteilt ist das eigentliche Geheimnis dieses Buches. Ich möchte jetzt nicht spoilern, deshalb versuche ich, nicht zu viel zu sagen, aber die Academy und die Figuren dort arbeiten gegen etwas Größeres an, das aber im Verborgenen liegt. Sophia kommt dem nach und nach auf die Spur, am Ende bleibt man aber immer noch total im Dunklen. So werden oft Fragen unbeantwortet gelassen, einfach in dem eine beteiligte Figur aus dem Gespräch rennt. Das zieht natürlich die Spannung noch weiter in die Länge, es fühlte sich aber auch etwas gekünstelt an. Als hätte das eigentliche Geheimnis nicht genug Inhalt, um schon jetzt Brocken preiszugeben.

Auch am Ende hat man gemerkt, dass die Geschichte dahin lenken wollte, es aber nicht ganz geschafft hat, weil es alles eben schon so früh klar war bzw. sehr auffällig vertuscht wurde. Auch da fehlte mir wieder die Logik hinter all dem. Zwar gab es irgendwo Sinn, aber ganz logisch betrachtet hätten die Verantwortlichen das Ganze eigentlich anders angehen müssen. So jedenfalls würde ich nicht auf ihrer Seite stehen wollen, weil ich Angst hätte, mich im Kampf für das zu schwache Team entschieden zu haben.

An allen Ecken und Enden läuft es hier also auf einen nächsten Band hin, der hoffentlich nochmal mehr Emotionen und gepflegte Komplexität bringt.

Fazit:
Ein Buch, das viel will und eigentlich mit den Figuren, der Idee und dem Setting auch genug Stoff bietet. Schwierig fand ich nur die Umsetzung. Der Schreibstil ist eher unemotional und kann keine Gefühle rüberbringen, die Figuren zeigen nicht, sie erzählen und die Logik bleibt an einigen Stellen der Handlung etwas zurück, sodass ich oft mit einem verwirrten Stirnrunzeln dasaß. Ich habe das Buch trotzdem gerne gelesen, habe aber sehr lange gebraucht, um es zu lesen.

Von mir gibt es 3 von 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Wenn Age Gap vom Märchen zur Realität wird

Half His Age
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Schreibstil:

Dieses Buch hat knapp über 300 Seiten und ihr könnt euch sicher sein, dass ihr es schnell durchlesen werdet, denn auch der Schreibstil macht es einem einfach. Er ist einfach gehalten und ...

Schreibstil:

Dieses Buch hat knapp über 300 Seiten und ihr könnt euch sicher sein, dass ihr es schnell durchlesen werdet, denn auch der Schreibstil macht es einem einfach. Er ist einfach gehalten und sehr mitreißend, durch diese simple Erzählung ohne Schnörkel. Besonders ist dabei, dass er aber auch sehr roh und schonungslos ist. Hier wird nicht mit Beschreibungen von Handlungen oder Gedanken gespart, die man eigentlich nicht näher erläutert haben will. Die aber, und das muss man anerkennen, real und authentisch sind. Wir lesen hier eine Story, die nicht ganz unproblematisch ist und viele Probleme aufzeigt. Dazu fand ich es dann sehr passend, dass die Autorin den Schreibstil ebenso wenig der Gesellschaft gefügig macht. Man muss sich aber drauf einlassen, denn es ist zwischendurch schon echt etwas drüber und man kann dann nicht mehr so richtig von Lesegenuss reden.

Die Geschichte: 17-jährige fühlt sich verloren und ist scharf auf ihren Lehrer

Erzählt wird aus der Perspektive der 17-jährigen Waldo. Sie lebt in einfachen Verhältnissen und ist im Prinzip selbst für sich verantwortlich, weil ihre Mutter in einer Abwärtsspirale mit verschiedenen Kerlen gefangen ist. Waldo ist dadurch für ihr Alter relativ reif, allerdings nicht in Bezug auf ihr Sozialleben und ihre Sexualität, sondern eher in Bezug auf ihre Lebensumstände (Geld verdienen, Kosten tragen, selbst versorgen). Was Waldo nie will: uns gefallen. Sie isst den ganzen Tag Chips, macht komplett was sie will, interessiert sich nicht für Bildung oder Freundschaften. Eigentlich interessiert sie sich für gar nichts außer für ihren Lehrer Mr. Korgy und das auch eher sehr abrupt.

Man kann also nicht unbedingt darüber sprechen, ob man sie sympathisch oder nicht findet. Eher hatte ich irgendwann Mitleid mit ihr, weil sie in so vielen Süchten gefangen ist und sich selbst dabei noch nicht entdeckt hat. So ist das Buch auf eine Art und Weise ein Coming of Age-Roman, weil Waldo versucht, sich zu finden. Auf der anderen Seite aber auch nicht, weil das Ende dafür nicht passend genug ist. So meine Meinung. Aber dazu später mehr.

Waldo: Typischer Teenie unserer Zeit mit einem wirren Verständnis für ihren Körper und ihr Selbst.

Waldo ist eine Figur, die unheimlich viel destruktives Verhalten an den Tag legt. Und das, obwohl sie in ihren Gedanken immer wieder zeigt, dass sie eigentlich reifer, erwachsener handeln und agieren könnte. Stattdessen gibt sie sich dem hin, was von ihr erwartet wird und was sie von ihrer Mutter als Verhalten gelernt hat. Die Weisheiten ihrer Mutter werden für den Goldstandard genommen, so unsinnig sie auch klingen und so viele Argumente Waldo auch gegen sie hat.
Einerseits fand ich dieses destruktive Verhalten nachvollziehbar. Wie soll sie schließlich hinausfinden, wenn ihr Vorbild zweifelhaft ist und ihr Lehrer sie in allem bestärkt? Andererseits war es irgendwann sehr schwer und anstrengend zu lesen, wie sie sich selbst blockiert, runtermacht und ihr Leben gegen die Wand fährt. Noch dazu wurde es repetitiv. Viele Situationen wiederholen sich auf eine gewisse Art und Weise immer wieder. Es ist keine wirkliche Weiterentwicklung in Waldo zu spüren, obwohl sie sich auf eine ganz andere Art und Weise sehr wohl weiterentwickelt.



Ein bisschen schwierig ist Waldo vielleicht auch, weil sie immer wieder regelrecht alt wirkte. Auf jeden Fall älter als ihre 17 Jahre. Wenn man so las und die Biografie der Autorin ein bisschen im Kopf hatte, wirkte es gerade so, als hätte die Autorin sehr sehr viel von sich selbst in Waldo einfließen lassen, sodass es fast ein wenig autobiographisch wirkte. Das distanzierte Waldo aber irgendwie von mir. Ich konnte sie nicht mehr nur als Waldo sehen.

Mr. Korgy: Lehrer, Anfang 40 mit Frau und Kind lässt sich auf eine 17-jährige ein.

„Mit dir fühle ich mich jung“, so oder so ähnlich erklärt Mr. Korgy einmal seine Anziehung zu Waldo. Und ich finde, es ist eine schlechte Erklärung. Jedenfalls für das, was Waldo in ihre Beziehung hineininterpretiert. Ich habe lange hin und her überlegt, wie genau die Beziehung zwischen den beiden missbräuchlich ist und festgestellt: es geschieht gleich am Anfang. Mit den ersten Sätzen und Mr. Korgy ist derjenige, den man hier verachten muss. Aber das habt ihr euch bei dem Klappentext bestimmt schon gedacht.

Das Besondere an Mr. Korgys Figur ist glaube ich, dass Waldo ihn wie ein Experiment nutzt. Sie hat eine genaue Vorstellung davon, wie das mit Mr. Korgy (den sie übrigens immer nur so nennt, vermutlich, weil sie ihn also genau das betrachten will: ihren Lehrer) laufen soll. Und so ist sie die Initiatorin, die ihn „verführt“ und sich dann sehr in diese Beziehung hineinsteigert.

Während man Waldo Gedanken mitbekommt, bleibt Mr. Korgy einzig erzählt aus ihrer Perspektive und damit fast ein pures Klischee. Er agiert so, wie man sich das vorstellt: nimmt alles mit, was für ihn angenehm ist, und sagt zu Waldo genau das, was sie hören will. Sein Ziel: Waldo UND seine Frau und Kind haben. Erst mit der Zeit wird er immer mehr und mehr zu einem armseligen Häufchen Elend.

Was ich ganz komisch an ihm fand: er zeigte fast gar keine Angst vor dem Auffliegen der Affäre. Keine Bedenken, kein Blick in die Zukunft. Es schien fast, als würde er einfach an allem vorbeimarschieren, was schwierig werden könnte, damit die Handlung nicht von sowas aufgehalten werden könnte. Damit Waldo genug Zeit hat, um ihre „Entwicklung“ zu zeigen.
Das fand ich an vielen Stellen problematisch: es läuft zu glatt. Sie werden nicht gesehen, nicht von Mitwissenden verpetzt, die Ehefrau hegt keinen Verdacht. Es ist fast, als wäre alles okay so und das ist gerade im Hinblick auf Waldo problematisch gewesen, denn so fehlte jedwede Instanz, die ihr hätte ins Gewissen reden können. Oder meinetwegen auch Mr. Korgy.








Zwischen Feminismus und Anti-Age-Gap-Romance?

Hinterher habe ich intensiv darüber nachgedacht, inwieweit dieses Buch feministisch ist. Und bitte entschuldigt jetzt schonmal vorab, wenn ich irgendwas übersehen oder falsch interpretiert habe. Ich kenne mich nur laienhaft in dem Feld aus. Fakt ist aber, dass dieses Buch für mich nur begrenzt feministisch war. Ich fand es (auch wenn es nicht angenehm zu lesen war) gut, dass alles so roh dargestellt wurde. Gerade das „Ekelige“, wie Waldo es nennt. Es wird nichts beschönigt, der Körper der Frau wird komplett beschrieben. Mit allem, was an ihm anstrengend ist, was an ihm ekelig ist und was geschniegelt und gestriegelt werden muss, bevor man einem Mann unter die Augen treten „kann“. Das zielte definitiv darauf ab uns zu zeigen, wie verquer unsere Welt in diesen Bereichen mit Weiblichkeit umgeht.

Waldo hingegen handelte für mich gar nicht feministisch. Ich glaube, sie sollte ein wenig aufzeigen, dass man auch ohne Mann kann bzw. sich den Mann holen kann, den man will und dann auch die volle Kontrolle über ihn haben kann. Allerdings ist Waldo so kaputt, dass sie das etwas ungewöhnlich angeht und am Ende auch nichts beweist. Das ist jedenfalls meine Meinung. Am Ende hakt sie zwar ganz klassisch ab, was das Buch als offene Erzählstränge aufgegeben hat, sie hat aber nicht erkannt, worauf es wirklich ankommt. Hat sich mal wieder an etwas geklammert, was man ihr beigebracht hat. Auch das wäre sicherlich anders gelaufen, wenn da irgendwer gewesen wäre, der/die ihr auch andere Meinungen mitgegeben hätte.

Was das Buch aber definitiv macht, ist, aufzuzeigen, wie wenig romantisch eine Age-Gap-Romance sein kann. Authentisch wird hier gezeigt, wie wenig zwei so unterschiedlich alte Menschen zusammenpassen. Was sie allerdings etwas romantisiert ist, wie es ist, diese Beziehung aus der Bubble hinein in die Wirklichkeit zu tragen. Denn die beiden zeigen sich niemals vor Bekannten.

Und eine ganz kleine Anmerkung noch: vlt. übt dieses Buch auf jeden Fall Kritik an der heutigen Gesellschaft auf, in der Teenies sozialisiert werden. Das fängt beim Konsum von Fast Food an (wohl eher ein amerikanisches Thema) und geht bis zum Fast Fashion-Shopping, Handysucht, ständiger Verfügbarkeit und weniger Beziehung zum eigenen Körper. Ein vlt. etwas Klischeeschaftes Bild, in das sich Waldo nahtlos einfügt.

Fazit:
Ich finde es echt schwierig, dieses Buch zu beurteilen, weil es eben nicht gefallen will, sondern aufzeigt, wie ekelig, wie unschön, wie unromantisch etwas sein kann. Was ich aber sagen kann ist, dass mir nicht so gut gefallen hat, dass die Storyline recht eindimensional blieb, sich vieles wiederholte und Waldo für mich am Ende auch keine richtige Entwicklung durchgemacht hat. Sie hat nicht zu sich gefunden, sondern mit etwas Glück nur den Anfang gemacht. Zukunft ungewiss.

Von mir gibt es 3 von 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 19.12.2025

Small Town & Suspense funktionieren gut miteinander!

Harpers Ferry. Lose Me Once
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Hi ihr Lieben

Hi ihr Lieben<3
Small Town Romance und Suspense? Passt das in ein und die selbe Story? Dieses Buch hat die Antwort geliefert: ja!

Zur Info: Dies ist der erste Band einer Reihe lose zusammenhängender Bücher. Ihr könnt euch also an die Reihenfolge halten, müsst es aber nicht:)

Schreibstil:
Viele Beschreibungen und jede Menge cozy Vibes haben diese Geschichte zu einem richtigen Wohlfühlroman gemacht. Es wird ruhig erzählt und man kann der Story gut und flüssig folgen. Mir fehlte vielleicht noch etwas das Gefühl für die wirklich tiefgreifenden Worte.

Die Geschichte: Small Town Cozy Vibes, ein düsteres Geheimnis und jede Menge Fragen

Erzählt wird hier aus den Perspektiven von Emery und Luke, allerdings mit einem zusätzlichen Kniff: während Emery in der Gegenwart erzählt, spielt Lukes Handlung anderthalb Jahre vorher. Das bringt unheimlich viel Spannung in den Handlungsverlauf, weil man einerseits vor vollendete Tatsachen gestellt wird und andererseits erst abwarten muss, wie es dazu gekommen ist.
Ein wenig schwierig fand ich nur, dass beide Perspektiven emotional eher nüchtern blieben und die vollendeten Tatsachen sich auch dort durchzogen.

Emery – liebt töpfern, wohnt(e) bei ihrer Granny & ist in Harpers Ferry aufgewachsen

Sich mit Emery anzufreunden, war gar nicht mal so einfach, denn auch, wenn sie eigentlich viel Herzlichkeit in sich vereint und die Menschen um sich herum beschützen will, bleibt sie doch die ganze Zeit über etwas frostig. Ihre Gefühle lässt sie uns Leser:innen gegenüber lange im Dunklen. Als es dann doch soweit war, konzentriert sie sich aufs Körperliche und setzt sich irgendwie gar nicht so richtig mit ihren Gefühlen Luke gegenüber auseinander.
Und auch in Bezug auf sich selbst bleibt sie sehr verhalten. Ihre Träume und Wünsche kann man nur erahnen und dann werden sie auf einmal wahr. Ähnlich einfach, wie alles in diesem Buch, die Romance-Story betreffend, passiert. Was mir bei ihr gefehlt hat: die Leidenschaft. Ob in Bezug auf ihre Tätigkeiten oder ihre Liebe.

Luke – Architektenstudent aus NYC, hilfsbereit & Handwerker

Luke mochte ich total gerne. Er ist relativ einfach gestrickt, dadurch aber auch sehr authentisch. Dass er nicht Architekt werden will, wie es sich sein Vater für ihn vorstellt, ist ihm schnell klar. Und was er danach will, auch. Er gehört zu den typischen Menschen, die selber anpacken, wenn sie etwas wollen. Er möchte Emery, er möchte in Harpers Ferry bleiben und er möchte zu gerne, dass alles für sie alle gut wird. Und dafür macht er auch mal etwas, was nicht ganz so regelkonform ist.

Wie die beiden (wieder) zueinander – durch die Zeit, Love at First Sight, mit wenigen Worten

Während in der Vergangenheit quasi ihre Kennlerngeschichte erzählt wird, geht es in der Gegenwart darum, dass die beiden sich wieder annähern. Das Kennenlernen findet in Harpers Ferry statt und die Stadt lässt dabei ihren ganzen Charme spielen. Vielleicht ist es deshalb bei beiden Liebe auf den ersten Blick. Nur ein paar Sekunden sind nötig, dass die beiden nie wieder an jemand anderen denken. Mir persönlich ging das etwas zu schnell. Eine kleine Kennlernphase, in der sich dann verliebt wird, hätte der Geschichte gut getan, denn eigentlich startet es fast mit Enemies to Lovers. Danach folgt ein verliebter Taumel, der mich wenig beeindrucken konnte. Dadurch, dass ihre Gefühle füreinander ja schon so „klar“ waren, wurde einfach nicht viel mehr erzählt.

Auch in der Gegenwart ist alles schnell durch ihre „unendliche Liebe“ geklärt. Geredet wird eher selten bzw. viel zu spät. Es kratzt am Trope Miscommunication und das ganz allein, weil die beiden es schaffen, miteinander im selben Raum zu sein, ohne den Elefanten anzusprechen, der mit ihnen darin steht. Das fand ich echt enttäuschend, weil es beide schon von morgens bis abends beschäftigt hat. Warum dann nicht gleich ansprechen?

Suspense – langsam, intensiv & psychologisch spannend

Die Krimi- bzw. Thrilleranteile dieser Geschichte fand ich tatsächlich sehr gut gemacht. Bereits im Prolog wird ein Verbrechen angedeutet, das durch den ganzen Handlungsverlauf schwingt. Dies passiert aber keineswegs gradlinig, sondern auf der Vergangenheits- wie Gegenwartsebene und aus verschiedenen Perspektiven. Die Erzählstruktur hat den Suspense-Charakter wirklich gut unterstrichen.
Statt nur einem Plottwist hat diese Geschichte gleich mehrere und nimmt einen so komplett (auf Suspense-Ebene) die Vorhersehbarkeit. Plötzlich änderte sich die Situation und ich war gezwungen, umzudenken. Das hat viel Spannung in die Erzählung gebracht und mich an die Seiten gebannt.
Nur zum Ende hin verlor sich ein wenig die Vielschichtigkeit der Handlung, indem es ein bisschen zu happy wurde. Da ging das Suspense in die Liebesgeschichte über und hat leider deren Vibe übernommen.

Small Town Setting – cozy, warm & herzlich bis weihnachtlich

Das Setting dieses Buches fand ich wirklich super schön. Selten habe ich so viel cozy Small Town Vibes verspürt und die Vor- wie auch Nachteile berücksichtigt gesehen. Die Menschen in Harpers Ferry wurden alle gut greifbar mit eigenem Charakter und haben sich ganz so benommen, wie man es von so einem kleinen herzlichen Dorf erwartet: empathisch, hilfsbereit, ein wenig übergriffig und beschützend. Besonders fand ich daran, dass offengelegt wurde, wann die Bewohner:innen sich wo eingemischt haben. Dass sie weitergedacht haben und sich gleichzeitig alle sehr froh in dieser Umgebung gefühlt haben. So waren die Hauptfiguren sich die ganze Zeit über sehr bewusst darüber, wo sie sich befinden und was in der Dorfgemeinschaft abgeht.

Spice – 1 von 5

Hier bleibt’s cozy nicht spicy:)

Fazit:
Eine sehr cozy Geschichte, die durch ihren Suspense-Charakter punktet. Es bleibt unvorhersehbar, spannend und so absolut Small Town Vibe – das Setting ist einfach super! Was mir ein wenig fehlte, war die Tiefe in der Liebesgeschichte und die Spannung darin allgemein. Mir hat nicht so gut gefallen, dass hier vieles durch Miscommunication passiert bzw. nicht passiert. Auf der anderen Seite war es eine Geschichte dieses Tropes, die bewiesen hat, dass hier auch mehr möglich ist.

Von mir gibt es 3 von 5 Sterne.

3 Gründe, weshalb du dieses Buch lesen solltest:

1. Weil Small Town Romance hier nicht kitschig, sondern authentisch erzählt wird
2. Weil der Suspense-Anteil wirklich überrascht
3. Weil das Buch zeigt, welches Potenzial im Genre steckt
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!

Liebe Grüße!

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Cozy Witch Romance mit Schwächen

Her Dark Power
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Hallo ihr Lieben ❤
Hexen haben es mir momentan angetan. Die kleinen magischen Dinge im Alltag, ein magischer Begleiter, Hexenfeste und klimpernde Armbänder passen einfach perfekt zum Herbst, wie ich festgestellt ...

Hallo ihr Lieben ❤
Hexen haben es mir momentan angetan. Die kleinen magischen Dinge im Alltag, ein magischer Begleiter, Hexenfeste und klimpernde Armbänder passen einfach perfekt zum Herbst, wie ich festgestellt habe. „Her Dark Power“ ist für mich das erste Buch der Autorin und ich hatte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, das es Fantasy ist. Ich wurde aber positiv überrascht:)

Zur Info: Dies ist der erste Teil einer Reihe.

Zum Schreibstil:
Carina Schnell schreibt sehr unaufregend und dafür aber super cozy. Ich habe mich in der Welt und mit ihren Figuren sofort wohlgefühlt. Die Beschreibungen haben einem ein gutes Gefühl für die magische Welt und die damit verbundenen Geheimnisse gegeben.

Zur Geschichte allgemein:
Der Start ins Buch erfolgte direkt und gleich mit jede Menge Input zur Welt der Hauptprotagonistin. Edda soll in ihren Hexenzirkel als vollwertiges Mitglied initiiert, doch in ihr schlummert eine dunkle Kraft, die die gewohnten Abläufe ziemlich durcheinander bringt.
Ich war sofort gefangen und ganz begierig darauf, nicht nur herauszufinden, wo Edda nun hingehört, sondern auch, was es mit ihren Kräften auf sich hat. Edda selbst dagegen sperrt sich erstmal gegen das, was an ihr anders sein könnte. Das ist einer der roten Fäden, die sich durch das Buch ziehen: Edda ist nicht so ganz bereit, sich als anders zu akzeptieren und sich mit ihren Kräften anzufreunden. Zugute halten muss man ihr dabei aber, dass ihre Welt ihr diese Einstellung bisher genau so vorgelebt und eingetrichtert hat.
Als sie nun an das Crescent College kommt, wird somit ihr komplettes Weltverständnis auf den Kopf gestellt. Ich mochte es, dass Edda sich selbst beweisen möchte, dass in ihr drin stets das Gute vorherrscht (denn es gibt diverse Situationen, in denen sie dem Bösen verfallen könnte) und das sie sehr eigenständig agiert. Was ich nicht so an ihr mochte war, dass sie der ganzen Situation überhaupt nicht offen gegenüber stand, obwohl sie in den vorherigen festen Strukturen auch nicht happy war. Das widersprach sich während der ganzen Handlung ein wenig.

Die Handlung am Crescent College fand ich zunächst recht spannend. Immerhin ging es nun darum, die Kräfte kennenzulernen und sie kontrollieren zu können. Leider verfällt die Geschichte da sehr in soziale Klischees. Edda ist die Außenseiterin, behauptet sich zwar, wird aber gemobbt und allen anderen ist es irgendwie egal. Es wird zwar angedeutet, dass auch die anderen ziemlich starr in ihrem Weltbild sind, aber ich hätte mir doch gewünscht, dass es etwas mehr um die Magie ginge. Zumal man von ihrer dunklen Magie wirklich wenig mitbekommt. Da fehlte mir noch mehr Tiefe in den Erklärungen, mehr Beschreibungen zu ihrem Training. So war der Mittelteil leider etwas träge.

An der Academy lernt Edda dann auch ihren Love Interest kennen. Morven ist geheimnisvoll und sexy – passt für mich soweit schonmal. Die „Love Story“ der beiden greift auch viel dieser Düsternis auf, was mir ganz gut gefallen hat. Dennoch erschienen mir einige Szenen nicht ganz logisch, bzw. überstürzt. Die Chemie zwischen den beiden ist oft nur erzählt, nicht spürbar. Mir fehlte zudem der Einblick in Morven. Ich konnte ihn nicht richtig fassen und somit habe ich nicht so richtig mitleiden können. Ich glaube, da hätte durchaus noch mehr Tiefe reingelegt werden können, damit das Ende dann auch schlüssiger ist.

Das Ende war mir aber allgemein etwas zu überstürzt. Edda springt förmlich zwischen ihren Gefühlen und ihrem Standing zur Situation hin und her. Das Zusammenfügen der Erzählstränge wirkte ziemlich gewollt und blieb mir fast zu offen, um neugierig zu machen. Dazu wurde noch ziemlich spät eine Figur eingefügt, die alles durcheinanderbringen könnte, aber auch sie wurde einfach nicht greifbar genug.
So bin ich zwar gespannt auf den nächsten Band, aber ich habe gleichzeitig auch Angst, dass es mir zu sprunghaft und angedroschen wird.

Fazit:
Eine Story, die spannend beginnt, dann etwas träge wird und sich zum Ende hin geradezu überschlägt. Mir gefiel das Geheimnisvolle am Love Interest, Eddas Charakter fand ich ebenfalls spannend und das Magiesystem ist echt interessant. Allerdings fehlten mir ein paar Erklärungen für die Tiefe und dann irgendwo eben auch Handlung.

3 von 5 Sterne von mir.

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