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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.03.2026

Starke Idee, schwache Emotionen

The Ordeals
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Zur Info: Dies ist der erste Band einer Reihe. Ihr solltet euch also an die Reihenfolge halten und damit rechnen, dass ihr weiterlesen wollt.

Schreibstil:
Ich muss gestehen, dass ich bis zum Ende nicht ...

Zur Info: Dies ist der erste Band einer Reihe. Ihr solltet euch also an die Reihenfolge halten und damit rechnen, dass ihr weiterlesen wollt.

Schreibstil:
Ich muss gestehen, dass ich bis zum Ende nicht mit dem Schreibstil warm geworden bin. Zwar ließ es sich flüssig lesen und ich konnte mir die Welt recht gut vorstellen, allerdings fehlten mir die Emotionen. Es wirkte die ganze Zeit auf mich sehr gewollt und unemotional. Statt dass Gefühle spürbar wurden, wurden sie nur erzählt, sodass ich sie einfach hinnehmen musste. Das machte es für mich zusätzlich noch schwierig, mich so richtig in die Figuren einzufühlen und mit ihnen mitzufiebern. Gerade in Bezug auf die Liebesgeschichte in diesem Buch war es sehr schwierig für mich, alles nachzuempfinden.

Die Geschichte – Magiebegabte flieht aus ihrem Alltag auf eine Academy und muss dort Prüfungen bestreiten

Erzählt wird aus Perspektive von Sophia, die anfangs bei ihrem Onkel lebt, für den sie Aufträge erfüllen muss. Diese bestehen daraus, dass sie Blut für ihn sammeln muss. Der Hintergrund? Magisch. Und damit nimmt die Geschichte ihren Lauf, denn Sophias Ziel ist es, ihrem Onkel zu entkommen und stattdessen auf die berühmte Killmarth-Academy zu gehen. Um dort studieren zu dürfen, muss man jedoch die Ordeals überleben – und das wortwörtlich, denn es wird ziemlich hart.

Der Einstieg in das Buch gelang mir erstmal ganz gut. Wie gesagt, hat mir der Schreibstil ein paar Schwierigkeiten bereitet, die Geschichte jedoch kam gleich zum Punkt. Sophias Ziel ist schnell klar, ebenso werden erste Hinweise auf Geheimnisse gegeben und es wird auch gleich blutrünstig. Quasi das volle Programm.

Sophia – Mädchen ohne Herkunft mit magischen Fähigkeiten

Sophia ist keine typische Fantasyheldin. Ihre Fähigkeiten sind eher schwach, ihr Wissen sehr begrenzt, sie ist nicht besonders beliebt und ist überaus argwöhnisch. Dazu hat sie sich eine sehr raue Schale antrainiert, um das Leben bei ihrem Onkel auszuhalten.

Ich mochte sie, weil sie immer sehr bei sich geblieben ist und genau wusste, was sie wollte. Allerdings hat mich etwas an ihr gestört, dass sie in allem Challenges sieht, die extra für sie konzipiert wurden. Es ging oft darum, was sie bewerkstelligen muss und was sie tief in ihrem Inneren doch so gut kann. Die Idee dahinter, dass es nicht nur um bloße magische Fähigkeiten an der Academy geht, war ja ganz nett und definitiv ein Aspekt, den ich ergänzend gut gefunden hätte, aber sie redet sich doch oft etwas ein, was dann etwas unbegründet von anderen Instanzen im Sande verlief.

Was ich an ihr außerdem schwierig fand war, dass sie nicht wirklich Nähe zu ihren Freunden herstellen konnte. Sie hat alle immer auf Abstand gehalten, ohne dass dies aber begründet wurde. Und dadurch, dass die Gefühle in der ganzen Geschichte etwas zu kurz kamen, konnte man das auch nicht auf anderer Ebene nachvollziehen. Das war sehr schade, denn im Prinzip konnte ich schon verstehen, dass man nach so einer Jugend nicht jedem gleich vertraut. Allerdings vertraut sie dann doch an einigen Stellen wieder, obwohl es keinen Sinn macht. Da war sie einfach inkonsistent.

Alden – Botaniker, gutaussehender Charmeur & Love Interest

Alden war mir sehr sympathisch. Im Vergleich zu Sophia blieb er für mich sehr konstant, auch wenn sie ihm gerne etwas anderes angedichtet hat. Er hat sein Ziel vor Augen, baut Vertrauen vernünftig auf und belohnt Vertrauen ebenso. Was ich bei ihm komplett nachvollziehbar fand war, dass er Sophie lange Zeit eben nicht vertrauen konnte, auch wenn sie das gefordert hat, weil er gespürt hat, dass sie Geheimnisse vor ihm hat. Ich konnte es ihm nicht verdenken und fand es super, dass er einfach feinfühliger war als sie.

Zudem mochte ich es, dass er als Love Interest noch eigene Geheimnisse hat und trotz seiner Verbindung zu Sophia noch sehr eigenständig blieb. So konnte ich ihn gut als eigenständige Figur wahrnehmen und habe total mit ihm mitgefiebert. Ich hoffe, im nächsten Band bekommt man dann noch etwas tiefgreifenderes Wissen über ihn.

Die Killmarth Academy – ein Ort voller Grauen

Ich hatte anfangs natürlich keine Vorstellung davon, was Killmarth ist. So bin ich völlig unvorbereitet mit Sophia an diesen Ort gereist, an dem Magiebegabte aus den vier Kategorien (Botanik, Alchemie, Illusion, Maskiererei) geprüft und danach geschult werden. Wild ist nur, wie rabiat die Academy auswählt, wer dort studieren darf. Schon beim Zugang zur Akademie gibt es die ersten Toten und auch danach wird es nicht weniger. Es ist quasi, als wären die Begabten gar nichts wert. Das hat mich die ganze Zeit über von der Logik her sehr gestört, denn gleichzeitig spricht man davon, dass die Zahl der Magiebegabten kleiner wird und die Bedrohung größer. Warum also nicht an einer Akademie die Fähigkeiten, die sogar trainierbar sind), trainieren, statt die Schüler:innen wortwörtlich ins offene Messer laufen lassen?
Das war nur eine der Fragen, über die ich im Laufe der Geschichte gestolpert bin. Immer wieder gab es meiner Meinung nach Logiklücken, die die Academy und die Geschehnisse dort betrafen. Warum beispielsweise die stärksten Schüler:innen finden wollen aber gleichzeitig nichts dagegen tun, dass jemand innerhalb der Schüler:innenschaft die stärksten ermordet?

Die Prüfungen dagegen fand ich recht cool. Sie waren spannend, die Figuren wuchsen zusammen, es wurden neue Hinweise gegeben und Erzählfäden gesponnen. Endlich mal Prüfungen, die eine wirkliche Herausforderung sind und bei denen nicht alles nach Schema A abläuft.

Das Magiesystem dahinter fand ich ebenfalls cool. Durch die Verschachtelungen zwischen den Familien und Begabungen boten allein diese schon viele Überraschungen. Alle Begabungen waren zudem noch recht individuell, sodass man mit den Figuren zusammen lernen konnte, was alles möglich ist. Ich fand es nur etwas schade, dass Sophia sich da eher ausruht, weil sie sich von Anfang an nicht für fähig genug hält und die anderen dies bestärken. Dadurch konzentriert sie sich sehr auf andere Dinge.

Die Struktur – zwischen Zeitsprüngen & geheimnisvollen Wesen

Neben dem Schreibstil fand ich auch die Zeitstruktur etwas interessant. So hat sie mich nicht gestört, aber öfters mal irritiert. Denn tatsächlich erzählt dieses Buch hauptsächlich die Ordeals, was ja auch im Rahmen der Handlung durchaus Sinn macht. Teilweise vergeht aber sehr viel unerzählte Zeit zwischen den einzelnen Prüfungen, was dann manchmal einfach verwirrend wirkte, weil es keinen ersichtlichen Grund dafür gab. Zum Beispiel trainieren Alden und Sophia dann eine Woche lang jeden Tag zusammen (unerzählt) und dann sagt Sophia auf einmal, sie hätte dann jetzt schon wieder zwei Wochen lang nicht mit ihm trainiert aufgrund eines Gesprächs. Das ist ja durchaus okay so, hat bei mir aber Fragezeichen nach dem Grund aufgeworfen. Zumal es für die Gefühlen zwischen den beiden in diesem Fall sehr gut gewesen wäre, wenn sie noch etwas Zeit miteinander gehabt hätten. Zum Ende hin geht es mir mit der Tiefe ihrer Gefühle nämlich etwas fix.

Genauso interessant verteilt ist das eigentliche Geheimnis dieses Buches. Ich möchte jetzt nicht spoilern, deshalb versuche ich, nicht zu viel zu sagen, aber die Academy und die Figuren dort arbeiten gegen etwas Größeres an, das aber im Verborgenen liegt. Sophia kommt dem nach und nach auf die Spur, am Ende bleibt man aber immer noch total im Dunklen. So werden oft Fragen unbeantwortet gelassen, einfach in dem eine beteiligte Figur aus dem Gespräch rennt. Das zieht natürlich die Spannung noch weiter in die Länge, es fühlte sich aber auch etwas gekünstelt an. Als hätte das eigentliche Geheimnis nicht genug Inhalt, um schon jetzt Brocken preiszugeben.

Auch am Ende hat man gemerkt, dass die Geschichte dahin lenken wollte, es aber nicht ganz geschafft hat, weil es alles eben schon so früh klar war bzw. sehr auffällig vertuscht wurde. Auch da fehlte mir wieder die Logik hinter all dem. Zwar gab es irgendwo Sinn, aber ganz logisch betrachtet hätten die Verantwortlichen das Ganze eigentlich anders angehen müssen. So jedenfalls würde ich nicht auf ihrer Seite stehen wollen, weil ich Angst hätte, mich im Kampf für das zu schwache Team entschieden zu haben.

An allen Ecken und Enden läuft es hier also auf einen nächsten Band hin, der hoffentlich nochmal mehr Emotionen und gepflegte Komplexität bringt.

Fazit:
Ein Buch, das viel will und eigentlich mit den Figuren, der Idee und dem Setting auch genug Stoff bietet. Schwierig fand ich nur die Umsetzung. Der Schreibstil ist eher unemotional und kann keine Gefühle rüberbringen, die Figuren zeigen nicht, sie erzählen und die Logik bleibt an einigen Stellen der Handlung etwas zurück, sodass ich oft mit einem verwirrten Stirnrunzeln dasaß. Ich habe das Buch trotzdem gerne gelesen, habe aber sehr lange gebraucht, um es zu lesen.

Von mir gibt es 3 von 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Wenn Age Gap vom Märchen zur Realität wird

Half His Age
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Schreibstil:

Dieses Buch hat knapp über 300 Seiten und ihr könnt euch sicher sein, dass ihr es schnell durchlesen werdet, denn auch der Schreibstil macht es einem einfach. Er ist einfach gehalten und ...

Schreibstil:

Dieses Buch hat knapp über 300 Seiten und ihr könnt euch sicher sein, dass ihr es schnell durchlesen werdet, denn auch der Schreibstil macht es einem einfach. Er ist einfach gehalten und sehr mitreißend, durch diese simple Erzählung ohne Schnörkel. Besonders ist dabei, dass er aber auch sehr roh und schonungslos ist. Hier wird nicht mit Beschreibungen von Handlungen oder Gedanken gespart, die man eigentlich nicht näher erläutert haben will. Die aber, und das muss man anerkennen, real und authentisch sind. Wir lesen hier eine Story, die nicht ganz unproblematisch ist und viele Probleme aufzeigt. Dazu fand ich es dann sehr passend, dass die Autorin den Schreibstil ebenso wenig der Gesellschaft gefügig macht. Man muss sich aber drauf einlassen, denn es ist zwischendurch schon echt etwas drüber und man kann dann nicht mehr so richtig von Lesegenuss reden.

Die Geschichte: 17-jährige fühlt sich verloren und ist scharf auf ihren Lehrer

Erzählt wird aus der Perspektive der 17-jährigen Waldo. Sie lebt in einfachen Verhältnissen und ist im Prinzip selbst für sich verantwortlich, weil ihre Mutter in einer Abwärtsspirale mit verschiedenen Kerlen gefangen ist. Waldo ist dadurch für ihr Alter relativ reif, allerdings nicht in Bezug auf ihr Sozialleben und ihre Sexualität, sondern eher in Bezug auf ihre Lebensumstände (Geld verdienen, Kosten tragen, selbst versorgen). Was Waldo nie will: uns gefallen. Sie isst den ganzen Tag Chips, macht komplett was sie will, interessiert sich nicht für Bildung oder Freundschaften. Eigentlich interessiert sie sich für gar nichts außer für ihren Lehrer Mr. Korgy und das auch eher sehr abrupt.

Man kann also nicht unbedingt darüber sprechen, ob man sie sympathisch oder nicht findet. Eher hatte ich irgendwann Mitleid mit ihr, weil sie in so vielen Süchten gefangen ist und sich selbst dabei noch nicht entdeckt hat. So ist das Buch auf eine Art und Weise ein Coming of Age-Roman, weil Waldo versucht, sich zu finden. Auf der anderen Seite aber auch nicht, weil das Ende dafür nicht passend genug ist. So meine Meinung. Aber dazu später mehr.

Waldo: Typischer Teenie unserer Zeit mit einem wirren Verständnis für ihren Körper und ihr Selbst.

Waldo ist eine Figur, die unheimlich viel destruktives Verhalten an den Tag legt. Und das, obwohl sie in ihren Gedanken immer wieder zeigt, dass sie eigentlich reifer, erwachsener handeln und agieren könnte. Stattdessen gibt sie sich dem hin, was von ihr erwartet wird und was sie von ihrer Mutter als Verhalten gelernt hat. Die Weisheiten ihrer Mutter werden für den Goldstandard genommen, so unsinnig sie auch klingen und so viele Argumente Waldo auch gegen sie hat.
Einerseits fand ich dieses destruktive Verhalten nachvollziehbar. Wie soll sie schließlich hinausfinden, wenn ihr Vorbild zweifelhaft ist und ihr Lehrer sie in allem bestärkt? Andererseits war es irgendwann sehr schwer und anstrengend zu lesen, wie sie sich selbst blockiert, runtermacht und ihr Leben gegen die Wand fährt. Noch dazu wurde es repetitiv. Viele Situationen wiederholen sich auf eine gewisse Art und Weise immer wieder. Es ist keine wirkliche Weiterentwicklung in Waldo zu spüren, obwohl sie sich auf eine ganz andere Art und Weise sehr wohl weiterentwickelt.



Ein bisschen schwierig ist Waldo vielleicht auch, weil sie immer wieder regelrecht alt wirkte. Auf jeden Fall älter als ihre 17 Jahre. Wenn man so las und die Biografie der Autorin ein bisschen im Kopf hatte, wirkte es gerade so, als hätte die Autorin sehr sehr viel von sich selbst in Waldo einfließen lassen, sodass es fast ein wenig autobiographisch wirkte. Das distanzierte Waldo aber irgendwie von mir. Ich konnte sie nicht mehr nur als Waldo sehen.

Mr. Korgy: Lehrer, Anfang 40 mit Frau und Kind lässt sich auf eine 17-jährige ein.

„Mit dir fühle ich mich jung“, so oder so ähnlich erklärt Mr. Korgy einmal seine Anziehung zu Waldo. Und ich finde, es ist eine schlechte Erklärung. Jedenfalls für das, was Waldo in ihre Beziehung hineininterpretiert. Ich habe lange hin und her überlegt, wie genau die Beziehung zwischen den beiden missbräuchlich ist und festgestellt: es geschieht gleich am Anfang. Mit den ersten Sätzen und Mr. Korgy ist derjenige, den man hier verachten muss. Aber das habt ihr euch bei dem Klappentext bestimmt schon gedacht.

Das Besondere an Mr. Korgys Figur ist glaube ich, dass Waldo ihn wie ein Experiment nutzt. Sie hat eine genaue Vorstellung davon, wie das mit Mr. Korgy (den sie übrigens immer nur so nennt, vermutlich, weil sie ihn also genau das betrachten will: ihren Lehrer) laufen soll. Und so ist sie die Initiatorin, die ihn „verführt“ und sich dann sehr in diese Beziehung hineinsteigert.

Während man Waldo Gedanken mitbekommt, bleibt Mr. Korgy einzig erzählt aus ihrer Perspektive und damit fast ein pures Klischee. Er agiert so, wie man sich das vorstellt: nimmt alles mit, was für ihn angenehm ist, und sagt zu Waldo genau das, was sie hören will. Sein Ziel: Waldo UND seine Frau und Kind haben. Erst mit der Zeit wird er immer mehr und mehr zu einem armseligen Häufchen Elend.

Was ich ganz komisch an ihm fand: er zeigte fast gar keine Angst vor dem Auffliegen der Affäre. Keine Bedenken, kein Blick in die Zukunft. Es schien fast, als würde er einfach an allem vorbeimarschieren, was schwierig werden könnte, damit die Handlung nicht von sowas aufgehalten werden könnte. Damit Waldo genug Zeit hat, um ihre „Entwicklung“ zu zeigen.
Das fand ich an vielen Stellen problematisch: es läuft zu glatt. Sie werden nicht gesehen, nicht von Mitwissenden verpetzt, die Ehefrau hegt keinen Verdacht. Es ist fast, als wäre alles okay so und das ist gerade im Hinblick auf Waldo problematisch gewesen, denn so fehlte jedwede Instanz, die ihr hätte ins Gewissen reden können. Oder meinetwegen auch Mr. Korgy.








Zwischen Feminismus und Anti-Age-Gap-Romance?

Hinterher habe ich intensiv darüber nachgedacht, inwieweit dieses Buch feministisch ist. Und bitte entschuldigt jetzt schonmal vorab, wenn ich irgendwas übersehen oder falsch interpretiert habe. Ich kenne mich nur laienhaft in dem Feld aus. Fakt ist aber, dass dieses Buch für mich nur begrenzt feministisch war. Ich fand es (auch wenn es nicht angenehm zu lesen war) gut, dass alles so roh dargestellt wurde. Gerade das „Ekelige“, wie Waldo es nennt. Es wird nichts beschönigt, der Körper der Frau wird komplett beschrieben. Mit allem, was an ihm anstrengend ist, was an ihm ekelig ist und was geschniegelt und gestriegelt werden muss, bevor man einem Mann unter die Augen treten „kann“. Das zielte definitiv darauf ab uns zu zeigen, wie verquer unsere Welt in diesen Bereichen mit Weiblichkeit umgeht.

Waldo hingegen handelte für mich gar nicht feministisch. Ich glaube, sie sollte ein wenig aufzeigen, dass man auch ohne Mann kann bzw. sich den Mann holen kann, den man will und dann auch die volle Kontrolle über ihn haben kann. Allerdings ist Waldo so kaputt, dass sie das etwas ungewöhnlich angeht und am Ende auch nichts beweist. Das ist jedenfalls meine Meinung. Am Ende hakt sie zwar ganz klassisch ab, was das Buch als offene Erzählstränge aufgegeben hat, sie hat aber nicht erkannt, worauf es wirklich ankommt. Hat sich mal wieder an etwas geklammert, was man ihr beigebracht hat. Auch das wäre sicherlich anders gelaufen, wenn da irgendwer gewesen wäre, der/die ihr auch andere Meinungen mitgegeben hätte.

Was das Buch aber definitiv macht, ist, aufzuzeigen, wie wenig romantisch eine Age-Gap-Romance sein kann. Authentisch wird hier gezeigt, wie wenig zwei so unterschiedlich alte Menschen zusammenpassen. Was sie allerdings etwas romantisiert ist, wie es ist, diese Beziehung aus der Bubble hinein in die Wirklichkeit zu tragen. Denn die beiden zeigen sich niemals vor Bekannten.

Und eine ganz kleine Anmerkung noch: vlt. übt dieses Buch auf jeden Fall Kritik an der heutigen Gesellschaft auf, in der Teenies sozialisiert werden. Das fängt beim Konsum von Fast Food an (wohl eher ein amerikanisches Thema) und geht bis zum Fast Fashion-Shopping, Handysucht, ständiger Verfügbarkeit und weniger Beziehung zum eigenen Körper. Ein vlt. etwas Klischeeschaftes Bild, in das sich Waldo nahtlos einfügt.

Fazit:
Ich finde es echt schwierig, dieses Buch zu beurteilen, weil es eben nicht gefallen will, sondern aufzeigt, wie ekelig, wie unschön, wie unromantisch etwas sein kann. Was ich aber sagen kann ist, dass mir nicht so gut gefallen hat, dass die Storyline recht eindimensional blieb, sich vieles wiederholte und Waldo für mich am Ende auch keine richtige Entwicklung durchgemacht hat. Sie hat nicht zu sich gefunden, sondern mit etwas Glück nur den Anfang gemacht. Zukunft ungewiss.

Von mir gibt es 3 von 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 19.12.2025

Small Town & Suspense funktionieren gut miteinander!

Harpers Ferry. Lose Me Once
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Hi ihr Lieben

Hi ihr Lieben<3
Small Town Romance und Suspense? Passt das in ein und die selbe Story? Dieses Buch hat die Antwort geliefert: ja!

Zur Info: Dies ist der erste Band einer Reihe lose zusammenhängender Bücher. Ihr könnt euch also an die Reihenfolge halten, müsst es aber nicht:)

Schreibstil:
Viele Beschreibungen und jede Menge cozy Vibes haben diese Geschichte zu einem richtigen Wohlfühlroman gemacht. Es wird ruhig erzählt und man kann der Story gut und flüssig folgen. Mir fehlte vielleicht noch etwas das Gefühl für die wirklich tiefgreifenden Worte.

Die Geschichte: Small Town Cozy Vibes, ein düsteres Geheimnis und jede Menge Fragen

Erzählt wird hier aus den Perspektiven von Emery und Luke, allerdings mit einem zusätzlichen Kniff: während Emery in der Gegenwart erzählt, spielt Lukes Handlung anderthalb Jahre vorher. Das bringt unheimlich viel Spannung in den Handlungsverlauf, weil man einerseits vor vollendete Tatsachen gestellt wird und andererseits erst abwarten muss, wie es dazu gekommen ist.
Ein wenig schwierig fand ich nur, dass beide Perspektiven emotional eher nüchtern blieben und die vollendeten Tatsachen sich auch dort durchzogen.

Emery – liebt töpfern, wohnt(e) bei ihrer Granny & ist in Harpers Ferry aufgewachsen

Sich mit Emery anzufreunden, war gar nicht mal so einfach, denn auch, wenn sie eigentlich viel Herzlichkeit in sich vereint und die Menschen um sich herum beschützen will, bleibt sie doch die ganze Zeit über etwas frostig. Ihre Gefühle lässt sie uns Leser:innen gegenüber lange im Dunklen. Als es dann doch soweit war, konzentriert sie sich aufs Körperliche und setzt sich irgendwie gar nicht so richtig mit ihren Gefühlen Luke gegenüber auseinander.
Und auch in Bezug auf sich selbst bleibt sie sehr verhalten. Ihre Träume und Wünsche kann man nur erahnen und dann werden sie auf einmal wahr. Ähnlich einfach, wie alles in diesem Buch, die Romance-Story betreffend, passiert. Was mir bei ihr gefehlt hat: die Leidenschaft. Ob in Bezug auf ihre Tätigkeiten oder ihre Liebe.

Luke – Architektenstudent aus NYC, hilfsbereit & Handwerker

Luke mochte ich total gerne. Er ist relativ einfach gestrickt, dadurch aber auch sehr authentisch. Dass er nicht Architekt werden will, wie es sich sein Vater für ihn vorstellt, ist ihm schnell klar. Und was er danach will, auch. Er gehört zu den typischen Menschen, die selber anpacken, wenn sie etwas wollen. Er möchte Emery, er möchte in Harpers Ferry bleiben und er möchte zu gerne, dass alles für sie alle gut wird. Und dafür macht er auch mal etwas, was nicht ganz so regelkonform ist.

Wie die beiden (wieder) zueinander – durch die Zeit, Love at First Sight, mit wenigen Worten

Während in der Vergangenheit quasi ihre Kennlerngeschichte erzählt wird, geht es in der Gegenwart darum, dass die beiden sich wieder annähern. Das Kennenlernen findet in Harpers Ferry statt und die Stadt lässt dabei ihren ganzen Charme spielen. Vielleicht ist es deshalb bei beiden Liebe auf den ersten Blick. Nur ein paar Sekunden sind nötig, dass die beiden nie wieder an jemand anderen denken. Mir persönlich ging das etwas zu schnell. Eine kleine Kennlernphase, in der sich dann verliebt wird, hätte der Geschichte gut getan, denn eigentlich startet es fast mit Enemies to Lovers. Danach folgt ein verliebter Taumel, der mich wenig beeindrucken konnte. Dadurch, dass ihre Gefühle füreinander ja schon so „klar“ waren, wurde einfach nicht viel mehr erzählt.

Auch in der Gegenwart ist alles schnell durch ihre „unendliche Liebe“ geklärt. Geredet wird eher selten bzw. viel zu spät. Es kratzt am Trope Miscommunication und das ganz allein, weil die beiden es schaffen, miteinander im selben Raum zu sein, ohne den Elefanten anzusprechen, der mit ihnen darin steht. Das fand ich echt enttäuschend, weil es beide schon von morgens bis abends beschäftigt hat. Warum dann nicht gleich ansprechen?

Suspense – langsam, intensiv & psychologisch spannend

Die Krimi- bzw. Thrilleranteile dieser Geschichte fand ich tatsächlich sehr gut gemacht. Bereits im Prolog wird ein Verbrechen angedeutet, das durch den ganzen Handlungsverlauf schwingt. Dies passiert aber keineswegs gradlinig, sondern auf der Vergangenheits- wie Gegenwartsebene und aus verschiedenen Perspektiven. Die Erzählstruktur hat den Suspense-Charakter wirklich gut unterstrichen.
Statt nur einem Plottwist hat diese Geschichte gleich mehrere und nimmt einen so komplett (auf Suspense-Ebene) die Vorhersehbarkeit. Plötzlich änderte sich die Situation und ich war gezwungen, umzudenken. Das hat viel Spannung in die Erzählung gebracht und mich an die Seiten gebannt.
Nur zum Ende hin verlor sich ein wenig die Vielschichtigkeit der Handlung, indem es ein bisschen zu happy wurde. Da ging das Suspense in die Liebesgeschichte über und hat leider deren Vibe übernommen.

Small Town Setting – cozy, warm & herzlich bis weihnachtlich

Das Setting dieses Buches fand ich wirklich super schön. Selten habe ich so viel cozy Small Town Vibes verspürt und die Vor- wie auch Nachteile berücksichtigt gesehen. Die Menschen in Harpers Ferry wurden alle gut greifbar mit eigenem Charakter und haben sich ganz so benommen, wie man es von so einem kleinen herzlichen Dorf erwartet: empathisch, hilfsbereit, ein wenig übergriffig und beschützend. Besonders fand ich daran, dass offengelegt wurde, wann die Bewohner:innen sich wo eingemischt haben. Dass sie weitergedacht haben und sich gleichzeitig alle sehr froh in dieser Umgebung gefühlt haben. So waren die Hauptfiguren sich die ganze Zeit über sehr bewusst darüber, wo sie sich befinden und was in der Dorfgemeinschaft abgeht.

Spice – 1 von 5

Hier bleibt’s cozy nicht spicy:)

Fazit:
Eine sehr cozy Geschichte, die durch ihren Suspense-Charakter punktet. Es bleibt unvorhersehbar, spannend und so absolut Small Town Vibe – das Setting ist einfach super! Was mir ein wenig fehlte, war die Tiefe in der Liebesgeschichte und die Spannung darin allgemein. Mir hat nicht so gut gefallen, dass hier vieles durch Miscommunication passiert bzw. nicht passiert. Auf der anderen Seite war es eine Geschichte dieses Tropes, die bewiesen hat, dass hier auch mehr möglich ist.

Von mir gibt es 3 von 5 Sterne.

3 Gründe, weshalb du dieses Buch lesen solltest:

1. Weil Small Town Romance hier nicht kitschig, sondern authentisch erzählt wird
2. Weil der Suspense-Anteil wirklich überrascht
3. Weil das Buch zeigt, welches Potenzial im Genre steckt
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!

Liebe Grüße!

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Cozy Witch Romance mit Schwächen

Her Dark Power
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Hallo ihr Lieben ❤
Hexen haben es mir momentan angetan. Die kleinen magischen Dinge im Alltag, ein magischer Begleiter, Hexenfeste und klimpernde Armbänder passen einfach perfekt zum Herbst, wie ich festgestellt ...

Hallo ihr Lieben ❤
Hexen haben es mir momentan angetan. Die kleinen magischen Dinge im Alltag, ein magischer Begleiter, Hexenfeste und klimpernde Armbänder passen einfach perfekt zum Herbst, wie ich festgestellt habe. „Her Dark Power“ ist für mich das erste Buch der Autorin und ich hatte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, das es Fantasy ist. Ich wurde aber positiv überrascht:)

Zur Info: Dies ist der erste Teil einer Reihe.

Zum Schreibstil:
Carina Schnell schreibt sehr unaufregend und dafür aber super cozy. Ich habe mich in der Welt und mit ihren Figuren sofort wohlgefühlt. Die Beschreibungen haben einem ein gutes Gefühl für die magische Welt und die damit verbundenen Geheimnisse gegeben.

Zur Geschichte allgemein:
Der Start ins Buch erfolgte direkt und gleich mit jede Menge Input zur Welt der Hauptprotagonistin. Edda soll in ihren Hexenzirkel als vollwertiges Mitglied initiiert, doch in ihr schlummert eine dunkle Kraft, die die gewohnten Abläufe ziemlich durcheinander bringt.
Ich war sofort gefangen und ganz begierig darauf, nicht nur herauszufinden, wo Edda nun hingehört, sondern auch, was es mit ihren Kräften auf sich hat. Edda selbst dagegen sperrt sich erstmal gegen das, was an ihr anders sein könnte. Das ist einer der roten Fäden, die sich durch das Buch ziehen: Edda ist nicht so ganz bereit, sich als anders zu akzeptieren und sich mit ihren Kräften anzufreunden. Zugute halten muss man ihr dabei aber, dass ihre Welt ihr diese Einstellung bisher genau so vorgelebt und eingetrichtert hat.
Als sie nun an das Crescent College kommt, wird somit ihr komplettes Weltverständnis auf den Kopf gestellt. Ich mochte es, dass Edda sich selbst beweisen möchte, dass in ihr drin stets das Gute vorherrscht (denn es gibt diverse Situationen, in denen sie dem Bösen verfallen könnte) und das sie sehr eigenständig agiert. Was ich nicht so an ihr mochte war, dass sie der ganzen Situation überhaupt nicht offen gegenüber stand, obwohl sie in den vorherigen festen Strukturen auch nicht happy war. Das widersprach sich während der ganzen Handlung ein wenig.

Die Handlung am Crescent College fand ich zunächst recht spannend. Immerhin ging es nun darum, die Kräfte kennenzulernen und sie kontrollieren zu können. Leider verfällt die Geschichte da sehr in soziale Klischees. Edda ist die Außenseiterin, behauptet sich zwar, wird aber gemobbt und allen anderen ist es irgendwie egal. Es wird zwar angedeutet, dass auch die anderen ziemlich starr in ihrem Weltbild sind, aber ich hätte mir doch gewünscht, dass es etwas mehr um die Magie ginge. Zumal man von ihrer dunklen Magie wirklich wenig mitbekommt. Da fehlte mir noch mehr Tiefe in den Erklärungen, mehr Beschreibungen zu ihrem Training. So war der Mittelteil leider etwas träge.

An der Academy lernt Edda dann auch ihren Love Interest kennen. Morven ist geheimnisvoll und sexy – passt für mich soweit schonmal. Die „Love Story“ der beiden greift auch viel dieser Düsternis auf, was mir ganz gut gefallen hat. Dennoch erschienen mir einige Szenen nicht ganz logisch, bzw. überstürzt. Die Chemie zwischen den beiden ist oft nur erzählt, nicht spürbar. Mir fehlte zudem der Einblick in Morven. Ich konnte ihn nicht richtig fassen und somit habe ich nicht so richtig mitleiden können. Ich glaube, da hätte durchaus noch mehr Tiefe reingelegt werden können, damit das Ende dann auch schlüssiger ist.

Das Ende war mir aber allgemein etwas zu überstürzt. Edda springt förmlich zwischen ihren Gefühlen und ihrem Standing zur Situation hin und her. Das Zusammenfügen der Erzählstränge wirkte ziemlich gewollt und blieb mir fast zu offen, um neugierig zu machen. Dazu wurde noch ziemlich spät eine Figur eingefügt, die alles durcheinanderbringen könnte, aber auch sie wurde einfach nicht greifbar genug.
So bin ich zwar gespannt auf den nächsten Band, aber ich habe gleichzeitig auch Angst, dass es mir zu sprunghaft und angedroschen wird.

Fazit:
Eine Story, die spannend beginnt, dann etwas träge wird und sich zum Ende hin geradezu überschlägt. Mir gefiel das Geheimnisvolle am Love Interest, Eddas Charakter fand ich ebenfalls spannend und das Magiesystem ist echt interessant. Allerdings fehlten mir ein paar Erklärungen für die Tiefe und dann irgendwo eben auch Handlung.

3 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Auftakt, der Lust auf Band 2 macht

The Witch Collector
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3

ich habe eine neue Obsession: und das sind diese schlichten, dunkel gehaltenen Cover mit den Protagonist:innen als gezeichnete Figuren vorne drauf. Glaube, könnte mir ein ganzes Bücherregal damit vorstellenXD Was meint ihr?

Nächste Obsession: vielleicht Hexen? Also sowohl bei Hexen als auch bei Vampiren muss ich immer als erstes an TVD denken. Ihr auch? Vor einigen Jahren habe ich so viele Vampirbücher gelesen, dann waren sie voll out (und ehrlich: wir brauchten alle eine Pause) und jetzt kommen sie zurück. Und dann sind da die Hexen. Davon habe ich ehrlich gesagt noch gar nicht so viele Bücher gelesen. Aber vielleicht nehme ich sie jetzt gleich einfach mit dazu? „The Witch Colletor“ schien schonmal ein guter Anfang:)

Zur Info: Dies ist der erste Band einer Reihe von drei? Teilen. Keine Gewähr also, dass ihr danach nicht auch den zweiten Band lesen wollt:)

Zum Schreibstil:
Ehrlich gesagt habe ich etwas gebraucht, um in den Schreibstil hineinzufinden. Am Anfang sind es natürlich immer ein paar viele Orte und Namen, aber mir fiel es auch anfangs schwer, mich in Raina einzufühlen. Es wird hauptsächlich aus ihrer Perspektive erzählt und sie wirkt zunächst ein wenig eindimensional, weil sie sich nur auf ihren Zorn konzentriert, der mehr oder minder begründet ist. Das zieht sich ein bisschen durch die Handlung, dass da Zorn oder eben das Gegenteil ist und man nicht genau weiß, woher es eigentlich kommt. Zudem fand ich die Idee, dass Raina stumm ist, sehr spannend, allerdings wurde es im Buch oft etwas vergessen. Dann stand auf einmal doch dort, dass sie etwas sagt und die Worte sind nicht in kursiv gesetzt. Zudem war der Schreibstil einfach etwas unnahbar. Es fühlte sich für mich eher danach als, als würde ich der Geschichte zusehen, sie nicht richtig erleben.

Zur Geschichte allgemein:
Am Anfang einer solchen Reihe muss man natürlich erstmal die Welt und die ihr zugrundeliegenden Regeln und Grenzen kennenlernen. Diese Story schmeißt einen gleich mitten hinein in das Geschehen. Es geht sofort um den Witch Collector und auch die ersten Geheimnisse werden sofort angeteasert. Das hat mich schnell sehr neugierig gemacht. Ich wollte nicht nur Raina irgendwie verstehen, sondern vor allem die Welt erkunden und den vermeintlich „bösen“ Witch Collector kennen lernen. Es passiert dann ziemlich schnell ziemlich viel und die Ereignisse überschlagen sich geradezu. Danach folgt dann die Reise, auf der Alexus, aka der Witch Collector, und Raina zusammen unterwegs sind. Ein ziemlich klassischer Roman also, würde ich sagen.

Was ich spannend fand: wie die Magik, wie man sie hier nennt, in dieser Welt funktioniert (durch Singen und verweben von magischen Fäden, die allem innewohnen), wer der Witch Collector wirklich ist und was alles noch so in Raina steckt. Das hat mich durch die Geschichte gezogen, denn ich war wirklich gespannt darauf, die ganzen Geheimnisse aufzudecken. Was ich allerdings erstmal bekam, war eine lange Durststrecke. Zwar baut sich da eine Beziehung zwischen Raina und Alexus auf, aber es passiert einfach lange Zeit nichts und dann überschlagen sich die Ereignisse plötzlich geradezu. Die Geschichte verfährt tatsächlich oft so. Und vielleicht ist das etwas, was viele Leser:innen abschrecken könnte, denn man merkt doch sehr deutlich, dass die Story auf einen nächsten Band hinauswill. Sie lässt sich geradezu Zeit, um noch etwas für das nächste Buch übrig zu lassen. Allerdings fand ich, dass sie das eigentlich gar nicht nötig hatte. Die Geschichte entwickelt nämlich wie nebenbei immer wieder neue Erzählstränge und damit Rätsel, die ich zu gerne lesen wollte und immer noch möchte. Denn natürlich ist auch noch am Ende einiges offen. So gibt es einen dunklen Prinzen, eine Herkunftsgeschichte von vor dreihundert Jahren, alte Götter, den Witch Collector selbst, der geheimnisvolle Kräfte hat und natürlich Raina, die alles andere als normal ist. All das verbindet sich zu einer Story, die in diesem Band wirklich nur ein Teaser ist.

Stattdessen wird die Geschichte ein bisschen mit der Annäherung zwischen Alexus und Raina gefüllt. Wer eine Lovestory sucht, wird hier also vielleicht fündig. Ich fand’s ganz süß, vor allem, weil Alexus trotz seiner Vergangenheit ein wahrer Gentleman und wirklich toller Kerl ist. Er kümmert sich um Raina, bestärkt sie in ihren Fähigkeiten, nimmt ihr ihre Ängste und tut alles, um sie glücklich zu machen. Quasi ein Traumtyp wie aus dem Katalog. Und dennoch hat er durch seine Vergangenheit und seine Motive auch eine Seite, die nicht so vorhersehbar ist, weshalb er für mich durchweg spannend blieb. Raina nimmt dies gerne an, denkt aber gleichzeitig manchmal ziemlich klein. Sie hat ihren Platz in dieser Welt noch nicht gefunden und das merkt man. Ich mochte sie, weil sie sich so viel selbst beigebracht hat und einen guten Blick dafür hat, was gerade wichtig ist und dabei über ihren eigenen Schatten springt. Gleichzeitig benimmt sie sich manchmal aber auch etwas kindisch, denn statt zu reden, zieht sie erstmal falsche Schlüsse. Was das mit ihrem Ex-Lover zum Beispiel noch wird, kann ich gar nicht einschätzen…

Etwas enttäuschend fand ich, dass das Geheimnis des Witch Collectors nicht noch größer war. Irgendwas, was auch auf die Gegenwart Einfluss genommen hätte, sodass Raina da mehr in den Zwiespalt gekommen wäre. Aber nun, daran kann man nichts mehr ändern und die Story ist ja letztlich auch nicht meine;) Was ich mir aber noch wünschen würde für den nächsten Band wäre, dass seine Beziehung zum Frost King noch etwas ausführlicher erzählt werden würde, um da noch mehr Tiefe und Emotionen heraufzubeschwören. Ebenso zwischen dem Frost King und Nephele und Raina und Nephele. Gerade letztere blieb ziemlich blass dafür, dass Raina eigentlich die ganze Zeit sie an erste Stelle ihrer Mission setzt.

Ganz ganz spannend finde ich alles um den Prinzen des Ostens. Welche Magie hat er genutzt? Woher weiß er davon? Und wie stark ist er wirklich? Deshalb möchte ich den zweiten Band unbedingt noch lesen, denn auch wenn meine Rezension bis hierhin sicher etwas wirr wirkte (was das Buch ziemlich gut widerspiegelt), hat die Geschichte für mich doch sehr viel Potential. Ich denke, da kann noch einiges kommen und ich würde auch nur zu gerne mehr über Raina und ihre Fähigkeiten erfahren und noch ein bisschen tiefer in die Liebesgeschichte hineindriften. Deshalb sehe ich diesen Band einfach als Teaser auf das, was noch kommt und freue mich darauf:)

Fazit:
Die Geschichte hat definitiv Stärken wie auch Schwächen, deshalb gibt es solide drei Sterne von mir. Es sind super spannende Erzählstränge kombiniert, die Protagonist:innen sind interessant und es gibt einiges, was man während der Erzählung miträtseln kann. Ich mochte die Welt und das Magiesystem und auch Alexus und Raina als Paar sorgten sowohl für soften Spice als auch für schöne, tiefere Momente. Mir passierte an vielen Stellen allerdings zu wenig, einiges wurde zu schnell oder zu einfach aufgelöst und die Ereignisse überschlugen sich schnell, anstatt einen gleichmäßigen Spannungsbogen zu erzeugen. Dazu fehlte mir Tiefe bzw. Emotionen hinsichtlich der Nebenfiguren. Ich glaube, da kann aber noch einiges kommen, deshalb freue ich mich auf Band 2:)

Von mir gibt es 3 von 5 Sternen.

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