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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.03.2024

Voller Spannung und Wendungen!

You will be the death of me
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You Will Be The Death Of Me handelt von 3 Jugendlichen, die in ihrer Kindheit gut befreundet waren, sich jetzt aber auseinander gelebt haben. Als sie sich wieder begegnen, beschließen sie spontan, die ...

You Will Be The Death Of Me handelt von 3 Jugendlichen, die in ihrer Kindheit gut befreundet waren, sich jetzt aber auseinander gelebt haben. Als sie sich wieder begegnen, beschließen sie spontan, die Schule zu schwänzen und einen Tag in der Stadt zu verbringen. Dort spazieren sie prompt in einen Mord Tatort hinein. Und der Tote ist kein Unbekannter, sondern ein Mitschüler von ihnen...
Um aus dem Fokus der Ermittlungen zu verschwinden, versuchen die drei nun, auf eigene Faust die Wahrheit aufzudecken und merken dabei, wie groß ihr Einfluss auf die Leben der jeweils anderen war...

Auch wenn der Anfang etwas zäh war, hat die Geschichte rasch an Fahrt aufgenommen. Die vielschichtigen Charaktere, von denen jeder etwas zu verbergen hat, machen es nahezu unmöglich, alle überraschenden Wendungen vorauszusehen. Die Geschichte hat für mich die perfekte Mischung von Tragik und Spannung.

Ich brauche unbedingt einen 2. Teil und gebe dem Buch 5/5 Sternen!

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Veröffentlicht am 22.03.2024

Vaelins Reise geht weiter!

Der Herr des Turmes
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Der zweite Teil der Rabenschatten Trilogie erzählt nun nicht mehr die Lebensgeschichte des berühmten Vaelin al Sorna, sondern knüpft 5 Jahre nach den letzten Geschehnissen aus Band 1 an. Die Geschichte ...

Der zweite Teil der Rabenschatten Trilogie erzählt nun nicht mehr die Lebensgeschichte des berühmten Vaelin al Sorna, sondern knüpft 5 Jahre nach den letzten Geschehnissen aus Band 1 an. Die Geschichte wird nicht mehr primär aus Vaelins Sicht (und Verniers Berichten) erzählt, sondern auch aus der Sicht von Prinzessin Lyrna und Ordensmitglied Frentis, die man beide schon aus dem ersten Band kennt, sowie aus der Sicht der Cumbraelerin Reva, die in diesem Buch als eine neue Protagonistin eingeführt wird.

Nachdem mir der Einstieg etwas schwerer fiel, da diese Fortsetzung so anders ist als der 1. Teil, gefällt mir das Buch doch sehr gut. Auch mit den neuen Charakteren konnte ich mich nach einigen Startschwierigkeiten anfreunden. Die erste Hälfte des Buches fiel mir schwer, weil die Handlung sich erst langsam entwickelt hat, aber ungefähr ab der Hälfte gab es eine komplette Kehrtwende und die überraschenden Wendungen haben sich nur so überschlagen. Spätestens ab da hatte das Buch absolutes Suchtpotenzial für mich und ich möchte unbedingt wissen, wie die Geschichte weitergeht! Für diese Reihe sollte man sich jedoch viel Zeit nehmen (was ich beim ersten Teil nicht gemacht habe), um die Geschichte zu verstehen, da man sonst (so wie ich teilweise) etwas auf der Strecke bleibt. Nichtsdestotrotz freue ich mich darauf, die ersten Bände nochmal zu rereaden und dann finally in den 3. Band hineinzustarten!

Ich gebe dem Buch verdiente 5/5 Sterne!

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Hunger nach der Welt im bürgerlichen Paris!

Memoiren einer Tochter aus gutem Hause
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In "Memoiren einer Tochter aus gutem Hause" hält Simone de Beauvoir ihre Kindheit und Jugend fest, bis kurz nach ihrer Begegnung mit Jean-Paul Sartre.
Sie beginnt mit ihrer Geburt und nimmt sich bei den ...

In "Memoiren einer Tochter aus gutem Hause" hält Simone de Beauvoir ihre Kindheit und Jugend fest, bis kurz nach ihrer Begegnung mit Jean-Paul Sartre.
Sie beginnt mit ihrer Geburt und nimmt sich bei den Schilderungen ihrer Kindheit sehr viel Zeit. Für mich hat sich das sehr gezogen und ich bezweifle stark, dass de Beauvoir als Kind über eine solch starke Selbstreflexionsgabe verfügt hat und ob diese nicht eher das ist, was sie als Erwachsene in ihre Kindheit reininterpretiert.

Dadurch, dass de Beauvoir so ausschweifend ihr Leben erzählt und sich viel Zeit nimmt, ihr soziales Umfeld vorzustellen, lernen wir ihre Freund*innen und Jugendlieben sehr genau kennen und was ich sehr toll fand, ist auch, dass de Beauvoir hin und wieder Zukunftsausblicke gibt, was im Erwachsenenleben aus diesen Menschen wird (auch wenn ich das bei manchen [Jaques] im Nachhinein vielleicht lieber nicht gewusst hätte). In dieser Autobiorgraphie ist nicht nur de Beauvoir für mich die Sympathieträgerin, sondern auch ihre beste Freundin Zaza. Den Punkt, den de Beauvoir als Ende für diese Memoiren (und damit sinnbildlich für ihre Jugend) gewählt hat, fand ich sehr bewegend und musste doch etwas schlucken.

In diesen Memoiren bekommt man einen spannenden Einblick in das bürgerliche Pariser Milieu im frühen 20. Jahrhundert mit seinen Gepflogenheiten, politischen Ansichten und der vorherrschenden konservativen Welthaltung. De Beauvoir schildert, wie dieses Umfeld sie geprägt hat und wie sie sich nach und nach von dessen Einfluss löst, Freiheit und Vergnügungen sucht und in das Milieu der intellektuellen Linken gerät. Das fand ich sehr spannend. Wie vermutlich alle Jugendlichen hat de Beauvoir einen außerordentlich großen Hunger nach der Welt, was ich als sehr bewegend und authentisch empfinde.
Auch historische Ereignisse zur damaligen Zeit bindet sie mit ein. De Beauvoir berichtet, wie sie als junges Mädchen den Ersten Weltkrieg erlebt hat und die Berichterstattung zur Russischen Revolution.

Trotz der vielen Längen (100 bis 200 Seiten weniger hätten dem Buch gut getan) kann de Beauvoir fantastisch schreiben und ich habe mir einige Stellen in dem Buch markiert. Ich kann "Memoiren einer Tochter aus guten Hause" empfehlen, wenn mensch sich für de Beauvoir interessiert und bereit ist, sich die Zeit dafür zu nehmen. Ein kleines Manko ist jedoch für mich, dass viele französische Begriffe, Romantitel, Äußerungen etc. in der deutschen Ausgabe vorkommen, zu denen keine Übersetzung angegeben ist. Ich finde es passend für Authentizität, dass sie enthalten sind, aber für alle, die der französischen Sprache nicht mächtig sind, hätte mensch hier mit Übersetzungen im Anhang oder als Fußnoten arbeiten können.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Ein herausforderndes Leseerlebnis!

Die Dinner Party
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"Die Dinner Party" handelt von der niederländischen Literaturstudentin Franca, die aus Einsamkeit zu dem reichen Andrew von Utrecht nach England zieht, kurz nachdem sie sich kennengelernt haben. Franca ...

"Die Dinner Party" handelt von der niederländischen Literaturstudentin Franca, die aus Einsamkeit zu dem reichen Andrew von Utrecht nach England zieht, kurz nachdem sie sich kennengelernt haben. Franca setzt ihr Studium nicht fort, die beiden verloben sich und Franca lebt von nun an ein häusliches Leben, versorgt von Andrew. Bei wem schrillen noch nicht sämtliche Alarmglocken?
Andrew bittet Franca, für ihn und seine Arbeitskollegen spontan eine Dinnerparty zu organisieren, bei der alles aus dem Ruder läuft. Die Handlung spitzt sich rasant zu, als Franca mit ihrer Vergangenheit und ihren Entscheidungen konfrontiert wird und zu einem Messer greift...

Die Handlung wird nicht linear erzählt, sondern wir haben drei verschiedene Zeitebenen. In der Gegenwart lebt Franca in Berlin und befindet sich in Therapie, da sie sich nicht an diesen verhängnisvollen Moment mit dem Messer erinnern kann. Ihre Therapeutin rät ihr deshalb, einen Brief über das alles an eine geliebte Person zu schreiben, um das Erlebte verarbeiten zu können. So ist dieser Roman, den wir lesen, der Brief an Harry (eine wichtige Person aus Francas Vergangenheit), in dem Franca ihre Vergangenheit schildert. Das ist richtig cool gemacht!
Der Schreibstil ist sehr vulgär, was gut zu dieser verstörenden Geschichte passt, da auch auf sprachlicher Ebene nichts beschönigt wird.

Keine der Figuren war mir sonderlich sympathisch, bis auf Harry und die Therapeutin Stella. Franca tat mir einfach nur leid und ich habe sehr mit ihr mitgefühlt. Sie macht Furchtbares durch und versucht nun, alles zu verarbeiten. Ich habe ihre Figur als sehr realistisch empfunden. Auf Andrew habe ich einen richtigen Hass entwickelt und die anderen Gäste der Dinnerparty (Andrews bester Freund Evan und ein alter, weißer, männlicher Literaturkritiker namens Gerald) betrachte ich ambivalent.

Die Spannung wurde so doll gesteigert, dass es kaum auszuhalten war. Ich wollte unbedingt wissen, was genau mit dem Messer passiert ist, an das Franca sich nicht erinnern kann und warum sie jetzt in Berlin ist. Ich bin irgendwann nicht mehr mitgekommen bei dem was real war und was nicht. Das war sehr anstrengend zu lesen und hat Francas Gefühl der Überforderung für mich spürbar gemacht.
Und dann diese Plottwists! Ich habe so vieles nicht kommen sehen und ab einem bestimmten Punkt, sieht man das Buch mit ganz anderen Augen. Ich wurde mit meiner normativen Sicht konfrontiert, die die Autorin auf großartige Weise dekonstruiert! Ich ziehe meinen Hut vor dieser Frau! Gleichzeitig bringt sie Diskussionen über einen Literaturkanon auf grandiose Weise in die Handlung mit ein. Das heißt, wir haben hier viele feministische Themen drin, die miteinander verwoben werden.

Generell habe ich das Leseerlebnis als unbequem und herausfordernd wahrgenommen. Es ist ganz sicher nicht das, was ich von dem Buch erwartet habe, aber es ist absolut genial! Definitiv etwas, über das ich noch sehr lange nachdenken werde. Jetzt brauche ich aber erstmal Erholung davon... Ich kann "Die Dinner Party" sehr empfehlen, allerdings sollte man sich vorher unbedingt mit den Content Notes auseinandersetzen, denn das Buch hat es echt in sich und es war auch für mich teilweise sehr hart zu lesen. Großen Katzenliebhaber:innen rate ich eher vom Lesen ab, da hier die Gewalt gegen ein Haustier schon sehr arg ist.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Persönlich und informativ

Oststolz
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Ich verfolge den Dunklen Parabelritter mit seinen hochinformativen politischen Beiträgen schon eine Weile auf YouTube, deshalb war ich direkt neugierig auf sein Buch (auch wenn ich das Cover furchtbar ...

Ich verfolge den Dunklen Parabelritter mit seinen hochinformativen politischen Beiträgen schon eine Weile auf YouTube, deshalb war ich direkt neugierig auf sein Buch (auch wenn ich das Cover furchtbar finde) und habe es mir ausgeliehen, sobald es bei der Onleihe verfügbar war.

"Oststolz" ist nicht einfach nur eine Autobiographie, sondern soll das Leben in Ostdeutschland der Nach-Wende Generation darstellen. Als westdeutsche Gen Z habe ich die Wende nicht miterlebt und auch keinen Bezug zum Osten (bis auf den Geschichtsunterricht), weshalb ich genau in die Zielgruppe falle und viel gelernt habe. Es geht um die strukturelle Benachteiligung der Neuen Bundesländer und dem daraus entstehenden defätistischen Lebensgefühl. Der Autor betont allerdings, dass die politische Radikalisierung aufgrunddessen kein rein ostdeutsches Phänomen ist, sondern gesamtgesellschaftlich zu beobachten ist.

Alexander Prinz stellt von seinem Einzelschicksal und seinem persönlichen Umfeld ausgehend, mit wissenschaftlichen Studien den Bezug auf das Gesamtbild her. Das ist nicht nur persönlich und berührend, sondern durch die exemplarische Darstellung sehr anschaulich und verständlich. Ich konnte viel für mich daraus mitnehmen. Mit seiner persönlichen ostdeutschen Erfolgsgeschichte, allen in diesem Buch beschriebenen Widrigkeiten zum Trotz, appelliert Prinz an den Osten, sich selbst nicht aufzugeben.

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