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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.03.2026

Persönlich und informativ

Oststolz
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Ich verfolge den Dunklen Parabelritter mit seinen hochinformativen politischen Beiträgen schon eine Weile auf YouTube, deshalb war ich direkt neugierig auf sein Buch (auch wenn ich das Cover furchtbar ...

Ich verfolge den Dunklen Parabelritter mit seinen hochinformativen politischen Beiträgen schon eine Weile auf YouTube, deshalb war ich direkt neugierig auf sein Buch (auch wenn ich das Cover furchtbar finde) und habe es mir ausgeliehen, sobald es bei der Onleihe verfügbar war.

"Oststolz" ist nicht einfach nur eine Autobiographie, sondern soll das Leben in Ostdeutschland der Nach-Wende Generation darstellen. Als westdeutsche Gen Z habe ich die Wende nicht miterlebt und auch keinen Bezug zum Osten (bis auf den Geschichtsunterricht), weshalb ich genau in die Zielgruppe falle und viel gelernt habe. Es geht um die strukturelle Benachteiligung der Neuen Bundesländer und dem daraus entstehenden defätistischen Lebensgefühl. Der Autor betont allerdings, dass die politische Radikalisierung aufgrunddessen kein rein ostdeutsches Phänomen ist, sondern gesamtgesellschaftlich zu beobachten ist.

Alexander Prinz stellt von seinem Einzelschicksal und seinem persönlichen Umfeld ausgehend, mit wissenschaftlichen Studien den Bezug auf das Gesamtbild her. Das ist nicht nur persönlich und berührend, sondern durch die exemplarische Darstellung sehr anschaulich und verständlich. Ich konnte viel für mich daraus mitnehmen. Mit seiner persönlichen ostdeutschen Erfolgsgeschichte, allen in diesem Buch beschriebenen Widrigkeiten zum Trotz, appelliert Prinz an den Osten, sich selbst nicht aufzugeben.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Hier steckt soooo viel drin!

Corpus Delicti
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Ich habe mein Deutsch Vorabitur über „Corpus Delicti“ geschrieben und es war eine Schullektüre, die ich gerne gelesen habe. Sie ist von der Sprache her leicht verständlich, allerdings stecken viele Symbole ...

Ich habe mein Deutsch Vorabitur über „Corpus Delicti“ geschrieben und es war eine Schullektüre, die ich gerne gelesen habe. Sie ist von der Sprache her leicht verständlich, allerdings stecken viele Symbole darin, bei denen es sich sehr lohnt, einen genaueren Blick darauf zu werfen.

In einer Welt, in der es keine Krankheiten mehr gibt und die Gesundheit des Einzelnen Staatsräson ist, wird Moritz Holl für einen Mord verurteilt, den er nicht begangen hat, woraufhin er Suizid begeht. Dies stürzt seine Schwester, die Naturwissenschaftlerin Mia Holl in schwere Depressionen, wodurch sie für die Gesundheitsdiktatur ebenfalls nicht mehr tragbar ist. Nach und nach offenbaren sich die Schwächen eines Systems, das die Gesundheit aller, über die Freiheit des Einzelnen stellt. Definitiv ein hochpolitisches Buch, das viele Kontroversen enthält, über die es sich nachzudenken und zu diskutieren lohnt! Ich konnte einige Anregungen daraus mitnehmen.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Ein eindrückliches Buch über Depressionen

Die Glasglocke
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„Die Glasglocke“ handelt von der jungen, privilegierten Esther, die für ein tolles Praktikum in New York ist. Doch anstatt die Zeit ihres Lebens zu haben, ist sie schwer depressiv und gerät immer weiter ...

„Die Glasglocke“ handelt von der jungen, privilegierten Esther, die für ein tolles Praktikum in New York ist. Doch anstatt die Zeit ihres Lebens zu haben, ist sie schwer depressiv und gerät immer weiter unter diese „Glasglocke“, die sie vom Leben abschottet.
Dieses Gleichnis finde ich sehr passend.
Esther ist eine sehr unsympathische Figur, die nicht immer nachvollziehbar ist, allerdings finde ich es sehr spannend, in ihrem Kopf zu sein.

Das Buch behandelt psychische Erkranungen und feministische Themen der damaligen Zeit auf eine sehr kluge Art und Weise. Darüber werde ich noch länger nachdenken. Jedoch sind viele rassistische Äußerungen und das N-Wort enthalten, was heute absolut verwerflich ist, in den 60er Jahren allerdings normal war. Ich würde mir wünschen, dass diese aus den aktuellen Ausgaben herausgestrichen oder zensiert werden.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Ein gelungener Reihenabschluss!

Today I’ll Fall For Him (3)
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In "Today I'll Fall For Him" kehren wir ein letztes Mal nach Harpersville zu unserer liebsten Volleyballmannschaft und ihrem Kleinstadt-Umfeld zurück. Ein letztes Mal Volleyball, Mr. Grumpy, Pflanzen beerdigen ...

In "Today I'll Fall For Him" kehren wir ein letztes Mal nach Harpersville zu unserer liebsten Volleyballmannschaft und ihrem Kleinstadt-Umfeld zurück. Ein letztes Mal Volleyball, Mr. Grumpy, Pflanzen beerdigen und Krisenliegen auf dem Boden und all diese liebevollen Details, die Bianca Wege in ihre Trilogie eingebaut hat.

Diesmal geht es um Lina (die kleine Schwester von Asher aus den vorigen Bänden) und den Trainer Riven (keine Sorge, es wird nicht kriminell, der Altersunterschied beträgt vier Jahre...).
Beide wollen eigentlich nicht in Harpersville leben, Lina holt hier eine, in New York verpatzte, Jura Prüfung nach und Riven trauert seiner Sportlerkarriere nach, die seit einer schweren Verletzung vorbei ist und ihn zu einem Schicksal als Trainer verdammt. Doch die Beiden treffen recht schnell aufeinander und schließen eine To-Do-Listen Wette ab, die ich anfangs albern und später sehr lustig fand. Dabei finde ich sehr süß, wie sie sich gegenseitig positiv beeinflussen.

Generell ist dieses Buch die perfekte Mischung aus albern und ernst. Es vermittelt die Botschaft, dass man im Leben selbst mit perfektem Plan nicht immer ans Ziel kommt, wenn man das eigene Wohlbefinden aus den Augen verliert und sich selbst zu viel aufhalst. Und vielleicht ist man auch schon längst am Ziel angekommen, ohne es gemerkt zu haben...

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Eine ambivalente Protagonistin, die mir sehr ans Herz gewachsen ist!

Das kunstseidene Mädchen
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"Das kunstseidene Mädchen" handelt von der achtzehnjährigen Doris, die aus der "mittleren Stadt" in die Großstadt Berlin flieht, um ein "Glanz" zu werden.

Der Schreibstil ist sehr einzigartig. Die Ich-Erzählerin ...

"Das kunstseidene Mädchen" handelt von der achtzehnjährigen Doris, die aus der "mittleren Stadt" in die Großstadt Berlin flieht, um ein "Glanz" zu werden.

Der Schreibstil ist sehr einzigartig. Die Ich-Erzählerin Doris hat eine geringe Bildung und will ihr Tagebuch schreiben "wie Film". In ihrer einfachen und fehlerhaften Sprache beschreibt sie sehr eindrücklich und atmosphärisch, wie sie das schnelle und laute Berlin der 1930er Jahre wahrnimmt. Anfangs nimmt sie Berlin als schillernd und großartig wahr, doch durch ihren sozialen Abstieg wandelt sich auch ihre Beschreibung der Stadt, was ich als sehr passend empfinde.

Die Handlung ist relativ repetitiv. Doris will berühmt werden, lernt Männer kennen, kauft/stiehlt Kleidung und lernt neue Männer kennen. Durch diese bekommt sie Bestätigung, von der sie ihr Ego abhängig macht. Doch all diese Figuren, die Doris kennenlernt, sind sehr verschieden und durchaus spannend.

Doris selbst ist eine ambivalente Figur. Sie ist selbstbezogen, freiheitsliebend und nutzt Männer opportun für ihre Zwecke (Geld und Mode) aus. Gleichzeitig sehnt sie sich nach Liebe und Zugehörigkeit und nach einem Mann, dem sie sich unterordnen möchte. Doris hat viele schlaue, nachdenklich stimmende, durchaus feministische Ansichten und eine gute Beobachtungsgabe, was häufig im Widerspruch zu konservativen Rollenbildern, die sie verinnerlicht hat, steht. Der Titel "das kunstseidene Mädchen" weist nicht nur auf Doris' geklaute Blusen aus Kunstseide hin, sondern auch darauf, dass sie selbst unecht ist und sich für eine positive Außenwahrnehmung verstellt. Alles in allem ist das kunstseidene Mädchen eine sehr interessante Figur, die einem beim Lesen mit ihrer ehrlichen und frechen Art sehr ans Herz wächst.

Dieses Buch musste ich für das Abi lesen und es ist eine meiner liebsten Schullektüren.

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