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Veröffentlicht am 20.03.2026

Der lockere Lord Love

Du bist Ich
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England zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Zwei junge Mädchen, die sich gleichen wie Zwillinge, aber vom Charakter her völlig verschieden sind, treffen in einem Mädchen-Pensionat im Süden Englands aufeinander. ...

England zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Zwei junge Mädchen, die sich gleichen wie Zwillinge, aber vom Charakter her völlig verschieden sind, treffen in einem Mädchen-Pensionat im Süden Englands aufeinander. Louisa, Tochter aus wohlhabendem Hause, möchte nach Indien, um dort missionarisch tätig zu werden. Alvey dagegen ist alleinstehend und weiß noch nicht, wie ihre Zukunft aussehen wird. Louisa überredet sie dazu, die Rollen mit ihr zu tauschen, und Louisas Schwestern Meg und Isa spielen die Charade mit. In der nordenglischen Heimat der Geschwister angekommen, verliebt sich Alvey sofort in die raue Landschaft und fügt sich in den für sie fremden Haushalt ein. Eine menschliche Tragödie, die die Großfamilie erschüttert, kommt ihr dabei sehr gelegen, denn sie lenkt die Aufmerksamkeit von ihr ab. Aber wird Alvey jeden in ihrem neuen Umfeld überzeugen können? Und erreicht sie ihr Ziel, ihren Roman vom Lockeren Lord zu schreiben und zu veröffentlichen?

Diese Geschichte fesselt von der ersten Seite an. Die Autorin beweist umfassende Detailkenntnisse der britischen Geschichte, und die deutsche Übersetzung ist fabelhaft. Sprachlich bewegt sich dieser Roman auf sehr hohem Niveau. Wir lernen Alvey als eine liebenswerte Protagonistin kennen, die man sofort ins Herz schließt. Der Showdown ist überaus spannend und das Ende herzerwärmend, ohne ins Kitschige abzugleiten. Du bist ich ist ein Roman, den man lange im Gedächtnis behalten wird.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.02.2026

Mord mit Genuss auf Italienisch

Mira Belgusto und die tote Winzerin
4

Es wird Frühling am Comer See. Die deutsche Reisejournalistin Mira Belgusto besucht weniger bekannte Restaurants, um ihre Erfahrungen in einer saarländischen Reise-TV-Sendung zu teilen. Auf einer dieser ...

Es wird Frühling am Comer See. Die deutsche Reisejournalistin Mira Belgusto besucht weniger bekannte Restaurants, um ihre Erfahrungen in einer saarländischen Reise-TV-Sendung zu teilen. Auf einer dieser Dienstreisen verursacht sie einen kleinen Verkehrsunfall, als sie am Straßenrand eine scheinbar herrenlose schneeweiße Havaneserhündin sitzen sieht. In dem Fahrer, der ihr aufgefahren ist, erkennt sie den alternden TV-Star Claudio Bertani, nicht gerade der Traum ihrer schlaflosen Nächte. Die beiden arrangieren sich und beschließen, die Hündin zu ihrer Besitzerin Lucrezia Bianchi zurückbringen. Doch diese liegt erschlagen in ihrem Haus. Gemeinsam stoßen sie auf Hinweise zum Mordgeschehen und beginnen auf eigene Faust zu ermitteln.

Dieser Genuss-Krimi hat mich von der ersten Seite an fasziniert. Ich war mit Mira und Claudio im Haus von Lucrezia Biancho, als die beiden deren Leiche gefunden haben und habe sie auf all ihren kulinarischen Entdeckungsreisen begleitet. Bei den Schilderungen der landestypischen Speisen ist mir jedes Mal das Wasser im Mund zusammengelaufen. Und ich habe um Mira gebangt, wenn sie sich allzu forsch und ohne vorher groß nachzudenken in ihre privaten Ermittlungen gestürzt hat. Die Landschaftsbeschreibungen sind bezaubernd, man möchte am liebsten sofort alles stehen und liegen lassen und selbst dorthin reisen. Der Comer See muss wundervoll sein und die Küche dort sowieso. Ich denke, ich würde von so einer Urlaubsreise kugelrund zurückkehren, weil ich keine der Köstlichkeiten auslassen könnte. Die Auflösung des Kriminalfalls kommt dann zwar für mich nicht überraschend, aber das ganze Drumherum ist so nett erzählt und die Charaktere sind so liebevoll gezeichnet, dass ich jede einzelne Zeile verschlungen habe. Den Schluss hätte ich mir ein klein wenig anders gewünscht, aber nothing is perfect.

Alles in allem trifft dieser mit viel Humor gewürzte Wohlfühlkrimi voll meinen Geschmack, und ich hoffe, es gibt wenigstens noch eine Fortsetzung. Ein Wiedersehen mit Mira, Claudio und Hündin Dulcinetta wäre wunderbar.

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  • Handlung
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  • Spannung
Veröffentlicht am 31.01.2026

Staubtrockener und langatmiger Anfang, aber dann ...

Der Kurator
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Ein unbekannter Täter hinterlässt im vorweihnachtlichen Cumbria makabre Geschenke: abgetrennte Finger und die kryptische Nachricht #BSC6. Ein neuer Fall für Detective Sergeant Washington Poe und seine ...

Ein unbekannter Täter hinterlässt im vorweihnachtlichen Cumbria makabre Geschenke: abgetrennte Finger und die kryptische Nachricht #BSC6. Ein neuer Fall für Detective Sergeant Washington Poe und seine Freundin und Kollegin, die Analystin Tilly Bradshaw. Nach und nach werden die Opfer ermittelt, aber es gibt keine Verbindung zwischen ihnen. Durch akribische Kleinarbeit finden die beiden Ermittler schließlich doch einen Hinweis, und ein dringend tatverdächtiges Geschwisterpaar wird festgenommen. Beide leugnen, und noch immer ergeben die grausamen Taten keinen Sinn. Bis sich eine FBI-Agentin bei Poe meldet und dem Fall eine völlig neue Richtung gibt.

Dies war mein erster Band dieser Reihe, und ich habe für das erste und zweite Drittel des Buches sehr lange gebraucht, denn außer staubtrockener Ermittlungsarbeit vom Schreibtisch aus und durchaus witzigen Dialogen hatten die beiden Protagonisten nicht viel zu bieten. Der Erzählstil war für meinen Geschmack zu nüchtern und trocken, und manche der technischen Details waren echt zu komplex für mein kleines Hirn. Ich wollte das Buch schon zuklappen, zum Glück habe ich es nicht getan. Im letzten Drittel dann ging die Post ab, und ich kam, was Spannung, Action und Humor betraf, voll auf meine Kosten. Ich bin schwer beeindruckt von den Detailkenntnissen des Autors. Erschienen mir die beiden Hauptfiguren anfangs emotional unterkühlt, so hat sich das zum Ende hin erfreulich entwickelt. Okay, manche der Szenen sind nicht unbedingt glaubwürdig, zum Beispiel die Art und Weise, wie Poe und Bradshaw es geschafft haben, am Ende die abgelegene Insel in der Irischen See zu erreichen, aber ich hatte meinen Thrill.

Mr Craven hat eine neue Stammleserin gewonnen. Mich.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Liebenswert-grantiger Protagonist

Commissario Tasso auf dünnem Eis
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In einem noblen Hotel im tiefverschneiten Meran des Jahres 1962 wird die Leiche des Malers Carlo Colori gefunden. Commissario Aurelio Tasso beginnt eigentlich nur in dem Fall zu ermitteln, um einem alten ...

In einem noblen Hotel im tiefverschneiten Meran des Jahres 1962 wird die Leiche des Malers Carlo Colori gefunden. Commissario Aurelio Tasso beginnt eigentlich nur in dem Fall zu ermitteln, um einem alten Kollegen einen Gefallen zu tun. Und dann wird ihm auch noch gegen seinen Willen das vorwitzige Töchterlein des Bürgermeisters, Mara Oberhöller, zur Seite gestellt. Die angehende Jura-Studentin möchte ein wenig in die Polizeipraxis hineinschnuppern. Zur gleichen Zeit macht die emsige-beflissene Gastwirtin Rosa Marthaler eine Zeugenaussage, die der Ermittlung des Falls eine neue Richtung gibt und Aurelio und Mara nach Misurina führt. Und dort entdecken sie durch einen kuriosen Zufall eine weitere Leiche.

Dies ist der erste Krimi dieser Reihe. Nachdem ich vor einiger Zeit den dritten Band in die Hände bekommen habe, wollte ich nun wissen, wie alles mit Aurelio Tasso und Mara Oberhöller begann. Der Protagonist präsentiert sich zunächst als Stockfisch. Er fühlt sich in den kalten Gefilden des Nordens sichtlich unwohl, und man fragt sich, warum er nicht in seine Heimat Rom zurückkehrt. Und ganz besonders unpassend findet er, dass man ihm das kecke Fräulein zwangsweise zur Seite gestellt hat. Mara ist auf charmante Weise emanzipiert zu einer Zeit, als es diesen Begriff noch gar nicht gab. Tasso erkennt widerwillig, dass sie auch zu etwas nutze ist. Und wie die beiden am Ende auf pfiffige Weise den Fall gemeinsam lösen, ist so putzig, dass man einfach schmunzeln muss. Besonders liebenswert fand ich die Szene mit der kleinen Katze. Der Krimi lebt vom Flair der frühen 1960er Jahre, einer Zeit, in der es noch keine Smartphones gab und gute, bodenständige Polizeiarbeit vonnöten war. Das Coverbild ist zwar sehr stimmungsvoll, dessen Motiv hat aber mit der Handlung nicht viel zu tun.

Mein persönliches Fazit: Man muss diesen süditalienischen Miesepeter einfach gern haben, und die flotte Mara ist das perfekte Gegenstück zu ihm. Echte Spannung kommt zwar nicht auf, aber die heiter-entspannte Atmosphäre, die sich wie ein roter Faden durch den ganzen Krimi zieht, ist wundervoll. Man möchte mit den beiden am Tisch sitzen, sich die leckeren Knödel der Gastwirtin aus Meran schmecken lassen und damit seinen Seelenfrieden wiederherstellen.

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Beeindruckendes Setting und eine außergewöhnliche Ermittlerin

Wolfskälte
8

Georgina Lennox und Richard Stewart, zwei Detective Inspectors aus Glasgow, lassen sich trotz eines mittelschweren Sturms mit dem Polizeiboot auf die abgelegene Insel Eilean Eadar in den Äußeren Hebriden ...

Georgina Lennox und Richard Stewart, zwei Detective Inspectors aus Glasgow, lassen sich trotz eines mittelschweren Sturms mit dem Polizeiboot auf die abgelegene Insel Eilean Eadar in den Äußeren Hebriden fahren. Ein junger Mann ist unter noch ungeklärten Umständen ums Leben gekommen, und die zwei Ermittler wollen den Fall so bald wie möglich lösen. Für Georgina steht dabei einiges auf dem Spiel. Bei ihrem letzten Fall wurde sie schwer verletzt, und nun gilt es, Ihrer Vorgesetzten zu beweisen, dass sie wieder voll einsatzfähig ist. Was sie im Grunde nicht ist. Aber sie lebt für ihren Job und will ihn nicht verlieren. Die rund 200 Inselbewohner erweisen sich jedoch als schwer zugänglich. Georgina und Richard stoßen immer wieder auf eine Mauer bösartigen Schweigens. Schlimmer noch, stellenweise stehen sie blankem Hass gegenüber. War der Tod des jungen Alan am Ende wirklich Selbstmord? Je tiefer die beiden Ermittler in das weltabgeschiedene Leben auf der unwirtlichen Insel eindringen, umso realistischer erscheint diese Möglichkeit. Hält man das auf Dauer aus, ohne verrückt zu werden? Aber dann überstürzen sich die Ereignisse.

Obwohl über weite Strecken hinweg in diesem Kriminalroman nicht wirklich etwas passiert, spüre ich beim Lesen hinter jeder Ecke und jeder Wegbiegung dieser Insel etwas unaussprechlich Grauenhaftes. Die hier lauernde Gefahr ist allgegenwärtig, ohne dass ich sie greifen könnte. Georginas Verhalten und ihr eigenmächtiges Herangehen an diesen Fall kann ich zunächst nicht nachvollziehen. Und bei ihrem Kollegen Richie bin ich mir nicht sicher, ob er wirklich so nett ist, wie er tut. Die beiden kommen bei ihren Ermittlungen einfach nicht weiter. Bis plötzlich eine Wende eintritt und Georgina über sich hinauswächst. Die Wahrheit hinter allem ist so erschütternd, wie ich es mir niemals hätte träumen lassen, das Grande Finale ist atemberaubend.

Mein persönliches Fazit: Trotz ein paar inhaltlicher Ungereimtheiten ist Wolfskälte ein rattenscharfer Krimi mit einer Heldin, die man so schnell nicht vergisst.

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