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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.03.2026

Charmanter Genre-Mix

Red as Royal Blood
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Bevor der alte König von Lumaria stirbt, ernennt er zum Entsetzen aller Beteiligten die junge Ruby als seine Nachfolgerin. Seit dem gewaltsamen Tod ihrer Eltern lebt sie als Dienstmagd auf dem Schloss ...

Bevor der alte König von Lumaria stirbt, ernennt er zum Entsetzen aller Beteiligten die junge Ruby als seine Nachfolgerin. Seit dem gewaltsamen Tod ihrer Eltern lebt sie als Dienstmagd auf dem Schloss und ist auf einen solchen Rollentausch überhaupt nicht vorbereitet. Dass sie vor dem Krönungszeremoniell einen der Söhne des Monarchen heiraten soll, um den Wünschen ihres künftigen Volkes zu entsprechen, erscheint ihr als das kleinste Übel. Denn plötzlich spürt sie am eigenen Leib, dass das Königreich erbitterte Feinde hat, denen sie ein Dorn im Auge ist. Und sie erfährt durch Zufall, dass der alte König heimtückisch ermordet wurde und sie das gleiche Schicksal erleiden soll.

Mir ist nicht so recht klar geworden, wo genau sich dieses fiktive Königreich Lumaria eigentlich befindet, die Namen der Schauplätze und Figuren stammen teils aus dem angelsächsischen Sprachgebiet, teilweise sind sie wohl frei erfunden. Für mich passt das Buch in keine Schublade. Es ist ganz klar ein Liebesroman, hat aber historische Wurzeln, und einen Mord gibt es auch, den die junge Protagonistin aufklären möchte. Sie befindet sich ständig in größter Lebensgefahr, weiß sich aber ihrer Haut zu wehren. Irgendjemand auf dem königlichen Schloss ist ein Verräter, doch wer? Bis zum Schluss habe ich keinen blassen Schimmer, wer hinter den Mordversuchen und Intrigen steckt. Die Auflösung verblüfft mich total, sie ist ebenso originell wie logisch.

Alles in allem hat mir dieser spannende Fantasy-/Love Story-/Historien-/Krimi-Mix total gut gefallen. Die Autorin hat eine eigene schillernde Welt geschaffen. Die Protagonistin Ruby ist ebenso sympathisch wie taff und steckt alle Angriffe auf ihre Person mutig weg. Dass sie am Ende den Mordfall am alten König löst und den richtigen Mann für sich findet, ist nur recht und billig. Das Cover ist sehr liebevoll gestaltet, die beiden Bilder vorne und hinten sind wunderschön, auch wenn sich vorne in der Innenklappe ein peinlicher Rechtschreibfehler eingeschlichen hat. So etwas sollte nicht passieren.
Aber dennoch: Für mich ist das ein sehr schöner Roman!

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Einfach klasse!

Tatort Trelleborg - Gunni Hilding ermittelt
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Der erste Teil dieses Krimis spielt in Schweden im Jahr 1989. Die junge Polizeimeisterin Gunni Hilding wird in das Dezernat für Gewaltverbrechen versetzt, um den Mord an dem achtjährigen Robin Falk aufzuklären. ...

Der erste Teil dieses Krimis spielt in Schweden im Jahr 1989. Die junge Polizeimeisterin Gunni Hilding wird in das Dezernat für Gewaltverbrechen versetzt, um den Mord an dem achtjährigen Robin Falk aufzuklären. Der Tat dringend verdächtig ist ein Nachbar der Familie Falk. Doch Gunni hat Zweifel an dessen Schuld. Der Fall nimmt eine dramatische Wendung, als der achtjährige Daniel und sein jüngerer Bruder Dennis, Spielkameraden von Robin, in den Fokus der Ermittlungen geraten. Ein Professor für Psychologie wird hinzugezogen. Er stellt den Jungs subtile Fragen, und die beiden gestehen die Tat. Gunni ist die einzige, die mit dieser Aufklärung des Falls hadert.
Fünf Jahre später, Mittsommer. Schweden ist im Fußball-WM-Fieber, als es einen weiteren Mordfall gibt. Der Sohn einer deutschen Camperfamilie wird tot aufgefunden. Und er sieht Robin verblüffend ähnlich. Gunni ahnt einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen, aber wieder gibt es sofort einen Verdächtigen, den Stiefvater des Jungen. Hat Gunni recht mit ihrem Bauchgefühl? Gelingt es ihr, ihre Kollegen von der Richtigkeit ihrer These zu überzeugen?

Dieser Krimi fesselt von der ersten Seite an. Mit Gunni Hilding ist dem Autor eine sympathische und facettenreiche Hauptfigur gelungen. Obwohl oder gerade weil sie selbst unter dem Trauma ihrer Kindheit leidet, spürt sie intuitiv, dass die Ermittlungen in die falsche Richtung gehen, und der wahre Mörder noch frei herumläuft.
Aber wer ist er? Es gibt so viele Verdächtige. Je weiter die Handlung voranschreitet, umso heftiger überschlagen sich die Ereignisse. Plötzlich hat jeder der Freunde und Nachbarn ein dunkles Geheimnis. Die Spannung steigt ins Unerträgliche. Am Ende ist die Auflösung so logisch und klar, dass ich niemals darauf gekommen wäre. Doch die wahre Heimsuchung für Gunni kommt auf den allerletzten Seiten.
Der Schreibstil des Autors ist einfach und prägnant, die angenehm kurzen Kapitel animieren zum ständigen Weiterlesen.

Mein persönliches Fazit: Für mich ist Tatort Trelleborg eines der absoluten Krimi-Highlights des Jahres. Wie Gunni Hilding sich allen Widerständen zum Trotz an den wahren Mörder herantastet, finde ich atemberaubend.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Der lockere Lord Love

Du bist Ich
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England zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Zwei junge Mädchen, die sich gleichen wie Zwillinge, aber vom Charakter her völlig verschieden sind, treffen in einem Mädchen-Pensionat im Süden Englands aufeinander. ...

England zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Zwei junge Mädchen, die sich gleichen wie Zwillinge, aber vom Charakter her völlig verschieden sind, treffen in einem Mädchen-Pensionat im Süden Englands aufeinander. Louisa, Tochter aus wohlhabendem Hause, möchte nach Indien, um dort missionarisch tätig zu werden. Alvey dagegen ist alleinstehend und weiß noch nicht, wie ihre Zukunft aussehen wird. Louisa überredet sie dazu, die Rollen mit ihr zu tauschen, und Louisas Schwestern Meg und Isa spielen die Charade mit. In der nordenglischen Heimat der Geschwister angekommen, verliebt sich Alvey sofort in die raue Landschaft und fügt sich in den für sie fremden Haushalt ein. Eine menschliche Tragödie, die die Großfamilie erschüttert, kommt ihr dabei sehr gelegen, denn sie lenkt die Aufmerksamkeit von ihr ab. Aber wird Alvey jeden in ihrem neuen Umfeld überzeugen können? Und erreicht sie ihr Ziel, ihren Roman vom Lockeren Lord zu schreiben und zu veröffentlichen?

Diese Geschichte fesselt von der ersten Seite an. Die Autorin beweist umfassende Detailkenntnisse der britischen Geschichte, und die deutsche Übersetzung ist fabelhaft. Sprachlich bewegt sich dieser Roman auf sehr hohem Niveau. Wir lernen Alvey als eine liebenswerte Protagonistin kennen, die man sofort ins Herz schließt. Der Showdown ist überaus spannend und das Ende herzerwärmend, ohne ins Kitschige abzugleiten. Du bist ich ist ein Roman, den man lange im Gedächtnis behalten wird.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Mord mit Genuss auf Italienisch

Mira Belgusto und die tote Winzerin
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Es wird Frühling am Comer See. Die deutsche Reisejournalistin Mira Belgusto besucht weniger bekannte Restaurants, um ihre Erfahrungen in einer saarländischen Reise-TV-Sendung zu teilen. Auf einer dieser ...

Es wird Frühling am Comer See. Die deutsche Reisejournalistin Mira Belgusto besucht weniger bekannte Restaurants, um ihre Erfahrungen in einer saarländischen Reise-TV-Sendung zu teilen. Auf einer dieser Dienstreisen verursacht sie einen kleinen Verkehrsunfall, als sie am Straßenrand eine scheinbar herrenlose schneeweiße Havaneserhündin sitzen sieht. In dem Fahrer, der ihr aufgefahren ist, erkennt sie den alternden TV-Star Claudio Bertani, nicht gerade der Traum ihrer schlaflosen Nächte. Die beiden arrangieren sich und beschließen, die Hündin zu ihrer Besitzerin Lucrezia Bianchi zurückbringen. Doch diese liegt erschlagen in ihrem Haus. Gemeinsam stoßen sie auf Hinweise zum Mordgeschehen und beginnen auf eigene Faust zu ermitteln.

Dieser Genuss-Krimi hat mich von der ersten Seite an fasziniert. Ich war mit Mira und Claudio im Haus von Lucrezia Biancho, als die beiden deren Leiche gefunden haben und habe sie auf all ihren kulinarischen Entdeckungsreisen begleitet. Bei den Schilderungen der landestypischen Speisen ist mir jedes Mal das Wasser im Mund zusammengelaufen. Und ich habe um Mira gebangt, wenn sie sich allzu forsch und ohne vorher groß nachzudenken in ihre privaten Ermittlungen gestürzt hat. Die Landschaftsbeschreibungen sind bezaubernd, man möchte am liebsten sofort alles stehen und liegen lassen und selbst dorthin reisen. Der Comer See muss wundervoll sein und die Küche dort sowieso. Ich denke, ich würde von so einer Urlaubsreise kugelrund zurückkehren, weil ich keine der Köstlichkeiten auslassen könnte. Die Auflösung des Kriminalfalls kommt dann zwar für mich nicht überraschend, aber das ganze Drumherum ist so nett erzählt und die Charaktere sind so liebevoll gezeichnet, dass ich jede einzelne Zeile verschlungen habe. Den Schluss hätte ich mir ein klein wenig anders gewünscht, aber nothing is perfect.

Alles in allem trifft dieser mit viel Humor gewürzte Wohlfühlkrimi voll meinen Geschmack, und ich hoffe, es gibt wenigstens noch eine Fortsetzung. Ein Wiedersehen mit Mira, Claudio und Hündin Dulcinetta wäre wunderbar.

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Staubtrockener und langatmiger Anfang, aber dann ...

Der Kurator
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Ein unbekannter Täter hinterlässt im vorweihnachtlichen Cumbria makabre Geschenke: abgetrennte Finger und die kryptische Nachricht #BSC6. Ein neuer Fall für Detective Sergeant Washington Poe und seine ...

Ein unbekannter Täter hinterlässt im vorweihnachtlichen Cumbria makabre Geschenke: abgetrennte Finger und die kryptische Nachricht #BSC6. Ein neuer Fall für Detective Sergeant Washington Poe und seine Freundin und Kollegin, die Analystin Tilly Bradshaw. Nach und nach werden die Opfer ermittelt, aber es gibt keine Verbindung zwischen ihnen. Durch akribische Kleinarbeit finden die beiden Ermittler schließlich doch einen Hinweis, und ein dringend tatverdächtiges Geschwisterpaar wird festgenommen. Beide leugnen, und noch immer ergeben die grausamen Taten keinen Sinn. Bis sich eine FBI-Agentin bei Poe meldet und dem Fall eine völlig neue Richtung gibt.

Dies war mein erster Band dieser Reihe, und ich habe für das erste und zweite Drittel des Buches sehr lange gebraucht, denn außer staubtrockener Ermittlungsarbeit vom Schreibtisch aus und durchaus witzigen Dialogen hatten die beiden Protagonisten nicht viel zu bieten. Der Erzählstil war für meinen Geschmack zu nüchtern und trocken, und manche der technischen Details waren echt zu komplex für mein kleines Hirn. Ich wollte das Buch schon zuklappen, zum Glück habe ich es nicht getan. Im letzten Drittel dann ging die Post ab, und ich kam, was Spannung, Action und Humor betraf, voll auf meine Kosten. Ich bin schwer beeindruckt von den Detailkenntnissen des Autors. Erschienen mir die beiden Hauptfiguren anfangs emotional unterkühlt, so hat sich das zum Ende hin erfreulich entwickelt. Okay, manche der Szenen sind nicht unbedingt glaubwürdig, zum Beispiel die Art und Weise, wie Poe und Bradshaw es geschafft haben, am Ende die abgelegene Insel in der Irischen See zu erreichen, aber ich hatte meinen Thrill.

Mr Craven hat eine neue Stammleserin gewonnen. Mich.

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