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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.03.2026

Eine berührende Reise zurück zu sich selbst

Mit anderen Augen
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„Mit anderen Augen“ von Jane Tara ist für mich ein echtes 5-Sterne-Buch – klug und überraschend tiefgründig, ohne dabei zu langatmig oder schwermütig zu wirken.

Mit der Protagonistin, Tilda, habe ich ...

„Mit anderen Augen“ von Jane Tara ist für mich ein echtes 5-Sterne-Buch – klug und überraschend tiefgründig, ohne dabei zu langatmig oder schwermütig zu wirken.

Mit der Protagonistin, Tilda, habe ich mich gut identifizieren können. Vom Alter, den Zwillings-Mädels und Scheidung - hier gab es Parallelen, die das Buch umso faszinierender für mich gemacht haben.

Sie ist eine Frau, die scheinbar alles unter einen Hut bringt: Mutter, Geschäftsfrau, Freundin – und trotzdem scheint etwas Elementares zu fehlen. Als sie plötzlich beginnt, im wahrsten Sinne des Wortes unsichtbar zu werden, wirkt das zunächst skurril. Doch genau dieses Element macht den Roman so besonders. Denn hinter der ungewöhnlichen „Unsichtbarkeits-Erkrankung“ steckt eine unglaublich starke Metapher: das Gefühl, im Alltag, im Älterwerden – und vielleicht auch mit seinen eigenen Träumen und Visionen – immer mehr zu verschwinden.

Aus dem Schockmoment, den die Diagnose bei Tildas hervorruft, entsteht eine Suche nach sich selbst. Eine Wendepunkt in ihrem Leben, der sie veranlasst, auf eine spirituelle und psychologische Reise zu gehen. Der Sehsinn wird im Buch auf verschiedenste Art beleucht: vom rein körperlichen Sehen, zum tieferen Wahrnehmen und dem achtsamen Erkennen mithilfe unseres Herzens.

Themen wie Selbstwert, Selbstliebe und die Fragen „Wer bin ich eigentlich – unabhängig von meinen Rollen?“ oder "Wie sehe ich mich selbst?" ziehen sich durch die gesamte Geschichte.

Für mich ein absolut gelungenes Buch mit einer originellen Idee und viel Herz.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Ein buntes Leben mit vielen Ecken und Kanten

Alt genug
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Das Cover des Buches von Ildikó von Kürthy zeigt ein buntes Etwas. Erst nach dem Lesen habe ich es so gedeutet, dass es die Buntheit des Lebens zeigt - aber in der bescheidenen Struktur des menschlichen ...

Das Cover des Buches von Ildikó von Kürthy zeigt ein buntes Etwas. Erst nach dem Lesen habe ich es so gedeutet, dass es die Buntheit des Lebens zeigt - aber in der bescheidenen Struktur des menschlichen Daseins - mit Ecken und Kanten.
Die Autorin beschreibt in ihrem Buch zahlreiche Episoden aus ihrem Leben. Bunt zusammengewürfelt, mit vielen Gedankengängen und Zeitsprüngen. Ich kann mich aufgrund des Alters und des beschriebenen Reifeprozesses gut mit der Autorin identifizieren. Viele Stellen im Buch haben mich herzhaft zum Lachen gebracht. Sie hat eine besondere Gabe, Beobachtungen und Gefühlen, in schöpferischer Weise, sprachlich zum Leben zu erwecken. Auch die Schreibweise empfand ich als erfrischend lebendig, authentisch und leicht zugänglich. Zwischendurch immer wieder ganz kurze Sätze mit zwei oder drei Worten waren wie kleine Impulse, die von ihrem Bewusstsein sofort auf Papier gebracht wurden. Ich hatte dabei das Gefühl, dass die Autorin direkt neben mir sitzt und mir von sich erzählt. Als ob sie mir nahe steht, und sich mir anvertraut. Von daher war das Lesen mit einem Gefühl verbunden, auf emotionaler Ebene bereichert zu werden.
Inhaltlich vermittelt sie vor allem Frauen, dass wir zu unseren Ecken und Kanten deutlich selbstbewusster stehen sollten. Dass wir unser Denken und Handeln nicht primär auf das Gefallen und die Erwartungen anderer ausrichten sollen. Die Autorin zeigt sich sehr ehrlich mit ihren Schwächen und widersprüchlichen Empfindungen und vermittelt dabei die Nutzlosigkeit des Strebens nach Perfektion. Sie bleibt in ihren Erfahrungsberichten immer nahbar - auch wenn so manche Einstellung oder Verhalten sehr weit weg von meinem Leben liegt. Ein Buch, was Frauen Mut macht, sie selbst zu sein und die Buntheit ihres Daseins zu feiern.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Berührende Tierfantasy mit starken Botschaften

Wild Stork (Band 1) - Beschützer des Waldes
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Wild Stork (Band 1) von Jiatong Chen hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte um den kleinen Storch Einar, der von seiner Mutter verstoßen und von der liebevollen Katze Wisch aufgenommen wird, ist emotional, ...

Wild Stork (Band 1) von Jiatong Chen hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte um den kleinen Storch Einar, der von seiner Mutter verstoßen und von der liebevollen Katze Wisch aufgenommen wird, ist emotional, spannend und voller Herz. Besonders schön fand ich die Idee der Ersatzfamilie und Einars Weg vom unsicheren Jungvogel zum mutigen Wächter des Waldes – das ist berührend erzählt und macht richtig Mut.

Die schwarz-weißen Illustrationen lockern die Kapitel auf, und die Charakterübersicht am Anfang ist hilfreich bei den vielen Figuren. Die Natur- und Tierbeschreibungen sind sehr bildhaft, sodass man den Tausendflügelwald förmlich vor sich sieht. Dazu kommen viele wichtige, kindgerecht vermittelte Themen wie Selbstakzeptanz, Mut, Durchhaltevermögen, Vergebung und die Erkenntnis, dass Familie nicht nur aus Blutsverwandtschaft besteht – alles ohne belehrend zu wirken.

Insgesamt ist es eine spannende Abenteuergeschichte mit Herz, Tiefgang und einer starken Botschaft. Eine klare Empfehlung für kleine (und große) Leser*innen, die tierische Geschichten mit Gefühl und Spannung lieben!

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Fakten, Wut und Analyse – genau richtig dosiert

Funkenschwestern
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Funkenschwestern von Barbara Blaha ist eines dieser Sachbücher, die nicht nur Wissen vermitteln, sondern wirklich etwas in Bewegung setzen. Sie verbindet dabei persönliche Erfahrungen mit Zahlen, Fakten ...

Funkenschwestern von Barbara Blaha ist eines dieser Sachbücher, die nicht nur Wissen vermitteln, sondern wirklich etwas in Bewegung setzen. Sie verbindet dabei persönliche Erfahrungen mit Zahlen, Fakten und Studien, was es auch gut als Nachschlagwerk für die eigene Argumentation zu diesen Themen macht.

Die Autorin beschreibt die zum Teil eklatanten Ungleichheiten in sieben Kapiteln, die unterschiedliche Aspekte anschaulich darstellen. Der Schreibstil ist sehr angenehm, da es nicht nur um trockene Wissensvermittlung geht, sondern das leidenschaftliche Plädoyer der Autorin für eine gerechtere Welt im Vordergrund steht. An manchen Stellen musste ich sogar herzlich lachen, da die Autorin nichts beschönigt und kein Blatt vor dem Mund nimmt.

Manche Beispiele spiegeln auch meine Erfahrungen als Frau wider. Leider auch beim Thema "Belästigung und Übergriffigkeit" - wobei ich mir vorab schon ziemlich sicher war, dass hier quasi jede Frau etwas in dieser Richtung, leider schon mindestens einmal erlebt hat.

Das Buch rüttelt wach, macht laut, motiviert zu Aktivismus und zeigt, wie tief Ungleichheiten in unserer Gesellschaft verankert sind.

Ein starkes und kluges Buch, das vielleicht für so machen Leser zum Augenöffner werden kann.

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Veröffentlicht am 28.01.2026

Warmherzig, witzig und ganz wunderbar

Einfach Sunny
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„Einfach Sunny“ ist ein rundum gelungenes Kinderbuch. Die Geschichte über Sunny, ein blindes, mutiges Mädchen mit einem großen Herz und noch größerer Neugier, ist einfach etwas ganz Besonderes. Als sie ...

„Einfach Sunny“ ist ein rundum gelungenes Kinderbuch. Die Geschichte über Sunny, ein blindes, mutiges Mädchen mit einem großen Herz und noch größerer Neugier, ist einfach etwas ganz Besonderes. Als sie auf den schüchternen Ben trifft, entwickelt sich eine gemeinsame, detektivische Suche.

Sunny ist eine selbsternannte Sachen-Sucherin, und wie sie sich mit all ihren Sinnen durch das Chaos ermittelt, macht so viel Spaß. Es gibt überraschende Wendungen, jede Menge Situationskomik und sogar eine richtig spannende Verfolgungsjagd. Dabei bleibt das Buch immer warmherzig und zeigt sehr schön, wie einzigartig die Wahrnehmung von Menschen mit Sehbehinderung ist.

Die Freundschaft zwischen Sunny und Ben entwickelt sich liebevoll und authentisch, und Sunny wächst einem mit ihrer offenen, manchmal etwas chaotischen Art sofort ans Herz. Auch die Themen neue Schule, Außenseitersein und Mut werden richtig gut eingeflochten.

Besonders toll finde ich, dass man in Sunnys Kapiteln komplett in ihre Welt abtaucht. Man erlebt, was sie hört, riecht und fühlt – und merkt gleichzeitig, wie schade es ist, dass manche Menschen ihr weniger zutrauen, nur weil sie blind ist. Genau dieser Einblick macht das Buch so wertvoll.

Die Kapitel sind kurz, die Schrift groß und die Sprache leicht zu verstehen – perfekt für Kids ab 8 Jahren, egal ob zum Vorlesen oder Selberlesen. Die farbigen Illustrationen von Olivia Vieweg runden das Ganze wunderbar ab.

Ein witziges, spannendes und warmes Kinderbuch mit viel Herz und einer Heldin, die man einfach lieben muss!

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