Eine berührende Reise zurück zu sich selbst
Mit anderen Augen„Mit anderen Augen“ von Jane Tara ist für mich ein echtes 5-Sterne-Buch – klug und überraschend tiefgründig, ohne dabei zu langatmig oder schwermütig zu wirken.
Mit der Protagonistin, Tilda, habe ich ...
„Mit anderen Augen“ von Jane Tara ist für mich ein echtes 5-Sterne-Buch – klug und überraschend tiefgründig, ohne dabei zu langatmig oder schwermütig zu wirken.
Mit der Protagonistin, Tilda, habe ich mich gut identifizieren können. Vom Alter, den Zwillings-Mädels und Scheidung - hier gab es Parallelen, die das Buch umso faszinierender für mich gemacht haben.
Sie ist eine Frau, die scheinbar alles unter einen Hut bringt: Mutter, Geschäftsfrau, Freundin – und trotzdem scheint etwas Elementares zu fehlen. Als sie plötzlich beginnt, im wahrsten Sinne des Wortes unsichtbar zu werden, wirkt das zunächst skurril. Doch genau dieses Element macht den Roman so besonders. Denn hinter der ungewöhnlichen „Unsichtbarkeits-Erkrankung“ steckt eine unglaublich starke Metapher: das Gefühl, im Alltag, im Älterwerden – und vielleicht auch mit seinen eigenen Träumen und Visionen – immer mehr zu verschwinden.
Aus dem Schockmoment, den die Diagnose bei Tildas hervorruft, entsteht eine Suche nach sich selbst. Eine Wendepunkt in ihrem Leben, der sie veranlasst, auf eine spirituelle und psychologische Reise zu gehen. Der Sehsinn wird im Buch auf verschiedenste Art beleucht: vom rein körperlichen Sehen, zum tieferen Wahrnehmen und dem achtsamen Erkennen mithilfe unseres Herzens.
Themen wie Selbstwert, Selbstliebe und die Fragen „Wer bin ich eigentlich – unabhängig von meinen Rollen?“ oder "Wie sehe ich mich selbst?" ziehen sich durch die gesamte Geschichte.
Für mich ein absolut gelungenes Buch mit einer originellen Idee und viel Herz.