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Veröffentlicht am 11.04.2026

Ein Buch, das mich persönlich sehr berührt hat

Pina fällt aus
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Danke an Thalia Book Circle und den List Verlag für das Rezensionsexemplar.

Die fünf Sterne stehen für ein Buch, das mich auf eine Weise berührt hat, die selten vorkommt. “Pina fällt aus” beginnt mit ...

Danke an Thalia Book Circle und den List Verlag für das Rezensionsexemplar.

Die fünf Sterne stehen für ein Buch, das mich auf eine Weise berührt hat, die selten vorkommt. “Pina fällt aus” beginnt mit einem Cover, das mich sofort in seinen Bann gezogen hat: der müde, direkte Blick der Frau, der gleichzeitig herausfordert und einlädt, genauer hinzusehen. Die kühle blaue Farbgebung erinnert an Krankenhauslicht und an jene Momente, in denen man erschöpft ist und trotzdem wachsam bleiben muss. Noch bevor ich den Klappentext gelesen hatte, fühlte ich mich in dieser Frau wieder – in ihrer Müdigkeit, ihrer Anspannung und ihrer ständigen Bereitschaft, alles zusammenzuhalten.

Im Roman setzt sich diese Intensität fort. Man ist sofort mitten in Pinas Alltag, in den vielen kleinen Handgriffen, den Ritualen und der ständigen Planung, die notwendig sind, damit der Tag mit Leo nicht aus dem Ruder läuft. Die Darstellung von Leos Gedankenwelt, besonders der Vergleich mit dem Automaten, hat mich tief berührt, weil er so treffend beschreibt, wie man manchmal den richtigen Mechanismus finden muss, damit etwas wieder funktioniert. Viele Szenen haben mich an meinen eigenen Alltag mit meiner Tochter erinnert – an die Supermarkt‑Momente, die fehlende Spontanität, die kostbaren Stunden Allein‑Zeit und die ständige Sorge, was passiert, wenn man selbst einmal ausfällt.

Gerade dieser Gedanke wird im Buch zu einem zentralen Thema, denn Pina fällt tatsächlich aus. Der Moment, in dem sie sich im Krankenhaus wiederfindet, ist ein Wendepunkt. Sie kämpft dort nicht nur körperlich, sondern auch innerlich. Es fällt ihr schwer, nicht ununterbrochen an Leo zu denken. Selbst während der Genesung kreisen ihre Gedanken darum, ob er zurechtkommt, ob er sicher ist, ob jemand seine Bedürfnisse wirklich versteht. Wie sehr sie selbst im Krankenhaus gedanklich bei ihm bleibt, ist so eindringlich geschildert, dass es mich beim Lesen tief berührt hat. Gleichzeitig wird deutlich, wie tief Pina in ihrer Verantwortung verwurzelt ist – selbst in Momenten, in denen sie längst an ihre Grenzen stößt.

Gerade deshalb ist ihre Entwicklung so bewegend. Pina muss lernen, sich auf andere zu verlassen. Sie muss akzeptieren, dass sie nicht alles allein schaffen kann, dass es Menschen gibt, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, und dass Leo nicht nur ihr Kind ist, sondern ein Mensch, der auch in anderen Herzen Platz findet. Der Moment, in dem sie sich eingesteht, künftig auf Leos „drei Vögel“ bauen zu müssen, ist einer der stärksten des Buches. Er zeigt, wie viel Mut es braucht, Hilfe anzunehmen – und wie befreiend es sein kann.

Zola ist dabei eine der Figuren, die mich am meisten überrascht haben. Unter ihrer Wut liegt eine enorme Einfühlsamkeit, die sich vor allem im Umgang mit Leo zeigt. Sie beobachtet, versteht intuitiv, reagiert richtig – und das, obwohl sie selbst kaum Halt bekommt. Ihre Entwicklung ist einer der emotionalsten Fäden des Buches, weil sie zeigt, wie viel Potenzial in einem Menschen steckt, dem niemand etwas zutraut. Gleichzeitig schmerzt es, wie wenig Anerkennung sie von ihrem Vater erhält, der weder zuhört noch versteht, was sie eigentlich braucht.

Inge ist eine Figur, die sich leise, aber kraftvoll ins Herz schleicht. Sie begegnet Zola ohne Vorurteile, hört zu, nimmt sie ernst und schafft damit einen Raum, in dem Zola sich öffnen kann. Ihre ruhige, klare Art und ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, machen sie zu einem emotionalen Ankerpunkt der Geschichte. Gleichzeitig zeigt der Ärger um den Lebensnachweis, wie absurd bürokratische Hürden sein können und wie sehr sie Menschen belasten, die ohnehin schon viel tragen.

Wojtek hat mich ebenfalls berührt. Sein Verhalten wirkt an manchen Stellen so, als würde er selbst irgendwo auf dem Spektrum liegen, ohne dass es benannt wird. Es ist schön zu sehen, wie er durch Leo aufblüht und in der Nachbarschaft eine neue Rolle findet.

Der Roman macht sehr deutlich, wie verschieden Menschen mit Verantwortung umgehen. Manche wachsen daran, andere ziehen sich zurück oder blenden alles aus. Besonders schmerzhaft ist die Distanz mancher Figuren, die Pinas unsichtbare Arbeit nicht sehen wollen oder können. Gleichzeitig wirken die warmen Momente – gemeinsames Essen, kleine Rituale, gegenseitige Unterstützung – dadurch umso intensiver. Die Nachbarschaft mit ihren Geschichten, Problemen und kleinen Geheimnissen verleiht dem Buch zusätzlich Lebendigkeit und zeigt, wie sehr Leo die Menschen um sich herum verbindet.

Am Ende bleibt ein Gefühl von Aufbruch. Die Figuren stehen an einem Punkt, an dem neue Wege möglich werden, ohne dass alles auserzählt wird. Für Pina bedeutet das vor allem, dass sie sich selbst wiederfindet – nicht als jemand, der alles allein tragen muss, sondern als Teil eines Netzes, das sie hält. Dieses offene Ende fühlt sich ehrlich an, wie ein Moment des Durchatmens nach einer langen, schweren Zeit, in dem man spürt, dass Veränderung möglich ist.

Fazit: Ein zutiefst berührender Roman, der mit großer Sensibilität erzählt, wie sich Verantwortung, Erschöpfung, Liebe und Hoffnung im Alltag mit einem behinderten Kind anfühlen. Die Figuren sind vielschichtig, die Emotionen authentisch, und viele Szenen hallen lange nach. Für mich ein starkes, wichtiges Buch, das zeigt, wie sehr wir aufeinander angewiesen sind – und wie viel Kraft in echter Verbundenheit steckt.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Cozy Fantasy und sympathische Charaktere

The House Witch 1
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Schon das Cover von “The House Witch” hat mich sofort angesprochen. Diese warme, detailreiche Küchenszene mit dem schlafenden Kater, den Kräutern, dem Feuer und all den kleinen Dingen, die man erst beim ...

Schon das Cover von “The House Witch” hat mich sofort angesprochen. Diese warme, detailreiche Küchenszene mit dem schlafenden Kater, den Kräutern, dem Feuer und all den kleinen Dingen, die man erst beim zweiten Hinsehen entdeckt, vermittelt sofort eine besondere Atmosphäre. Es wirkt einladend, magisch und gleichzeitig bodenständig – eine Atmosphäre, die mich sofort neugierig gemacht hat und perfekt zu dem passt, was ich mir von diesem Buch erhofft habe. Das Cover verspricht eine Welt, in der Alltagsmagie und lebendige Figuren zusammenkommen, und genau das hält das Buch dann auch ein.

“The House Witch” hat mich von der ersten Seite an überrascht - im besten Sinne. Es ist Fantasy mit einem herrlich cozy Vibe, der sofort Nähe schafft, und gleichzeitig steckt so viel Handlung und Lebendigkeit darin, dass man immer wieder völlig im Geschehen versinkt. Besonders die Küche als zentraler Ort der Geschichte hat mich begeistert. Genau wie im echten Leben, wo sich bei jeder Party irgendwann alle in der Küche versammeln, wird sie hier zum Herzstück der Handlung: ein Raum voller Begegnungen, Humor, Spannung und Magie. Gleichzeitig gibt es im gesamten Buch so viele gut platzierte witzige Szenen, dass ich mich mehr als einmal wirklich abkugeln musste.

Die poetische Schreibweise trägt enorm dazu bei, dass ich tief in die Welt von Daxaria eintauchen konnte. Das Schloss, der Garten, die Küche, die alltäglichen Stimmungen der Menschen - alles entsteht so klar vor dem inneren Auge, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, mich tatsächlich durch diese Räume zu bewegen. Die Beschreibungen des Essens sind ein eigenes Highlight: sinnlich, atmosphärisch, köstlich. Ich hatte ständig Hunger und konnte mir jede Szene in der Küche lebhaft vorstellen.

Der Schreibstil ist von Anfang an zugänglich, lebendig und angenehm modern, mit einem feinen Humor, der die Szenen auflockert, ohne an Atmosphäre zu verlieren. Die Dialoge wirken natürlich und dynamisch und lassen die Figuren für mich noch nahbarer erscheinen. Die Mischung aus Alltagsmagie und warmem Erzählton schafft eine besondere Stimmung, die mir das Lesen unglaublich angenehm macht und dabei jederzeit fesselnd bleibt.

Auch der Figurenaufbau hat mich absolut überzeugt. Es gibt kein Schwarz‑Weiß, keine künstlichen Sympathien oder Antipathien. Beziehungen entwickeln sich langsam, Abneigungen und Freundschaften entstehen nachvollziehbar, und die Charaktere sind so unterschiedlich, dass man ständig neue Facetten entdeckt. Manche mochte ich sofort, andere hätte ich am liebsten geschüttelt, und wieder andere - wie die Königin - haben mich richtig mitfiebern lassen. Besonders Fins Vergangenheit hat mich tief getroffen. Zu lesen, was er durch seinen Vater ertragen musste, war bestürzend und macht seine Entwicklung umso beeindruckender.

Am stärksten hat mich jedoch die Beziehung zwischen Lady Annika und Fin berührt. Sie beginnt nicht mit einem schnellen Funkenflug, sondern mit Vorsicht, Misstrauen und kleinen Reibereien. Genau das macht sie so glaubwürdig. Ich konnte richtig spüren, wie sich etwas zwischen ihnen verändert, wie sie einander langsam näherkommen und sich ihre Beziehung Schritt für Schritt aufbaut. Am Ende fügt sich alles so stimmig zusammen, dass es sich wirklich verdient anfühlt.

Fazit: “The House Witch” ist für mich ein rundum gelungenes Wohlfühl‑Fantasybuch mit Tiefe, Humor, Action und einer Welt, die man nicht so schnell vergisst. Es hat genau die Art von Atmosphäre und Figuren, die mich beim Lesen wirklich begeistert haben. Für mich ein Buch, das seine fünf Sterne absolut verdient, und jetzt warte ich schon sehnsüchtig auf den nächsten Band der Reihe.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Knoten in der Zunge garantiert

In Barbaras Rhabarberbar wird niemals der Rhabarber rar
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„In Barbaras Rhabarberbar wird niemals der Rhabarber rar“ hat mich mit seinen 25 herrlich verspielten Geschichten sofort begeistert. Die Mischung aus altbekannten Zungenbrechern, die mich an meine eigene ...

„In Barbaras Rhabarberbar wird niemals der Rhabarber rar“ hat mich mit seinen 25 herrlich verspielten Geschichten sofort begeistert. Die Mischung aus altbekannten Zungenbrechern, die mich an meine eigene Kindheit erinnert haben, und neuen, überraschenden Wortspielen, die ich noch nie gehört hatte, macht das Buch zu einem lebendigen Sprachabenteuer. Beim gemeinsamen Lesen mit meiner achtjährigen Tochter haben wir uns beim Vorlesen abgewechselt und so viel gelacht, dass wir manchmal kaum weiterkamen. Je schneller wir wurden, desto mehr verknoteten sich unsere Zungen, und genau diese kleinen sprachlichen Stolpersteine haben den größten Spaß ausgelöst. Es war einer dieser Momente, in denen man merkt, wie sehr Sprache verbinden kann – spielerisch, voller Freude und mit einer Leichtigkeit, die einen wieder richtig Lust aufs laute Vorlesen macht.

Ein besonderes Extra steckt gleich vorne im Buch: Ein QR‑Code führt zu Videos, in denen die Geschichten lebendig vorgetragen werden. Diese Ergänzung hat uns noch einmal eine ganz neue Perspektive eröffnet und den Klang der Zungenbrecher wunderbar eingefangen – ein kleines Highlight, das das Buch über das reine Lesen hinaus erweitert.

Die Illustrationen von Alexandra Junge haben das Leseerlebnis zusätzlich vertieft. Meine Tochter war besonders verliebt in das Bild der zwanzig Zwerge und die dicke Katze, die sie sofort zu ihren Favoriten erklärt hat. Für mich selbst war das Reptilien‑Altersheim ein echtes Highlight – eine Illustration, die so viel liebevollen Humor und Detailfreude in sich trägt, dass ich sie mir mehrfach angesehen habe. Die Bilder fangen den Witz, die Wärme und die Musikalität der Texte perfekt ein und machen jede Geschichte zu einem kleinen visuellen Abenteuer.

Die Kombination aus Sprachspiel, Rhythmus, Humor, den ausdrucksstarken Illustrationen und den ergänzenden Videos schafft ein Buch, das Kinder wie Erwachsene gleichermaßen anspricht. Es lädt dazu ein, Sprache auszuprobieren, Fehler zu feiern, gemeinsam zu lachen und sich wieder daran zu erinnern, wie viel Freude im lauten Lesen steckt. Jede Geschichte klingt, schwingt und lebt – und genau das macht sie so besonders.

Fazit: Ein warmherziges, klangvolles und wunderbar illustriertes Buch, das beim gemeinsamen Lesen für echte Glücksmomente sorgt und durch die Videos noch einmal an Tiefe gewinnt. Für mich ein klares Fünf‑Sterne‑Highlight, das garantiert nicht im Regal verstaubt.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Ein guter Einstieg in die Reihe

The Monet Family – Shine Bright Like a Treasure
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Auf The Monet Family – Shine Bright Like a Treasure aufmerksam geworden bin ich zuerst wegen des wirklich schönen Covers und des Farbschnitts, die mir sofort ins Auge gefallen sind. Gekauft habe ich es ...

Auf The Monet Family – Shine Bright Like a Treasure aufmerksam geworden bin ich zuerst wegen des wirklich schönen Covers und des Farbschnitts, die mir sofort ins Auge gefallen sind. Gekauft habe ich es dann wegen des Klappentextes – und schon nach wenigen Seiten war ich überrascht, wie schnell mich die Geschichte gepackt hat. Man begleitet Hailie in einem Moment, in dem ihr Leben komplett auseinanderbricht, und erlebt mit, wie sie in eine Familie geworfen wird, die sie weder kennt noch versteht. Ihre Perspektive ist jung, manchmal überfordert, aber immer glaubwürdig, und genau das macht den Einstieg so intensiv.

Die Monet-Brüder wirken anfangs wie ein geschlossenes System, in das man nur schwer hineinblicken kann. Jeder von ihnen hat eine eigene Art, mit Hailies Auftauchen umzugehen, und gerade diese Unterschiede sorgen dafür, dass man ständig versucht, ihre Motive zu entschlüsseln. Die Autorin verrät bewusst wenig über ihre Hintergründe, was die Spannung konstant hochhält. Man spürt, dass in dieser Familie vieles nicht so ist, wie es scheint, und dass Hailie in etwas hineingeraten ist, das weit über normale Geschwisterkonflikte hinausgeht.

Der Schreibstil ist angenehm klar und lässt sich schnell lesen. Ich war sofort drin und hatte kaum Momente, in denen ich das Gefühl hatte, die Handlung würde sich ziehen. Die konsequente Ich-Perspektive sorgt dafür, dass man nur das erfährt, was Hailie selbst mitbekommt – und genau dadurch entsteht dieses Gefühl, gemeinsam mit ihr im Dunkeln zu tappen. Die Mischung aus Unsicherheit, unterschwelliger Bedrohung und kleinen Momenten der Nähe hat mich durchgehend motiviert weiterzulesen.

Inhaltlich konzentriert sich der erste Band weniger auf große Enthüllungen als auf die Dynamik innerhalb der Familie und Hailies Versuch, ihren Platz zu finden. Immer wieder tauchen Hinweise auf, dass die Brüder in gefährliche Dinge verwickelt sind, ohne dass man wirklich versteht, wie tief das alles reicht. Diese ständige Ungewissheit macht den Reiz des Buches aus. Am Ende bleiben viele Fragen offen, aber auf eine Weise, die neugierig auf die Fortsetzung macht, statt frustriert zurückzulassen.

Fazit: Ein starker Auftakt, der mich durchgehend gut unterhalten hat. Die Mischung aus Coming-of-Age, düsteren Familiengeheimnissen und einer konstanten Grundspannung funktioniert erstaunlich gut. Ich freue mich sehr darauf, in Band zwei mehr über die Monet-Familie zu erfahren.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Der 2. Teil ist wieder ein Hit für mich!

Go Luck Yourself
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Nachdem mich The Nightmare Before Kissmas 2025 schon vollkommen begeistert hatte, musste ich Go Luck Yourself natürlich auch lesen. Schon nach den ersten Seiten war ich wieder in dieser magischen und emotional ...

Nachdem mich The Nightmare Before Kissmas 2025 schon vollkommen begeistert hatte, musste ich Go Luck Yourself natürlich auch lesen. Schon nach den ersten Seiten war ich wieder in dieser magischen und emotional aufgeladenen Welt gefangen, die mich sofort gepackt hat. Für mich war dieser Nachfolger ein klares 5‑Sterne‑Erlebnis, das vieles, was ich am ersten Band geliebt habe, noch vertieft und weiterentwickelt hat.

Die familiären Probleme der Familie Claus haben mich auch diesmal wieder sehr berührt. Besonders Kris’ Kampf mit der Tatsache, dass seine Mutter ihn und Coal verlassen hat, ging mir nahe. Obwohl sie nicht mehr da ist, spüre ich beim Lesen ständig ihre manipulative Präsenz. Die Art, wie sie Schuldgefühle in ihm auslöst und ihn emotional unter Druck setzt, hat mich bedrückt und gleichzeitig tief bewegt. Kris’ Panikattacken wirkten auf mich nie übertrieben, sondern erschreckend echt und greifbar. Sein leiser innerer Konflikt hat mich emotional sehr mitgenommen und ihn für mich zu einer unglaublich nahbaren Figur gemacht.

Parallel dazu hat mich Lochs Geschichte ebenfalls stark beschäftigt. Sein Onkel hat ihm den Thron von St. Patrick’s Day gestohlen und hält ihn in einem Geflecht aus Kontrolle und Machtmissbrauch fest. Ich habe richtig mitgefühlt, wie schwer es Loch fällt, sich daraus zu lösen und seine eigene Identität zurückzufordern. Erst durch Kris gewinnt er den Mut, sich gegen all das zu stellen. Die Verbindung zwischen Weihnachten und St. Patrick’s Day wird dadurch zu etwas viel Größerem als nur der Suche nach dem Dieb der Weihnachtsfreude.

Zwischen Kris und Loch entsteht inmitten all dieser Spannungen eine Love‑Hate‑Dynamik, die mich besonders gefesselt hat. Diese Mischung aus Anziehung und Widerstand, aus Nähe und Frustration, hat sich für mich unglaublich lebendig angefühlt. Ich mochte, wie roh und gleichzeitig vorsichtig ihre Gefühle sind. Wie sie sich gegenseitig herausfordern, wie sie sich manchmal wehtun, aber auch heilen. Es sind oft die kleinen Momente zwischen ihnen, die mich am meisten berührt haben – ein Blick, ein unausgesprochenes Verständnis, ein kurzer Moment der Offenheit. Für mich ist ihre Beziehung keine große dramatische Liebesgeschichte, sondern eine Entwicklung, die aus vielen kleinen, bedeutungsvollen Momenten besteht. Gerade diese Dynamik hat ihre Verbindung für mich so real und glaubhaft gemacht.

Go Luck Yourself war für mich ein emotionaler Roman über Familie, Erwartungen, Verletzungen und darüber, wie man seinen eigenen Weg findet. Die Geschichte verbindet Humor, Magie und ernste Themen mit der Liebesgeschichte auf eine Weise, die sich für mich sehr stimmig und harmonisch angefühlt hat. Ich habe dieses Buch genauso geliebt wie seinen Vorgänger – vielleicht sogar ein wenig mehr, weil es mir in manchen Momenten noch direkter unter die Haut ging. Als nächstes Buch brauchen wir bitte die Geschichte von Iris und Fin, wie die beiden Ostern retten!

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