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Veröffentlicht am 07.05.2026

Klassischer Agentenroman mit Retro-Charme

Berliner Spiel
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Mit „Berliner Spiel“ von Len Deighton erscheint der erste Band um den britischen Agenten Bernard Samson wieder auf Deutsch (früherer Titel: „Brahms Vier). Dieser ist der Auftakt zu einer dreifachen Trilogie, ...

Mit „Berliner Spiel“ von Len Deighton erscheint der erste Band um den britischen Agenten Bernard Samson wieder auf Deutsch (früherer Titel: „Brahms Vier). Dieser ist der Auftakt zu einer dreifachen Trilogie, der im Kampa-Verlag durch die Neuauflage von „Mexico Poker“ und „London Match“ fortgesetzt wird (Game/Poker/Match-Trilogie).

Der Fall spielt in den frühen Achtzigerjahren und führt Bernard zurück nach Ostberlin, wo er als Sohn als Agenten aufgewachsen ist. Einer der wichtigsten Informanten will aussteigen, und es ist an Bernard, ihn zum Weitermachen zu bewegen oder in den Westen zu evakuieren. Gleichzeitig rumort es im britischen Auslandsgeheimdienst, denn es verdichten sich die Anzeichen, dass es einen Doppelagenten gibt, der Zugang zu höchsten Kreisen besitzt.
Es dauert ein bisschen, bis der Fall Fahrt aufnimmt, und so richtig spannend wurde es für mich erst im letzten Drittel. Bei einem Einzelband würde mich das stören, da „Berliner Spiel“ aber den Beginn einer neunbändigen Reihe bildet und viele Charaktere eingeführt werden, ist es nachvollziehbar.

Mich hat besonders überrascht, wie vertraut Len Deighton mit Berlin ist; seine Ortskenntnisse sind bemerkenswert, und auch die Berliner beschreibt er sehr treffend.

„Berliner Spiel“ ist ein klassischer Agententhriller mit viel Retro-Charme, der mit ausgefeilten Details statt Action punktet. Fans von John Le Carré und Co. dürften hier voll auf ihre Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

erschütternd

Meine Liebe stirbt nicht
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In „Meine Liebe stirbt nicht“ erzählt Roberto Saviano die wahre Geschichte von Rossella Casini, die 1981 mit 24 Jahren spurlos verschwand. Sie war die Verlobte von Francesco, einem Sohn einer `Ndrangheta-Familie, ...

In „Meine Liebe stirbt nicht“ erzählt Roberto Saviano die wahre Geschichte von Rossella Casini, die 1981 mit 24 Jahren spurlos verschwand. Sie war die Verlobte von Francesco, einem Sohn einer `Ndrangheta-Familie, und hatte versucht, diesen zu überreden, gegenüber der Staatsanwaltschaft über eine blutige Fehde zwischen zwei Mafia-Familien auszupacken und auszusteigen.
Saviano hat sorgfältig recherchiert und laut Vorbemerkung die Dialoge aus Abhörprotokollen, Interviews, Verhören und Gerichtsurteilen rekonstruiert. So entsteht ein faszinierender und zugleich erschütternder Roman über eine Frau aus Florenz, die sich mit 20 in einen jungen Studenten verliebt und erst im Laufe der Zeit herausfindet, dass dieser Teil einer kalabrischen Mafiafamilie ist. Liebe macht blind, und so realisiert auch Rossella nicht, welche Konsequenzen diese Beziehung für sie hat. Beim Lesen war ich gleichzeitig beeindruckt von Rosellas unerschütterlichem Mut und verwundert über ihre Naivität, mit der sie glaubt, Francesco aus den Mafia-Strukturen herausholen zu können.

Der Autor, der aufgrund seiner aufsehenerregenden Bücher über die Mafia selbst unter Polizeischutz steht, hat mit diesem Buch Rosella Casini ein Denkmal gesetzt und die Erinnerung an sie bewahrt. In der Vorbemerkung und den Nachworten geht er genauer auf die Dokumente ein, die ihm zur Verfügung standen und erläutert auch den Verlauf der viele Jahre später stattgefundenen Gerichtsprozesse.
Leider ist es mir nicht so ganz gelungen, mit dem stellenweise sehr pathetischen Schreibstil von Saviano warm zu werden. Angesichts dessen, dass der Autor eine wahre Geschichte erzählt und auch einige Gedanken und Gefühle von Rosella nach eigenem Ermessen ergänzen muss, um die Lücken zu füllen, hätte ich einen nüchterneren Stil bevorzugt.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Ein vielversprechender Reihenauftakt

Das Internat für magische Talente. Unruhestifter willkommen! (Band 1)
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Vin hat magische Kräfte, aber Schwierigkeiten, diese zu kontrollieren. Daher ist sie schon von mehreren Schulen geflogen und landet nun in Last Hope. Der Name ist Programm: Das Institut für magische Unruhestifter ...

Vin hat magische Kräfte, aber Schwierigkeiten, diese zu kontrollieren. Daher ist sie schon von mehreren Schulen geflogen und landet nun in Last Hope. Der Name ist Programm: Das Institut für magische Unruhestifter ist die letzte Chance für Vin, ihre Schulausbildung zu beenden.

Mein Sohn (12) und ich haben das Buch gemeinsam gelesen. Der Einstieg ist etwas langatmig, und das erste Drittel des mit 400 Seiten durchaus umfangreichen Buches zieht sich. Das liegt auch daran, dass immer wieder erzählt wird, dass Vin bisher Probleme hatte, mit Mitschülern Freundschaften zu schließen und aufgrund magischer Unfälle von ihren bisherigen Schulen verwiesen wurde. Hier hätte ich es nach dem Grundsatz „Show, don’t tell“ unterhaltsamer und anschaulicher gefunden, wenn beispielsweise in Rückblenden konkrete Situationen geschildert worden wären. Im zweiten Drittel nimmt die Handlung dann jedoch Fahrt auf und es wird richtig spannend. Vin haben wir sofort ins Herz geschlossen, und in Gilly, Theo und Araminta findet sie tolle Freunde, die alle auf ihre Art besonders sind. Unsere heimliche Lieblingsfigur war der kleine Feuergeist Brucifer.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich Kinder, die zB neurodivergent sind oder aus anderen Gründen von der gesellschaftlichen Norm abweichen, sehr gut mit Vin identifizieren können. In Last Hope geht die Direktorin als erste Lehrerin auf Vins Individualität ein und vermittelt ihr, dass sie genau richtig ist. Sie begegnet Vin mit Geduld und Verständnis und ermutigt sie so, auf sich selbst zu vertrauen und ihre Stärken zu erkennen und einzusetzen.

Da das Buch mit einem echten Cliffhanger endet, können wir es kaum erwarten, wie es in Band 2 weitergeht!

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Spannender Einblick in Cold-Case-Ermittlungen

Cold Cases
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Helmut Eigner war über 30 Jahre Ermittler bei der Mordkommission in München und beschäftigte sich dort neben den aktuellen Fällen intensiv mit Altfällen, die bis in die 60er Jahre zurückreichten. In „Cold ...

Helmut Eigner war über 30 Jahre Ermittler bei der Mordkommission in München und beschäftigte sich dort neben den aktuellen Fällen intensiv mit Altfällen, die bis in die 60er Jahre zurückreichten. In „Cold Cases“ schildert er beispielhaft elf dieser Fälle und ermöglichst so einen spannenden und interessanten Einblick in die Ermittlungsarbeit. Nach jedem Fall folgt ein Kapitel „Cold Case Facts“, in dem Eigner noch näher auf spezifische Themen eingeht wie Aussonderungsfristen und Datenbanklöschungen, DNA-Analyse, rechtliche Hürden und die Veränderung der Ermittlungsmethoden im Laufe der Zeit.

Eigner zeigt eindrücklich, wie viel Durchhaltevermögen, Resilienz, Akribie und persönlicher Einsatz notwendig siind, um auch noch nach Jahrzehnten einen Fall zu lösen und den Täter zu überführen. Nicht immer ist der Einsatz jedoch von Erfolg gekrönt – manche Fälle bleiben ungeklärt oder die Indizien reichen für eine Anklage nicht aus. Cold Case Units und speziell auf Altfälle geschulte Ermittlerteams sind auch heutzutage nicht deutschlandweit Standard. Eigner erläutert, wie sich die noch relativ junge Disziplin der Cold Cases seit den 90ern verändert hat und wo noch Luft nach oben ist. Der erfahrende Kommissar verschweigt auch die Probleme des Rechtsystems nicht, die teilweise die Ermittlungsarbeit erschweren, und erklärt, was sich seiner Meinung nach ändern müsste.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Ansprechende Story, aber sprachlich eine Enttäuschung

FREI – Bester Anfang (FREI 3)
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„FREI – Bester Anfang“ ist der dritte Teil einer Reihe über eine fünfköpfige Teenie-Clique aus Rottloch. Nachdem in Band 1 und 2 Josh bzw. Nasrin im Mittelpunkt standen, wird der dritte Teil nun aus Korays ...

„FREI – Bester Anfang“ ist der dritte Teil einer Reihe über eine fünfköpfige Teenie-Clique aus Rottloch. Nachdem in Band 1 und 2 Josh bzw. Nasrin im Mittelpunkt standen, wird der dritte Teil nun aus Korays Perspektive erzählt. Koray lebt zusammen mit seiner Mutter bei seiner Oma. Er möchte unbedingt wissen, wer sein Vater ist, doch seine Mutter schweigt beharrlich. Zusammen mit Josh, Nasrin, Nico und Nina versucht er, das Geheimnis um seine Herkunft zu lösen.

Die Geschichte spielt in den Sommerferien, was mir sehr entgegen kam, da ich mit der reformpädagogischen Schule aus Band 2 wenig anfangen konnte. Korays Familiensituation ist schwierig. Die letzten Jahre hat er mit seiner Mutter in Dubai verbracht, doch nachdem ihre Influencer-Karriere fürs erste gescheitert ist, sind sie nach Rottloch zurückgekehrt, in den Geburtsort seiner Mutter. Diese ist erst Anfang dreißig, sehr mit sich selbst beschäftigt und nicht in der Lage, Koray Stabilität zu geben. Korays Wut und Enttäuschung sind nachvollziehbar, und seine Gefühls- und Gedankenwelt wird eindrücklich und glaubhaft beschrieben. Auch eine zarte queere Liebesgeschichte fügt sich gut in den Roman ein.

Josh, Nasrin und Nina bleiben diesmal eher im Hintergrund. Nico ging mir mit seiner prolligen Art ziemlich auf die Nerven, im echten Leben wäre mir schleierhaft, warum sich die anderem mit ihm abgeben. Band 2 hatte mich sprachlich enttäuscht, und ich war gespannt, ob der Nachfolger hier besser abschneiden würde. Diese Hoffnung hat sich leider nicht erfüllt. Der Satzbau ist sehr einfach und besteht im Wesentlichen aus Hauptsätzen, die mit „und“ verbunden werden. Hinzu kommt, dass sehr viele Sätze auf „…., und alles klar.“, „…., und keine Ahnung“, oder „…und was soll das?“ oder ähnlich enden. Das soll wohl Jugendsprache imitieren, allerdings kenne ich keine Jugendlichen, die so sprechen. Zudem nervt es beim Lesen. Auch „weil“ wird konsequent beiordnend mit Verbzweitstellung verwendet, wo das Sprachgefühl ein „denn“ erwarten würde. Gerade im Jugendbuchbereich lege ich Wert auf eine korrekte und abwechslungsreiche Sprache, so dass ich hierfür einen Stern abziehe.

Fazit: Ansprechende Story, aber sprachlich eine Enttäuschung.

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