Klassischer Agentenroman mit Retro-Charme
Berliner SpielMit „Berliner Spiel“ von Len Deighton erscheint der erste Band um den britischen Agenten Bernard Samson wieder auf Deutsch (früherer Titel: „Brahms Vier). Dieser ist der Auftakt zu einer dreifachen Trilogie, ...
Mit „Berliner Spiel“ von Len Deighton erscheint der erste Band um den britischen Agenten Bernard Samson wieder auf Deutsch (früherer Titel: „Brahms Vier). Dieser ist der Auftakt zu einer dreifachen Trilogie, der im Kampa-Verlag durch die Neuauflage von „Mexico Poker“ und „London Match“ fortgesetzt wird (Game/Poker/Match-Trilogie).
Der Fall spielt in den frühen Achtzigerjahren und führt Bernard zurück nach Ostberlin, wo er als Sohn als Agenten aufgewachsen ist. Einer der wichtigsten Informanten will aussteigen, und es ist an Bernard, ihn zum Weitermachen zu bewegen oder in den Westen zu evakuieren. Gleichzeitig rumort es im britischen Auslandsgeheimdienst, denn es verdichten sich die Anzeichen, dass es einen Doppelagenten gibt, der Zugang zu höchsten Kreisen besitzt.
Es dauert ein bisschen, bis der Fall Fahrt aufnimmt, und so richtig spannend wurde es für mich erst im letzten Drittel. Bei einem Einzelband würde mich das stören, da „Berliner Spiel“ aber den Beginn einer neunbändigen Reihe bildet und viele Charaktere eingeführt werden, ist es nachvollziehbar.
Mich hat besonders überrascht, wie vertraut Len Deighton mit Berlin ist; seine Ortskenntnisse sind bemerkenswert, und auch die Berliner beschreibt er sehr treffend.
„Berliner Spiel“ ist ein klassischer Agententhriller mit viel Retro-Charme, der mit ausgefeilten Details statt Action punktet. Fans von John Le Carré und Co. dürften hier voll auf ihre Kosten kommen.