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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.04.2026

Ein vielversprechender Reihenauftakt

Das Internat für magische Talente. Unruhestifter willkommen! (Band 1)
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Vin hat magische Kräfte, aber Schwierigkeiten, diese zu kontrollieren. Daher ist sie schon von mehreren Schulen geflogen und landet nun in Last Hope. Der Name ist Programm: Das Institut für magische Unruhestifter ...

Vin hat magische Kräfte, aber Schwierigkeiten, diese zu kontrollieren. Daher ist sie schon von mehreren Schulen geflogen und landet nun in Last Hope. Der Name ist Programm: Das Institut für magische Unruhestifter ist die letzte Chance für Vin, ihre Schulausbildung zu beenden.

Mein Sohn (12) und ich haben das Buch gemeinsam gelesen. Der Einstieg ist etwas langatmig, und das erste Drittel des mit 400 Seiten durchaus umfangreichen Buches zieht sich. Das liegt auch daran, dass immer wieder erzählt wird, dass Vin bisher Probleme hatte, mit Mitschülern Freundschaften zu schließen und aufgrund magischer Unfälle von ihren bisherigen Schulen verwiesen wurde. Hier hätte ich es nach dem Grundsatz „Show, don’t tell“ unterhaltsamer und anschaulicher gefunden, wenn beispielsweise in Rückblenden konkrete Situationen geschildert worden wären. Im zweiten Drittel nimmt die Handlung dann jedoch Fahrt auf und es wird richtig spannend. Vin haben wir sofort ins Herz geschlossen, und in Gilly, Theo und Araminta findet sie tolle Freunde, die alle auf ihre Art besonders sind. Unsere heimliche Lieblingsfigur war der kleine Feuergeist Brucifer.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich Kinder, die zB neurodivergent sind oder aus anderen Gründen von der gesellschaftlichen Norm abweichen, sehr gut mit Vin identifizieren können. In Last Hope geht die Direktorin als erste Lehrerin auf Vins Individualität ein und vermittelt ihr, dass sie genau richtig ist. Sie begegnet Vin mit Geduld und Verständnis und ermutigt sie so, auf sich selbst zu vertrauen und ihre Stärken zu erkennen und einzusetzen.

Da das Buch mit einem echten Cliffhanger endet, können wir es kaum erwarten, wie es in Band 2 weitergeht!

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Spannender Einblick in Cold-Case-Ermittlungen

Cold Cases
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Helmut Eigner war über 30 Jahre Ermittler bei der Mordkommission in München und beschäftigte sich dort neben den aktuellen Fällen intensiv mit Altfällen, die bis in die 60er Jahre zurückreichten. In „Cold ...

Helmut Eigner war über 30 Jahre Ermittler bei der Mordkommission in München und beschäftigte sich dort neben den aktuellen Fällen intensiv mit Altfällen, die bis in die 60er Jahre zurückreichten. In „Cold Cases“ schildert er beispielhaft elf dieser Fälle und ermöglichst so einen spannenden und interessanten Einblick in die Ermittlungsarbeit. Nach jedem Fall folgt ein Kapitel „Cold Case Facts“, in dem Eigner noch näher auf spezifische Themen eingeht wie Aussonderungsfristen und Datenbanklöschungen, DNA-Analyse, rechtliche Hürden und die Veränderung der Ermittlungsmethoden im Laufe der Zeit.

Eigner zeigt eindrücklich, wie viel Durchhaltevermögen, Resilienz, Akribie und persönlicher Einsatz notwendig siind, um auch noch nach Jahrzehnten einen Fall zu lösen und den Täter zu überführen. Nicht immer ist der Einsatz jedoch von Erfolg gekrönt – manche Fälle bleiben ungeklärt oder die Indizien reichen für eine Anklage nicht aus. Cold Case Units und speziell auf Altfälle geschulte Ermittlerteams sind auch heutzutage nicht deutschlandweit Standard. Eigner erläutert, wie sich die noch relativ junge Disziplin der Cold Cases seit den 90ern verändert hat und wo noch Luft nach oben ist. Der erfahrende Kommissar verschweigt auch die Probleme des Rechtsystems nicht, die teilweise die Ermittlungsarbeit erschweren, und erklärt, was sich seiner Meinung nach ändern müsste.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Ansprechende Story, aber sprachlich eine Enttäuschung

FREI – Bester Anfang (FREI 3)
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„FREI – Bester Anfang“ ist der dritte Teil einer Reihe über eine fünfköpfige Teenie-Clique aus Rottloch. Nachdem in Band 1 und 2 Josh bzw. Nasrin im Mittelpunkt standen, wird der dritte Teil nun aus Korays ...

„FREI – Bester Anfang“ ist der dritte Teil einer Reihe über eine fünfköpfige Teenie-Clique aus Rottloch. Nachdem in Band 1 und 2 Josh bzw. Nasrin im Mittelpunkt standen, wird der dritte Teil nun aus Korays Perspektive erzählt. Koray lebt zusammen mit seiner Mutter bei seiner Oma. Er möchte unbedingt wissen, wer sein Vater ist, doch seine Mutter schweigt beharrlich. Zusammen mit Josh, Nasrin, Nico und Nina versucht er, das Geheimnis um seine Herkunft zu lösen.

Die Geschichte spielt in den Sommerferien, was mir sehr entgegen kam, da ich mit der reformpädagogischen Schule aus Band 2 wenig anfangen konnte. Korays Familiensituation ist schwierig. Die letzten Jahre hat er mit seiner Mutter in Dubai verbracht, doch nachdem ihre Influencer-Karriere fürs erste gescheitert ist, sind sie nach Rottloch zurückgekehrt, in den Geburtsort seiner Mutter. Diese ist erst Anfang dreißig, sehr mit sich selbst beschäftigt und nicht in der Lage, Koray Stabilität zu geben. Korays Wut und Enttäuschung sind nachvollziehbar, und seine Gefühls- und Gedankenwelt wird eindrücklich und glaubhaft beschrieben. Auch eine zarte queere Liebesgeschichte fügt sich gut in den Roman ein.

Josh, Nasrin und Nina bleiben diesmal eher im Hintergrund. Nico ging mir mit seiner prolligen Art ziemlich auf die Nerven, im echten Leben wäre mir schleierhaft, warum sich die anderem mit ihm abgeben. Band 2 hatte mich sprachlich enttäuscht, und ich war gespannt, ob der Nachfolger hier besser abschneiden würde. Diese Hoffnung hat sich leider nicht erfüllt. Der Satzbau ist sehr einfach und besteht im Wesentlichen aus Hauptsätzen, die mit „und“ verbunden werden. Hinzu kommt, dass sehr viele Sätze auf „…., und alles klar.“, „…., und keine Ahnung“, oder „…und was soll das?“ oder ähnlich enden. Das soll wohl Jugendsprache imitieren, allerdings kenne ich keine Jugendlichen, die so sprechen. Zudem nervt es beim Lesen. Auch „weil“ wird konsequent beiordnend mit Verbzweitstellung verwendet, wo das Sprachgefühl ein „denn“ erwarten würde. Gerade im Jugendbuchbereich lege ich Wert auf eine korrekte und abwechslungsreiche Sprache, so dass ich hierfür einen Stern abziehe.

Fazit: Ansprechende Story, aber sprachlich eine Enttäuschung.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Ein außergewöhnlich schönes Kindersachbuch

Der Stoff, aus dem die Dinge sind
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Was für ein wunderschönes, hochwertig gestaltetes Kinderbuch! Vom ersten Moment an hat mich „Der Stoff, aus dem die Dinge sind“ begeistert, da es sich wohltuend von der Masse an Sachbüchern abhebt. Gleich ...

Was für ein wunderschönes, hochwertig gestaltetes Kinderbuch! Vom ersten Moment an hat mich „Der Stoff, aus dem die Dinge sind“ begeistert, da es sich wohltuend von der Masse an Sachbüchern abhebt. Gleich auf dem ersten Blick fallen das große Format (ca. 22 cm x 30 cm) und die griffige Haptik des leicht genoppten Hardcovers mit der erhabenen Titelprägung auf. Im Inneren geht es außergewöhnlich weiter: Jonathan Drori stellt jeweils auf einer Doppelseite 30 Pflanzen vor. Neben allseits bekannten Gewächsen wie Tomaten, Kartoffel, Weizen und Buche sind auch exotische wie Alraune und Guttapercha darunter. Auf der rechten Seite ist stets eine detaillierte, fein ausgearbeitete Zeichnung der Pflanze sowie bestimmter Pflanzenteile wie Wurzeln, Blüten, Blätter, Samen oder Früchte abgebildet, die durch erläuternde kurze Texte optimal ergänzt wird. Besonders schön finde ich hier die zarte, an eine saubere Handschrift erinnernde Schriftart. Spannende Fakten rundum Historisches, Lebensraum und Verwendung sind auf der linken Seite zu finden. Hier gibt nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene teils Erstaunliches zu entdecken – wer hätte zB gedacht, dass Kork in der Raumfahrt eine Rolle spielt? Auch hier werden die Informationen wieder durch wunderschöne Zeichnungen ergänzt. Den Illustrator:innen Raxenne Maniquiz und Jiatong Liu gebührt hier ein ganz großes Lob!
Der Verlag empfiehlt „Der Stoff, aus dem die Dinge sind“ für Kinder ab 10 Jahren, aber ich könnte mir vorstellen, dass auch etwas jüngere Kinder bereits Freude an diesem Buch haben, insbesondere, wenn sie dabei von einem Erwachsenen begleitet werden.

Einen kleinen Wermutstropfen hat das Buch für mich allerdings: Es ist „Printed in China“, was für mich aus ökologischen Gründen nicht nachvollziehbar ist und zu einem Stern Abzug führt, auch wenn es inhaltlich keine Wünsche offen lässt.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Optisch ansprechend, aber inhaltlich schwierig einer Alterszielgruppe zuzuordnen.

National Geographic Kids Weltatlas - Fremde Kulturen, großartige Naturwunder und wilde Tiere entdecken: Kinderatlas für Kids ab 8 Jahren
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Mit dem Weltatlas bringt Ravensburger wieder ein neues Buch in Zusammenarbeit mit National Geographic Kids heraus. Wir haben bereits weitere Werke hier im Kinderzimmerregal und waren dementsprechend gespannt. ...

Mit dem Weltatlas bringt Ravensburger wieder ein neues Buch in Zusammenarbeit mit National Geographic Kids heraus. Wir haben bereits weitere Werke hier im Kinderzimmerregal und waren dementsprechend gespannt.

Gleich zu Beginn findet sich ein sehr übersichtlich gestaltetes Inhaltsverzeichnis mit Farbcode, so dass die Kontinente schnell den entsprechenden Buchseiten zugeordnet werden können. Zusätzlich sind noch ein Kapitel zu den Ozeanen sowie ein Anhang mit Flaggen, weiteren Fakten und Glossar enthalten.

Die Einleitung startet mit einer Einführung zum richtigen Kartenlesen, den Unterschieden zwischen verschiedenen Kartentypen sowie grundlegenden Informationen zur physischen und politischen Welt. Dieses Grundwissen ist optisch und inhaltlich ansprechend aufbereitet, aber für Grundschulkinder meines Erachtens zu anspruchsvoll. Längen- und Breitengrade sind beispielsweise Schulstoff der 5. Klasse, und Begriffe wie Winkel-Tripel-Projektion, mittabstandstreue Azimutalprojektion oder semiarid dürften hier den wenigsten geläufig sein.

Nach der Einleitung geht es weiter mit Nordamerika – ein kleiner Hinweis darauf, dass es sich beim dem Weltatlas um eine Übersetzung eines ursprünglich amerikanischen Originals handelt. Insgesamt ist die Bezeichnung „Weltatlas“ etwas irreführend, da zwar Kartenmaterial enthalten ist, jedoch vergleichsweise kleinformatig und nicht seitenfüllend. Hierdurch sind Details oft schwer erkennbar. Vielmehr bietet das Buch einen bunten Mix aus Wissen, ausgesprochen schönen Fotos und Illustrationen mit kompakten Erklärungen sowie diversen Karten. Das Layout ist dank farblich hinterlegter Text- und Infoboxen sehr übersichtlich. Die Auswahl der Fotos ist ein zusammengewürfelter Querschnitt aus Kultur, Natur, Religion, Wirtschaft und Bauwerken, der manchmal etwas beliebig wirkt.

Laut Verlag richtet sich der Weltatlas an Kinder ab 8 Jahren. Diese Altersempfehlung finde ich etwas ambitioniert. Grundschulkinder dürfte vor allem an den Fotoaufnahmen und den kurzen Informationen dazu ihre Freude haben. Der Textteil sowie die Infoboxen enthalten jedoch einige schwierigere Begriffe, historische Informationen oder trockenere Fakten wie Bevölkerungsdichte. Sätze wie „Länder mit einem langsamen Bevölkerungswachstum und einem höheren Altersdurchschnitt brauchen Arbeiter, um ihre Wirtschaft und damit die Rentensysteme zu tragen.“ dürften für ein 8-jähriges Kind zu abstrakt sein. Hier sehe ich das Zielalter bei 10-12 Jahren. Für ältere Kinder wiederum gehen nicht Informationen nicht weit genug.

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