Profilbild von Harakiri

Harakiri

Lesejury Star
offline

Harakiri ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Harakiri über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.03.2026

Tolles Autoren-Duo

Doppelspiel
3

Ein sehr rasanter Krimi, in der Tom Borg fälschlicherweise des Mordes bezichtigt wird. Er flüchtet, um seine Unschuld selbst beweisen zu können. Ein klassischer Wrong-Man-Krimi also im Stile Hitchcocks.
Dahl ...

Ein sehr rasanter Krimi, in der Tom Borg fälschlicherweise des Mordes bezichtigt wird. Er flüchtet, um seine Unschuld selbst beweisen zu können. Ein klassischer Wrong-Man-Krimi also im Stile Hitchcocks.
Dahl und Moström im Duo – das kann nur gut werden. Beide Schriftsteller beweisen immer wieder aufs Neue, wie gut sie schreiben können und auch in ihrem ersten gemeinsamen Werk schreiben sie einen Pageturner.
Vor allem die Szenen, in denen Borg der Polizei nur wenig voraus ist, diese ihm dicht auf den Fersen ist und vor allem die Tatsache, dass private Zusammenhänge stattfinden, macht dieses Buch zu etwas erfrischend Neuem. Die Dynamik aus Flucht und eigener Spurensuche hält den Spannungsbogen konstant hoch.
Die Handlung spielt in nur wenigen Tagen, dennoch kam es mir beim Lesen vor, als würde ich die Protagonisten länger begleiten. Denn die Flucht und die Verfolgung machen atemlos. Tom verzweifelt immer mehr und bald nähern sich die letzten Zeilen des Buches – die konnten mich dann nicht soo sehr überzeugen. Immerhin bieten sie Raum für einen zweiten Teil, den ich sehr gerne lesen werde.
Fazit: ein Autoren-Duo, das zu überzeugen weiß. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Veröffentlicht am 22.03.2026

Hat sie oder hat sie nicht?

Das Vermächtnis
0

Simon Latch ist Anwalt in Virgina. Immer ist das Geld knapp und so wittert er seine Chance, als er das Testament der Witwe Barnett aufsetzen darf. Doch nichts ist wie es scheint und auf einmal steht er ...

Simon Latch ist Anwalt in Virgina. Immer ist das Geld knapp und so wittert er seine Chance, als er das Testament der Witwe Barnett aufsetzen darf. Doch nichts ist wie es scheint und auf einmal steht er als Angeklagter vor Gericht. Wird es ihm gelingen, seine Unschuld zu beweisen?
Grisham ist ja immer ein Garant für verschachtelte Gerichtskrimis. Der Krimi startet relativ gemächlich – aber nicht minder interessant – mit der Einführung der Charaktere und dem Verfassen des Testaments. Erste Fragen tauchen auf, als die Handlung Fahrt aufnimmt. Und spätestens als Simon verhaftet wird, kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Die Charaktere sind wie immer lebendig gezeichnet, man kann sich sehr gut in sie hineinversetzen. Simons Spielsucht, seine Eheprobleme und die Sorgen mit der Anwaltskanzlei – alles wirkt sehr gut durchdacht und ausgearbeitet.
Wie immer versteht es Grisham meisterhaft Spannung mit menschlichen Konflikten zu verbinden. Während Simon versucht, den Wert des Nachlasses zu schätzen und zu seinem Vorteil zu nutzen, wird er tief in einen Sumpf aus Intrigen gezogen. Klar könnte man jetzt sagen, was für ein doofer Zufall mit dem Täter oder dass gerade jetzt eine nützliche Jugendfreundin wiederauftaucht, aber das sind kleine Negativpunkte, die für mich keinen großen Kritikpunkt darstellen.
Besonders interessant ist es auch wieder, wie der Autor die Atmosphäre des kleinen – fiktiven – Städtchens Baxton einfängt.
Fazit: Grisham weiß einfach, was er schreibt. Und wie er seine Leser fesselt. Er konstruiert einen scheinbar aussichtslosen Fall und bringt diesen vor Gericht. Und beschert dem Leser somit viele spannende Lesestunden

Veröffentlicht am 16.03.2026

Ein Wow-Buch

Blutregen
0

Ein Heckenschütze verübt mehrere Attentate in Oslo. Die Opfer sind immer wahllos ausgesucht, so dass kein Zusammenhang gefunden werden kann. Doch Emma Ramm und Alexander Blix vermuten, dass der Täter so ...

Ein Heckenschütze verübt mehrere Attentate in Oslo. Die Opfer sind immer wahllos ausgesucht, so dass kein Zusammenhang gefunden werden kann. Doch Emma Ramm und Alexander Blix vermuten, dass der Täter so nur sein wahres Motiv verschleiern will. Doch wie kommt man so jemandem auf die Spur?



Genau dem nachzugehen fand ich extrem spannend. Die beiden Privatdetektive haben wirklich keine Spur und tun sich anfangs sehr schwer. Der Schütze ist ihnen immer den wesentlichen Schritt voraus. Und Enger und Lier-Horst verstehen es meisterlich, dem Leser (und den Ermittlern) Hoffnung zu machen, dass sie den Täter doch schon fast geschnappt haben.



Doch jede Spur führt erneut ins Nichts. Ich fand das sehr genial gelöst und durch die kurzen Kapitel entsteht ein Wahnsinnstempo, das sich noch dadurch steigert, dass die Kapitel in wechselnder Reihenfolge erzählt werden. So führt ein Cliffhanger zum nächsten.


Besonders angespannt war ich beim Lesen durch die persönliche Komponente, die durch Emmas Privatleben entsteht.



Fazit: ein mehr als rasanter Thriller, der mit den Nerven der Leser spielt.

Veröffentlicht am 01.03.2026

ein irres Tempo

Moorland. Die Zwillinge
0

Als die Zwillinge Jana und Nike im Moor verschwinden hat Polizistin Malia Gold gerade ihren Dienst in der neuen Dienststelle angetreten. Noch nicht einmal ihr Büro ist fertiggestellt. Doch als die Ereignisse ...

Als die Zwillinge Jana und Nike im Moor verschwinden hat Polizistin Malia Gold gerade ihren Dienst in der neuen Dienststelle angetreten. Noch nicht einmal ihr Büro ist fertiggestellt. Doch als die Ereignisse sich zuspitzen, wird auch kein Büro mehr benötigt, denn auf einmal geht alles Schlag auf Schlag.
Wow, was für ein irres Tempo dieses Buch hat. Ich konnte es nicht zur Seite legen und habe es an einem Nachmittag durchgesuchtet. Allein die Atmosphäre mit der Kälte und dem Moor und die Tatsache, dass die jungen Mädchen irgendwie auch nicht so eine reinweiße Weste haben, wie alle denken. Aber auch Malia gefiel mir als Charakter sehr gut. Nach und nach kommt ihre Motivation, sich gerade in dieser Dienststelle zu bewerben ans Licht. Überhaupt bleiben keine Fragen lange offen. Außer die nach dem Täter.
Sehr gut gefielen mir auch die anderen Charaktere. Sei es der Lehrer, der in Schwierigkeiten steckt oder die Mutter von Malia, um die sich auch Geheimnisse ranken – auf jeden Fall viel Potential für noch weitere Bücher der Reihe.
Winkelmann schreibt wieder einen Krimi, der süchtig macht und durch die kurzen Kapitel dazu verleitet, immer noch eins lesen zu wollen, bis man schließlich am Ende angekommen ist und erst einmal wieder den Puls beruhigen muss.
Fazit: ein Autor, von dem man immer mehr lesen will und auch eine Ermittlerin, die ich gerne wieder treffen würde.

Veröffentlicht am 01.03.2026

Sehr schön zu lesen

Das White Octopus Hotel
0

Eve Shaw ist Kunsthändlerin und hat ein Trauma aus der Kindheit zu verarbeiten. Eines Tages besucht sie ein alter Mann in ihrem Büro und drückt ihr einen weißen Oktopus in die Hand. Eve rätselt, was es ...

Eve Shaw ist Kunsthändlerin und hat ein Trauma aus der Kindheit zu verarbeiten. Eines Tages besucht sie ein alter Mann in ihrem Büro und drückt ihr einen weißen Oktopus in die Hand. Eve rätselt, was es damit auf sich hat und reist schließlich in die Schweiz ins White Octopus Hotel. Was sie dort erlebt, hätte sie sich niemals ausdenken können.
Manchmal beeinflusst die Vergangenheit die Gegenwart massiv. Eve hat Schuldgefühle und als sie die Möglichkeit findet, ihren Fehler wiedergutzumachen ergreift sie die Chance. Eine sehr schöne Geschichte hat sich Alexandra Bell hier ausgedacht und zu Papier gebracht. Ich fühlte mich gleich heimisch in den Zeilen und habe das Buch sehr gerne gelesen.
Ein wenig aufpassen muss man allerdings, dass man sich in den Zeiten und Orten nicht verzettelt, weil alles so ineinander geschachtelt ist, aber alles ist logisch aufgebaut und man kommt gut mit. Das Ende hat mich allerdings ein wenig verwirrt.
Bells Schreibstil ist ausdrucksstark, mitreißend und romantisch und sehr anschaulich. Auch die Charaktere mochte ich sehr gerne, vor allem die ganzen Oktopusse fand ich eine sehr gute Idee.
Fazit: Fantastik, Romantik und ein kleines bisschen Krimi – alles verwoben und vereint zu einer Story, die Freude macht zu lesen.