Zerrissen zwischen zwei Kulturen
Unser Haus mit RutscheDie Schauspielerin Safia Al Bagdadi schreibt frisch und selbstironisch über Laylas unkonventionelles Leben. Die Hauptprotagonistin wächst als Kind eines Irakers und einer Französin in Saarbrücken auf. ...
Die Schauspielerin Safia Al Bagdadi schreibt frisch und selbstironisch über Laylas unkonventionelles Leben. Die Hauptprotagonistin wächst als Kind eines Irakers und einer Französin in Saarbrücken auf. Erst startet der Vater im Nahen Osten mit dem Verkauf von Computern durch, dann erfindet sich Laylas Mutter nach dem Golfkrieg neu und übt gleich drei Jobs aus, um die Familie über Wasser zu halten. Ihr kleiner Bruder Nouri spielt nur eine Nebenrolle, die französische Schwiegermutter agiert dafür umso mondäner als versnobtes Schwiegermonster. Die Eigenheiten der Familie blitzen während der Lektüre immer wieder durch. Man bekommt einen unterstellten Einblick in den familiären Mikrokosmos aus Anpassung und Kultur. Layla sucht lange nach ihren Platz im Leben. Nach Mobbing in der Schule, Träumen aus 1000 und 1 Nacht im Irak (vgl. Buchtitel) und der Leidenschaft für die Theater-AG scheitert sie als Schauspielerin und sucht bei Psychologen nach Antworten auf die großen Fragen. Die Erzählerin kann beides, mal ernst, mal urkomisch. Die Geschichte von Layla klingt irgendwie stark biografisch inspiriert. Wenn sie von Michael Jackson schwärmt, von den Gutenachtgeschichten ihres Vaters erzählt oder über die Geschichte Iraks philosophiert, ist sie ungemein sympathisch und einfach nur menschlich echt.
FAZIT
Eine authentisches Familiengeschichte, die mitreißt und zugleich für unterschiedliche Kulturen sensibilisiert.