Meister der Selbstinzenierung
Prince. 100 SeitenDer amerikanische Musiker Prince (1958-2016) war eine Ausnahmeerscheinung. Die Journalistin Rebecca Spilker ist selbst Fan und berichtet in ihrem 100-Seiten-Werk vom Leben und Wirken des Künstlers.
Prince ...
Der amerikanische Musiker Prince (1958-2016) war eine Ausnahmeerscheinung. Die Journalistin Rebecca Spilker ist selbst Fan und berichtet in ihrem 100-Seiten-Werk vom Leben und Wirken des Künstlers.
Prince war bis zu seinem Tod ein Getriebener der Musik. Seine musikalische wie optische Wandlungsfähigkeit ist legendär und kann bis heute in Videos und Fotoaufnahmen bestaunt werden. Prince hat sich selbst verschiedene Instrumente beigebracht und war stets extravagant, gern auch weiblich, gekleidet. In seinem Wirken gab es keine Grenzen. Hier war er seiner Zeit voraus und umgab sich gern mit weiblichen Musikern. Spilker beschreibt Princes Aufstieg und gleichzeitig sein Zerbrechen an der Schnelllebigkeit der Musik- und Filmindustie. Prince hat nie Mainstreammusik produziert, sondern ist immer seinem Geschmack gefolgt. In Chanhassen hat er sich gar ein eigenes Tonstudio namens Paisley Park geschaffen. Im Buch kommt einer seiner ehemaligen Sound Engineers zu Wort und gibt exklusive Einblicke in den Arbeitsalltag mit Prince. Natürlich darf eine Albumschau nicht fehlen. Allerlei Fotos in Farbe und in Schwarz-Weiß ergänzen die Ausführungen der Autorin. Die Suche nach dem Menschen hinter dem übergroßen Künstler hat mich am meisten fasziniert. Hier trifft man nämlich auf einen stillen, fast schon menschenscheuen Mann mit Komplexen, der seinen Körper bei Konzerten bis aufs Äußerste forderte und gern in verschiedene Rollen schlüpfte. Das Tragische dabei ist, dass ein Cocktail aus verschiedenen Schmerzmitteln letztendlich zu seinem Tod führte. Dank Spilkers persönlicher Kurzbiografie durfte ich mein Wissen um Prince erweitern. Das Lesen ist mir leicht gefallen.