Süßes Amrum
Der Klang von Wind und WellenAuf den Spuren von Opas Hinterlassenschaften verschlägt es Julia nach Amrum. Mit ihm Gepäck hat sie ihre Leidenschaft zum Backen und ein altes Fundstück aus dem Erbe.
Für Julia beginnt eine Reihe von ...
Auf den Spuren von Opas Hinterlassenschaften verschlägt es Julia nach Amrum. Mit ihm Gepäck hat sie ihre Leidenschaft zum Backen und ein altes Fundstück aus dem Erbe.
Für Julia beginnt eine Reihe von zufälligen Entdeckungen und zu Aufklärung, was dazu führt, dass Julia vor der Wahl steht, ihr Leben zu verändern oder wieder zurück in die heimische Anonymität zu verschwinden.
„Der Klang von Wind und Wellen“ von Anne Barns war das dritte Buch der Autorin für mich. Ihr Schreibstil wirkte wieder wie eine Einladung in den Duft von gebackenen Köstlichkeiten und einen Kurzurlaub am Strand einer wunderschönen Nordseeinsel.
Die Geschichte um Julias Familie wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Es geht um die Vergangenheit Amrums, die Anfänge des Tourismus und der jungen Mina, die diesen Neuanfang vorantreibt und es gibt die Zeitebene Julias, die in der Gegenwart spielt. Ich habe lange Zeit nach den Verbindungen der beiden Zeitebenen gesucht und sie recht spät gefunden. Auch muss ich zugeben, dass ich mit dieser Verbindung zu Julias Familie nicht gerechnet hatte. Ich hatte vollkommen andere Ideen.
Ich liebe die Zeit abseits der Saison an der See. Einer Zeit, der Gemütlichkeit, in der sich die Menschen zurückziehen, sich aber gleichzeitig gern den Wind um die Ohren pusten lassen und man die Schönheit der Insel abseits der touristischen Ströme ganz anders genießen kann. Genau dieses Flair hat die Autorin gewinnbringend eingesetzt und gleichzeitig Julias Bücherliebe hervorgehoben, sodass sich, diese Geschichte lesende Bücherwürmer, gleich mit der Protagonistin verbinden können. Gleiches gilt für die Leckermäulchen unter den Lesern, wozu ich mich auch zähle. Bei der Beschreibung des Nougats ist mir förmlich das Wasser im Mund zusammengelaufen und ich hätte mich am liebsten mit in die Kaffeerunde gesetzt.
Ich fand es sehr schön, bereits bekannten Charakteren aus dem vorherigen Roman begegnen zu dürfen, was eine Art „Nachhausekommen“ impliziert.
Auch Julia ist nach Hause gekommen, in die Inselwelt Amrums und mitten ins Herz ihrer Bewohner.
Alles in allem ist Anne Barns mit dieser Geschichte wieder ein süß-salziges Highlight mit einem Hauch von Nordseewind gelungen. Wer also Insel- und Liebesgeschichten mag und dazu gerne ein bisschen Nougat nascht, ist hier vollkommen richtig.