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Veröffentlicht am 23.03.2026

Mysteriöser Cole

A Photo Finish
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Da ich mich mit der „Gold Rush Ranch“ nicht besonders ausführlich inhaltlich beschäftigt habe, war ich bei „A Photo Finish“ froh, dass es endlich Klick gemacht hat, dass Violet nicht irgendeine Violet ...

Da ich mich mit der „Gold Rush Ranch“ nicht besonders ausführlich inhaltlich beschäftigt habe, war ich bei „A Photo Finish“ froh, dass es endlich Klick gemacht hat, dass Violet nicht irgendeine Violet ist, sondern Violet Eaton, die die Schwester der Eaton-Brüder ist, deren Liebesgeschichten in der Chestnut Springs-Reihe erzählt werden. Ja, ich hätte es schon in Band 1 merken können, aber weil ich doch viel lese, sind Namen leider eher Schall und Rauch. Mit dem Wissen dann war es auf jeden Fall cool, dass aus Elsie Silvers Sicht chronologisch die Reihe der Eaton-Brüder vorbereitet wurde und sich die Welten da so überschneiden.

Dennoch ist „A Photo Finish“ eine sehr ungewöhnliche Liebesgeschichte, was sicherlich am Kennenlernen von Violet und Cole liegt, aber auch sehr an Coles individueller Persönlichkeit. Er war in Band 1 schon wahrlich kein Sonnenschein. Das war sein Bruder Vaughn auch nicht, aber im Gegensatz zu ihm wirkte er nochmal viel kälter und unnahbarer. Also klar, dass Band 2 jetzt nicht mit völlig veränderten Persönlichkeiten arbeitet und Cole war doch auch weiterhin lange zugeknöpft und unnahbar. Auch wenn wir seine Perspektive haben, aber es war dennoch schwierig, ihn richtig gut zu verstehen, denn sein großes Geheimnis musste so lange wie möglich verheimlicht werden. Geheimnisse gehen aber meist auf Kosten von Sympathien, das ist mir schon sehr oft aufgefallen und dieses Buch bildet keine Ausnahme. Auch wenn sein Schicksal, seinen Vater auf den Rennbahn sterben gesehen zu haben, etwas anrührt, aber es ist dennoch etwas wenig, um da für ihn als Individuum und dann vor allem das Paar mitzufiebern.

Violet gleich vieles aus, auch weil man echt viel von den Eatons in ihr wiedererkennt. Gleichzeitig konnte ich gut nachvollziehen, warum sie eine Herausforderung abseits gesucht hat. Das einzige Mädchen und dann Frau zu sein, gibt sicherlich wenig Entfaltungsmöglichkeit und so kommt sie dann auch rüber. Sie schwankt zwischen Schüchternheit und Ehrgeiz, zwischen Unsicherheit und großer Klappe und bei ihr passen die Gegensätze gut. Ähnlich wie in Band 1 fand ich es auch toll, wie konsequent die Pferde eingebunden wurde. Wir haben neben DD auch einen Neuzugang und ich finde es einfach sehr spannend, dass nach Billie nun auch Violet ihr Herzenspferd bekommen hat. Zudem ist es anrührend, wie hier auch Cole eine Verbindung aufbaut, denn das war der erste Aspekt, wo ich den Umschwung bei seiner Charakterisierung bemerkt habe. Die Tiere sind hier echt Ausdruck von persönlichen Entwicklungen und Offenbarungen.

Mit der Offenbarung von Coles Geheimnis, ja, da wurde ich auch erwischt. Auch wenn ich das in Romance nicht brauche, so muss ich doch zugeben, dass Silver hier wirklich einen rausgehauen hat. Es hat auch viele Puzzleteile dann an die richtige Stelle gerückt, es hat Verständnis erzeugt und des hat dann auch Violet und Cole als Paar etwas geschenkt. Da die Liebesgeschichten von Silver doch sehr körperlich sind, fand ich hier das Geheiminis clever, weil es eine andere Seite erzählt und vor allem in der Konsequenz bedeutet, dass Silver ihre intimen Szenen noch so sehr ausleben mag, aber der Tiefgang, der steht immer über allem. In Band 1 fand ich auch noch deutlicher, dass man merken konnte, dass die Gold Rush Ranch-Reihe vor den Erfolgsreihen liegt, weil es oberflächlicher war. Das würde ich hier als Kritik nicht in den Mund nehmen. Das zeigt auch den qualitativen Sprung, den Silver offenbar gemacht hat.

Fazit: „A Photo Finish“ hat mich nicht sofort einfangen können, weil die Altlasten zu Coles Charakterisierung erst aufgearbeitet werden müssen und weil vor der Enthüllung eines Geheimnisses alles möglichst mysteriös wirken soll. Irgendwann bricht aber alles auf und es passt zwischen dem Paar sehr gut. Ich finde aber auch, dass sich die Rennstall-Thematik weiterhin sehr gut trägt. Ich bin auf den Abschlussband jetzt echt gespannt.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Runde Abschlüsse im Darlington

The Darlington - Logan & Rose
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Das Darlington öffnet das letzte Mal seine Tore und bietet uns das Happyend für das letzte Paar, Logan & Rose, und zusätzlich werden noch alle offenen Themen abgeschlossen. Ist da alles zufriedenstellend?

Ich ...

Das Darlington öffnet das letzte Mal seine Tore und bietet uns das Happyend für das letzte Paar, Logan & Rose, und zusätzlich werden noch alle offenen Themen abgeschlossen. Ist da alles zufriedenstellend?

Ich habe mich bei diesem Band tatsächlich am meisten auf Logan gefreut. Er war in den beiden Bänden zuvor eine Präsenz, die mich neugierig gemacht hat, weil er mit sich selbst am meisten im Reinen gewirkt hat. Das hat sich absolut bestätigt und ich fand seine ganze Art sehr wohltuend. Auch wenn ich gerne schon mal meckere, dass ich es schade finde, wenn ein solches Ungleichgewicht bei einem Paar existiert, dass gefühlt nur einer von beiden alles schultern muss, so wirkt es bei Logan und Rose so, aber wenn man genauer hinsieht, hat auch Logan noch einiges zu verarbeiten, zu erfahren und zu resultieren. Aber er wirkt dabei sehr reif und konsequent und einfach lieb. Ethan hatte etwas sehr Charmantes und hat mich damit gepackt, dass er so eine Wandlung durchgemacht hat. Da wirkt Henry auch noch im Nachgang sehr langweilig. Das hatte ich in Band 1 schon so empfunden und ich bin echt froh, dass die anderen beiden Brüder mehr Pepp reingebracht haben. Auch wenn Henry in diesem Band nochmal tolle Momente hat, aber es war angenehm, dass Logan sich trotz seiner schwierigen Kindheit/Jugend gefunden hat und dass er die Menschen um sich herum mit Respekt und Anstand behandelt. Zudem hat er ein starkes Gerechtigkeitsbedürfnis, das ihn konsequent handeln lässt. Ich mochte ihn wirklich sehr.

Dafür hatte ich diesmal etwas Probleme mit der Frau, Rose, die aber nicht sonderlich schlimm waren. Aber es gab immer mal Momente, in denen ich sie – gerade im Vergleich zu Logan – sehr extrem fand. In den Bänden zuvor konnte man sich Roses zwei große Geheimnisse schon denken, dafür war das wirklich zu offensichtlich gestaltet, deswegen war ich dankbar, dass es auch hier sofort preisgegeben wird, zumindest ein Geheimnis. Das zweite wird erst später verbal enthüllt, aber es war schon so stark angedeutet, dass es da kaum noch überraschend gewesen sein dürfte. Nun mit den Geheimnissen in ihren Kopf zu schauen, da waren durchaus verständliche Sichtweisen zu bemerken, aber gleichzeitig fand ich es auch sehr komplex. Ich finde es durchaus richtig, dass Laura Kneidl bemüht ist, das schwierige Thema des Missbrauchs über verschiedene Perspektiven aufzunehmen. Mutige Frauen in der Öffentlichkeit, mutige Frauen im Verborgenen, der Umgang mit sich selbst und Partnern nach dem einschneidenden Erlebnis, das sind alles Dinge, in denen es kein schwarz/weiß geben kann und darf. Aber Rose wirkt sehr schwarz/weiß in genug Situationen und das kam daher nicht immer ideal aus. Umgekehrt hatte sie wirklich tolle Eltern und damit hat sie eine Basis, auf die sie immer vertrauen kann.

Zum Erzählstil möchte ich noch etwas sagen. Wir wussten ja schon früh, dass Rose die Frau ist, die Logan den Kopf verdreht hat, aber es war natürlich auch gut, dass wir nochmal live dabei waren, wie sie sich begegnet sind. Ich hätte aber wahrscheinlich am Anfang mir Zeit für die Vergangenheit genommen und hätte danach auf die Gegenwart gesetzt. Es gibt viele Bücher des Genres, wo zwischen den Zeitebenen hin- und hergewechselt wird. Das ergibt für mich vor allem dann Sinn, wenn beide Ebenen so geschickt ineinanderlaufen, dass sie sich mit Informationen ideal ergänzen. Das war hier nicht der Fall. Dementsprechend fand ich die Rückblicke zwar süß, weil das Paar Chemie hat, aber gleichzeitig wollte ich dann in der Gegenwart wissen, wie es weitergeht. Aber völlig gestört hat es mich nicht, weil zu viel in der Geschichte stimmte. Alles gegen den Darlington-Vater wurde nämlich sauber zu Ende gebracht. Auch mit keinem völligen Happyend, aber mit einer realistischen Darstellung. Auch die Geschichte von Mutter Darlington wurde etwas umgelenkt, sodass man Hoffnung für sie haben kann, ohne sie aber um 180° zu drehen. Ich fand es insgesamt wirklich sehr angemessen, wie Kneidl lose Fäden geschnappt hat, denn die Themen waren stellenweise echt schwer und da muss es zwar Lichtblicke geben, aber keine unrealistischen Entwicklungen.

Eins fand ich noch etwas schade. Es war so der Band, der sich am meisten vom Hotel und dem Alltag gelöst hat, aber dank „The Bear“ wissen wir, dass Kochen ein spannendes Thema ist, dementsprechend hätte ich dazu gerne noch etwas mehr gehabt. Gerade weil Rose sich da auch weiterentwickeln wollte, hätte es ja gepasst, dass sie sich zusammen ausprobieren. Aber das wäre ein Bonus gewesen, aber nichts, was sein musste.

Fazit: „The Darlington – Logan & Rose“ hat für mich die Reihe sehr zufriedenstellend beendet. Es gab Dinge, die ich mir mehr oder anders gewünscht hätte, aber das wird auch immer mehr, wenn man eine Reihe dann über drei Bände begleitet, weil man sich mehr eindenken darf. Aber ich verliere dabei trotzdem nicht den Bezug zu dem, was ich bekommen habe und das ist vor allem etwas, was sich gut mit den anderen Bänden ergänzt, was trotzdem nochmal andere Seiten hat und was mir alle Fragezeichen genommen hat. So sage ich mit wehmütigem Herzen Bye zum Darlington.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Genial für eine Adaption

Wenn sie wüsste
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Wenn alle aus der Buchbubble um einen herum immer nur von Freida McFadden berichten und man selbst noch nichts gelesen hat, dann ist das schon resolut, aber letztlich hat mich die Ankündigung des Films ...

Wenn alle aus der Buchbubble um einen herum immer nur von Freida McFadden berichten und man selbst noch nichts gelesen hat, dann ist das schon resolut, aber letztlich hat mich die Ankündigung des Films dann doch brechen lassen und so habe ich bei „Wenn sie wüsste“ nun doch noch zugegriffen.

Es war auf jeden Fall ein sehr wilder Ritt, der nicht mal 24 Stunden angedauert hat. Das hatte ich aber im Vorfeld schon mitgenommen, dass es sehr schnell zu lesende Bücher sind und das kann ich nur bestätigen. Es hat mich sehr an Chris Carter erinnert, der auch immer mit kurzen Kapiteln arbeitet. Das ist einfach Trumpf, weil man so auch immer weiterlesen will. Etwas anderes, was mir aufgefallen ist: „Wenn sie wüsste“ ist ja schon ein paar Jahre alt, ich bin also late to the party. Aber letztes Jahr habe ich „Eine falsche Lüge“ von Sophie Stava gelesen. Im Rückblick würde ich sagen, da hat aber wohl jemand ein wenig abgeguckt. Denn ich sehe schon große Parallelen in den beiden Büchern, nur dass ich sie quasi in der falschen Reihenfolge gelesen habe.

Komplett abgeschrieben ist es nicht, aber es sind doch sehr ähnliche Mechanismen, weswegen ich „Wenn sie wüsste“ an einigen Stellen doch etwas vorausahnen konnte, was ich etwas schade fand, weil ich vielleicht sonst ein ähnliches Leseerlebnis wie die meisten anderen gehabt hätte. Aber es zeigt letztlich auch, dass es ein sehr beliebtes Genre ist, was dann aber anfällig ist, auf Dauer nicht mehr zu funktionieren, weil man die Fans quasi erzieht, immer nur noch um die Ecke zu denken. Also kommt es mehr auf die Kleinigkeiten an und da kann ich sagen, dass McFadden vieles richtig macht. Sie erzeugt von Anfang an eine angespannte Atmosphäre, weil ständig etwas passiert. Millie, die wir die meiste Zeit durch das Geschehen begleiten, ist zwar keine direkt sympathische Figur, aber es war spannend, wie man trotzdem mit ihr Mitleid entwickelte, gleichzeitig aber sie auch ein wenig anschreien wollte, weil sie mit eigenen Entscheidungen ebenfalls das Biest weiter genährt hat. Generell ist die Figurenzeichnung sehr interessant, weil alle drei zentralen Rollen sehr viel in einem auslösen und das zeigt letztlich, dass sie im Grundsatz spannend gestaltet sind und keinesfalls einseitig.

Die Perspektivenwechsel bieten den zusätzlichen Kick und es ist dann auch über verschiedene Zeitebenen hinweg einfach sehr gut, dass die Puzzleteile alle zusammenpassen. Mit der Kinoverfilmung im Hinterkopf, die wirklich relativ nah an der Vorlage ist, kann ich auch sagen, dass sich die Qualität damit ebenfalls bestätigt. McFadden hat einfach etwas erzeugen können, was sich auch wunderbar hat adaptieren lassen. Über das relativ enge Geschehen in dem Haus, über die kleine Anzahl an Figuren und dann die Erzählweise, die nie eine Gedankenpause erlaubt hat.

Fazit: Auch wenn „Wenn sie wüsste“ für mich wohl näher an einem Erscheinungstermin besser funktioniert hätte, weil McFadden da mit ihrem Stil noch mehr rausgestochen hätte, so kann ich doch isoliert betrachten, dass es ein sehr guter Thriller ist, der vor allem über den Sog und die Konzeption punktet.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Fertiges Novel Haven

Novel Haven - Sound of Dreams
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Meine bislang liebste Reihe von Anabelle Stehl, „Novel Haven“, findet mit „Sound of Dreams“ leider schon wieder ihr Ende. Nachdem nach den ganzen coolen Marketingideen nun auch noch tatsächlich ein Spiel ...

Meine bislang liebste Reihe von Anabelle Stehl, „Novel Haven“, findet mit „Sound of Dreams“ leider schon wieder ihr Ende. Nachdem nach den ganzen coolen Marketingideen nun auch noch tatsächlich ein Spiel entwickelt wurde, muss man echt sagen, da ist wirklich ein rundes Konzept entstanden, das der Qualität der Reihe absolut entsprochen hat.

„Sound of Dreams“ bietet uns das Happyend von Aria und es ist immer ein besonderes Gefühl, wenn man so lange auf die Geschichte einer Rolle wartet und sie dann bekommt. Vor allem weil ich schon ahnen konnte, dass Aria mir menschlich sehr ähnlich ist und ich mich ihr sehr verbunden fühlen werde. Etwas überrascht war ich, dass der Abschlussband doch deutlich am wenigsten mit der Gaming-Welt zu tun hat. Schlimm fand ich es tatsächlich nicht, weil über die Verbindung von Aria und Neuzugang Felix gleich zwei Themen angesprochen werden konnten, die ich gut fand. Das eine ist klar die Hörbuchwelt, daran anknüpfend auch die Musikwelt, weil beide über besondere Stimmen ablaufen. Da ich selbst immer mehr Hörbücher lese, fand ich es sehr interessant, wie das über Felix ausgestaltet wurde, der immer schon eine markante, warme Stimme bescheinigt bekommen hat und sie daher zu seinem Werkzeug macht, doch aller Anfang ist schwer und Vorurteile innerhalb einer Branche stelle ich mir auch als wahrscheinlich vor. Ich fand damit insgesamt Felix‘ Geschichte als Sprecher sehr interessant dargestellt und die Verbindung zum Spiel hat sich logisch ergeben.

Von Aria haben wir nun ausgeprägt ihre Liebe zur Musik. Bislang war sie vor allem für die Pixel-Art des Spiels bekannt, vor allem natürlich für den legendären Capybara, sodass ich diese Seite sehr interessant fand, weil sie noch mehr ihrer natürlichen Ausdrucksweise entspricht. Es sind vor allem die instrumentalen Stücke, über die sie etwas mitteilt. Sie selbst bezeichnet sich nicht unbedingt als Sängerin, aber ich fand es auch gut, dass sie das dennoch nicht in ihrer Leidenschaft aufgehalten hat, denn die Stimme ist für einen Musiker wahrlich nicht alles. Beide Rollen haben dann auch gemeinsam, dass sie eine Fangemeinde haben und so kann über beide erzählt werden, wenn eben diese vermeintlichen Fans verbal übergriffig und toxisch werden. Durch Social Media wirkt viele sehr gläsern und trotzdem hat niemand Anspruch auf das Privatleben von Menschen, die ihnen gefallen und hier wurde anschaulich erzählt, wie schmal der Grat ist, dass man Fans einlassen will, um sich selbst nicht alleine zu fühlen, aber dass man trotzdem darauf hoffen muss, dass sie persönliche Grenzen achten. Da ich dieses Jahr auch schon einige ernstere Bücher zu ähnlichen Themen gelesen habe, hat sich das hier gut angeschlossen und hat Stehls Stärke aufgezeigt, dass man ein Anliegen auch in romantische Geschichten gut verpacken kann.

Zwar bleibt die Chemie zwischen Nataly und Dylan unerreicht, aber auch Aria und Felix haben eine gemeinsame Geschichte bekommen, die mich mitgerissen hat. Zwar lag von Anfang eine gewisse Schwere über ihrem Miteinander, weil speziell Felix ein Päckchen dabei hatte, aber es ist dennoch gelungen, ihnen zwischendurch auch sehr unbeschwerte, freie Momente zu schenken, sodass dann genau das rüberkam, was für mich eine Liebesgeschichte auch ausmacht. Wie die Leben der beiden zusammenhing, das ist für mich auch angemessen lange verschleiert worden, sodass es auch Überraschungseffekte gab. Das ist in dem Genre kein Muss, aber es ist schön, wenn es aufgeht. So enthält die Geschichte dann auch eine große Betrachtung des Themas Verzeihens. Das haben Liebesgeschichte zwar öfters, aber selten für Dinge, die weit in der Vergangenheit liegen und einen auch nicht unweigerlich betreffen. Da ist hier ein angemessener Zeitraum gewählt worden. Genauso fand ich es aber auch gut, dass über Aria ein Themenkreis aufgenommen wurde, wann sich wer wie verliebt, denn man lernt ja schließlich niemals aus.

Fazit: „Sound of Dreams“ hat zwar letztlich am wenigsten mit dem Novel Haven-Spiel zu tun gehabt, aber das war überhaupt kein Nachteil und hat letztlich mit anderen Schwerpunkten dennoch ein sehr würdiges Ende geboten. Die Themenauswahl war wieder spitze und ich habe die Achterbahn der Gefühle mit Aria und Felix sehr gerne bestiegen. Jetzt bin ich gespannt, was Stehls nächstes Spielfeld wird.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Musikliebe in Nashville

Blue Sparrow Girls – The Melody of You and Me
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Ich habe von Laura Willud bereits gerne die Hopeville Dragon-Reihe gelesen und als ich nun ihre neue Blue Sparrow Girls-Reihe entdeckt habe, war mir sofort klar, dass ich da auch reinlesen werde. Vom Collegesport ...

Ich habe von Laura Willud bereits gerne die Hopeville Dragon-Reihe gelesen und als ich nun ihre neue Blue Sparrow Girls-Reihe entdeckt habe, war mir sofort klar, dass ich da auch reinlesen werde. Vom Collegesport wechseln wir diesmal zur Musik und dafür geht es nach Nashville, wo die Autorin auch einen Aufenthalt hatte, der sie sehr inspiriert hat. Bin auch ich von „The Melody of You and Me“ inspiriert?

Das Buch ist sehr stark von einer Trauerthematik bestimmt. Unsere Protagonistin Olive hat ihre Mutter erst kürzlich verloren und es ist ein wirklich schwerer Einstieg, aber auch etwas, woraus man gut ableiten kann, was ihre Motivation für den großen Umzug ist. Ich finde auch über die gesamte Länge betrachtet, dass sich die Gestaltung des Trauerprozesses sehr echt angefühlt, aber vielleicht auch zu echt. Mit Merrit Niemeitz kenne ich eine Autorin, die der Poesie des Gedankenflusses eine ganz eigene Note mitgeben kann. Das ist dann nicht die Sache von allen, das ist auch klar, aber man kann sich gut darauf einlassen. Aber in den ausgiebig geschilderten Gedankenprozessen braucht es auch mal Tempo und Action. Das ist eigentlich das, was ich diesem Auftakt als Nachteil auslegen möchte. Denn gerade wenn ein bisschen Stimmung reinkam, im Sinne von, es passiert etwas, dann wurde es sofort wieder ausgebremst, weil sich beide Figuren im Denken verlieren. Ich bin bei einer gesunden Mischung dabei, wenn beides mir etwas gibt und vielleicht sogar genau in der Waage liegt. Hier wurde es aber manchmal unnötig träge, zumal dann einige Gedankengänge auch sehr wiederholend wirkten.

Ich finde diesen Eindruck deswegen so schade, weil ich eigentlich alles andere sehr mochte. Klar, die WG-Regel war etwas übertrieben, aber ansonsten mochte ich die beiden WGs auf ihre Art und Weise. Ich mochte die Vorstellung mit der Dachterrasse, ich mochte die wenigen Ausflüge sehr, ich mochte auch die Songtexte sehr. Die ganzen gewählten Zutaten waren stimmig und da ich auch schon einige Serie gesehen habe, die in New Orleans spielen, fühlte es sich auch sehr authentisch an, weil die Stadt atmet Musik an jeder Ecke. Es hätte von allem noch etwas mehr sein können. Noch mehr Erkunden der Stadt durch Olive, noch mehr gemeinsame Momente von ihr und Drew. Ich hätte auch ihn gerne etwas mehr ausgearbeitet gehabt. Ich fand seine Frühstücksbrunche mit seinen Eltern ganz toll. Es hat mich an eine eigene Familientradition erinnert und auch die ganzen Diskussionen, das Aufziehen, das war wunderbar zu lesen. Aber bis auf die anfängliche Entdeckung von ihm, war es mehr Olives Geschichte. Ich hätte mir noch mehr Herausforderungen für Drew gewünscht. Denn auch wenn er aus einer intakten Familie kommt, aber ich kann mir dennoch gut vorstellen, dass er sein Päckchen zu tragen hat.

Das Buch ließ sich unter dem Strich wirklich fix lesen. Auch wenn ich mich erwischt habe, dass ich bei den längeren Gedankenszenen mal etwas vorweg gehuscht bin, aber der Schreibstil passt. Eine Verbundenheit zu den Figuren war stets da. Es gab Humor und auch die Gruppenchats hatten eine wohltuende Dynamik. Ich werde den zweiten Band definitiv auch lesen, weil auf ihn auch schon hingearbeitet wurde.

Fazit: Der Auftakt zu den „Blue Sparrow Girls“ war insgesamt gelungen. Nashville als Ort für die Thematik ist genau richtig gewählt. Gerade die Schreibprozesse von Songs waren auch ein Highlight, sodass die thematischen Entwicklungen gut zum Setting passten. Ein bisschen mehr dynamische Handlung hätte gut getan, ein bisschen mehr Drew wäre noch ein Bonus gewesen, aber ansonsten habe ich ein echt fix zu lesendes Liebesabenteuer bekommen.

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