Second Chance am Arbeitsplatz
Mornings in Boston - The Truth We HideIch bin im letzten Jahr gerne in die Welt von „Mornings in Boston“ von Anna Lane eingetaucht, habe aber nach Band 1 doch gemerkt, dass ich nur eine gute Basis bekommen habe, mir aber ansonsten einfach ...
Ich bin im letzten Jahr gerne in die Welt von „Mornings in Boston“ von Anna Lane eingetaucht, habe aber nach Band 1 doch gemerkt, dass ich nur eine gute Basis bekommen habe, mir aber ansonsten einfach noch vieles besser ausgestaltet fehlte. Mit „The Truth We Hide“ ist der zweite Band jetzt relativ schnell nachgelegt worden, sodass ich doch gespannt war, ob ich schon Verbesserungen sehe.
Ich würde auf jeden Fall sagen, dass Band 2 den Auftakt in der Tasche hat, gerade weil ich Scarlett extrem gut ausgearbeitet empfunden habe. Ihre Vergangenheit und ihre zwei verschiedenen und gegensätzlichen Lebensweisen werden gut erklärt und ich fand ihre Reise auch mitreißend. Sie muss sich nicht erst noch finden, aber sie muss ihren Frieden mit der Vergangenheit machen und sie muss lernen, dass ihr Äußeres nur eine Verstärkung ihrer Persönlichkeit ist, nicht aber eine Abschwächung, weil sie direkt und hartnäckig gemocht wird. Auch Jasper hat mich mehr als Connor fasziniert, dennoch muss ich bei ihm sagen, gerade weil er ebenfalls eine schreckliche Vergangenheit hatte, dass man die Balance besser hätte finden können. Gerade seine gemeinsame Geschichte mit Erin hat mich sehr interessiert, war aber nur sehr marginal. Außerdem sind erst ganz am Ende ein paar Eindrücke von Jaspers Erlebnissen beschrieben, was ich dann auch eher reingequetscht fand. Auch wenn Scarlett und er wirklich sehr verschiedene Leben haben und hatten, so sind die Parallelen doch evident und deswegen hätte man die Aufarbeitung ebenso gemeinsam gestalten können.
Dann möchte ich bei einem Punkt noch etwas meckern, aber danach werde ich versprochenermaßen noch auf all das eingehen, was mich überzeugt hat. Ich fand, dass es ein ziemliches Auf und Ab war, wie die Morningshow eingebunden wurde. Mal war es viel hintereinander, dann kam ewig nichts mehr. Auch hier wäre etwas mehr Balance nicht schlecht gewesen. Wenn ich so ein Setting haben, dann bitte auch bedienen. Aber ich fand es gut, wie gerade über die gefährlichen Reportereinsätze von Scarlett und Jasper auch Spannung und Emotionalität erzeugt wurde. In Band 1 war es oft eher statisch, hier war es aber definitiv sehr in Bewegung und das hat gut gepasst. Die ganzen Geheimnisse der Gegenwart und die der Vergangenheit werden am Ende in einem Showdown zusammengeführt. Hier hätte ich mir Mornings in Boston als ideale Bühne vorgestellt. Lane hat sich für eine andere Lösung entschieden, aber ich denke, dass es über die Heimatshow der beiden noch besser aufgezogen hätte werden können.
Einen riesigen Sprung habe ich gemerkt, wie sehr mir die Welt doch ans Herz gewachsen ist. Das hat sich besonders an Penelopes Geburtstagsfeier zum Ausdruck gebracht, denn dort kommen alle zusammen und es fühlte sich wie eine kleine Familie an. Das macht auch nochmal extrem Lust auf den Abschlussband. Ich war auch sehr begeistert, wie die Freundschaft von Scarlett und Grayson ausgestaltet wurde. Man erlebt es wirklich so oft, dass Freundschaften zwischen Mann und Frau wie ein Damoklesschwert über allem hängen, aber hier war es sehr natürlich und es war auch cool, wie Jasper damit umgegangen ist. Das hat für mich Reife ausgestrahlt, gerade auch weil wir durch Graysons Familie viele intolerante Menschen kennenlernen. Mir hat aber auch gefallen, wie sich die Beziehung zwischen Scarlett und Jasper ausgestaltet hat. Second Chance ist ja ein Trope, der gerne polarisiert, aber das ist hier eine Geschichte, in der einfach sehr viel gegen sie gearbeitet hat. Aber die Tiefe zwischen den beiden war von Anfang an zu spüren, sodass ich auch urteilen kann, dass der Chemie-Check diesmal bestanden wurde.
Fazit: „The Truth We Hide“ aus der Reihe “Mornings in Boston” hat zwar auch noch gewisse Schwächen, gerade was das Arbeitsplatz-Setting angeht, aber es ist auch eine Steigerung durch mehr Tiefgang, durch mehr Chemie und durch mehr Wohlfühlatmosphäre. Da bin ich beim Abschlussband doch auf jeden Fall dabei.