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Veröffentlicht am 29.04.2026

Überraschend viel Tiefgang hinten raus

The Unhoneymooners – Sie können sich nicht ausstehen und fliegen gemeinsam in die Flitterwochen
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Christina Lauren ist eine der Autorinnen (korrekt: Autorenduo natürlich), von der ich immer mal wieder was gelesen habe, richtig treu bin ich aber nicht gewesen. Inzwischen ist Christina Lauren aber einem ...

Christina Lauren ist eine der Autorinnen (korrekt: Autorenduo natürlich), von der ich immer mal wieder was gelesen habe, richtig treu bin ich aber nicht gewesen. Inzwischen ist Christina Lauren aber einem Hype unterlegen, da kommt man nicht dran vorbei und so werden einige Bücher wieder neu aufgelegt oder endlich übersetzt. Also Christina Lauren weit und breit und ich werde immer treuer. Deswegen habe ich jetzt auch endlich „The Unhoneymooners“ aufgeholt.

Ich habe mich in der Hauptsache von Sandra Voss als Stimme von Olive durch die Geschichte gleiten lassen, da Jesse Grimm als Ethan nur den Epilog hat. Ich hatte dir Stimme gerade bei einem Hörbuch von Kyra Groh und hatte dort bemängelt, dass mir die Stimme etwas zu ‚reif‘ klang. Ohne jetzt zu wissen, wie alt jeweils die beiden Protagonistinnen aus den Büchern sind, kann ich aber sagen, dass die Stimme hier viel mehr passte. Christina Lauren setzen zwar auch auf Humor und trotzdem ist der Stil anders und da war Voss als Hörbuchsprecherin die viel bessere Wahl. Zumal die Hörbuchschauspielerin mit „The Unhoneymooners“ auch echt viel hat, um sich da auszuleben, weil wir Olive als vermeintlichen Unglücksraben vorgestellt bekommen, sodass es einige Fettnäpfchensituationen gibt, in denen die Erzählweise extrem wichtig ist, um das für uns alle aus so absurd-komisch rüberzubringen.

Insgesamt ist der Stil von Christina Lauren sehr gut zu erkennen. Das Autorinnenduo erzeugt gerne erzwungen-absurde Situation, hier haben wir eben Flitterwochen, bei denen mit Olive und Ethan zwei Figuren zusammenkommen, die sich vermeintlich nicht ausstehen können. Dementsprechend gab es auf Hawaii doch einige Szenen, die sehr typisch sind, die mich aber dennoch in den Bann des Paares gezogen haben. Mir hat in dem Kontext auch sehr gefallen, dass das Thema Glück/Pech so offensiv angegangen wurde und mir hat die Familienkonstellation rund um Olive sehr gefallen. Auch wenn die beiden alleine auf Hawaii sind, aber die engen Latinx-Strukturen in Olives Familie wurde durchgängig rübergebracht, sodass viele davon gefühlt mit auf der Reise waren. Anderes vor Ort mit Chef und Ex kam aus dem Nichts, hat aber für sehr amüsante Situationen gesorgt.

Für mich sehr überraschend war auf jeden Fall der Konflikt, der sich letztlich immer deutlicher aufgebaut hat, nachdem Olive und Ethan ihren Groove gefunden hatten. Angesichts des Beginns der Buchs habe ich das nicht erwartet, vielleicht habe ich auch einfach Red Flags übersehen. Bei Hörbüchern muss ich immer erst reinkommen, sodass mir dort vielleicht also was entgangen ist, aber vielleicht haben Christina Lauren es auch einfach geschafft, dass es aus dem Nichts kommt. Lob dafür. Ich fand es sogar durch Olives Perspektive belastend nach und nach einiges über eine Nebenfigur herauszufinden, weil es so viele verletzte Gefühle bedeuten. Drama in RomComs gehört zwar dazu, aber es ist oft einfach etwas, was erfüllt werden muss, aber nichts, was mich tief berührt. Da war der Konflikt zwischen Olive und ihrem Zwilling Amy sowie Ethan echt herzzerbrechend. Lange trainierte Beziehungen haben einfach das Potenzial und ich hätte gerne weggeschaut, konnte aber nicht.

Fazit: „The Unhoneymooners“ hat die typischen Christina Lauren-Zutaten. Für mich war das Buch durchgängig unterhaltsam, aber es war doch deutlich zu merken, dass es immer besser wurde. Erst gab es nu viel Humor, aber irgendwann wurde es richtig intensiv und tiefgründig. Da konnte ich keine Pause mehr einlegen.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Komplexe Verwicklungen von fünf Fremden

Fünf Fremde
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Romy Fölck ist eine Autorin, an der man eigentlich nicht vorbeikommt, gerade weil sie in ihrem Schreiben sehr flexibel ist, siehe verschiedene Genres, und doch habe ich es geschafft, bislang noch gar nichts ...

Romy Fölck ist eine Autorin, an der man eigentlich nicht vorbeikommt, gerade weil sie in ihrem Schreiben sehr flexibel ist, siehe verschiedene Genres, und doch habe ich es geschafft, bislang noch gar nichts von ihr gelesen zu haben. „Fünf Fremde“ ist nun ihr erster Thriller und ich musste doch bei dem Klappentext sehr an Lucy Clarke denken. Ich mag es in dem Genre doch echt gerne, viele verschiedene Perspektiven zu haben und deswegen dachte ich, dass der Zeitpunkt ideal ist, Fölcks Erzählstimme nun endlich mal kennenzulernen.

Ich habe „Fünf Fremde“ als Hörbuch gehabt und wie ein wenig erhofft, gibt es gleich sechs Erzählstimmen. Die fünf Fremden, aber auch eine Vergangenheitsperspektive musste noch vertont werden, sodass wir dann eben auf sechs Beteiligte kommen. Es war mir gleich fünf Frauenstimmen schon herausfordernd, gerade weil die ‚älteren‘ und die ‚jüngeren‘ Stimmen sich dann auch ähnelten, aber da immer fix klar wird, von wem gerade erzählt wird, war es nicht schlimm. Zumal ich viele Erzählstimmen eh immer gegenüber nur einer Stimme bevorzugen würde, weil es sich dann mehr wie ein Schauspiel anfühlt und dafür greife ich gerne zu einem Hörbuch. Jetzt ist noch der Hinweis entscheidend, dass ich die gekürzte Version des Hörbuchs hatte. Da bin ich eigentlich kein Fan von, weil ich auch nie abschätzen kann, was gekürzt wird. Ich gehe anhand meiner Eindrücke von Fölcks Schreibstil davon aus, dass es vor allem beschreibende Elemente und Momente, die der Atmosphäre dienen, sind, das ist für mich dann auch zu verkraften. Zumal ich am Ende auch sagen kann, dass ich alles verstanden und keine Lücken entdeckt habe.

Für mich wäre der Kritikpunkt an „Fünf Fremde“ die Charakterarbeit. Das ist immer ein schmaler Grat, wenn man so viele Perspektiven hat, dass man ihnen allesamt gerecht wird. Ganz ideal ist es nicht gelungen, aber ich hänge das nicht zu hoch, denn ich habe genau das bekommen, was ich mir von so einer Art von Erzählung erhofft habe. Die vielen Perspektiven verwirren ordentlich, man bekommt aber auch genug Hinweise, um selbst zu rätseln, es ist durchgängig spannend und es wird durchaus auch einiges Psychologisches angeboten. Gerade am Ende, wenn sich alle Motiven offenbaren, dann wird es nochmal herausfordernd für die Autoren. Da die Hintergründe stellenweise extrem sein können, ist es für mich gerade dann hilfreich, wenn ich wirklich verstehe, was los ist. Das war jetzt gerade bei „Bachelorette Party“ von Camilla Sten sehr extrem und auch hier hatte ich gewisse Fragezeichen. Dafür hatte ich bei den anderen Figuren aber ein recht gutes Bild, aber letztlich ist es einfach ein Lebensausschnitt und kein ganzes Leben.

Die Insel als Setting ist gut gewählt. Man kommt nur auf bestimmte Art und Weise hin und je nach Wetterbedingungen ist man auch nicht mal eben wieder weg. Durch die Jahreszeit kommt auch kein Urlaubsfeeling auf, stattdessen erzeugt Fölck eine düstere Stimmung, die dann mit dem Inhalt gut zusammenpasst. Wir bekommen dann nach und nach die fünf Fremden vorgestellt und wir bekommen durch die Rückblenden einen Kontext, mit dem immer mehr zu erahnen, was auf der Insel einst passiert ist und warum es so entscheidend ist, dass nun einige Figuren zusammenkommen. Ich fand das Buch gut aufgebaut, weil wir immer in guten, regelmäßigen Abständen neue Infos bekommen haben. Entweder es waren echte Durchbrüche oder es war uns etwas gereicht, womit wir dann arbeiten konnten. Ich muss auch sagen, dass mich das Hörbuch mit einem gewissen Grad an Komplexität auch abgelenkt hat, denn gerade im Nachhinein würde ich sagen, dass die Fährten gut ausgelegt worden sind. Nicht total auffällig, aber mein Hirn hätte an einiges kommen können. So war es für mich bis zum Ende überraschend.

Fazit: Während Camilla Sten jetzt gerade erst scheiterte, das Warten auf einen neuen Lucy Clarke-Thriller zu überbrücken, hat Romy Fölck das für mich geschafft. Es war durch die ganzen Perspektiven nämlich genau das, was ich im Thriller-Bereich gerne lese: Komplex, verwirrend, spannend und mit Tiefgang. Es hätte im Charakterbereich noch einen Ticken mehr sein können, aber ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Fantasiereiches Spiel mit der griechischen Mythologie

Villains Are Made (1). Der Fluch der Medusa
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Nachdem Julia Holz, die man bei Social Media als julezreads kennt, ihre erste Buchreihe bei arena angekündigt hat, musste ich doch sehr an einige Jahre davor denken, als Anabelle Stehl offiziell zur Autorin ...

Nachdem Julia Holz, die man bei Social Media als julezreads kennt, ihre erste Buchreihe bei arena angekündigt hat, musste ich doch sehr an einige Jahre davor denken, als Anabelle Stehl offiziell zur Autorin wurde. Da war es auch schon echt cool, dass eine Bloggerin, die ich länger verfolgt habe, ihren Traum erfüllen konnte und das ist jetzt hier schon wieder der Fall.

Was zusätzlich wunderbar gepasst hat, „Villains Are Made“ und generell die gesamte Reihe beschäftigt sich mit der griechischen Mythologie. Für die habe ich schon mehr als die Hälfte meines Lebens einen besonderen Platz in meinem Herzen, weil ich zunächst ganz alte Bücher meines Vaters über die griechen Sagen gelesen habe und dann immer mehr Filme/Bücher dazu konsumiert habe. Besonders natürlich auch die „Göttlich“-Reihe von Josephine Angelini, die wohl hier auch eine Rolle für Julia gespielt hat. Dementsprechend war für mich schnell klar, dass ich die Reihe ausprobieren möchte. Ich habe mir das Hörbuch genommen, das von Martha Kindermann eingesprochen wurde. Ich war über die Laufzeit doch erst etwas erstaunt, weil ich es normalerweise am liebsten zwischen zehn bis zwölf Stunden habe. Die gewählte Stimme für Isla war auf jeden Fall wunderbar, zumal ich den Eindruck hatte, dass sie auch sehr variabel mit ihrer Stimme war, um anderen Figuren etwas Einzigartiges mitzugeben. Das Highlight war natürlich Silas, ganz klar, aber auch so hat sie es geschafft, die doch umfangreiche Handlung zu rahmen.

Meine Sorge bezüglich der Laufzeit hat sich in Teilen bewahrheitet. Ich würde schon sagen, dass Julia sich etwas zu sehr ausgetobt hat. Es geht auch gar nicht um viel, weil sie keinesfalls repetitiv erzählt hat, aber wenn ich mir vor Augen führe, was letztlich an aktiver Handlung passiert ist, dann hätte man es durchaus etwas knapper halten können. Manche Medusa-Einblicke hätte man vielleicht kürzen können und auch in der Gegenwart gab es verzichtbare Szenen, aber zum Glück war es in der Gesamtsumme nichts, was mich in die Gefahr gebracht hätte, das Buch abbrechen zu wollen (was ich nie tue, aber schon drüber nachzudenken ist kein gutes Zeichen).

Abgesehen davon habe ich eigentlich von der angekündigten Handlung genau das bekommen, was ich wollte. Ich mochte das Retelling der griechischen Mythologie wirklich sehr. Medusa in der Vergangenheit und Isla in der Gegenwart haben mich als zwei Personen mit einer Geschichte doch sehr berührt. Medusa war zwar für mich nie eine der faszinierenderen Persönlichkeiten, aber sie wird gerne gewählt, um andere Sichtweisen auf ihre Geschichte zu ermöglichen. Das habe ich bislang aber nicht verfolgt, sodass Julias Perspektive darauf sich für mich sehr neu anfühlte und es war interessant, richtig tief in die alten Sagen-Fakten einzutauchen, mehr zu erfahren und dann eben das gesponnen zu bekommen, was ganz alleine Julias Fantasie ist. Medusas Geschichte kann da nur tragisch sein und es tat mir in der Gegenwart weh, so eine eingeschüchterte und belastete junge Frau kennenzulernen, die die Welt für sich noch einmal ganz neu erkunden muss.

Genauso spannend war es aber auch, die ganzen Figuren um sie herum kennenzulernen. Thea und Silas als enge Gefährten, die werden in ihrer Identität nicht verschleiert und es war schön, die Beziehungen zu ergründen. Wendungsreicher waren da dann andere Charaktere wie Grace, Quinn und natürlich Adrian und wen sie wohl darstellen. Es war schon völlig klar, dass Adrian kein menschlicher Love Interest war, aber die Spekulationen hätten echt überall hinführen können, zumal ich auch eher immer bei den oberflächlicheren Basics zur griechischen Mythologie geblieben bin, sodass Julia mich hier gut hätte austricksen können. Die Wendungen und die Enthüllungen der Identitäten haben für mich sehr gut gepasst und es waren echte Richtungswechsel, sodass sich die Handlung dadurch immer mehr von einer vermeintlichen typischen College-Geschichte zu einer Fantasy-Geschichte entwickelt. Natürlich haben auch schon Medusas Kapitel eine andere Tonart, aber Islas Geschichte ist länger eher harmlos, bis dann eben auch dort das Tempo angezogen wird.

Da sich Julia ab da auch alle Freiheiten der Welt erlauben konnte, war für mich die Handlung in keiner Weise vorhersehbar. Ich war schon sehr gespannt, wie Isla ihren Fluch in den Griff bekommen kann, wie sie dann einen richtig sozialen Kreis aufbaut und wie der Plan der Gruppe umgesetzt wird, sich endlich vom Schicksal zu befreien. Ich finde vor allem auch, dass die Autorin schon einen guten Umriss gibt, wie die ganze Reihe funktionieren wird. Die Ankündigungen zu Pandora und Cassandra klingen da echt vielversprechend, zumal es ebenfalls nicht die allerbekanntesten Figuren der griechischen Mythologie sind. Da wird Julia ihre Ideen dann weiter sprudeln lassen können.

Fazit: Ich mochte „Villains Are Made” echt gerne und das Wichtigste ist: Es war gut, dass Julia Holz ihren Traum verfolgt hat, denn sie kann definitiv schreiben und überzeugt gleich mit einer komplexen Geschichte, die viele Facetten hat. Ja, es gab Längen, in der Kürze liegt manchmal die Würze und ich habe den Band auch lieber für seine Vielfalt anstatt für die Liebesgeschichte gelesen, aber das passt für so ein Erstlingswerk, denn es gab so viel zu entdecken und dabei auch noch so viel Gutes. Weiter so!

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Viele vegetarische Rezepte

Keine Zeit? Kein Problem!
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Ich bin bei dem GU-Kochbuch „Keine Zeit? Kein Problem!“ sofort aufmerksam geworden, aber weniger wegen des Haupttitels, sondern vielmehr wegen des Untertitels, der gesunde Rezepte ohne großen Aufwand versprochen ...

Ich bin bei dem GU-Kochbuch „Keine Zeit? Kein Problem!“ sofort aufmerksam geworden, aber weniger wegen des Haupttitels, sondern vielmehr wegen des Untertitels, der gesunde Rezepte ohne großen Aufwand versprochen hat. Wer was für gesund hält, das kann sich ja tatsächlich doch sehr unterscheiden, je nach Philosophie, weswegen ich dann doch sehr gespannt, was es so zu entdecken gibt.

Tatsächlich entspricht die Grundidee des Kochbuchs sehr meinem Geschmack. Es sind sehr wenig Rezepte mit Fleisch enthalten, was mir sehr positiv aufgefallen ist, weil es auch die Wahrscheinlichkeit erhöht hat, auf mehr vegetarische Rezepte zu stoßen, deren Grundidee ich noch nicht kenne und die mich geschmacklich überraschen können. Aber eins nach dem anderen. In einem Vorwort erklärt der Ernährungsdoc Matthias Riedel seine Idee für dieses Kochbuch, anschließend gibt es Infos zu den verschiedenen Nährstoffen. Danach folgen Ausführungen zur artgerechten Ernährung. Dies fällt je nach Krankheit und Unverträglichkeiten unterschiedlich aus, aber es geht auch darum, wie man welchen Bedarf abdeckt. Während es bis dahin noch sehr allgemein war und für viele sicherlich auch nichts Neues beinhaltet, ist dann das Tellerprinzip doch sehr spezifisch. Ich denke mir angesichts solcher Vorgaben echt ungerne Zusammenstellungen auf meinem individuellen Teller aus, weswegen ich es gut finde, dass Riedl hier nach seinen eigenen Vorgaben Rezepte entwickelt hat. Nicht alle Zusammenstellungen haben mich angesprochen, aber das ist wohl auch normal. Aber weit mehr als die Hälfte hat bei mir den Gedanken ausgelöst, dass ich das doch gerne mal ausprobieren würde.

Nach einigen Küchentipps, die man als Erfahrener nicht braucht, geht es dann an die Rezepte, die unterteilt sind nach der Zutatenanzahl. Es geht mit sechs los und wird dann immer weniger. Für mich ist die Zutatenanzahl eigentlich nicht ausschlaggebend, weswegen ich eine solche Einteilung für unsinnig halte, aber vielleicht bin ich da auch nicht der Durchschnitt. Da halte ich es eher mit Jamie Oliver und dem zeitlichen Aufwand. Schlimm ist es aber natürlich nicht. Die eigentlichen Rezepte sind dann optisch gut hergerichtet. Die gewählten Bilder sind ästhetisch, es gibt sofort Grafiken, die mit ‚vegetarisch‘, ‚glutenfrei‘ etc. eine zusätzliche Einordnung anbieten. Danach folgt dann schon Zutatenliste mit Anweisung. Da die meisten Rezepte wirklich gut zu beherrschen sind, habe ich dementsprechend grafisch nichts vermisst.

Ich habe inzwischen auch einiges nachgekocht und bevor ich auf die jeweiligen Rezepte eingehe, möchte ich noch zwei Kritikpunkte erwähnen. Zum einen ist das die Beobachtung, dass einige Rezepte sich doch sehr ähneln. Es sind einige Nudelgerichte drin und da gibt es beispielsweise einmal Spinat und dann Grünkohl dazu. Ansonsten ähnelt es sich mit Parmesan und Pinienkernen aber sehr. Das finde ich dann etwas einfallslos und hätte eher eine Art Tipp genutzt, dass man das Gemüse auch mit folgenden anderen Sorten austauschen könnte. So wirkt es so, als hätte man die Seiten noch füllen müssen. Ein anderer Kritikpunkt betrifft eher das Lektorat. Ich habe das nicht überall überprüfen können, gehe aber auch davon aus, dass es eher eine Ausnahme-Beobachtung und keine Regelmäßigkeit darstellt. Aber bei zwei Rezepten mindestens gibt es in der Zutatenliste und der Beschreibung dann Widersprüche, weil entweder ein anderer Begriff fällt oder weil eine Zutat gar nicht mehr auftaucht, sodass geraten werden kann, wo diese wie eingebaut werden muss. Das ist doch etwas schade.

Jetzt aber zu den Rezepten. Die Nudelrezepte hatte ich schon angesprochen und trotz Einfallslosigkeit (Stichwort Ähnlichkeit) fand ich doch, dass es leckere Ideen waren, um klassische Nudeln mit einer Tomatensauce abzulösen. Auch wenn es dann etwas trockener wirkt, aber gleichzeitig ist im Mundraum viel mehr auf einmal los. Das Buch setzt aber auch auf Nudeln aus Gemüse. Das ist bislang doch echt an mir vorbeigegangen, aber ich habe Linsennudeln jetzt ausprobiert. Ja, man muss bei der Garzeit aufpassen und ist es geschmacklich was ganz anderes, aber keinesfalls schlechter, einfach nur anders. Erwähnen möchte ich auch die Käse-Quark-Pancakes mit Erbsen. Ich esse gerne herzhafte Waffeln und Muffins, da waren die Pancakes jetzt eine schöne Ergänzung. Es ist in der Pfanne dann schon mal Fummelsarbeit, aber geschmacklich war es lecker und frisch. Eine coole Idee fand ich auch den herzhaften Kaiserschmarrn mit Hackfleisch. Es ist wie erwähnt eines der wenigen Fleisch-Rezepte und das Einzige mit Fleisch, was ich ausprobiert habe. Es war aber wirklich gut zu machen und hat sehr gut geschmeckt. Ich habe auch den Eintopf mit Lauch-Apfel und Bohnen ausprobiert. Das hat ebenfalls sehr gut geschmeckt. Apfel und Lauch ist immer zusammen empfehlenswert, aber auch mit den Bohnen hat es sehr gut gepasst. Abschließend möchte ich noch Ofenmöhren mit Hummus und Feta erwähnen. Ich hatte Hummus noch nicht selbst gemacht, ging aber sehr einfach und hat zu den Möhren und dem Feta wunderbar geschmeckt.

Fazit: „Keine Zeit? Kein Problem“ hat mich mit vielen vegetarischen Rezepten unterhalten, die auch recht fix zu kochen sind. Ich habe informativ nicht viel mitnehmen können und ich fand manche Rezepte auch fehlerhaft und wiederholend, aber alles andere stimmte für mich. Das Wichtigste war eh der Geschmack und da haben mich eigentlich alle Rezepte überzeugt, die ich ausprobiert habe.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Second Chance am Arbeitsplatz

Mornings in Boston - The Truth We Hide
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Ich bin im letzten Jahr gerne in die Welt von „Mornings in Boston“ von Anna Lane eingetaucht, habe aber nach Band 1 doch gemerkt, dass ich nur eine gute Basis bekommen habe, mir aber ansonsten einfach ...

Ich bin im letzten Jahr gerne in die Welt von „Mornings in Boston“ von Anna Lane eingetaucht, habe aber nach Band 1 doch gemerkt, dass ich nur eine gute Basis bekommen habe, mir aber ansonsten einfach noch vieles besser ausgestaltet fehlte. Mit „The Truth We Hide“ ist der zweite Band jetzt relativ schnell nachgelegt worden, sodass ich doch gespannt war, ob ich schon Verbesserungen sehe.

Ich würde auf jeden Fall sagen, dass Band 2 den Auftakt in der Tasche hat, gerade weil ich Scarlett extrem gut ausgearbeitet empfunden habe. Ihre Vergangenheit und ihre zwei verschiedenen und gegensätzlichen Lebensweisen werden gut erklärt und ich fand ihre Reise auch mitreißend. Sie muss sich nicht erst noch finden, aber sie muss ihren Frieden mit der Vergangenheit machen und sie muss lernen, dass ihr Äußeres nur eine Verstärkung ihrer Persönlichkeit ist, nicht aber eine Abschwächung, weil sie direkt und hartnäckig gemocht wird. Auch Jasper hat mich mehr als Connor fasziniert, dennoch muss ich bei ihm sagen, gerade weil er ebenfalls eine schreckliche Vergangenheit hatte, dass man die Balance besser hätte finden können. Gerade seine gemeinsame Geschichte mit Erin hat mich sehr interessiert, war aber nur sehr marginal. Außerdem sind erst ganz am Ende ein paar Eindrücke von Jaspers Erlebnissen beschrieben, was ich dann auch eher reingequetscht fand. Auch wenn Scarlett und er wirklich sehr verschiedene Leben haben und hatten, so sind die Parallelen doch evident und deswegen hätte man die Aufarbeitung ebenso gemeinsam gestalten können.

Dann möchte ich bei einem Punkt noch etwas meckern, aber danach werde ich versprochenermaßen noch auf all das eingehen, was mich überzeugt hat. Ich fand, dass es ein ziemliches Auf und Ab war, wie die Morningshow eingebunden wurde. Mal war es viel hintereinander, dann kam ewig nichts mehr. Auch hier wäre etwas mehr Balance nicht schlecht gewesen. Wenn ich so ein Setting haben, dann bitte auch bedienen. Aber ich fand es gut, wie gerade über die gefährlichen Reportereinsätze von Scarlett und Jasper auch Spannung und Emotionalität erzeugt wurde. In Band 1 war es oft eher statisch, hier war es aber definitiv sehr in Bewegung und das hat gut gepasst. Die ganzen Geheimnisse der Gegenwart und die der Vergangenheit werden am Ende in einem Showdown zusammengeführt. Hier hätte ich mir Mornings in Boston als ideale Bühne vorgestellt. Lane hat sich für eine andere Lösung entschieden, aber ich denke, dass es über die Heimatshow der beiden noch besser aufgezogen hätte werden können.

Einen riesigen Sprung habe ich gemerkt, wie sehr mir die Welt doch ans Herz gewachsen ist. Das hat sich besonders an Penelopes Geburtstagsfeier zum Ausdruck gebracht, denn dort kommen alle zusammen und es fühlte sich wie eine kleine Familie an. Das macht auch nochmal extrem Lust auf den Abschlussband. Ich war auch sehr begeistert, wie die Freundschaft von Scarlett und Grayson ausgestaltet wurde. Man erlebt es wirklich so oft, dass Freundschaften zwischen Mann und Frau wie ein Damoklesschwert über allem hängen, aber hier war es sehr natürlich und es war auch cool, wie Jasper damit umgegangen ist. Das hat für mich Reife ausgestrahlt, gerade auch weil wir durch Graysons Familie viele intolerante Menschen kennenlernen. Mir hat aber auch gefallen, wie sich die Beziehung zwischen Scarlett und Jasper ausgestaltet hat. Second Chance ist ja ein Trope, der gerne polarisiert, aber das ist hier eine Geschichte, in der einfach sehr viel gegen sie gearbeitet hat. Aber die Tiefe zwischen den beiden war von Anfang an zu spüren, sodass ich auch urteilen kann, dass der Chemie-Check diesmal bestanden wurde.

Fazit: „The Truth We Hide“ aus der Reihe “Mornings in Boston” hat zwar auch noch gewisse Schwächen, gerade was das Arbeitsplatz-Setting angeht, aber es ist auch eine Steigerung durch mehr Tiefgang, durch mehr Chemie und durch mehr Wohlfühlatmosphäre. Da bin ich beim Abschlussband doch auf jeden Fall dabei.

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