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Veröffentlicht am 24.03.2026

Ich hatte zu viele Déjà-vu

The Crane and the Nightjar
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Eigentlich wollte Zara Nightjar nur benötigtes Geld bei dem nicht ganz legalen Kartenspiel gewinnen, doch dann findet sie sich in einem der schlimmsten Gefängnisse wieder und muss in den Minen schuften. ...

Eigentlich wollte Zara Nightjar nur benötigtes Geld bei dem nicht ganz legalen Kartenspiel gewinnen, doch dann findet sie sich in einem der schlimmsten Gefängnisse wieder und muss in den Minen schuften. Als man sie aus der Zelle holt, wähnt sie sich schon auf dem Weg zur Hinrichtung, doch dann wird sie mit anderen Häftlingen in ein Spiel des Königs eingebunden. Wer seine Aufgaben löst, dem winkt die Begnadigung.

Von der Welt, in der Zara lebt, lernt man zunächst nur ihre Heimat, das Königreich Raspa kennen, ein düsterer Ort voller Nebel. So werden auch die Magier dort Nebler genannt. Deren Magie ist endlich, jedes Mal, wenn sie eingesetzt wird, verliert der Magier einen Teil seiner Seele, und, ist sie ganz aufgebraucht, wird er zu einem menschenfressenden Monster, einer sogenannten Krähle. Magie kann auch weiterverkauft werden, so dass es Magier verschiedener Ordnungen gibt, je nach Herkunft ihrer Magie. Ob Zara eine Neblerin ist, erfährt man lange nicht.

Der Roman wird vorwiegend aus Zaras Perspektive, und der eines anderen Gefangenen, Crane, erzählt, jeweils in Ich-Form. Auch Crane wurde für das Spiel des Königs ausgewählt, er ist von Anfang an undurchschaubar, und sprach Zara schon vor ihrer Verhaftung an. Zwischen ihnen entsteht eine Art Hassliebe, gleichzeitig knistert es gewaltig.

Auch einige der anderen Häftlinge, die am Spiel des Königs teilnehmen müssen, lernt man näher kennen, nicht alles sind sympathisch, doch einige schon. Gleichzeitig muss man ständig gewahr sein, dass nicht alle überleben werden.

Es gibt einige Überraschungen, nicht nur für die Charaktere. Da es noch einen weiteren Band geben wird, ist die Geschichte am Ende des Romans noch nicht zu Ende erzählt. Ob ich den nächsten Band lesen möchte, weiß ich allerdings noch nicht sicher.

Denn ich hatte so meine Probleme mit dem Roman. Zum einen gibt es einige inhaltliche Fehler, so ist die Figur Flutter zur selben Zeit an verschiedenen Orten, und nein, das ist nicht ihre magische Fähigkeit, sondern ganz eindeutig ein Fehler, der eigentlich nicht passieren sollte. Noch gravierender für mich war allerdings, dass ich viel zu oft ein Déjà-vu-Gefühl hatte, vieles habe ich schon einmal gelesen, ich hatte fast das Gefühl als wären Versatzstücke aus anderen Romanen genommen worden und zu einem neuen Roman zusammengeworfen worden. Und dadurch war für mich auch vieles vorhersehbar, zum Beispiel auch der Plottwist gegen Ende.

Für mich wirkte zudem die Liebesgeschichte nicht authentisch. Ich bin generell kein großer Fan von Liebesgeschichten, doch wenn sie stimmig ist und zur Geschichte passt, ist es für mich okay. Hier wirkte es für mich sehr aufgesetzt, die Gefühle kamen bei mir nicht an.

Dennoch habe ich die Geschichte nicht ungern gelesen, die Welt und das Magiesystem sind interessant, es gibt Charakteren, denen ich gerne wieder begegnen würde, und ja, ein bisschen bin ich auch gespannt, wie es weitergehen wird. Ich werde also den zweiten Band vielleicht doch lesen.

Leider konnte mich der Roman, trotz interessanter Welt, Magiesystem und Charakteren, nicht richtig überzeugen, dafür hatte ich zu oft ein Déjà-vu-Gefühl, auch die Inhaltlichen Fehler störten mich, sowie die nicht überzeugende Liebesgeschichte. Wahrscheinlich werde ich den zweiten Band trotzdem lesen, denn ich bin neugierig, wie es weitergeht.

Veröffentlicht am 23.03.2026

Hier regiert zu sehr der Zufall

Mord in der Wiener Werkstätte
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Wien, 1906: Lili Feigl lebt in armen Verhältnissen, der Vater ist zwar Künstler, trinkt und spielt aber, so dass er sich mit Fälschungen und schmuddeligen Bilder mehr schlecht als recht durchschlägt. Lili ...

Wien, 1906: Lili Feigl lebt in armen Verhältnissen, der Vater ist zwar Künstler, trinkt und spielt aber, so dass er sich mit Fälschungen und schmuddeligen Bilder mehr schlecht als recht durchschlägt. Lili hat das Glück durch Zufall eine Stelle als Putzfrau bei den Frauen der Wiener Werkstätte zu erhalten. Dort findet sie eines Tages eine Leiche.

Max von Krause stammt aus verarmtem Adel und arbeitet bei der Wiener Polizei. Er muss nicht nur einen Fälscher finden, auch ein verschwundener Ring und eine Leiche in der Wiener Werkstätte fordern seine Aufmerksamkeit.

Der Roman ist der Beginn einer neuen Reihe um Lili Feigl und Max von Krause. Die beiden haben mir gut gefallen, sie versuchen das beste aus ihrer Situation zu machen, haben aber auch Hindernisse zu überwinden. Gut gefallen hat mir auch das Setting, über die Wiener Werkstätte wusste ich bisher so gut wie nichts, jetzt habe mich über den Roman hinaus damit beschäftigt. Auch der weitere historische Hintergrund ist passend, vor allem das Leben der Frauen wird thematisiert.

Leider hat mir der Kriminalfall nicht gefallen. Am Anfang habe ich mich noch gespannt gefragt, was dahinter stecken könnte, miträtseln ist aber kaum möglich, da es so gut wie keine echten Ermittlungsergebnisse gibt. Hier spielt vor allem der Zufall eine Rolle, und das ist gar nicht meins, vor allem, wenn sich die Zufälle häufen. Auch die Auflösung selbst kann mich nicht überzeugen.

Leider basiert die Auflösung des Kriminalfalls für mich zu sehr auf Zufällen, nur das Setting und die Protagonist:innen konnten mir gefallen. Für einen Kriminalroman ist mir das persönlich zu wenig, da gibt es deutlich bessere, diesen hier kann ich daher nur eingeschränkt empfehlen

Veröffentlicht am 20.03.2026

Leider wird öfter Spannung auf Kosten der Logik aufgebaut

Seelendämmerung
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Die Investigativjournalistin Thyra König wird in der Dusche ihres Boxclubs überfallen, der Angreifer hat, wenn auch auf sehr kryptische Weise, eine Bitte an sie, sie soll Kinder vor einer Gefahr bewahren, ...

Die Investigativjournalistin Thyra König wird in der Dusche ihres Boxclubs überfallen, der Angreifer hat, wenn auch auf sehr kryptische Weise, eine Bitte an sie, sie soll Kinder vor einer Gefahr bewahren, näheres würde sie im Schlaraffenland erfahren.

Thyra fühlt sich vor allem wegen der gefährdeten Kinder angesprochen, recherchiert, und begibt sich mit Folkert Mackensen als Rückendeckung zunächst nach Berlin, denn dort könnte das erwähnte Schlaraffenland zu finden sein..

Schon der Einstieg in die Geschichte hat mich den Kopf schütteln lassen, Thyra wird überfallen und lässt sich auf ein paar Satzfetzen des Angreifers ein? Schon das ist für mich nicht wirklich logisch, warum konnte sie der Mann nicht auf andere Weise ansprechen, warum wird sie zunächst auf eine Art Schnitzeljagd geschickt, obwohl Kinder in Gefahr sein sollen? Diese Frage habe ich mir immer wieder gestellt. Spannung wird hier leider öfter auf Kosten der Logik aufgebaut.

Sicher, dadurch kommen auch einige interessante Szenen zu Stande, denn in Berlin besucht Thyra den legendären Club Berghain, kommt , nicht nur, in Lebensgefahr, isst vergoldete Currywurst, und wird Mordzeugin. Letztlich führt der Weg dann nach Irland, dem Land, in dem Thyra aufgewachsen ist, wo sie, natürlich, wieder in Lebensgefahr gerät, und sogar, ganz unerwartet auch für die Leser:innen, jemanden trifft, den sie kennt – hier bin ich übrigens sehr unsicher, was ich davon halten soll, mal sehen, wie sich das weiterentwickelt, in beiden Reihen.

Thyra König ist nämlich die Tochter Jan de Fries‘, dem Protagonisten der anderen Reihe des Autors. Aus dieser Reihe stammt auch ursprünglich Folkert Mackensen, der mir hier besser gefällt als dort. Auch Thyra ist nicht unsympathisch, doch in meinen Augen oft zu unvorsichtig. Mackensen erscheint mir da etwas bedachter.

Auf gewisse Weise faszinierend finde ich die Settings, erst der Club, später dann die irische Insel, Valentia Island, die einiges zu bieten hat, hier aber ein bisschen zweckentfremdet wird. Denn dort geschieht heimlich und leise etwas Ungeheuerliches, in dem sich Thyra bald mittendrin befindet.

Der zweite Band um Thyra Königs ist spannend, bietet aber auch einige Möglichkeiten, den Kopf zu schütteln, für mich wird leider öfter Spannung auf Kosten der Logik aufgebaut. Trotzdem habe ich den Roman nicht ungern gelesen, vor allem wegen der interessanten Settings. Band 1 fand ich jedoch deutlich gelungener.

Veröffentlicht am 09.03.2026

Leider etwas verwirrendes Trilogieende

BRZRKR 3
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Dieser Band beendet die Trilogie um den rätselhaften und unsterblichen B.

Die Geschichte bleibt weiterhin erwachsenen Leser:innen vorbehalten, sie ist brutal und blutig, und dies wird auch durch die, ...

Dieser Band beendet die Trilogie um den rätselhaften und unsterblichen B.

Die Geschichte bleibt weiterhin erwachsenen Leser:innen vorbehalten, sie ist brutal und blutig, und dies wird auch durch die, im übrigen gelungen Zeichnungen, transportiert. Bezüglich der Zeichnungen hätte ich mir aber gerade in diesem Band gewünscht, dass die soldatischen Charaktere unterscheidbarer gezeichnet worden wären. Im zweiten Band spielte ein Soldat eine nicht unwesentliche Rolle, ob er in diesem Band auch mitspielte, wurde mir nicht ganz klar.

Bs Geschichte erhält einen gewissen Abschluss, wobei ich durchaus weiteres Geschichtenpotential sehe, und auch die Experimente mit ihm enden. Allerdings fand ich diesen Band auch verwirrend, so dass es für mich kein ganz gelungenes Trilogieende ist.

Nachdem mich die ersten beiden Bände schnell gepackt haben, ließ mich dieser etwas verwirrt zurück, das Lesen fand ich nicht einfach – schade.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Origineller Roman mit Schwächen

Die Bienen
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Die Honigbiene Flora 717 entspricht nicht der Norm, sie ist zu groß, in den Augen der Bienen im Stock zu hässlich, und. geboren als Hygienearbeiterin kann sie Dinge, die sie nicht können dürfte, zum Beispiel ...

Die Honigbiene Flora 717 entspricht nicht der Norm, sie ist zu groß, in den Augen der Bienen im Stock zu hässlich, und. geboren als Hygienearbeiterin kann sie Dinge, die sie nicht können dürfte, zum Beispiel kann sie sprechen.

Eine Biene als Protagonistin, ein Bienenstock als Handlungsort, das ist schon sehr besonders und originell. Als Leser:in lernt man so einiges über das Leben der Honigbienen. Das Zusammenleben im Stock funktioniert nur, weil jede Biene ihre Aufgabe hat und weiß, was sie tut. Da Flora anders ist, wird ihr Misstrauen entgegengebracht, da sie aber durch ihre vielen Fähigkeiten, die Arbeit, zu der sie eingeteilt wird, gut meistert, bekommt sie dennoch eine gewisse Anerkennung. Doch dann passiert Flora 717 etwas, das gegen alle Regeln verstößt, sie legt ein Ei, und muss nun, um sich und ihr Ei zu schützen, besonders kreativ sein.

Da Flora verschiedene Aufgaben übertragen bekommt, bekommt man als Leser:in auf ihren Spuren einen guten Einblick in ein Bienenvolk, lernt sogar die Königin und verschiedene Legenden kennen, fliegt mit Flora hinaus in die Welt, lernt andere Insekten kennen, die ihren Weg kreuzen, vor allem diejenigen, die der Horde angehören, den Feinden der Bienen, vor allem Wespen und Spinnen, erfährt aber auch, wie die menschliche Zivilisation auf den Stock auswirkt, zum Beispiel, während und nach der Heimsuchung, also, wenn der Imker sich am mühsam erarbeiteten Honig bedient, den Bienen Teile ihres Vorrates stiehlt, aber auch, wie sich Technik und Umweltverschmutzung auswirkt. Einige Szenen wirken sehr brutal, aber in der Natur passieren solche Dinge.

Was mich sehr gestört hat, war, dass die Bienen sehr vermenschlicht wurden, ich bin sicher, dass der Roman auch anders funktioniert hätte, besonders der religiöse Part und das Huldigen der Männlichkeit, also der Drohnen, fand ich überzogen. Die Überraschung, die nicht nur Flora sondern auch die Leser:innen bezüglich Floras letztem Ei erleben, konnte ich mir noch einigermaßen erklären, auch wenn es nicht explizit so erwähnt wurde, schöner wäre es gewesen, wenn die Autorin eine deutliche Erklärung geliefert hätte, so ist es doch fragwürdig.

Leider konnte mich der Roman auch nicht packen, stellenweise hat er mich sogar eher gelangweilt. Klar gab es die eine oder andere spannende Szene, wenn etwa fremde Tiere in den Stock eindringen, aber auch das hat nur relativ kurz gewirkt. Am Ende hatte ich mir von dem Roman mehr erwartet.

Der Roman hat gute und schlechte Seiten, es ist interessant, in einen Bienenstock blicken zu können, und eine Biene auf ihrem Lebensweg zu begleiten. Allerdings wurden in meinen Augen die Bienen zu sehr vermenschlicht, und leider konnte mich der Roman auch nicht wirklich packen.

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