Wohlfühlroman
NordwindworteMila kehrt zurück nach Emden, um den Bücherladen des Vaters zu übernehmen. Mit bringt sie ihre vier Katzen, eine gescheiterte Beziehung und als erstes bekommt sie die Organisation eines Buchsommers aufs ...
Mila kehrt zurück nach Emden, um den Bücherladen des Vaters zu übernehmen. Mit bringt sie ihre vier Katzen, eine gescheiterte Beziehung und als erstes bekommt sie die Organisation eines Buchsommers aufs Auge gedrückt, und zwar innerhalb von vier Wochen. Dann soll in der ganzen Stadt ein Krimi gedreht werden, der alles durcheinander bringt.
Das Buch ist ein absoluter Wohlfühlroman, der sich sehr gut liest. Er punktet vor allem mit der Beschreibung des wunderbaren Buchladens, in dem wohl jeder Buchinteressierte gern bleiben würde. Und mit der Natur von Ostfriesland. Es werden auch viele Redewendungen in Platt verwendet, eine Übersetzung gibt es am Ende des Buches. Das macht es sehr authentisch.
Leider ist auch für einen Wohlfühlroman vieles relativ unrealistisch. Ein solch großes Kulturereignis innerhalb von sechs Wochen zu organisieren, halte ich für nicht möglich. Weiterhin ist Mila so gut wie immer unterwegs. Jeden Abend Treffen mit Freunden, Spiel in der Theatergruppe. Später die neue Liebe. Sie kommt quasi abends nur nach Hause, kuschelt ihre Katzen und fällt ins Bett. Ganz alltägliche Sachen, wie einkaufen, putzen oder waschen, kommen so gut wie überhaupt nicht vor. Allerdings auch nichts, was die Organisation des Geschäfts angeht. Da wird abends das Geld abgerechnet, kein Wort zu dem Papierkram, den man als Geschäftsinhaber machen muss.
Auch die „böse“ Figur von Pia ist extrem überzeichnet. Das ist in meinen Augen sehr schade, denn die Autorin kann auch tiefgründig und über Probleme schreiben, was besonders im Fall des kleinen Jungen Jelte hervorsticht. Davon durchgängig etwas mehr hätte dem Buch gut getan.
Trotzdem hat sich das Buch gut gelesen und ich spreche zumindest eine Leseempfehlung für diejenigen aus, die einen Wohlfühlroman mit Herz und ostfriesischem Flair gern lesen