Profilbild von raschke64

raschke64

Lesejury Star
offline

raschke64 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit raschke64 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.04.2026

Familie und Historie

Schwesternland
0

Antonia leidet immer noch an dem Verlust ihres Vaters. Zum 100. Geburtstag ihrer Großmutter trifft sie sich mit ihrer Familie im Haus im Havelland, genannt Schwesternland. Denn auch innerhalb der Familie ...

Antonia leidet immer noch an dem Verlust ihres Vaters. Zum 100. Geburtstag ihrer Großmutter trifft sie sich mit ihrer Familie im Haus im Havelland, genannt Schwesternland. Denn auch innerhalb der Familie ist seit dem Tod des Vaters die enge Verbindung wie zerbrochen. Durch ein Ahnengutachten entschließt sie sich, ihre Masterarbeit über die Flucht der Hugenotten aus Frankreich zu schreiben, denn in dem Gutachten findet sie eine Vorfahrin, eine Tochter eines Seidenhändlers aus Lyon. Jeanne verliert auf der Flucht nach Berlin fast alles und Antonia folgt ihren Spuren.

Die Geschichte ist zweigeteilt. In der Gegenwart geht es vor allem um Antonia und ihr Studium sowie ihr Leben. Mehr begeistert hat mich allerdings die Geschichte in der Vergangenheit. Es ist wunderbar beschrieben, wie die Hugenotten in Frankreich lebten, wie es zur Vertreibung kam und vor allem was sie auf der Flucht und auch später in ihrem Fluchtland Preußen erlebt haben. Anfangs springt es in den Zeiten stark hin und her. Ich meine damit nicht Gegenwart und Vergangenheit, sondern auch noch innerhalb der Vergangenheit. So gibt es Teile, die weit vorgreifen und vorwegnehmen. Und dann wiederum klaffen große Lücken, die erst viel später geschlossen werden. Etwa ab der Hälfte des Buches geht es dann mehr chronologisch vorwärts und das empfand ich als wesentlich besser. In der Gegenwart habe ich manche Entscheidung von Antonia einfach nicht nachvollziehen können. Trotzdem ist das Buch sehr gut lesbar und vermittelt unauffällig auch viel Wissen über das 17. Jahrhundert. Daher gibt es von mir eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2026

Typisch

Ostfriesenerbe
0

Ann Kathrin hat ein großes Problem. Vom sogenannten Club der Wissenden bekommt sie einen Code übermittelt, mit dem sie in diese geheime Datenbank eindringen kann. Das alles ist natürlich illegal und sie ...

Ann Kathrin hat ein großes Problem. Vom sogenannten Club der Wissenden bekommt sie einen Code übermittelt, mit dem sie in diese geheime Datenbank eindringen kann. Das alles ist natürlich illegal und sie will das eigentlich gar nicht tun. Doch viele verschiedene Leute wollen den Code und damit ist ihr Leben extrem bedroht. Gleichzeitig geschehen aber auch eigenartige Morde und Unfälle und alles wird komplizierter, denn ihre Chefin will sie eigentlich sofort loswerden.

Das Buch ist ein typischer Krimi aus der Ostfriesen-Reihe. Nicht besonders hochspannend und es passiert wie immer auch sehr viel nebenher. Allerdings ist es bei weitem nicht das schlechteste Buch der Reihe. Es werden einige interessante Fragen aufgeworfen. So war eigentlich die Sache mit dem Code interessanter als der Fall selbst. Ich glaube, man sollte Fan der Reihe sein, ansonsten dürfte das Lesen etwas schwierig werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.03.2026

Wohlfühlroman

Nordwindworte
0

Mila kehrt zurück nach Emden, um den Bücherladen des Vaters zu übernehmen. Mit bringt sie ihre vier Katzen, eine gescheiterte Beziehung und als erstes bekommt sie die Organisation eines Buchsommers aufs ...

Mila kehrt zurück nach Emden, um den Bücherladen des Vaters zu übernehmen. Mit bringt sie ihre vier Katzen, eine gescheiterte Beziehung und als erstes bekommt sie die Organisation eines Buchsommers aufs Auge gedrückt, und zwar innerhalb von vier Wochen. Dann soll in der ganzen Stadt ein Krimi gedreht werden, der alles durcheinander bringt.

Das Buch ist ein absoluter Wohlfühlroman, der sich sehr gut liest. Er punktet vor allem mit der Beschreibung des wunderbaren Buchladens, in dem wohl jeder Buchinteressierte gern bleiben würde. Und mit der Natur von Ostfriesland. Es werden auch viele Redewendungen in Platt verwendet, eine Übersetzung gibt es am Ende des Buches. Das macht es sehr authentisch.
Leider ist auch für einen Wohlfühlroman vieles relativ unrealistisch. Ein solch großes Kulturereignis innerhalb von sechs Wochen zu organisieren, halte ich für nicht möglich. Weiterhin ist Mila so gut wie immer unterwegs. Jeden Abend Treffen mit Freunden, Spiel in der Theatergruppe. Später die neue Liebe. Sie kommt quasi abends nur nach Hause, kuschelt ihre Katzen und fällt ins Bett. Ganz alltägliche Sachen, wie einkaufen, putzen oder waschen, kommen so gut wie überhaupt nicht vor. Allerdings auch nichts, was die Organisation des Geschäfts angeht. Da wird abends das Geld abgerechnet, kein Wort zu dem Papierkram, den man als Geschäftsinhaber machen muss.

Auch die „böse“ Figur von Pia ist extrem überzeichnet. Das ist in meinen Augen sehr schade, denn die Autorin kann auch tiefgründig und über Probleme schreiben, was besonders im Fall des kleinen Jungen Jelte hervorsticht. Davon durchgängig etwas mehr hätte dem Buch gut getan.

Trotzdem hat sich das Buch gut gelesen und ich spreche zumindest eine Leseempfehlung für diejenigen aus, die einen Wohlfühlroman mit Herz und ostfriesischem Flair gern lesen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.03.2026

Nettes Buch

Fäden des Glücks
0

Karla arbeitet in einer Unternehmensberatung und aufgrund eines eher dummen Fehlers wird sie entlassen. Gleichzeitig kommt Post von den Ämtern und sie muss sich endlich um das geerbte Gutshaus auf dem ...

Karla arbeitet in einer Unternehmensberatung und aufgrund eines eher dummen Fehlers wird sie entlassen. Gleichzeitig kommt Post von den Ämtern und sie muss sich endlich um das geerbte Gutshaus auf dem Land in Mecklenburg kümmern. Nach dem Tod ihres Vaters hat sie es geerbt und alles schleifen lassen. Jetzt will sie es verkaufen und braucht dazu noch einiges an Renovierung und dann Papieren. Doch gleich am ersten Tag geht alles schief und sie setzt mehrere Räume unter Wasser.

Das Buch ist nett zu lesen. Ich würde es als Feel good-Roman einsortieren. Schon der Name und das Landleben erinnern eher an Bullerbü, auch wenn Karla in Liebesdingen und bei der Renovierung so einiges an Problemen hat. Doch am Ende wird alles gut und bis dahin lässt sich das Buch wirklich sehr gut lesen. Es prallen Welten aufeinander, doch es zeigt auf, wie man mit Hilfe und Freundschaft und guten Ideen viel erreichen kann und dass nicht nur Geld glücklich macht, auch wenn man es braucht, um seine Ziele zu erreichen. Es gibt doch einige Rückblendn aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Die sind allerdings sehr kurz gehalten. Es geht in erster Linie um die Geschichten aus der Gegenwart. Das geht für mich völlig in Ordnung und ich spreche eine Leseempfehlung aus

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.03.2026

Familiengeschichte

Elbland
0

Als Ninas Mutter Irma stirbt, könnte sich Nina nach Jahren des Betreuens plötzlich frei fühlen. Doch genau das passiert nicht. Als ihre Schwester Katja vorbeikommt, geraten sie auch noch richtig aneinander. ...

Als Ninas Mutter Irma stirbt, könnte sich Nina nach Jahren des Betreuens plötzlich frei fühlen. Doch genau das passiert nicht. Als ihre Schwester Katja vorbeikommt, geraten sie auch noch richtig aneinander. Nina verliert ihre Stimme, was als Schauspielerin eine Katastrophe ist. Deshalb beschließt sie, ins tschechische Riesengebirge zu fahren. Ninas Mutter stammt von dort und Nina möchte den letzten gemeinsamen Urlaub als heile Familie nochmals aufleben lassen

Das Buch ist eine tragische Familiengeschichte. In der Gegenwart sind zwei Schwestern, die sich gegenseitig die Schuld geben. Ist eine Mutter, die über ihre Vergangenheit und Herkunft so gut wie nichts gesprochen hat und viele Geheimnisse hatte. In der Vergangenheit gibt es nochmals zwei Ebenen. Die Kindheit der Mutter im Sudetenland und die Jugend der beiden Schwestern. Das alles ist sehr gut und vor allem flüssig zu lesen. Ich persönlich hätte mir zwar gewünscht, dass man noch mehr von der Zeit im Sudetenland erfährt. Diese Zeit wird relativ kurz abgehandelt. Die schwierige Mutter-Tochter-Beziehung und vor allem die noch schwierigere Schwestern-Beziehung ist gut erklärt und nachvollziehbar. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere