Hoffnungsvolle Romantasy, gewürzt mit jeder Menge Spice
We Reach for the LightDas "Angels & Demons"-Duett von Emma Scott ist komplett anders als die Bücher, die wir bisher von ihr kennen. Ihr Ausflug in das Romantasy-Genre war wohl Teil ihres Trauer- und Bewältigungsprozesses nach ...
Das "Angels & Demons"-Duett von Emma Scott ist komplett anders als die Bücher, die wir bisher von ihr kennen. Ihr Ausflug in das Romantasy-Genre war wohl Teil ihres Trauer- und Bewältigungsprozesses nach dem Verlust zweier geliebter Menschen - es geht um Leben und Tod, ein Leben nach dem Tod, Trauer, aber auch ganz viel Hoffnung.
Von Cole haben wir im ersten Band noch nicht allzu viel mitgekriegt, dennoch fand ich Lucys besten Freund schon damals ziemlich cute und habe mich dementsprechend auf seine Geschichte sehr gefreut. Ich mochte seine hingebungsvolle Künstler-Seele richtig gerne, seine Art, die Menschen nicht nur anzusehen, sondern richtig zu sehen und sie wahrzunehmen, um dann das perfekte Portrait von ihnen zu malen.
Ambri war auf seine Weise ebenfalls sehr liebenswert, auch wenn er natürlich in allem sehr extrem war. Seine Vergangenheit fand ich total spannend, und ich finde man konnte seine Zerrissenheit und seine Sehnsucht danach, wirklich gesehen zu werden, gut nachfühlen.
Ich lese nicht oft m/m-Romance, aber in diesem Buch fand ich die Chemie echt richtig gelungen. Cole und Ambri haben total gut gematcht und ich habe ihre Liebesgeschichte sehr gerne verfolgt. Der Roman war auch echt spicy und teilweise sehr explizit - wer damit ein Problem hat, muss leider weite Textabschnitte überspringen.
Den Fantasy-Anteil der Handlung fand ich wie bereits im ersten Band ein wenig wirr und willkürlich. Vieles wurde nicht zu Ende erklärt, man fühlte sich am Schluss ein wenig im Regen stehen gelassen. Dafür mochte ich das Thema mit der Kunst total gerne, und ich konnte die Bilder von Ambri direkt vor meinem geistigen Auge sehen. Im ersten Band gab's ja regelmäßig Coles Bilder von Lucy für uns Leser - das wäre im zweiten Band auch schön gewesen, eben mit Ambri als Motiv.
Mein Fazit: Erfrischend anders, voller guter Ansätze, aber gerade im Fantasy-Teil nicht ganz ausgegoren. Ich mochte aber die Message des Buchs (vor allem die Erklärung für unsere "Laster" und "inneren Dämonen") und habe am Ende gelernt, dass Liebe und Hoffnung sogar den Tod überdauern. Von mir gibt's 3,5 von 5 Sternen.