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Veröffentlicht am 26.03.2026

Mord im nordschwedischen Winter

Tief im Schatten
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Ein Mann wird tot neben der Straße aufgefunden, eingeschneit und übel zugerichtet. Der ehemalige Skirennläufer Johann Andersson war allseits beliebt und so ist es eine ziemliche Herausforderung für Hanna ...

Ein Mann wird tot neben der Straße aufgefunden, eingeschneit und übel zugerichtet. Der ehemalige Skirennläufer Johann Andersson war allseits beliebt und so ist es eine ziemliche Herausforderung für Hanna Ahlander, Daniel Lindskog und ihre Kollegen, denjenigen zu finden, der diese Tat zu verantworten hat. Als dann auch noch eine junge Frau aus einer strenggläubigen Kirchengemeinde verschwindet, spitzt sich die Situation zu und Hanna und Daniel geraten an ihre Grenzen.

Viveca Sten ist einmal mehr ein spannender Krimi gelungen, der durch sein Setting im winterlichen Nordschweden überzeugt. Mehrere Plottwists sorgen für Spannung und machen das Lesen zu einer Sucht - man muss unbedingt wissen, wie es weitergeht. Sten versteht es sehr gut, den Fall mit einigen persönlichen Geschichten der Kommissare zu kombinieren und sie dadurch noch sympathischer wirken zu lassen.

"Tief im Schatten" ist super spannend, aber dennoch ruhig genug, um einem nicht den Schlaf zu rauben, es lässt einen mitfiebern und wenn man schon glaubt, zu wissen, wer der Mörder ist, kommt ja vielleicht doch noch alles ganz anders. Einzig das Ende mit dem Auftreten von Johans Eltern ist für meinen Geschmack ein bisschen zu dick aufgetragen, aber ansonsten hat mir "Tief im Schatten" wirklich gut gefallen und spannende Lesestunden beschert. Eine eindeutige Empfehlung für alle Fans skandinavischer Krimis mit viel Lokalkolorit..

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Ein Kampf in zweiter Reihe

Die Welt in unseren Händen
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"Die Welt in unseren Händen" versetzt uns zurück in die Zeit des 2. Weltkrieges. Während die Männer an der Front kämpften, sorgten die Frauen der Royal Air Force dafür, dass auch im Hintergrund alles glatt ...

"Die Welt in unseren Händen" versetzt uns zurück in die Zeit des 2. Weltkrieges. Während die Männer an der Front kämpften, sorgten die Frauen der Royal Air Force dafür, dass auch im Hintergrund alles glatt lief. June entschließt sich, ihren Dienst in der WAAF anzutreten - ein großer Schritt, der auch Auswirkungen auf ihr Privatleben hat. In den nächsten Jahren leistet sie in England, Ägypten und Italien Großes für ihr Heimatland.

Emily Walton ist mit "Die Welt in unseren Händen" ein tolles Buch über ein Thema gelungen, über das viel zu wenig geschrieben wird: Die Funktion der Frauen während des Krieges. Anschaulich schildert sie, wie June und ihre Kameradinnen zwar nicht an der Front, aber auf einer anderen Ebene zu kämpfen haben. So viele Aspekte eines Krieges werden beleuchtet und dennoch ist das Buch unglaublich unterhaltsam. Das Zwischenmenschliche zwischen June und ihren neu gefundenen Freundinnen wird ebenso thematisiert, wie die Situationen, unter denen die Frauen, teilweise unter großen Entbehrungen, teilweise aber auch in deutlich besseren Verhältnissen, als erwartet, ihren Dienst versehen. Auch so manche Liebelei hat ihren Platz in dem Buch und sorgt für Abwechslung.

Das Leben in den verschiedenen Ländern wird schön geschildert. Es hat mich überrascht, als wie fortschrittlich Kairo während des 2. Weltkrieges beschrieben wird, welche Szenen es da im Untergrund bereits gab und welch ein Wohlstand dort offenbar herrschte - das hatte ich so nicht erwartet.

"Die Welt in unseren Händen" ist einerseits informativ, andererseits unterhaltsam. Eine gute Mischung für einen Roman, der auf der wahren Geschichte der Großmutter der Autorin basiert und den ich sehr gerne an alle historisch Interessierten weiter empfehle, die auch Spaß an Geschichten abseits des tragischen Kriegsgeschehens haben.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Gefühlvoller Familienroman

Das schönste aller Leben
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"Das Schönste aller Leben" von Betty Boras spielt auf 3 unterschiedlichen Ebenen und schildert die Probleme der unterschiedlichen Generationen, aber auch die Zerrissenheit, mit der die einzelnen Familienmitglieder ...

"Das Schönste aller Leben" von Betty Boras spielt auf 3 unterschiedlichen Ebenen und schildert die Probleme der unterschiedlichen Generationen, aber auch die Zerrissenheit, mit der die einzelnen Familienmitglieder zu kämpfen haben. Der Unterschied zwischen Arm und Reich, zwischen unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und zwischen Einheimisch und Fremd wird ebenso thematisiert wie die ganz persönlichen Probleme der erwachsenen Vio, die sich Selbstvorwürfe nach dem Unfall ihrer Tochter macht. So unterschiedlich ihre Probleme aber auch sind, alle Generationen haben den selben Wunsch: sie wünschen sich für sich und ihre Familie das Schönste aller Leben.

"Das Schönste aller Leben" ist ein sehr gelungener, gefühlvoller Roman, der die unterschiedlichen Thematiken nachvollziehbar aufgreift. Man fühlt sich während des Lesens mit den einzelnen Familienmitgliedern verbunden, fiebert und leidet mit und freut sich, wenn das Leben Sonnenseiten aufweist.

Die Gliederung in kurze Kapitel, jeweils aus der Sicht einer anderen Person bzw. teilweise sogar aus der Sicht des Heimatlandes geschrieben, ermöglichen ein rasches Lesen des Buches, weil man natürlich immer wissen will, wie sich die einzelnen Handlungsstränge weiter entwickeln. Die Protagonisten sind sympathisch und auch die Lebensumstände werden ausführlich geschildert.

Leider hat mir die Verbindung zu Theresia ein bisschen gefehlt, auch wenn mich ihr Schicksal sehr berührt hat. Aber der Zusammenhang mit dem Rest des Buches wurde etwas vernachlässigt und hatte (abgesehen davor, dass sie eine Vorfahrin war) wenig Bedeutung für die weitere Handlung. Ansonsten hat mir "Das Schönste aller Leben" sehr gut gefallen und ich empfehle es sehr gerne an alle weiter, die sich für die Schicksale anderer Familien interessieren.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Und niemals weiß man, wer ist gut, wer ist böse.

Der Nachbar
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Ein Buch mit viel Dynamik - kaum glaubt man, das System einigermaßen durchschaut zu haben, ist wieder alles anders und wer gerade noch das Opfer war ist jetzt plötzlich der Täter. Oder doch nicht???

“Der ...

Ein Buch mit viel Dynamik - kaum glaubt man, das System einigermaßen durchschaut zu haben, ist wieder alles anders und wer gerade noch das Opfer war ist jetzt plötzlich der Täter. Oder doch nicht???

“Der Nachbar” ist ein Buch mit vielen überraschenden Wendungen und man ist nie vorhersehbar, was als nächstes passiert. Sind hier alle verrückt oder warum passieren hier Dinge, die anfangs gar keinen Sinn machen??

Sebastian Fitzek ist es einmal mehr gelungen, einen unglaublich spannenden Psychothriller zu kreieren, ein Buch, das man von der ersten bis zur letzten Seite nicht aus der Hand legen kann, weil man einfach wissen muss, was weiter passiert und weil es fast an jedem Ende eines Kapitels eine neue Wende gibt.

Super spannend, ein “Fitzek, wie man ihn kennt”. Für mich wars leider teilweise schon ein bisschen zu übertrieben und “too much”

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Zwischenbilanz eines bewegten Lebens

Inside
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Boris Becker wird in Großbritannien zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt und muss die Strafe auch umgehend absitzen. Eine ganz neue Welt für den einstigen Superstar, findet er sich plötzlich alleine in einer ...

Boris Becker wird in Großbritannien zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt und muss die Strafe auch umgehend absitzen. Eine ganz neue Welt für den einstigen Superstar, findet er sich plötzlich alleine in einer Zelle wieder, aus der es vorübergehend kein Entkommen gibt.

Auf sehr persönliche und offene Art schildert Boris Becker sein Gerichtsverfahren und seine anschließende Zeit im Gefängnis. Er erzählt über seinen Alltag und über Begegnung im Gefängnis, über Mithäftlinge und Betreuer, über Sympathien und Abgrund. Viel Zeit bleibt zum Nachdenken und Beobachten, Becker erlebt unglaubliche Situationen und schildert seine Erfahrungen sehr detailliert und ungeschminkt. Auch wenn seine Strafe wohl berechtigt war, so hat man während des Lesens viel Mitgefühl mit ihm und die authentischen Erzählungen lassen einen immer wieder schockiert zurück.

"Inside" eröffnet einen neuen Blick auf Boris Becker, das Idol meiner Jugend. Er lässt dabei sein Leben, seine Karriere und alles, was danach kam, Revue passieren, in einer sehr bewegenden Art. Er schildert sehr emotional die Beziehungen zu den Menschen in seinem Leben und lässt erkennen, was er selbst als wichtig erachtet. Er erzählt von seinen "Zellenträumen" und zeigt durch e-Mails und Briefe, die er von Familie und Freunden erhalten hat, wie sehr auch sein Umfeld an seinem Schicksal Anteil nahm.

Für mich war "Inside" ein sehr bewegendes Buch, das mir ein neues Bild von Boris Becker vermittelt hat, ein Bild, wie er sich der Welt zeigen will. Ich habe beim Lesen mitgefiebert, die ein oder andere Träne verdrückt und mich mit ihm gefreut. Sehr gerne empfehle ich das Buch allen weiter, die Näheres über den Menschen Boris Becker und die Zwischenbilanz seines Lebens wissen möchten. "Inside" ist ein Buch, das berührt und bleibende Eindrücke hinterlässt!

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