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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.07.2026

Klarer Buchaufbau, gute Hilfestellung

Sterne finden ganz einfach
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Auch mit dem Familienführer "Sterne finden ganz einfach" von Klaus M. Schittenhelm, erschienen im Kosmos-Verlag, bleibt der Sternenhimmel für mich ein Rätsel, aber er ist mir dennoch ein wenig nähergebracht ...

Auch mit dem Familienführer "Sterne finden ganz einfach" von Klaus M. Schittenhelm, erschienen im Kosmos-Verlag, bleibt der Sternenhimmel für mich ein Rätsel, aber er ist mir dennoch ein wenig nähergebracht worden. Vor allem aber fordert der 'Sternefinder' geradezu dazu auf, nach draußen zu gehen, um den Sternenhimmel zu beobachten.

Mich überzeugt hier vor allem der klare Aufbau des Buches zusammen mit den sehr deutlichen Darstellungen der Sternbilder. Auf der linken Buchseite wird jeweils ein Sternbild dargestellt, auf der rechten Seite ist der Sternenhimmel im jeweiligen Monat zu sehen. Weiterhin gibt es die Auskunft dazu, wo am Himmel man suchen muss.

Wer schon im Planetarium war, weiß, dass alle Sternbilder auch mit der griechischen Mythologie verbunden werden. Mir scheinen diese Bilder aber sehr willkürlich, daher ist es schwierig, diese nachzuvollziehen, mal mehr, mal weniger. So sehe ich auch eher die Teekanne als den Schützen, aber die Geschichten dazu sind dennoch sehr spannend. Bei manchen Sternbildern nähert sich die Mythologie ja auch wirklich dem Aussehen des Sternbildes an.

Alles in allem ist dies ein hands-on Sachbuch, das Lust auf das Sternebeobachten macht. Aber auch im Planetarium wird es mir weiterhelfen. Vor allem ist "Sterne finden ganz einfach" so aufgebaut, dass es für Kinder und Erwachsene gleichsam spannend ist.

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Ein Roman wie ein Kunstwerk

The Artist
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Sofort wäre mir "The Artist - Die Farben des Lichts" von Lucy Steeds in der Buchhandlung aufgefallen mit seinem prägnanten, wunderschönen Cover und dem dazu passenden Titel. Das Buch selbst ist insgesamt ...

Sofort wäre mir "The Artist - Die Farben des Lichts" von Lucy Steeds in der Buchhandlung aufgefallen mit seinem prägnanten, wunderschönen Cover und dem dazu passenden Titel. Das Buch selbst ist insgesamt schon optisch ein Kunstwerk und kommt sogar mit passendem Lesebändchen. Immer mehr gewinnt bei mir auch die Optik eines Buches an Bedeutung.

Der Plot steht dem Äußeren aber in nichts nach. Schon der Klappentext lässt ahnen, dass im Hause Tartuffe nicht alles so ist, wie es scheint. Und dass der englische Journalist Joseph Adelaide überhaupt Einlass in das Reich des Künstlers Èdouard Tartuffe bekommt, ist fast schon ein Wunder. Dabei beginnt der Roman sanft, unspektakulär und atmosphärisch, was sicher nicht alle Lesenden überzeugen wird, was mir aber gut gefiel, da die Landschaft gut vorstellbar ist und die Schreibweise gut passt. Dabei bewegt sich die Handlung stets am gleichen Ort, dem Haus des Künstlers, und zwischen den drei dort anwesenden Personen, Tartuffe (Tata), Joseph und Ettie, auch, wenn einige Nebenfiguren ebenso eine Rolle spielen.

Später nimmt das Buch an Fahrt auf, man merkt bald, dass nicht Tata, sondern seine Nichte Ettie, die bei ihm aufgewachsen ist, den Mittelpunkt des Romans darstellt. Auch die Beschreibung der Gemälde, die man sich bildlich vorstellen kann, nehmen einen großen Raum ein, und dies sicher nicht ohne Grund, denn die Malerei mit ihrer Farbe, die sich immer neu mischen lässt, der Farbauftrag, unter dem andere Farben verborgen sind, schlägt den poetischen Bogen zur Handlung, in deren Verlauf immer mehr Verborgenes zum Vorschein kommt.

Das Ende finde ich schlüssig, passend und gut. Auch die Anmerkungen der Autorin gefallen mir gut und runden den Roman schön ab. Schade, dass man die Gemälde der Tartuffes nur auf den Seiten des Romans selbst findet, aber es ist eben Fiktion. Vorstellen konnte ich sie mir dennoch sehr gut.

"The Artist" ist ein wunderschöner, bildhafter, poetischer Roman für Lesende, die eine schöne Sprache und atmosphärische Darstellung über den schnellen Handlungsfortgang eines Romans stellen. Wer auch die leisen Töne mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Für mich war "The Artist" eines der Lesehighlights dieses Frühjahrs.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Umfassender Ratgeber

Nimm den Zwängen die Macht
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Ich glaube, fast jeder und fast jede denkt, ein Sklave zwanghafter Handlungen zu sein. In diesem Fall bietet der Ratgeber "Nimm den Zwängen die Macht" von Ulrich Voderholzer, Stefan Koch und Rebecca Schennach ...

Ich glaube, fast jeder und fast jede denkt, ein Sklave zwanghafter Handlungen zu sein. In diesem Fall bietet der Ratgeber "Nimm den Zwängen die Macht" von Ulrich Voderholzer, Stefan Koch und Rebecca Schennach schnelle Ersthilfe. Der allumfassende Ratgeber hilft erst einmal dabei, genau einzuordnen, ob man wirklich unter Zwängen leidet oder ob die Zwänge eher als Marotte durchgehen können.

Mir hat es sehr geholfen, zwischen beidem zu unterscheiden, wobei ich eher bei der Marotte gelandet bin, was dann wieder sehr erleichternd war. Liest man den Ratgeber, so erfährt man aber auch, welche Zwänge es so gibt: Vieles hat man schon gehört, anderes war mir neu. Viele Menschen "müssen" bestimmte Dinge tun, z.B. Treppenstufen zählen, doch wenn es für sie nicht einschränkend ist und andere nicht darunter leiden oder darauf hinweisen, ist dies kein Problem.

Eine echte Zwangserkrankung jedoch schränkt das Leben immens ein und kann z.B. auch zur Vereinsamung führen. In diesem Fall brauchen Betroffene Hilfe. Der Ratgeber ist allumfassend und daher sehr wertvoll für alle, die glauben, eine Zwangserkrankung zu haben. Und so kann es sein, dass man entweder mit der Marotte leben kann oder noch zusätzliche Hilfe in Anspruch nehmen muss, denn eine solche Erkrankung muss möglicherweise doch professionell behandelt werden. Alles in allem sehe ich den Ratgeber vor allem als Hilfe, auszuloten, wo man steht. Dass man sich dem Zwang durch ihn entziehen kann, wäre toll, darf man aber nicht erwarten.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Himmel ohne Flügel

Der letzte Sommer der Tauben
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Abbas Khider hat viel erlebt, und er weiß davon zu erzählen. Ich habe seine eigene Lebensgeschichte bereits in "Palast der Miserablen" als Hörbuch gehört, mit dem sehr poetischen Titel "Der letzte Sommer ...

Abbas Khider hat viel erlebt, und er weiß davon zu erzählen. Ich habe seine eigene Lebensgeschichte bereits in "Palast der Miserablen" als Hörbuch gehört, mit dem sehr poetischen Titel "Der letzte Sommer der Tauben" ist nun ein Roman erschienen, der zwar fiktiv zu sein scheint, doch auch sehr persönlich, sehr biographisch klingt. Dabei beschreibt der Autor in kurzen Kapiteln, mit dichten und sehr eindrücklichen Worten, wie das Kalifat nach und nach alle Lebensbereiche der Bewohner über- und ihnen damit die Luft zum Atmen nimmt.

Protagonist ist der Teenager Noah, sicher ein Abbild von Khider selbst, der vor allem Freude an seiner Taubenzucht findet, wie so viele andere im Viertel. Während die Freiheit der Bewohner immer mehr eingeschränkt wird - erst wird nur nackte Haut auf den Bildern geschwärzt, später alle weltlichen Dinge abgegeben - sind die Tauben noch frei, sie können ihre Runden am Himmel ziehen und auch zu manch einer Botensendung herangezogen werden.

Während die Tauben noch frei sind, verschwinden Menschen, werden Jugendliche in "Freizeitlagern" umerzogen, und die Menschen versuchen sich kleine Freuden heimlich zu bewahren, während sie die offensichtlichen (z.B. Fernseher, Handy) abgeben müssen. Und auch die Tauben werden nicht mehr lange fliegen...

Bisher ist "Der letzte Sommer der Tauben" mein Lesehighlight des Jahres, ein Meisterwerk, das von der dichten Sprache und den kurzen Kapiteln mit vielen schockierenden Wendungen lebt. Das, was man sonst in den Berichten und Nachrichten hört, bekommt durch den Jungen Noah ein Gesicht.

Ich habe während des gesamten Buches ein bedrückendes Gefühl nicht ablegen können. Ich finde den Gegensatz der freien Tauben und unfreien Menschen sowie die Entwicklung in diesem Roman sehr gut gelungen und sehr intensiv. Doch auch die Tauben verlieren am Ende, nur eine Flucht kann noch der Ausweg sein, denn Abbas Khider nehmen konnte, so viele andere aber nicht.

Da der Autor erst 19 Jahre in Bagdad gelebt und dann erst die deutsche Sprache gelernt hat, finde ich seinen Schreibstil bewundernswert und habe dies auch beim Lesen im Hinterkopf. "Der letzte Sommer der Tauben" ist für mich natürlich ein 5-Sterne-Buch!

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Der "spürnasigste" Kommissaranwärter von allen

Kommissar Pfote (Band 6) - Ein Einbruch ohne Spuren
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Kommissar Pfote ist ein cleverer, aufgeweckter, liebenswerter Spürhund im Training. Er löst schon seinen sechsten Fall in "Kommissar Pfote - Ein Einbruch ohne Spuren" von Katja Reider und Dirk Hennig. ...

Kommissar Pfote ist ein cleverer, aufgeweckter, liebenswerter Spürhund im Training. Er löst schon seinen sechsten Fall in "Kommissar Pfote - Ein Einbruch ohne Spuren" von Katja Reider und Dirk Hennig. Der Fall ist gut durchdacht, spannend und einfach herzig illustriert. Ich würde sagen: Hier stimmt einfach alles!

Die Illustrationen sind der Hingucker, weil immer wieder auf Details geachtet wurde. So wächst Nasrins Blume im Haar z.B. auch auf der Wiese, und wer die Bilder genau betrachtet, erfährt auch schon viel über den Taschendieb. Weiterhin war die Story für mich auch nicht gleich überschaubar, Überraschungen sind garantiert!

Alles in allem würde ich diesen Fall für Kleine und Große gern empfehlen. Es ist mein erster Fall von Kommissar Pfote, ich freue mich aber auf weitere Bände und werde auch die ersten fünf noch lesen. Sehr gelungen!

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