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Veröffentlicht am 16.01.2024

Winterliches Wohlfühlbuch

New Wishes
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Kurz vor Weihnachten wird Rebecca aufgrund einer Beschwerde in ihrem Job beurlaubt, woraufhin sie zu ihren Eltern nach Green Valley flüchtet. Dort lenken sie gleich mehrere Dinge ab, denn ihr Vater liegt ...

Kurz vor Weihnachten wird Rebecca aufgrund einer Beschwerde in ihrem Job beurlaubt, woraufhin sie zu ihren Eltern nach Green Valley flüchtet. Dort lenken sie gleich mehrere Dinge ab, denn ihr Vater liegt nach einem Sturz im Krankenhaus, das Krippenspiel der Gemeinde droht auszufallen und in ihrem ehemaligen Zimmer wurde der Untermieter Leo einquartiert. Leo ist nicht nur der Eishockey-Coach von Rebecass Bruder, ihre erste Begegnung erfolgt zudem unbeabsichtigterweise nur mit einem Handtuch bekleidet.

Dies ist mein erster Ausflug nach Green Valley und obwohl mehrere Personen aus den anderen Bänden der Reihe auftauchen, habe ich problemlos in die Handlung hineingefunden. Rebecca wirkte auf mich manchmal etwas dünnhäutig und gereizt, aber das verzeihe ich ihr angesichts ihrer herausfordernden Situation. Leo hingegen ist ein durch und durch gemütlicher Typ, den ich von Beginn an sympathisch fand. Seine Gelassenheit und Kumpelhaftigkeit machen ihn zu einer Figur, die man einfach mögen muss.

Der Schreibstil von Lilly Lucas ist federleicht und die Slow Burn Romance liest sich super angenehm, wobei "slow" hier wörtlich zu nehmen ist. Vor allem zu Beginn zieht sich die Handlung ein wenig. Wenn Rebecca und Leo sich endlich näher kommen, bleibt jedoch alles in einem angenehmen Rahmen, ohne übermäßiges Drama oder zu viel Spice.

Ein schönes kurzweiliges Buch mit winterlichem und weihnachtlichem Setting, das mir definitiv Lust auf Green Valley und weitere Geschichten gemacht hat.

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Veröffentlicht am 03.10.2021

Zu Hause in zwei Welten

Auf Basidis Dach
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Mona Ameziane ist in zwei Welten zu Hause. In Deutschland, wo sie geboren wurde und in Marokko, dem Geburtsland ihres Vaters. Oder ist sie doch nicht in zwei Welten zu Hause? Was ist Heimat, wenn man mit ...

Mona Ameziane ist in zwei Welten zu Hause. In Deutschland, wo sie geboren wurde und in Marokko, dem Geburtsland ihres Vaters. Oder ist sie doch nicht in zwei Welten zu Hause? Was ist Heimat, wenn man mit zwei Kulturen aufwächst? Gibt es eine Mehrzahl des Begriffes 'Heimat'? Und wenn nein, sollte es eine Mehrzahl geben? Mit diesen und noch viel mehr Fragen beschäftigt sich die junge Autorin in ihrem Debütroman 'Auf Basidis Dach'. Der Titel hat bei mir zunächst einmal ein paar Fragezeichen hinterlassen, die sich aber bereits nach wenigen Seiten des Lesens aufgelöst haben. Basidi, das ist Monas Großvater. Und mit dem Dach ist die Dachterrasse des Hauses der Großeltern gemeint, hiermit verbindet die Autorin viele Erinnerungen.
Auf der Suche nach ihrer Herkunft und ihrer Identität begibt Mona sich gemeinsam mit ihrem Vater auf eine weitere Reise nach Marokko. Ihr Vater, der als Student in Frankreich eine deutsche Frau kennen und lieben gelernt hat und für diese Liebe nach Deutschland gegangen ist um eine Familie zu gründen.
Mona nimmt uns mit auf eine Reise durch ein exotisches Land, das auch sie selbst immer wieder neu zu entdecken scheint. Sie berichtet von vielen Kindheits-und Jugenderinnerungen, von schönen und auch traurigen Ereignissen. Das alles erzählt sie wunderschön und geradezu bildlich. An dieser Stelle möchte ich absichtlich nicht das Wort 'schreibt' verwenden, denn es ist als würde man einer Erzählung lauschen.
Mona berichtet von ihren Erfahrungen der zwei verschiedenen Kulturen. Beiden Lebensweisen und Bräuchen kann sie etwas abgewinnen, doch sie setzt sich ebenso kritisch mit ebenjenen außeinander. Sie schreibt, dass sie sich selbst manchmal als "identative Hochstaplerin" fühle. Sie kennt Marokko auf ihre eigene Weise, aber eben nicht so wie Einheimische. Sie möchte mit ihren Geschichten ihre Eindrücke wieder geben, und das gelingt meiner Meinung nach sehr gut. Die vielen humorvollen Anekdoten haben mir beim Lesen immer ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. So zum Beispiel, wenn Mona mit ihrem Vater auf der Suche nach einer neuen Teekanne verzweifelt versucht sich nicht als Deutsche oder Ausländerin zu erkennen zu geben, denn das hat großen Einfluss auf die Gestaltung des Preises.

Fazit: Ein tolles Debüt der Autorin und um es mit ihren Worten zu sagen "[...] Geschichten können manchmal ganz schön viel bewirken." (Seite 164)

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Ein besonderer Familienroman

Real Americans
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Zunächst begleiten wir Lily im New York der späten 90er, später ihren Sohn Nick auf der Suche nach seiner Herkunft und schließlich führt uns der Roman noch weiter zurück in die Vergangenheit der Familie. ...

Zunächst begleiten wir Lily im New York der späten 90er, später ihren Sohn Nick auf der Suche nach seiner Herkunft und schließlich führt uns der Roman noch weiter zurück in die Vergangenheit der Familie. Drei Perspektiven, drei Zeiten, die eng miteinander verwoben sind.
Ich bin sehr gut in die Geschichte hineingekommen. Der Schreibstil ist eher ruhig, mit einer sehr angenehme Erzählstimme, bei der man durch die Seiten fliegt. Trotzdem blieb mir Lily im ersten Abschnitt emotional etwas fremd. Es war, als würde ich sie beobachten, aber nicht ganz an sie herankommen. Der Roman ist in drei Teile gegliedert, die jeweils eine andere Figur in den Mittelpunkt stellen. Zum jeweiligen Inhalt möchte ich bewusst nicht mehr sagen, um nicht zu spoilern. Denn gerade die Verbindungen zwischen den einzelnen Abschnitten entfalten ihre Wirkung erst beim Lesen selbst. Am meisten berührt hat mich tatsächlich der dritte Teil. Hier war für mich plötzlich mehr emotionale Tiefe spürbar und ich habe wirklich mitgefiebert.
Die Themen sind groß: Identität, Migration, Familie, soziale Unterschiede, Wissenschaft und Genforschung. Die Idee hinter dem Roman finde ich unglaublich spannend. Gleichzeitig hatte ich stellenweise das Gefühl, dass vieles angerissen wird, aber nicht immer ganz in die Tiefe geht. Die große Auflösung, der eine emotionale „Knall“, blieb für mich am Ende etwas aus. Ich weiß nicht, was genau ich aus diesem Buch mitnehme. Und vielleicht ist genau das der Punkt: diese Geschichte regt zum Nachdenken, zum Hinterfragen, zum Reflektieren an.
Ich kann absolut verstehen, warum dieser Roman so viele begeistert. Auch wenn er mich nicht komplett umgehauen hat, habe ich ihn sehr gern gelesen.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Winter, Stille, Achtsamkeit

Drei Tage im Schnee
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Hannah steckt fest in einem Leben, das vollgepackt ist mit Arbeit, Terminen und dem ständigen Checken von E-Mails. Um einmal wirklich durchzuatmen, zieht sie sich für ein paar Tage in ein kleines Haus ...

Hannah steckt fest in einem Leben, das vollgepackt ist mit Arbeit, Terminen und dem ständigen Checken von E-Mails. Um einmal wirklich durchzuatmen, zieht sie sich für ein paar Tage in ein kleines Haus in winterlicher Abgeschiedenheit an einem See zurück. Dort begegnet sie dem Mädchen Sophie und diese Begegnung verändert mehr, als Hannah zunächst wahrhaben möchte.
Diese Geschichte ist leise. Ruhig. Nachdenklich. Es passiert nicht viel im klassischen Sinne, aber innerlich dafür umso mehr. Hannahs Gedanken, ihre Zweifel und diese innere Stimme, die wir wohl alle kennen, fühlten sich für mich sehr nahbar an. Beim Lesen habe ich mich mehrfach ertappt gefühlt, sei es beim Thema Arbeit, bei dem Gefühl, nie ganz mit sich selbst zufrieden zu sein, oder bei dem Versuch, es allen recht machen zu wollen.
Die winterliche Atmosphäre hat mir besonders gut gefallen, zumal es bei uns gerade geschneit hat. Das Timing für dieses Buch war also perfekt. Schnee, Kälte und Stille ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte und schaffen eine ganz eigene, fast entschleunigende Stimmung. Sophie eröffnet Hannah einen anderen Blick auf die Welt, kindlich, ja, aber auch schonungslos ehrlich.
An manchen Stellen wird es ein wenig kalenderspruchartig, womit ich mich eher schwer tue. Dennoch denke ich, dass mich gut auf die Atmosphäre und vor allem auf die Botschaft der Geschichte einlassen konnte. Ich hoffe, dass mich viele dieser positiven Gedanken noch ins neue Jahr begleiten und ich achtsamer mit mir selbst umgehen werde.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Fake-Dating bei Olympia

One Date to Gold
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Snowboarderin Amie steht kurz davor, sich ihren größten Traum zu erfüllen: ein Start bei den Olympischen Winterspielen. Doch plötzlich steht sie im Rampenlicht und die mediale Aufmerksamkeit wird ihr zu ...

Snowboarderin Amie steht kurz davor, sich ihren größten Traum zu erfüllen: ein Start bei den Olympischen Winterspielen. Doch plötzlich steht sie im Rampenlicht und die mediale Aufmerksamkeit wird ihr zu viel. Ein Fake-Dating-Deal mit dem selbstverliebten Eishockeykapitän Hunter soll helfen, die Presse auf Abstand zu halten: ohne Gefühle, versteht sich.
Sports Romance lese ich inzwischen richtig gern und dann auch noch mit dem Setting Olympische Winterspiele. Ich liebe Wintersport, freue mich schon sehr auf Olympia und war deshalb sofort neugierig. Amie mochte ich von Anfang an. Ihr Traum ist greifbar nah und gleichzeitig schleppt sie mental einiges mit sich herum. Themen wie Leistungsdruck und Selbstzweifel werden sensibel aufgegriffen. Hunter ist dagegen… ja… fast ein Klischee. Für die Medien ist er "The Hawk", der Badboy schlechthin, und unter der harten Schale steckt natürlich ein marshmallowweicher Kern inklusive Trauma. Das fand ich ehrlich gesagt etwas platt. Zum Glück funktioniert die Dynamik zwischen den beiden trotzdem richtig gut. Die Wortgefechte sind unterhaltsam und das Fake-Dating-Trope ist gelungen umgesetzt. Neben der Romance konnten mich vor allem die Themen Selbstfindung, der Glaube an sich selbst, Familie und Feminismus überzeugen. Das winterliche Setting und die Olympia-Atmosphäre mochte ich insgesamt sehr, auch wenn ich als Sportbegeisterte an manchen Stellen etwas streng sein muss. Einige Abläufe wirkten unrealistisch oder wurden schlicht nicht korrekt dargestellt.
Trotzdem hatte ich richtig schöne Lesestunden, wurde gut unterhalten und habe das bekommen, was ich mir von einer Winter Sports-Romance erhofft habe. Wer Fake-Dating liebt, Winter-Vibes sucht, es spicy mag und mit einer Portion Kitsch leben kann, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.

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