Hans Christian Andersen hautnah erleben
Die Liste der LebendenAm 13. September 1858 geschah das Unglaubliche. Das eigentlich unsinkbare Schiff, mit modernster Technik ausgestattet, sank. 495 Menschen starben. Unter ihnen auch eine enge Freundin des berühmten Dänen ...
Am 13. September 1858 geschah das Unglaubliche. Das eigentlich unsinkbare Schiff, mit modernster Technik ausgestattet, sank. 495 Menschen starben. Unter ihnen auch eine enge Freundin des berühmten Dänen Hans Christian Andersen, Henriette Wulff. Sie rettete sich zunächst auf eine Türe und hoffte stundenlang auf die Erlösung. Dabei schrieb sie fiktive Briefe. Also in Gedanken. Alles, was sie Herrn Christian schon immer sagen wollte, kam ihr im Angesicht des Todes in den Sinn.
In Kopenhagen wartete der Dichter auf ein Lebenszeichen von Henriette. Obwohl er sehr verärgert war, dass sie ihn verließ und in die USA auswandern wollte. Sie fehlt ihm schon jetzt. Um seine Sorgen zu vergessen, schreibt auch er Briefe. Beide trauen sich endlich, ihre Gefühle füreinander zu offenbaren. Gleichzeitig erfährt der Leser auch noch eine Menge über das Leben von Andersen und Wulff.
Ein Buch, das nicht mit Spannung oder Erotik aufwartet. Leise Töne und versteckte Sympathiebekundungen machen es so lesenswert. Die Sprache ist ein genaues Abbild jener Zeit. Ein wunderschönes Stück Vergangenheit, das mir den Dichter noch ein Stück näher brachte. Die Recherchen des Autors waren äußerst umfangreich, denn über Frau Wulff gibt das Netz nur wenig her. Interessant fand ich seinen Verweis auf Artikel zu den beiden Briefschreibern.