Ein gutes Buch, das volle Konzentration verlangt
Das glückliche SchicksalWandas Vater war Zwangsarbeiter in Deutschland. Mittlerweile kann er nicht mehr arbeiten. Die Folgen von Hunger, Misshandlungen und Überlastung machen sich immer häufiger bemerkbar. Wie Wanda lebt er in ...
Wandas Vater war Zwangsarbeiter in Deutschland. Mittlerweile kann er nicht mehr arbeiten. Die Folgen von Hunger, Misshandlungen und Überlastung machen sich immer häufiger bemerkbar. Wie Wanda lebt er in Krakau und von hier aus macht sich die Tochter auf den Weg in den Westen. Zum ersten Mal. Ihr Ziel ist Venedig, wo das das Ehepaar Mrugalski lebt. Sie möchte ein Interview mit Herrn Henryk Mrugalski machen. Die beiden nehmen sie herzlich auf.
"Das glückliche Schicksal" taucht ein in die Erinnerungen von Henryks Lagerhaft im Ural. Er wurde verurteilt, weil er angeblich flüchten wollte. Kaum mehr lebensfähig wurde er begnadigt und das Schicksal meinte es gut mit ihm. Er fand nämlich auch seine jüdische Frau und beide konnten als Exilanten nach London reisen. Zunächst hat Wanda es nicht leicht mit dem Herren. Es sieht aus, als sei eine Mauer zwischen ihnen aufgebaut. Zum Glück währte diese Befangenheit nicht lange.
Der Roman ist fesselnd und zugleich stimmt er sehr nachdenklich. Es werden Ereignisse aufgeführt, die sich im grausamen Krieg und seinen Nachwehen ereigneten. Kein Buch, das mit erhobenem Zeigefinger oder gar Verurteilungen daherkommt. Sachlich und klug ausgearbeitet, so empfand ich es beim Lesen. Mein Fazit: Hervorragende Lektüre, die volle Aufmerksamkeit verlangt.