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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.05.2026

Unheimlich

Der Schrein
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Der Autorin Minami fehlt die Inspiration für ihr neues Buch, da kommt die Anfrage einer Freundin gerade recht: diese hat gemeinsam mit anderen an einer Geistertour teilgenommen – und seitdem passieren ...

Der Autorin Minami fehlt die Inspiration für ihr neues Buch, da kommt die Anfrage einer Freundin gerade recht: diese hat gemeinsam mit anderen an einer Geistertour teilgenommen – und seitdem passieren seltsame Dinge.

Das klang für mich nach etwas völlig Neuem, vor allem durch das japanische Setting. Da konnte ich einfach nicht Nein sagen. So schlimm wird es schon nicht werden, dachte ich mir.

Falsch gedacht. Bereits nach knapp 60 Seiten wurde es mir eindeutig zu unheimlich – und dabei werden zu diesem Zeitpunkt eigentlich nur Fotos angeschaut. Ich musste das Buch tatsächlich abbrechen, weil ich mich einfach zu sehr gegruselt habe.

Das liegt allerdings nicht daran, dass das Buch schlecht wäre, ganz im Gegenteil. Die Atmosphäre ist unglaublich stark geschrieben und die bedrückende Stimmung wird so greifbar vermittelt, dass sich das Unbehagen beim Lesen regelrecht einschleicht. Wirklich beeindruckend gemacht – für mich persönlich nur leider etwas zu intensiv.

Der Schreibstil erinnert stark an andere japanische Literatur, die ich bisher gelesen habe. Der Lesefluss fühlt sich anfangs oft etwas ungewohnt an, aber nach einigen Seiten habe ich gut hineingefunden.

Besonders faszinierend finde ich immer wieder, wie unterschiedlich zwischenmenschliche Interaktionen im Vergleich zu unserer Kultur dargestellt werden. Genau das bringen auch die Charaktere hier sehr gut zur Geltung. Trotz der kurzen Zeit, die ich mit dem Buch verbracht habe, wirkten die Figuren bereits angenehm unterschiedlich und interessant.

Für alle, die deutlich weniger schreckhaft sind als ich, könnte das wirklich richtig starke Unterhaltung sein. Allein wegen der Atmosphäre würde ich definitiv empfehlen, dem Buch eine Chance zu geben

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Leider nicht meins

Frankie – Unter Menschen
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Frankie ist für mich ein echtes Herzensbuch, mit dem ich viel verbinde. Daher war für mich klar, dass ich auch die Fortsetzung lesen musste. Leider konnte dieses Gefühl für mich nicht noch einmal aufkommen.

Tatsächlich ...

Frankie ist für mich ein echtes Herzensbuch, mit dem ich viel verbinde. Daher war für mich klar, dass ich auch die Fortsetzung lesen musste. Leider konnte dieses Gefühl für mich nicht noch einmal aufkommen.

Tatsächlich habe ich das Buch recht schnell abgebrochen. Mir hat einfach etwas gefehlt – dieses Liebevolle, das mich im ersten Teil so überwältigt hat, wollte sich hier nicht einstellen.
Das anfängliche Setting, dieses Warten auf Gold, hat mir noch gut gefallen. Doch als sich der Ort und damit auch die Nebencharaktere veränderten, habe ich den Zugang verloren.

Der Stil ist dem des ersten Teils zwar sehr ähnlich, trotzdem hat mir etwas gefehlt – vielleicht der Einfluss von Maxim Leo, der hier nicht mehr als Autor beteiligt ist. Das kann ein Grund sein, muss es aber nicht. Möglicherweise liegt es auch am Themenwechsel, der an sich gut gewählt ist, aber…

Am Ende gab es für mich einfach zu viele „Aber“. Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch, vielleicht habe ich zu viel Persönliches mit dem ersten Band verknüpft. Ich weiß es nicht genau – diesmal hat es für mich einfach nicht gepasst. Vielleicht gebe ich dem Buch irgendwann doch noch einmal eine Chance.

Den ersten Band kann ich wirklich jedem ans Herz legen – und dem zweiten sollte man trotzdem eine Chance geben.

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Veröffentlicht am 11.04.2026

Hätte mehr können

Die Bestimmung
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Na, wer erinnert sich noch an den Dystopie-Hype vor ein paar Jahren? Die Bestimmung ist damals auch erschienen und stand seitdem ungelesen in meinem Regal.

Im ersten Band muss sich Tris für eine der fünf ...

Na, wer erinnert sich noch an den Dystopie-Hype vor ein paar Jahren? Die Bestimmung ist damals auch erschienen und stand seitdem ungelesen in meinem Regal.

Im ersten Band muss sich Tris für eine der fünf Fraktionen entscheiden, die sich nach einem Krieg gebildet haben. Sie wählt die kämpferische Ferrox und verlässt dafür ihre Geburtsfraktion.

Man begleitet sie durch ihre Initiation, was sich stellenweise ziemlich zieht. Das bringt zwar etwas Tiefe für die Ferrox, aber der restliche Weltenbau bleibt eher oberflächlich.

Erst im Finale nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf – leider war ich da schon etwas genervt und habe nur noch quergelesen. Der eigentliche Kern hätte deutlich früher kommen können, der Plottwist wirkt dadurch sehr spät. Bis dahin plätschert es eher vor sich hin: ein paar interessante Ansätze, aber nicht wirklich packend.

Tris funktioniert als Protagonistin ganz gut – ein klassischer Underdog, der sich entwickelt. Teilweise ist sie noch sehr naiv, lernt aber dazu. Die Liebesgeschichte ist eher zart und wirkt stellenweise etwas unglaubwürdig. Four bleibt dagegen ziemlich blass, genauso wie viele andere Figuren.

Insgesamt lässt es sich gut lesen, auch wenn mehr Tiefe drin gewesen wäre. Den zweiten Band werde ich auf jeden Fall noch lesen und dann entscheiden, ob ich die Reihe beende oder abbreche.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Mit Biss

An Education in Malice: Verlangen. Intrigen. Blut.
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Das war etwas outside of comfort zone. Obwohl das Setting – Academia und Vampire – durchaus mein Ding ist, gibt es hier zusätzlich einiges an 🌶️, was oft nicht ganz mein Fall ist.

Auffallend war für mich, ...

Das war etwas outside of comfort zone. Obwohl das Setting – Academia und Vampire – durchaus mein Ding ist, gibt es hier zusätzlich einiges an 🌶️, was oft nicht ganz mein Fall ist.

Auffallend war für mich, wie sehr Äußerlichkeiten hervorgehoben wurden. Viele Begriffe von Kleidung und Frisuren haben bei mir kein klares Bild erzeugt, sodass ich mich öfter fragte, was da genau getragen wird. War neu, aber nichts, was ich unbedingt brauche.

Die Story entwickelt sich recht schnell und stellt die Rivalität der beiden Protagonistinnen in den Mittelpunkt, aus deren wechselnder Sicht erzählt wird. Dabei habe ich manchmal kurz den Überblick verloren. Gut gefallen hat mir aber die Dynamik zwischen Studentinnen und Professorin, die zusätzliche Spannung reinbringt.

Die Rivalität schlägt in Verlangen um und wird durch das Vampirthema ergänzt, was stellenweise auch für Längen sorgt. Zum Glück wird dabei der 🌶️ nicht zu ausufernd dargestellt, sodass es für mich okay war – trotzdem werde ich damit einfach nicht warm.

Interessant fand ich, wie sich durch die Vampire der Plot verschiebt und alles in ein anderes Licht rückt. Die Stimmung kam für mich allerdings nicht ganz rüber, hier hätte es gern etwas düsterer sein dürfen.

Da es außerhalb meiner Lesegewohnheiten liegt, fehlen mir Vergleiche. Insgesamt kurzfristig unterhaltsam, aber es zieht mich nicht weiter in das Genre.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Wild

Es ist hell und draußen dreht sich die Welt
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Zwei Kindheitsfreunde fahren mit ihren Partnerinnen gemeinsam in den Urlaub. Die einen haben Kinder, die anderen einen unerfüllten Kinderwunsch. Das kann durchaus etwas mit einem machen, wenn die anderen ...

Zwei Kindheitsfreunde fahren mit ihren Partnerinnen gemeinsam in den Urlaub. Die einen haben Kinder, die anderen einen unerfüllten Kinderwunsch. Das kann durchaus etwas mit einem machen, wenn die anderen etwas „haben“, was man sich selbst so sehnlichst wünscht.

Ich ging davon aus, dass dies der zentrale Punkt der Geschichte sei, doch daneben wird noch viel mehr in den Bungalow geworfen: Eigen- und Fremdwahrnehmung, Oberflächlichkeit in Freundschaften, Solidarität, diverse Macken und mehr.

Am Anfang ist das spannend und unterhaltsam, denn der Fokus liegt auf den beiden Frauen, die sich nach und nach annähern und dabei einige Themen und Details freilegen. Das bringt einen dazu, weiterlesen zu wollen, um zu erfahren, wie sich alles zuspitzt und endet.

Allerdings verheddert es sich am Ende gewaltig: Es kommt zu einem großen Knall, und auf einmal wird es einfach nur wild. Ich habe das Ende ehrlich gesagt nicht mehr nachvollziehen können.
Und genau das macht es so schade. Denn bis dahin liest es sich wirklich gut. Auch wenn die Handlung teilweise sprunghaft ist und viel Raum für eigene Interpretation lässt, liegt gerade darin der Reiz – diese latente Unsicherheit zwischen den Frauen und auch den Männern.

Umso stärker wirkt dann der Bruch: Das Ende kippt so sehr ins Skurrile, dass es für mich eher unabschlossen in der Luft hängen bleibt.

Starker Anfang, aber ein Ende, das mich leider mit vielen Fragezeichen zurücklässt. Vielleicht habe ich es auch schlichtweg nicht verstanden.

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