Unheimlich
Der SchreinDer Autorin Minami fehlt die Inspiration für ihr neues Buch, da kommt die Anfrage einer Freundin gerade recht: diese hat gemeinsam mit anderen an einer Geistertour teilgenommen – und seitdem passieren ...
Der Autorin Minami fehlt die Inspiration für ihr neues Buch, da kommt die Anfrage einer Freundin gerade recht: diese hat gemeinsam mit anderen an einer Geistertour teilgenommen – und seitdem passieren seltsame Dinge.
Das klang für mich nach etwas völlig Neuem, vor allem durch das japanische Setting. Da konnte ich einfach nicht Nein sagen. So schlimm wird es schon nicht werden, dachte ich mir.
Falsch gedacht. Bereits nach knapp 60 Seiten wurde es mir eindeutig zu unheimlich – und dabei werden zu diesem Zeitpunkt eigentlich nur Fotos angeschaut. Ich musste das Buch tatsächlich abbrechen, weil ich mich einfach zu sehr gegruselt habe.
Das liegt allerdings nicht daran, dass das Buch schlecht wäre, ganz im Gegenteil. Die Atmosphäre ist unglaublich stark geschrieben und die bedrückende Stimmung wird so greifbar vermittelt, dass sich das Unbehagen beim Lesen regelrecht einschleicht. Wirklich beeindruckend gemacht – für mich persönlich nur leider etwas zu intensiv.
Der Schreibstil erinnert stark an andere japanische Literatur, die ich bisher gelesen habe. Der Lesefluss fühlt sich anfangs oft etwas ungewohnt an, aber nach einigen Seiten habe ich gut hineingefunden.
Besonders faszinierend finde ich immer wieder, wie unterschiedlich zwischenmenschliche Interaktionen im Vergleich zu unserer Kultur dargestellt werden. Genau das bringen auch die Charaktere hier sehr gut zur Geltung. Trotz der kurzen Zeit, die ich mit dem Buch verbracht habe, wirkten die Figuren bereits angenehm unterschiedlich und interessant.
Für alle, die deutlich weniger schreckhaft sind als ich, könnte das wirklich richtig starke Unterhaltung sein. Allein wegen der Atmosphäre würde ich definitiv empfehlen, dem Buch eine Chance zu geben