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Veröffentlicht am 03.04.2022

Moderne Lebensweisen und wie man damit umgeht

Veganes Schnitzel zum Verlieben: Liebesroman
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Ella hat sich für ein Leben als Veganerin entschieden und das lebt sie auch mit voller Überzeugung und allem, was dazugehört. Aus einer Laune heraus machte sie diese Lebensweise auch zu ihrem Lebensinhalt ...

Ella hat sich für ein Leben als Veganerin entschieden und das lebt sie auch mit voller Überzeugung und allem, was dazugehört. Aus einer Laune heraus machte sie diese Lebensweise auch zu ihrem Lebensinhalt und damit ihrem Lebensunterhalt, in dem sie einen Blog besitzt, auf dem sie veganes Kochen vorstellt. Zu diesem Leben im medialen Rampenlicht gehören Veranstaltungen von Geldgebern dazu. Durch einen schlechten Zufall lernt sie auf einem solchen Jo kennen. Er verändert ihr Leben, denn er hört sich ihre Sorgen und Träume an und ermutigt sie, letztere umzusetzen. Dabei entwickelt sich mehr, aber Jo sagt Ella nicht die Wahrheit.
Und dann ist da noch Ellas bester Freund Ben, ebenfalls ein Blogger. Auch im liegt Ella am Herzen...

Annette Böhler erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive. Ich finde diese Art des Erzählers mal etwas anderes und abwechslungsreich. Ihr Schreibstil ist flüssig und die Seiten flogen nur so dahin.
Auch den Inhalt der Geschichte fand ich mal etwas anderes. Es ist eine absolut zeitgemäße Geschichte und regt zwischen den Zeilen auch mal zum Nachdenken an, wie viel Einfluss Social Media eigentlich auf unser Leben hat oder eben haben sollte. Auch die Debatte über diese etwas andere Ernährungsweise finde ich gut. Sie wird keinem aufgedrängt, im Gegenteil, sie arbeitet gegen Vorurteile und Klischees und ruft zu tolerantem Verhalten auf.

Was mich allerdings nicht so ganz überzeugt hat, waren die Geschwindigkeiten in den Beziehungen. Da wurde einem teilweise echt schwindlig und auch die Person der Ella war mir doch an mancher Stelle etwas zu naiv und lebensfremd dargestellt.

Dennoch ein sehr schöner Roman, der gerade am Ende sehr fesselnd war. Für Leser, die sich gerne mit modernen Themen beschäftigen und auch solche, die gerne mal einen leichten Roman lesen, ein wunderbares Buch.

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Rudolphes Visionen

Lindt & Sprüngli (Lindt & Sprüngli Saga 2)
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Als der junge Lindt sich verträumt über den Marktplatz seiner Heimatstadt bewegt, überlebt er einen Unfall nur knapp. Es ist ein Unfall, den sein persönliches Leben nachhaltig beeinflussen wird und gleichzeitig ...

Als der junge Lindt sich verträumt über den Marktplatz seiner Heimatstadt bewegt, überlebt er einen Unfall nur knapp. Es ist ein Unfall, den sein persönliches Leben nachhaltig beeinflussen wird und gleichzeitig die Basis für eine Neuentwicklung im Schokoladenbusiness.

„Lindt & Sprüngli: Zwei Rivalen, ein Traum.“ ist Band 2 um die Lindt & Sprüngli-Trilogie von Lisa Graf.
Es ist die Geschichte einer jungen Generation von Chocolatiers, die sich bemühen, den Markt um die Schokolade zu verändern. Eine Generation, die versucht, den Genuss des Kakaos in die europäischen Haushalte zu bringen.
Es ist die Geschichte des jungen Rudolf Lindt, seinen Ideen und Vorstellungen, seiner Wanderschaft, aber auch seiner Familiengeschichte, aber vor allem einer besonderen Freundschaft, die vermutlich die Basis für unseren heutigen Schokoladengenuss bildet.
Rudolf ist ein Visionär, der sich gegen alle Bedenken auflehnt, eine Fabrik im ärmeren Viertel Berns gründet und sich der Unterstützung der Bewohner dieser Gegend aufgrund der Freundschaft zu Binia sicher sein kann.
Es ist der Beginn der Lindtschen Schokoladenproduktion, der auch die Familie Sprüngli, die man bereits im ersten Band kennengelernt hat, aufhorchen lässt.
Rudolf, später Rudolphe, zeigt mit seiner Geschichte aber auch gleichzeitig, dass es sich lohnt, durchzuhalten, zu kämpfen und sich auch gegen die eigene Familie durchzusetzen.
Er war für mich manchmal etwas schwierig zu greifen, denn er ist ein Träumer, ein Macher, aber auch jemand, dem Standesgrenzen egal sind.
Binia wiederum ist sein Fels in der Brandung, der ihn fördert, der an ihn glaubt, sich aber selber nicht die Butter vom Brot nehmen lässt, obwohl auch bei ihr manchmal ein Hauch von Unsicherheit auftritt.

Während ich nach dem Lesen des ersten Bandes noch die Verbindung zur Firma Lindt gesucht habe, bringt dieser Band nun Licht ins Dunkel und da auch ein dritter Band schon angekündigt wird, bin ich nun beruhigter, dass wir nach und nach erfahren werden, wie sich die Schokolade, die für uns meist das Highlight an Weihnachten und Ostern bildet, aber auch im alltäglichen zu finden ist, entwickelt hat.

Wer also neugierig ist, was sich hinter dem kleinen Lindt-Hasen verbirgt und wie sich die Firma Lindt entwickelte, sollte auch diesen zweiten Band lesen und mit Vorfreude auf Band 3 warten.

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Süße Liebe

Apfelkuchen am Meer
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Merle ist ein Familienmensch und begibt sich daher gerne auf die Spuren ihrer eigenen Familie. Als sie sich von ihrem Freund trennt und durch einen Zufall der Apfel-Rosentorte begegnet, deren Rezept ein ...

Merle ist ein Familienmensch und begibt sich daher gerne auf die Spuren ihrer eigenen Familie. Als sie sich von ihrem Freund trennt und durch einen Zufall der Apfel-Rosentorte begegnet, deren Rezept ein Familiengeheimnis ist, verschlägt es sie auf die Insel Juist.

„Apfelkuchen am Meer“ von Anne Barns beschäftigt sich, wie für die Autorin üblich, in der Rahmenhandlung um das Backen und die Liebe.
Schon die Titel ihrer Romane sorgen dafür, dass mir das Wasser im Mund zusammenläuft. Bei den Beschreibungen von Merles Backkünsten kann man förmlich den Geruch der frisch gebackenen Torte und Kuchen nachvollziehen und möchte sich am liebsten mit einem Kaffee in das kleine Café auf der Insel setzen. Auch beim Backen der Torte stellt man sich gerne mal gedanklich neben Merle und lässt den Finger im Teig verschwinden.
Merle selber ist eine junge Frau, der Familie am Herzen liegt. Sie hat sich dem Backen verschrieben und lernt beflissen alles, was zum Führen einer Bäckerei und Konditorei dazugehört.
Die weiteren Charaktere der Handlung sind auch absolut sympathische Menschen, deren Nähe man im Verlaufe der Geschichte immer mehr zu schätzen weiß. Der Zusammenhalt auf der Insel, aber auch die Abläufe der hinter sind bewundernswert und manchmal auch zum Schmunzeln.

Was mir ein bisschen zu viel des Guten war, war Jannis verliebte Art. Das war mir schon ein bisschen zu schmalzig und auch alles etwas zu schnell, auch wenn die beiden sich schon ewig kennen.
Auch die Geschichte um Undine war anfangs sehr mysteriös, aber mir dann doch sehr schnell etwas zu vorhersehbar.

Der Abstecher in die Kurzgeschichte „Apfelträume am Meer“ bildete einen runden Abschluss um die Geschichte von Merle und Jannis.

Alles in allem eine tolle Wohlfühlgeschichte, bei der der süße Zahn doch sehr behände beginnt, zu tropfen. Ein schöner Urlaubsausflug auf eine wunderschöne, deutsche Insel mit aufgeschlossenen Charakteren.
Wer also gerne mal gedanklich in den Urlaub reisen will und sich die Nordseeluft um die Nase wehen lassen möchte, ist hier vollkommen richtig, die Liebe kommt dabei auch nicht zu kurz.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Gesellschaftskritik

Der Gesang der See
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Kristiane gab ihrem Vater am Sterbebett ein Versprechen. Als ihr geliebter Mann ihr durch die See genommen wird, ist die Zusage ihres Versprechens in Gefahr. Kristiane kämpft für das Erbe ihrer Familie ...

Kristiane gab ihrem Vater am Sterbebett ein Versprechen. Als ihr geliebter Mann ihr durch die See genommen wird, ist die Zusage ihres Versprechens in Gefahr. Kristiane kämpft für das Erbe ihrer Familie und geht dafür Kompromisse in allen Ebenen ein.

„Der Gesang der See“ von Trude Teige, als Hörbuch gesprochen von Yara Blümel, ist das erste Buch der Autorin und orientiert sich zum Teil an ihrer eigenen Familiengeschichte, aber zum Teil auch an fiktiven Ereignissen und Gegebenheiten.
Kristiane ist eine starke und selbstbewusste Frau, die sich die Butter nicht vom Brot nehmen lässt. Das ist in der Zeit, in der der Roman spielt, nicht die vorteilhafteste Eigenschaft.
Ich muss zugeben, dass sie mir in vielen Szenen imponiert hat, aber in manchen war sie mir doch zu forsch. Was mir aber gut gefallen hat, die Sprecherin hat genau diese Eigenschaften gut hervorgebracht. Besonders in den Situationen mit Lars ist dies rübergekommen.
Die Beziehung von Lars und Kristiane fand ich auch sehr gewöhnungsbedürftig, Es hat mich verwundert, dass sich ein Mann zur damaligen Zeit von einer Frau so hat unterbuttern lassen. Aus diesem Grund fand ich ihn zum Ende hin bewundernswert und Kristiane im Bezug auf ihn sehr berechnend.

Die Beschreibung der Insel und der Landschaft fand ich sehr bildlich. Ich konnte mir alles gut vorstellen und die raue Atmosphäre regelrecht fühlen.

Was mir aber besonders gefallen hat, ist die Gesellschaftskritik, die sich hinter der Geschichte verbirgt. Eine Gesellschaftskritik angepasst an die damalige Zeit. Es ist eine Geschichte über eine Frau, die sich nicht an die konservativen Konventionen hält, die nicht macht, was alle von ihr erwarten, sondern sie bleibt sich treu und macht, was sie von sich erwartet. Gleichzeitig zeigt es aber auch die Scheinheiligkeit der Gesellschaft, die sich die „Aufmüpfige“ für ihre eigenen Vorteile doch gern zu Nutzen machen.

Fazit: Ein Roman über eine selbstbewusste, junge Frau, die sich nichts aus gesellschaftlichen Erwartungen macht und auf diese pfeift. Gleichzeitig ist es ein Roman über eine junge Frau, die Kompromisse eingeht, ob nun gut oder schlecht…
Wer Romane mag, die Botschaften zwischen den Zeilen vermitteln und Romane über selbstbewusste Frauen mag, ist hier richtig.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Die Magie der Oktopusse

Das White Octopus Hotel
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Eve ist die klassische schwarze Witwe. Sich mit Menschen zu unterhalten oder in ihrer Gegenwart wohl zu fühlen, zählt nicht zu den Dingen, die ihr wichtig sind. Sie versteckt sich viel lieber in ihrem ...

Eve ist die klassische schwarze Witwe. Sich mit Menschen zu unterhalten oder in ihrer Gegenwart wohl zu fühlen, zählt nicht zu den Dingen, die ihr wichtig sind. Sie versteckt sich viel lieber in ihrem Rollkragenpullover und zwischen ihren Skizzenblöcken. Als sie Besuch von einem berühmten Künstler aus der Vergangenheit bekommt, begibt sie sich auf eine etwas andere Spurensuche.

„Das White Octopus Hotel“ von Alexandra Bell ist ein etwas anderer Roman. Hier geht es um Liebe, um Fantasie, aber auch um Schuld, Trauer und Geheimnisse.
Dieses Buch ist wirklich ein etwas anderes Buch. Für mich war es eine Mischung aus „Alice im Wunderland“ und der „Edelsteintrilogie“.
Das Buch spielt auf mehreren Zeitebenen, so 2016, 1918 und 1935. Im Mittelpunkt steht die introvertierte Eve. Sie ist ein sehr eigentümlicher Charakter, geprägt durch ein Erlebnis in ihrer Kindheit. Die Beziehung zwischen Eve und ihrer Mutter ist wirklich schwierig und wurde auch so von der Autorin dargestellt. Die Beschreibungen und einzelnen Situationen, in denen die beiden aufeinandertreffen, gehen zum Teil wirklich unter die Haut und sorgen vielleicht auch hin und wieder für Unverständnis. Gleiches gilt für alles, was im Zusammenhang mit Bella steht.
Das Hotel, seine Mitarbeiter und vor allem seine Einrichtung sind grandios beschrieben. Man spürt beim Lesen regelrecht den Flair der 1930er Jahre.
Auch die Beziehung von Max und Eve ist wunderschön, wenn auch zum Teil herzzerreißend dargestellt.
Dennoch habe ich gerade zum Ende meine Probleme mit dem Buch gehabt. Ich gebe zu, dass ich die ganzen Verflechtungen am Ende nicht ganz verstanden habe und auch nicht ganz nachvollziehen konnte. Es war mir einfach zu verwirrend. Vor allem zog sich die Geschichte erst und zum Ende hin wird sie dann rasend schnell aufgelöst, was eben zu den Schwierigkeiten im Verständnis gesorgt hat.

Fazit: Ein tolles Buch und auch mal etwas ganz anderes. Wer also Alice und die Edelsteintrilogie gemocht hat, wird auch hier auf seine Kosten kommen. Genau diesen Lesern kann ich dieses Buch nur empfehlen und allen anderen würde ich raten, mit diesem Buch auch mal einen Blick über den Tellerrand zu werfen.

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