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Veröffentlicht am 09.04.2026

Wahnsinnig gut - ein echter Pageturner!

Madwoman
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Clove ist 2-fache Mutter und Hausfrau und hat einige damit verbundeneThemen - die 7jährige Tochter hat Sommerferien und bringt den normalen Ablauf des 3jährigen Sohnes und der Mutter durcheinander, sie ...

Clove ist 2-fache Mutter und Hausfrau und hat einige damit verbundeneThemen - die 7jährige Tochter hat Sommerferien und bringt den normalen Ablauf des 3jährigen Sohnes und der Mutter durcheinander, sie will den 3jährigen endlich abstillen und vor allem immer das Allerbeste für ihre Kinder. Während ihr Mann sie so unterstützt, wie das leider immer noch typisch ist - er fragt, ob er helfen kann und verzieht sich ansonsten in sein Homeoffice und hat Meetings - flüchtet sich Clove in Internetposts und sinnloses Onlineshopping.

Doch abgesehen von diesen relativ normalen Themen hat Clove ein echtes Geheimnis - anders als sie es ihrem Ehemann erzählt hat, sind ihre Eltern nicht bei einem Autounfall gestorben. Ihre Mutter ist im Gefängnis, weil sie dafür verurteilt wurde, ihren gewalttätigen Ehemann, der sie fortlaufend körperlich und seelisch misshandelt hat, getötet zu haben. Durch einen Brief der Mutter aus dem Gefängnis holt Clove ihre Vergangenheit ein...

Die Geschichte ist ausschließlich aus Cloves Sicht erzählt, in Ich-Form, und sie spricht die ganze Zeit ihre Mutter an wie in einem Brief. Geschickt wird Gegenwart mit Vergangenheit verwoben über Erinnerungen, die sich an die gewöhnlichen Beschreibungen des heutigen Alltags von Clove anlehnen und umso krasser wirken durch die heftige Gewalt, der vor allem ihre Mutter ausgesetzt war und ihr Heranwachsen in einer solchen furchtbaren Umgebung.

Vor allem die Schilderungen der Gewalt, die Cloves Vater ihrer Mutter gegenüber anwendet, sind wirklich hart zu lesen und in Verbindung mit dem Verhalten der Mutter teilweise nur schwer zu verkraften. Mir hat sehr gut gefallen, wie das alles aus Sicht einer erwachsenen Frau und Mutter neu bewertet wird und wie die kindlichen Erinnerungen der heute erwachsenen Frau dadurch ganz anders zur Geltung kommen. Auch die Reaktion der Mutter kommt durchaus vor in einem Brief an ihre Tochter, was für noch mehr Tiefe in der Geschichte wirkt.

Ein Buch, das mich in jeder Hinsicht mitgenommen hat und das ich nicht aus den Händen legen konnte und in einem Rutsch durchlesen musste. Den Plot Twist am Ende habe ich kommen sehen und den Schluss mochte ich wirklich sehr!

Eine uneingeschränkte Leseempfehlung für dieses wirklich wahnsinnig gute Buch!

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Highlight - unfassbar gut!

Die Namen
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Im Jahr 1987 beginnt die absolut faszinierende Geschichte "Die Namen". Cora und ihre 9jährige Tochter Maia sind auf dem Weg zum Standesamt, um dem kleinen Bruder offiziell einen Namen zu geben. Während ...

Im Jahr 1987 beginnt die absolut faszinierende Geschichte "Die Namen". Cora und ihre 9jährige Tochter Maia sind auf dem Weg zum Standesamt, um dem kleinen Bruder offiziell einen Namen zu geben. Während Coras brutaler Ehemann Gordon, der sie misshandelt, erwartet, dass ihr Baby die Familientradition fortführen und wie er und sein Vater Gordon genannt wird, wünscht sich Cora für ihren Sohn den Namen Julian, der sinngemäß gut zum Namen der Tochter passen würde. Und Maia schließlich würde ihren kleinen Bruder am liebsten Bear nennen.
Und hier trennen sich die 3 Stränge des Romans: Jeweils ausgehend davon, welchen Namen Cora eintragen lässt, wird immer im Abstand von 7 Jahren erzählt, wie es mit Bear, Julian oder Gordon weitergegangen ist und wie der Name ihn beeinflusst hat, aber auch, wie es für die anderen Mitglieder der Familie weiter gehen würde, je nachdem, welcher Name nun eingetragen worden wäre.
Schon die Idee an sich hat mich als 3fache Mutter fasziniert! Ich fand schon immer, dass es eine sehr starke Verantwortung ist, einen Namen für ein neugeborenes Kind auszusuchen, da in dem Namen so viel mitschwingt, lange, bevor sich das Kind entwickelt und seinen eigenen Charakter ausbilden wird. Vorstellungen, die wir als Eltern von unserem ungeborenen Kind haben, Wünsche, Ideale oder auch Traditionen spielen in diese Wahl hinein und ja, wahrscheinlich beeinflusst das auch absolut das Leben des jeweiligen Menschen.
Die Autorin setzt die Idee wirklich meisterhaft um. Ich habe das Buch einfach nur verschlungen und voller Begeisterung gelesen. Die einzelnen Stränge waren alle facettenreich und haben mich teilweise emotional wirklich an meine Grenze gebracht. Gerade Geschichten über Misshandlungen von Ehepartnern gehen mir immer sehr nahe. Aber auch die Kinder Maia und Bear/Julian/Gordon und wie aus ihnen Jugendliche und Erwachsene werden, waren absolut perfekt beschrieben. Ein Buch, das mich gefesselt und tief berührt hat und das noch lange nachwirken wird! Eine uneingeschränkte Leseempfehlung und ein weiteres Highlight meines Lesejahres!

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Unfassbar spannend!

Deep Fake
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Mira ist Mitte 30, verheiratet und Mutter von 2 kleinen Jungen. Das Leben der engagierten Lehrerin wird auf den Kopf gestellt, als ein Deep Fake Video mit pornographischem Inhalt von ihr viral geht. Alles, ...

Mira ist Mitte 30, verheiratet und Mutter von 2 kleinen Jungen. Das Leben der engagierten Lehrerin wird auf den Kopf gestellt, als ein Deep Fake Video mit pornographischem Inhalt von ihr viral geht. Alles, was Mira wichtig ist, ist in Gefahr und so macht sie sich auf den Weg in ihre Vergangenheit und begibt sich dabei in tödliche Gefahr.

Der Thriller hat mir sogar noch besser gefallen als der Vorgänger der Autorin. Die beiden Erzählebenen des Jahres 2003 und heute - 20 Jahre später - sind raffiniert verwoben und halten die Spannung bis zum Schluss hoch. Ich habe wirklich atemlos immer weiter gelesen und die etwas mehr als 520 Seiten wirklich inhaliert! Die Plot Twists und die Auflösung am Ende haben mich begeistert und ich habe - natürlich - nichts davon kommen sehen.
Eine uneingeschränkte Leseempfehlung für einen unfassbar spannenden Pageturner, der auch aus aktuellem Anlass definitiv lesenswert ist!!!

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Absolut perfekt!

The Dirty Version
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Tash hat einen feministischen Bestseller namens The Colony geschrieben und sogar die Filmrechte verkauft. Allerdings wurden diese weiterverkauft und nun muss sie statt mit einem kleinen unabhängigen Studio, ...

Tash hat einen feministischen Bestseller namens The Colony geschrieben und sogar die Filmrechte verkauft. Allerdings wurden diese weiterverkauft und nun muss sie statt mit einem kleinen unabhängigen Studio, das vor allem ihre feministische Message in den Vordergrund stellen wollte, mit einem Studioboss arbeiten, der eine "Dirty Version" der Geschichte zeigen will - und eine Serie aus dem Buch machen will. Tashs einzige Chance, die wahre Geschichte zu bewahren, ist, mit dem Intimitätsberater Caleb zusammen zu arbeiten und die "dirty" Szenen so wenig schlimm wie möglich zu kreieren.

Der Roman hat mich von Beginn an verzaubert. Erstmal haben wir mit Tash eine Protagonistin, die den Traum jedes Buchmenschen lebt - eine Geschichte geschrieben zu haben, die die Menschen wirklich erreicht hat. Diese wundervolle Geschichte (und das, was im Buch davon zu lesen ist, hat mich bedauern lassen, dass The Colony kein echtes Buch ist!) soll nun verfilmt werden für einen Streamingdienst. Das kann gut gehen, aber eben auch nicht. Und als Leserin bin ich immer froh, wenn Autor/innen sich bei Verfilmungen einbringen können, was manchmal wirklich zu unfassbar guten Adaptionen führt.
Darüber hinaus geht es im Roman aber auch um weitere, wichtige Themen: weibliche Wut, Empowerment, wie man als Mann damit umgehen kann und muss. Es geht um Liebe und Romantik, es geht um Vertrauen und Phantasie und Mut. Ich bin absolut begeistert von diesem Buch - und sollte es verfilmt werden, hoffe ich, dass der richtige Intimitätsberater an Bord ist, der den romantischen Szenen ihren Zauber und dem Zuschauer seine Phantasie lässt.

Eine uneingeschränkte Leseempfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Ein besonderer historischer Pageturner

Der Fährmann
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Der Fährmann spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts an der Grenze zwischen Österreich und Deutschland. Hier wachsen Elisabeth, Annemarie und Hannes auf. Ihre Kinderfreundschaft zerbricht, weil Hannes als ...

Der Fährmann spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts an der Grenze zwischen Österreich und Deutschland. Hier wachsen Elisabeth, Annemarie und Hannes auf. Ihre Kinderfreundschaft zerbricht, weil Hannes als 4. Sohn den Beruf des Fährmanns ergreifen muss, der die Dorfbewohner über die Salzach, die die Dörfer und Länder trennt, bringen muss. Ein Fährmann darf nicht heiraten. Elisabeth, die Hannes liebt, muss Josef heiraten, um die Höfe ihrer beiden Familien zusammenzubringen. Und die Wirtstochter Annemarie erwartet nochmal ein anderes Schicksal.
Als die drei erwachsen und jede/r auf seine/ihre Art unglücklich im Leben wird, bricht der erste Weltkrieg aus und die Situationen spitzen sich zu.
Wie schon bei "Die Schwarzgeherin" habe ich auch hier den besonderen Erzählstil der Autorin von der ersten Seite an geliebt. Sie schildert eindringlich und atmosphärisch die Figuren und ihre Verstrickungen und auch die Salzach, der Grenzfluss, übernimmt einen wichtigen Part in der Geschichte. Die Zeit und wie Menschen damals lebten wird so deutlich geschildert, dass man beim Lesen mittendrin ist.
Ich konnte das Buch praktisch nicht zur Seite lesen und gebe natürlich die Bestbewertung und eine uneingeschränkte Leseempfehlung!

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