Verwirrend, spannend – aber nicht Fitzeks stärkster
Der NachbarAm Anfang hatte ich ehrlich gesagt Mühe, in Der Nachbar hineinzufinden – die Zeitsprünge haben mich anfangs komplett rausgebracht. Nach ein paar Kapiteln kam ich dann aber gut rein, und wie immer hat mich ...
Am Anfang hatte ich ehrlich gesagt Mühe, in Der Nachbar hineinzufinden – die Zeitsprünge haben mich anfangs komplett rausgebracht. Nach ein paar Kapiteln kam ich dann aber gut rein, und wie immer hat mich Fitzeks Schreibstil sofort gepackt. Die kurzen Kapitel sind für mein ohnehin sprunghaftes Gehirn einfach perfekt – so fliegt man nur so durch die Seiten.
Die Story selbst war ein richtiges Verwirrspiel, im besten Fitzek-Sinn. Ich dachte lange, Sarah – die Protagonistin – sei vielleicht einfach verrückt oder nehme irgendwas ein, so schräg war alles. Gerade das hat mir gefallen: dass man sich nie sicher sein konnte, was eigentlich Realität ist. Trotzdem muss ich sagen, dass es für mich nicht Fitzeks bester war. Der ganz große Plottwist, für den ich seine Bücher sonst so liebe, hat mir dieses Mal ein bisschen gefehlt.
Sarah fand ich als Figur schwierig – nachvollziehbar, ja, aber nicht unbedingt sympathisch. Dafür mochte ich Marion, ihre beste Freundin, sehr. Sie steht loyal an Sarahs Seite, auch wenn die Sache mit Haiko (dem gemeinsamen Mann im Mittelpunkt des Dramas) etwas merkwürdig war. Sarahs Tochter war mir sympathisch – mitten in der Teenagerphase, aber liebenswert.
Insgesamt war das Buch super spannend – ich habe es in zwei Tagen verschlungen – und es liest sich wahnsinnig schnell weg. Das Ende war rund und stimmig, wenn auch weniger überraschend als erwartet.
Fazit: Ein fesselnder Psychothriller, der mit Tempo und Spannung punktet, aber ohne den typischen Fitzek-Schockmoment auskommt. Für mich starke 4 Sterne.