Mehr als nur Strandkiosk & Sonnenschein: Eine Liebeserklärung an die eigene Stärke
Summer TidesVielen Dank an die Bloggerjury für dieses tolle Rezensionsexemplar! Sarah Fulmer hat mich mit „Summer Tides“ direkt an die goldenen Strände von St. Ives entführt. Auch wenn ich mir an manchen Stellen noch ...
Vielen Dank an die Bloggerjury für dieses tolle Rezensionsexemplar! Sarah Fulmer hat mich mit „Summer Tides“ direkt an die goldenen Strände von St. Ives entführt. Auch wenn ich mir an manchen Stellen noch einen Tick mehr detaillierte Umgebungsbeschreibungen gewünscht hätte, hat das Fernweh definitiv gekickt.
Was dieses Buch für mich aus der Masse der Sommerromane heraushebt, ist die Protagonistin Scarlett. Ja, sie ist stellenweise etwas naiv, aber das passte perfekt zu ihrem Charakter und ihrem Wunsch nach einem radikalen Neuanfang. Besonders berührt (und wütend gemacht) hat mich die Darstellung ihrer toxischen Beziehung zu Eric in London. Was für ein selbstverliebter Arsch! Dass die Autorin hier zeigt, wie schwierig es ist, aus solchen Mustern auszubrechen und das Erlebte zu verarbeiten, fand ich wahnsinnig wichtig und authentisch.
Die Liebesgeschichte mit Jonah war süß, lustig und herrlich „grumpy“. Es gab zwar Momente von Misskommunikation, aber die wirkten hier eher menschlich als künstlich konstruiert. Mein absolutes Highlight war jedoch die Auflösung: Es gibt kein übereiltes „Und alles ist sofort super“-Ende. Dass Scarlett sich bewusst erst einmal gegen die Beziehung entscheidet, um Jonah nicht an seinem Traum vom Job zu hindern und gleichzeitig zu lernen, selbstständig und alleine klarzukommen, war für mich die größte „Green Flag“ des Buches. Diese Entscheidung für sich selbst hat das spätere Happy End nur umso verdienter und schöner gemacht.
Ein kleiner Kritikpunkt bleibt: Trotz Scarletts Pechsträhne und ihrer Schulden löste sich am Ende alles ein wenig zu reibungslos auf – da hätten die „Stakes“ für mich ruhig noch etwas höher sein dürfen, damit der Sieg sich noch erkämpfter anfühlt. Insgesamt aber eine wundervolle, lockere Sommerlektüre ohne überdrehte Dialoge oder unnötiges Drama.