Ist Tanzen alles?
Maja & NataschaNatascha und Maja wachsen ab 1941als Waisen bei einer Freundin ihrer Mutter auf. Da Katuscha und ihre verstorbene Mutter beide Balletttänzerinnen im Kirow-Ballett in Leningrad waren, kommen sie schon früh ...
Natascha und Maja wachsen ab 1941als Waisen bei einer Freundin ihrer Mutter auf. Da Katuscha und ihre verstorbene Mutter beide Balletttänzerinnen im Kirow-Ballett in Leningrad waren, kommen sie schon früh damit in Kontakt und beginnen ihre Ausbildung zur Tänzerin schon als kleine Mädchen.
Sie sind unzertrennlich und ihr Leben besteht nur aus Tanzen, bis Natascha ihren ersten festen Freund Iwan, ebenfalls einen Tänzer, hat und viel Zeit mit ihm verbringt. Dann kommt noch die Ankündigung, dass das Ensemble immer nur eine Person aus einer Familie zur Tournee mit ins Ausland nimmt.
Ab diesem Zeitpunkt werden die beiden zu Rivalinnen und können die durch ihre Handlungen entstandene Kluft nicht mehr überbrücken.
Die Autorin erzählt Majas und Natascha Geschichte in ihrem Debütroman nachvollziehbar und mitnehmend. Dabei fängt sie auch den Zeitgeist, die Unsicherheit, den Druck, den die Regierenden auf die Bevölkerung ausüben, und die Angst, die dies nach sich zieht, in Russland, aber auch dazu die Leichtlebigkeit im „Westen“ gekonnt mit ein, so dass man als Lesende auch die Nebenfiguren wie LehrerInnen und PolitikerInnen gut verstehen und ihre Handlungen nachvollziehen kann.
So ist ein interessanter, historischer, aber auch sehr menschlicher Roman entstanden, der sich gut und flüssig lesen lässt und das Interesse an der Geschichte stets hochhält.