Ein Hoch auf den Tod und das Leben
Du hast noch einen Sommer, sagt der Tod
Marie-Kristin Hofmann nimmt die Leserschaft mit nach Berlin, mit auf eine Fensterbank und in ein tristes Leben voller Angst, das eigentlich nicht einmal wirklich eines ist. Denn Alba lebt ihr Leben nicht, ...
Marie-Kristin Hofmann nimmt die Leserschaft mit nach Berlin, mit auf eine Fensterbank und in ein tristes Leben voller Angst, das eigentlich nicht einmal wirklich eines ist. Denn Alba lebt ihr Leben nicht, ebensowenig wie ihre Träume. Doch dann erscheint ihr der Tod und setzt ihr ein Ultimatum: Löse 5 Aufgaben bis zum Ende des Sommers oder es ist auch das Ende deines Lebens. Wozu ist Alba fähig, wenn sie sonst ihr Leben verliert? Diese Frage steckt sowohl in den fünf Aufgaben als vor allem auch in der darin verdeckten Frage nach dem Sinn des Lebens.
„Du hast noch einen Sommer, sagte der Tod“ ist ein nachdenklich stimmender, humorvoller und einfühlsamer Roman. Das hat mich am meisten daran begeistert.
Die Art, wie der Tod Alba begegnet ist zunächst urkomisch. Der Schreibstil ist leicht, eingängig und herrlich sarkastisch!
Dann wird jedoch deutlich, dass die Aufgaben immer schwerer werden und es manches Mal sogar nicht ganz zu beeinflussen ist, ob sie wirklich zu schaffen sind.
Gleichzeitig wird deutlich, mit welcher Macht Ängste ein Leben beeinflussen und eindämmen können.
Und schließlich wächst nicht nur der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben für Alba, sondern sie auch daran. Und die Erzählsprache wird poetischer, sinnlicher, emotionaler und berührte mich ein ums andere Mal tief.
Sicherlich sind ein paar der Ereignisse vorhersehbar. Und an mehr als einer Stelle ist auch einiges sehr glatt und einfach gelöst gewesen. Man muss aber auch dazusagen, dass der Klappentext schon eine Romanze angekündigt hat. Da man man auch mal einige seichte Seiten erwarten, ohne sich darüber zu wundern.
Ich jedenfalls mochte die Geschichte, ich konnte mich mit Alba und ihren engsten Freunden identifizieren und es genießen, wie viel Kraft uns die Geschichte zuschreibt.
Ich empfehle dieses Buch auf jeden Fall für den kommenden Sommer! Wobei ich glaube, dass es einem auch an trüben Tagen besonders guttun kann. Es regt zum Nachdenken an und gibt Mut.
Die ein oder andere seichte Seite kann Marie-Kristin Hofmann durch eine ganze Reihe wunderschöne Metaphern und einen wirklich bemerkenswerten Schreibstil an vielen Stellen wieder aufwiegen. Es lohnt sich, dieses Buch in die Hand zu nehmen!