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Veröffentlicht am 14.06.2026

Wie weit gehst du um es dir und allen zu beweisen?

Just Watch Me
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Dell Danvers braucht Geld. Viel Geld. Aber nicht für sich, sondern für ihre Schwester, die im Koma liegt. Was eignet sich da besser als ein Non-Stop Live „Streamathon“ bei dem sie ihr Leben nahezu jede ...

Dell Danvers braucht Geld. Viel Geld. Aber nicht für sich, sondern für ihre Schwester, die im Koma liegt. Was eignet sich da besser als ein Non-Stop Live „Streamathon“ bei dem sie ihr Leben nahezu jede Sekunde live mit Followern teilt und diese ihr dafür Geld spenden? Was wäre noch besser? Richtig! Das ganze mit ein wenig Chilis anzuheizen!
Und so haben wir grob den Plot von „Just Watch Me“ von Lior Torenberg auch schon zusammengefasst.

Dass für unserer Protagonistin Dell das ganze ziemlich sicher und ziemlich schnell aus dem Ruder gerät ist irgendwie von Anfang an klar, die Frage ist nur wie?
Dell selbst ist nicht unbedingt sympathisch, schreit sie doch direkt auf den ersten Seiten einen Kunden an, wirkt überhaupt wahnsinnig Pubertär (trotz ihres Alters) bzw emotional einfach unreif, ist unfreundlich, pampt Leute an die es nur gut mit ihr meinen und klaut. Dass so eine Protagonistin trotzdem funktioniert sehen wir hier, denn trotz allem hatte ich Mitgefühl mit Dell, sie hat sich diese ganze traumatische Situation mit ihrer Schwester sicher nicht ausgesucht und leidet. Zudem war es spannend zu sehen wie sehr Dell für Geld immer wieder, immer weiter über ihre Schmerzgrenze hinausgeht.

Ein Touch Body-Horror ist auch vorhanden, allein schon durch die Beschreibungen der Chili Challenges, aber auch darüber hinaus in anderen Momenten. Man darf als Leser:in hier definitiv nicht zimperlich sein. Momente auf der Toilette werden genauso beschrieben, wie alles andere und das macht stellenweise definitiv Sinn.

Der Schreibstil ist, wie Dell selbst, hier und da pampig und direkt und besticht durch klare Worte, einigen Metaphern und mehr als man auf den ersten Blick so meint.
Hier und da habe ich einige Sachen kommen sehen, allerdings habe ich zum einen auch schon viel in die Richtung gelesen und zum anderen bin ich mir gar nicht so sicher, wie versteckt hier das ein oder andere überhaupt für uns Leser:innen sein soll.
Allerdings hatte ich aufgrund der Protagonistin und des gesamten Rahmens der Geschichte durchgehend das Gefühl, dass dieses Buch sich eher an jüngere Leser:innen wendet und für den Bereich Young Adult gedacht ist.

Mich persönlich stört das nicht, dadurch hat das Buch bei mir allerdings auch keine Themen getroffen, wie der Beginn ins Erwachsenen Leben die mich unmittelbar auch betreffen und mit Dell identifizieren konnte ich mich auch nicht. Das muss meiner Meinung nach auch nicht unbedingt sein um ein Buch genießen zu können. Bücher sind Fenster in andere Leben, Welten und Gedanken. Da ist es nur logisch, dass nicht alles so zu mir passt, dass ich mich im Gelesenen wiederfinde. Ein Buch ist auch dann für mich bereichernd, wenn es mir einfach eine andere Lebensrealität aufzeigt und das ist hier der Fall.

Ich kann nicht direkt sagen, dass ich es mochte das Buch zu lesen, dafür war es an vielen Stellen viel zu schmerzhaft Dell bei ihrer Selbstgeißelung zu zu sehen, aber auf jeden Fall habe ich es gern gelesen.

Daher gibt es von mir 3,5/5 Sternen.

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Veröffentlicht am 28.05.2026

Spannender Thriller nicht nur für Fans der Little Women

Beth is dead
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In „Beth is dead“ erzählt Katie Bernet die Geschichte der den meisten als „Little Women“ bekannten March-Schwestern neu und modern.
Sie behält die Charaktere bei und versetzt sie in unsere Zeit. Da ich ...

In „Beth is dead“ erzählt Katie Bernet die Geschichte der den meisten als „Little Women“ bekannten March-Schwestern neu und modern.
Sie behält die Charaktere bei und versetzt sie in unsere Zeit. Da ich das nicht gewusst habe, als ich anfing dieses großartig vertonte Hörbuch zu hören war ich doch etwas überrascht. Klar, die Namen kamen mir bekannt vor und dennoch machte es erst Klick, als dann auch der Name „Little Women“ im Buch fiel.
Nun ja, zu meiner Verteidigung: Ich habe das Buch nie gelesen und kenne nur den Anime (den ich früher sehr mochte).

Spannend wird die Geschichte aus den verschiedenen Perspektiven der vier (ja, auch von Beth) Schwestern erzählt, doch wer hofft, dass Beth dann ja gar nicht tot sein kann irrt. Denn jede der Schwestern (außer Beth natürlich) hat zwei Zeitebenen auf denen sie erzählt. Zum einen „Vorher“ und zum anderen „Nachher“. Diese wechseln sich regelmäßig ab. Die „Vorher“ Zeitebene läuft dabei unaufhaltsam auf das schreckliche Ereignis zu, bis es (ACHTUNG, leichter Spoiler! ANFANG) in einem Kapitel aus Behts Sicht sein Finale erreicht in dem sie ihr Ende findet. Dieses Kapitel erwähne ich deshalb, weil ich es extrem unangenehm fand zu hören. Fast nicht auszuhalten, aber mehr möchte ich dazu nicht sagen. (Spoiler ENDE)

Die vier Schwestern hat Bernet wirklich wunderbar herausgearbeitet. In wie weit sie jeweils ihren Vorbildern entsprechen vermag ich nicht zu beurteilen, jedoch war jede für sich eine eigenständige Persönlichkeit mit spannender Storyline. Jede hat ihre Beweggründe und diese werden auch deutlich und unterscheiden sich.
Die Sprecherinnen Jodie Ahlborn, Julia Nachtmann, Nina Reithmeier und Lisa Cardinale hauchen ihnen dann noch zusätzlich so viel Esprit und Leben ein, dass es wirklich eine Freude war sie zu hören.

Aber... Ja, was denn nun? Ich bin voll des Lobes und doch muss ich sagen, dass ich irgendwann, warum auch immer, nicht mehr so ganz bei der Sache war. Es war nicht dieser Drang da immer weiter wissen zu wollen was denn nun passiert ist. Woran genau das gelegen hat kann ich nicht sagen, oberflächlich betrachtet stimmte alles.
Die Story ist spannend und hält die ein oder andere Wendung und Finte parat, mal war ich sicher Person X war es, dann überzeugt davon dass es doch Person Y war der/die Beth das Leben gekostet hat und zwischendurch vermutete ich dann doch einen schrecklichen Unfall.
Von daher war da schon sehr viel Spannung vorhanden, nur irgendwie fehlte dann doch diese Sogwirkung die ein richtig, richtig gutes Buch ausmacht.
Es hatte einfach ein paar Hänger gerade zur Mitte hin.

Wer einen spannenden Jugendthriller haben möchte und „Little Women“ Fan ist wird hier voll auf seine Kosten kommen. Auch Menschen (wie ich) die das Original nicht kennen, dafür aber gerne (Jugend)Thriller lesen/hören sollte das absolut nicht abschrecken. Die Story kann man trotzdem fehlender Kenntnisse genießen.

Von mir gibt es daher 3,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Anekdoten, Lyrics und Einblicke in die verschiedenen Eras

Taylor's Version
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In „Taylor’s Version“ beschreibt die Anglistik-Professorin Stepahnie Burt Swifts Genialität anhand ihrer Alben. Dabei merkt man in jeder Zeile, dass Burt selbst ein großer Swiftie ist ohne dass diese Tatsache ...

In „Taylor’s Version“ beschreibt die Anglistik-Professorin Stepahnie Burt Swifts Genialität anhand ihrer Alben. Dabei merkt man in jeder Zeile, dass Burt selbst ein großer Swiftie ist ohne dass diese Tatsache ihr den Blick auf das Werk der Künstlerin verstellt.
Das Buch ist in Kapiteln aufgebaut, die sich jeweils mit einem Album, einer „Era“ wie Swifties sagen, befassen. Das ganze in chronologischer Reihenfolge nach Erscheinen bis zu „TTPD“. Abgeschlossen wird das Buch von einem Kapitel über die Eras Tour.

Ich bin weder riesen Swiftie, noch Musikerin, wodurch ich nicht jedes Lied kannte über das hier geschrieben wurde und auch nicht alles nachvollziehen konnte über die Musiktheorie die Swifts Lieder haben sollen. Klar, rein technisch verstehe ich es wenn da steht, dass sie von „Do“ zu „Mi“ fällt (oder aufsteigt? Da seht ihrs!), aber so wirklich sagt mir das nichts.

Glücklicherweise zog sich diese Betrachtung zwar durchs Buch dominierte aber nicht die Kapitel. In denen geht es eher um die Texte, die Entstehungsgeschichte, stellenweise auch die Lyrik die dahinter steht, um Swift selbst und in welcher Phase ihre Lebens sie da gerade war, warum sie xy vermutlich geschrieben hat etc pp.
Diese Betrachtungsweise hat mir erstaunlich viel Spaß gemacht, obwohl ich, wie bereits erwähnt, kein riesengroßer Fan bin. Trotzdem habe ich daraufhin natürlich einige Songs gehört und die die ich bereits kannte höre ich nun mit ganz neuem Bewusstsein. Es macht Spaß zu wissen was dahinter steckt und hier und da auch damit bei anderen anzugeben.
An manchen Stellen wurde es mir dann doch zu theoretisch und ich musste mich ein wenig durch einige Passagen quälen. Doch alles in allem hat es sich gelohnt das Buch zu lesen.

Fazit:
Ich würde sagen, dieses Buch ist selbstverständlich für jeden Swiftie etwas der sich näher mit Alben und den Abläufen dahinter beschäftigen möchte. Musikinteressierte werden hier auch Freude haben. Wer noch nie etwas mit der Sängerin anfangen konnte sollte zu was anderem greifen, aber ich bin sicher dass das dann auch eher passiert.

3,5 Sterne

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Viel zu verdauen

Girl vs. Girl
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Girl vs Girl ist keine leichte Kost. War es zumindest nicht für mich.
Mehrmals musste ich das Buch, auch für längere Phasen aus der Hand legen weil ich ansonsten doch gerne randalierend durch die Straßen ...

Girl vs Girl ist keine leichte Kost. War es zumindest nicht für mich.
Mehrmals musste ich das Buch, auch für längere Phasen aus der Hand legen weil ich ansonsten doch gerne randalierend durch die Straßen gezogen wäre.

Sophie Gilbert zeigt uns auf erschreckende Art und Weise wie misogyn die Welt es mit Frauen in der Popkultur so meint und damit auch mit uns allen. Denn das was wir in der „glitzernden“ Welt der Stars und Sternchen sehen hat massiven Einfluss auf unser alltägliches Denken und Handeln.
Vieles was Gilbert beschreibt war mir bekannt, anderes hatte ich aufgeschnappt und konnte es nicht richtig einordnen und von manchem hatte ich noch nie gehört.
Gilberts Schreibstil ist sehr gut: Unterhaltsam und informativ, eine große Prise persönlich und somit lesen wir hier kein schnarch langweiliges Sachbuch.
Allerdings überschüttet sie uns mit Wissen und die Grenze zwischen den einzelnen Kapiteln konnte ich auch nicht so recht erkennen, von den Kapitelüberschriften mal abgesehen (zum Teil). Eine schreckliche Geschichte reiht sich an die nächste und somit haben wir hier eine Parade der Misogynie. Das muss man ab können.
Mir hat das Buch, auch wenn ich Ewigkeiten für das Lesen gebraucht habe, sehr gut gefallen. Auch weil es einen Einblick hinter die Kulissen Hollywoods oder auch der Politik erlaubt der mir sonst nicht so gewährt worden wäre.
Aber danach brauche ich jetzt erst mal irgendwas nettes flauschiges zum Lesen.
Fazit
Das Buch ist für jede und jeden, der nicht vor der unschönen Wahrheit zurückschreckt. Der weiß oder lernen möchte dass die Welt es mit Frauen oft nicht gut meint und der sich darüber informieren möchte wie die Pop Kultur in all dem mit drin hängt.

3,5 Sterne

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Veröffentlicht am 17.12.2025

Ein überraschend locker geschriebener Roman, über ein sehr ernstes und wichtiges Thema

Hazel sagt Nein
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„Hazel sagt nein“ von Jessica Berger Gross ist ein wichtiger Beitrag zu Me-Too und feministischen Stimmen im allgemeinen.
Dabei schafft es Berger Gross sehr gekonnt dieses doch eher schwere und traumatische ...

„Hazel sagt nein“ von Jessica Berger Gross ist ein wichtiger Beitrag zu Me-Too und feministischen Stimmen im allgemeinen.
Dabei schafft es Berger Gross sehr gekonnt dieses doch eher schwere und traumatische Thema durch ihre vier Protagonist:innen wichtig und ernst genug, aber mit überraschend viel Humor an ihre Leser:innen heranzubringen.
Ihr Schreibstil ist locker und pointiert, liest sich somit sehr unterhaltsam.
Ihre vier Protagonist:innen sind allesamt interessante Figuren denen man gerne eine Weile durch ihr Leben folgt.
Gleichzeitig wirft Berger Gross hier stellenweise so komplexe und wichtige Themen auf, dass ich mir an der ein oder anderen Stelle gewünscht hätte wir könnten mal etwas länger auf dem neu aufgekommenen Problem herumkauen.
Da geht es nicht nur um das Machtgefälle zwischen Hazel und ihrem Direktor, sondern plötzlich auch um Hassbotschaften, Antisemitismus und vor allem um große moralische Fragen denen sich die Familie und besonders Hazel gegenüber sieht.
Wäre die Autorin allerdings hier wirklich auf alles eingegangen, wäre es zum einen kein so, trotz der Synopsis, unterhaltsamer Roman und zum anderen sicherlich ein mindestens doppelt so dickes Manuskript. Aber diesen Anspruch hat die Geschichte auch gar nicht an sich. Es muss nicht alles aufgebröselt und gelöst werden, manches darf einfach existieren und ein weilchen vom Leser oder der Lesrin mitgenommen werden. Und das ist, meistens, auch gut so.
Bei manch anderem habe ich mich hingegen schon gefragt, warum genau das denn jetzt auch noch auf den Tisch musste, nur um dann nicht wieder relevant zu sein. Aber nun gut, es war nur eine Kleinigkeit.

Dadurch, dass wir immer mal wieder abwechselnd jedem einzelnen der Familie über die Schulter schauen haben wir zum einen als Leser einen ganz guten allgemeinen Überblick aus einem Mosaik an Gedanken. Zum anderen kommen wir aber nicht ganz so nah an die Figuren heran. Ich hatte beim Lesen permanent das Gefühl das Geschehene aus einer sicheren Distanz, durch eine Scheibe zu beobachten. Wobei ich das bei diesem Buch nicht als allzu negativ empfunden habe und doch fehlte am Ende irgendwas um aus dieser soliden und unterhaltsamen Erzählung ein mitreißendes und unvergessliches 5 Sterne Buch zu machen.

Alles in allem ein gutes und wichtiges Buch, aber sicherlich nicht das beste in diesem Bereich.

Von mir gibt es 3,5 Sterne

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