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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.03.2025

Ein beeindruckendes Debüt, das Lust auf mehr macht.

Der Ausflug - Nur einer kehrt zurück
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Ulf Kvenslers Debütroman "Der Ausflug – Nur einer kehrt zurück" entführt die Leser:innen in die raue Wildnis Nordschwedens und erzählt die packende Geschichte einer Wanderung, die zum Albtraum wird. Die ...

Ulf Kvenslers Debütroman "Der Ausflug – Nur einer kehrt zurück" entführt die Leser:innen in die raue Wildnis Nordschwedens und erzählt die packende Geschichte einer Wanderung, die zum Albtraum wird. Die Anwältin Anna, ihr Verlobter Henrik und ihre beste Freundin Milena unternehmen jährlich einen Wanderausflug, um dem Alltag zu entfliehen. Dieses Mal schließt sich Milenas neuer Freund Jakob der Gruppe an. Bald wird aber klar, dass dieser Ausflug alles andere als ein harmloses Abenteuer ist.

Kvensler gelingt es meisterhaft, die Spannung kontinuierlich zu steigern, indem er die Dynamik innerhalb der Gruppe und die unbarmherzige Natur eindrucksvoll schildert. Die Charaktere sind vielschichtig und authentisch dargestellt, wodurch ihre persönlichen Konflikte und Geheimnisse die Handlung intensivieren.

Der Ausflug ist ein fesselnder Thriller, der die Abgründe menschlicher Beziehungen in Extremsituationen beleuchtet und zeigt, wie dünn der Schleier der Zivilisation sein kann, wenn das Überleben auf dem Spiel steht.

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Veröffentlicht am 08.12.2025

Atmosphärisch intensives Buch, dass seine Grundidee leider überläd

Flutrache
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Das Buch überzeugt zunächst durch seine atmosphärische Dichte: Die Autorin schafft es, das Setting der von Wasser bedrohten Küstenlandschaft lebendig und beklemmend wirken zu lassen. Die Figuren sind gut ...

Das Buch überzeugt zunächst durch seine atmosphärische Dichte: Die Autorin schafft es, das Setting der von Wasser bedrohten Küstenlandschaft lebendig und beklemmend wirken zu lassen. Die Figuren sind gut gezeichnet, wenn auch manchen Stellen nicht wirklich nachvollziehbar. Auch der Kernkonflikt, eine Mischung aus Naturgewalt, Schuld und Vergeltung, ist schön angelegt

Allerdings ist die Geschichte leider völlig überladen mit Nebenfiguren, Nebenhandlungssträngen und dem Versuch Deutsch mit niederländischen Phrasen zu mischen. Auch wenn ich die Idee nett finde und es ja eigentlich auch zur Authentizität beitragen soll, hat es mich in meinem Lesefluss teils echt gestört, weil ich immer zur Übersetzung ( die es immerhin gibt) nach hinten blättern musste. So konnte ich mich irgendwie gar nicht wirklich auf die Geschichte einlassen, weil ich ständig damit zu tun hatte, die einzelnen Schauplätze, Zeitebenen und persönlichen Verbindungen nicht durcheinander zu werfen. Denn was als kunstvolle Verflechtung einzelner Handlungsstränge gedacht war, hat bei mir leider eher zu Kabelsalat im Hirn geführt.

Insgesamt ein atmosphärisch schönes Werk, das aber leider zu viel wollte.

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Veröffentlicht am 04.05.2025

Nachdenkliches Porträt einer Generation

Schöne Welt, wo bist du
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"Schöne Welt, wo bist du" von Sally Rooney erzählt die Geschichte von vier jungen Menschen – Alice, einer erfolgreichen Schriftstellerin, Felix, einem Lagerarbeiter, sowie Alice’ bester Freundin Eileen ...

"Schöne Welt, wo bist du" von Sally Rooney erzählt die Geschichte von vier jungen Menschen – Alice, einer erfolgreichen Schriftstellerin, Felix, einem Lagerarbeiter, sowie Alice’ bester Freundin Eileen und deren Jugendfreund Simon. Im Mittelpunkt stehen ihre komplexen Beziehungen, die Suche nach Nähe und Vertrauen sowie die Herausforderungen des modernen Lebens zwischen Dublin und der irischen Küste.

Der Roman besticht durch präzise, kluge Dialoge und eine sensible Darstellung von Themen wie Liebe, Freundschaft, Geschlechterungleichheit und gesellschaftlichen Konflikten. Bemängeln würde ich aber trotzdem die gelegentliche Längen und das offene Ende, das nicht alle Erwartungen erfüllt, es bleibt einfach für mich noch zu viel offen.

Insgesamt ist "Schöne Welt, wo bist du" ein kluges, nachdenkliches Porträt der Millennial-Generation, das mit seiner Mischung aus Intimität und gesellschaftlicher Reflexion überzeugt.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Gute Ansätze, Charakterentwicklung eher naja

Zugvögel wie wir
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Der Roman erzählt von einer Frau namens Eva, die sich im Schwedenurlaub spontan dazu entschließt mit dem Fahrrad entlang des Zugweges der Kraniche nach Frankreich zu fahren und dabei viele neue Erfahrungen, ...

Der Roman erzählt von einer Frau namens Eva, die sich im Schwedenurlaub spontan dazu entschließt mit dem Fahrrad entlang des Zugweges der Kraniche nach Frankreich zu fahren und dabei viele neue Erfahrungen, auch durch außergewöhnliche Begegnungen sammelt. Außerdem soll sie sich auf dieser Reise wieder selbst neu entdecken.

Für mich persönlich war der Einstieg in dieses Buch etwas holprig, die unterschiedlichen ( scheinbar wahllos aneinandergereihten) Texte haben mich zunächst etwas verwirrt, aber im weiteren Verlauf wurde das dann noch besser. Der Schreibstil passt auch sehr gut zur Atmosphäre, die aufgebaut wird, gerade auch mit den leisen Andeutungen, die immer wieder zwischen den Zeilen gemacht werden.

Es werden viele wichtige Themen angeschnitten und was für mich u.A. auffällig war, ist die Tatsache, dass weniger die negativen Dinge wie Verlust und Versäumnisse, sondern eher die Hoffnung, die Möglichkeit auf zweite Chancen, etc. im Vordergrund stand. Und ganz zentral natürlich auch die Frage, wie man nochmal neu beginnen kann ohne Vergangenes zu verleugnen.

Was für mich aber leider ein Punkt war, der das ganze Schöne an diesem Buch etwas trübt, ist die Tatsache wie wenig charakterliche Tiefe Eva als Hauptperson hat. Gerade bei einem Roman dieser Art mit diesen Themen hätte ich mir eine deutlich stärkere Entwicklung über die Reise hinweg gewunschen. Denn so schön offene Enden auch sind, um sich selbst zu überlegen, wie es weitergehen könnte, gewissen Dingen sollten dann doch nicht im Vagen gelassen werden.

Insgesamt ein Roman, der viele wichtige Themen anspricht und auch eine schöne Atmosphäre hat, mich aber mit der Figurenzeichnung ( die hier ja eigentlich sehr wichtig ist ) nicht überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Schöne Grundidee, verworrene Umsetzung

You and Me - Die zweite erste Liebe
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Das Buch kommt zunächst von Cover und Leseprobe wie ein unterhaltsamer und zugleich nachdenklicher Liebesroman über die Frage, wie sehr kleine Entscheidungen ein ganzes Leben verändern können, daher. Es ...

Das Buch kommt zunächst von Cover und Leseprobe wie ein unterhaltsamer und zugleich nachdenklicher Liebesroman über die Frage, wie sehr kleine Entscheidungen ein ganzes Leben verändern können, daher. Es sollen anhand der Geschichte von Jules und Adam Themen wie Romantik, Zeitreisen und auch allgemeine Alltagssorgen miteinander verbunden werden.

Dazu werden die Geschehnisse im Wechsel aus beiden Perspektiven erzählt. Nur leider blieben die beiden Charaktere für mich über die gesamte Geschichte hinweg eher unnahbar und unsympathisch. Ich wurde einfach nicht warm mit diesem Ehepaar.

Das zentrale Gedankenexperiment ( und später dann ja auch real werdend) ist grundsätzlich super interessant: Was wäre, wenn man die Vergangenheit noch einmal anfassen und neu ordnen könnte? Und so ein wenig zieht das Buch daraus auch seine ( leider nur wenigen) starken Momente, es regt teils zum Nachdenken über verpasste Chancen, egal ob in der Liebe oder in anderen Bereichen des Lebens an. Aber die Entwicklungen, die mit diesem Element vorangetrieben werden, wirken an einigen Stellen leider sehr konstruiert und klischeebehaftet. Und leider trägt der an manchen Stellen sprachlich doch etwas sehr überladene Schreibstil nicht gerade dazu bei, dass man sich gut im Buch selbst zurecht findet.

Insgesamt sicherlich ein Buch, das Menschen, die Romane über zweite Chancen und das große "Was wäre wann ?" gefallen kann. Ich durfte an einer Leserunde hierzu teilnehmen und dabei u.A. auch herausfinden wie unterschiedlich die Wahrnehmung sein kann. Für mich persönlich war es aber leider nichts. Das große Potential der Grundidee wurde einfach zu klischeehaft und meiner Meinung nach nicht vollständig ausgeschöpft, u.A. auch weil ich nicht mit den beiden Hauptpersonen und ihren Entscheidungen mitfühlen konnte.

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