Gute Ansätze, Charakterentwicklung eher naja
Zugvögel wie wirDer Roman erzählt von einer Frau namens Eva, die sich im Schwedenurlaub spontan dazu entschließt mit dem Fahrrad entlang des Zugweges der Kraniche nach Frankreich zu fahren und dabei viele neue Erfahrungen, ...
Der Roman erzählt von einer Frau namens Eva, die sich im Schwedenurlaub spontan dazu entschließt mit dem Fahrrad entlang des Zugweges der Kraniche nach Frankreich zu fahren und dabei viele neue Erfahrungen, auch durch außergewöhnliche Begegnungen sammelt. Außerdem soll sie sich auf dieser Reise wieder selbst neu entdecken.
Für mich persönlich war der Einstieg in dieses Buch etwas holprig, die unterschiedlichen ( scheinbar wahllos aneinandergereihten) Texte haben mich zunächst etwas verwirrt, aber im weiteren Verlauf wurde das dann noch besser. Der Schreibstil passt auch sehr gut zur Atmosphäre, die aufgebaut wird, gerade auch mit den leisen Andeutungen, die immer wieder zwischen den Zeilen gemacht werden.
Es werden viele wichtige Themen angeschnitten und was für mich u.A. auffällig war, ist die Tatsache, dass weniger die negativen Dinge wie Verlust und Versäumnisse, sondern eher die Hoffnung, die Möglichkeit auf zweite Chancen, etc. im Vordergrund stand. Und ganz zentral natürlich auch die Frage, wie man nochmal neu beginnen kann ohne Vergangenes zu verleugnen.
Was für mich aber leider ein Punkt war, der das ganze Schöne an diesem Buch etwas trübt, ist die Tatsache wie wenig charakterliche Tiefe Eva als Hauptperson hat. Gerade bei einem Roman dieser Art mit diesen Themen hätte ich mir eine deutlich stärkere Entwicklung über die Reise hinweg gewunschen. Denn so schön offene Enden auch sind, um sich selbst zu überlegen, wie es weitergehen könnte, gewissen Dingen sollten dann doch nicht im Vagen gelassen werden.
Insgesamt ein Roman, der viele wichtige Themen anspricht und auch eine schöne Atmosphäre hat, mich aber mit der Figurenzeichnung ( die hier ja eigentlich sehr wichtig ist ) nicht überzeugen konnte.