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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.10.2018

very british

Das Geheimnis der Grays
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Weihnachten, das Fest der Liebe – mitnichten. Die Nerven liegen blank, als das Familienoberhaupt der Grays ermordet aufgefunden wird.

Obgleich der Mörder recht bald entlarvt wird, ist es spannend zu lesen, ...

Weihnachten, das Fest der Liebe – mitnichten. Die Nerven liegen blank, als das Familienoberhaupt der Grays ermordet aufgefunden wird.

Obgleich der Mörder recht bald entlarvt wird, ist es spannend zu lesen, wie er sich aus der Sache herauswinden will. Er legt falsche Spuren und nutzt es gnadenlos aus, dass die Familie zerstritten ist. Wird der Täter damit durchkommen?

Meine Meinung:

Freunde des klassischen englischen Krimis à la Agatha Christie kommen hier voll auf ihre Rechnung.

Wieder hat der Klett-Cotta-Verlag einen alten englischen Krimi (Ersterscheinung 1933) übersetzt und in einer eleganten Aufmachung an seine Fans gebracht. Wie schon im letzten Jahr bei „Geheimnis in Rot“ von Mavis Doriel Hay ist das Cover in Leinenoptik ausgeführt und, wie es sich für einen Weihnachtskrimi gehört, mit einem winterlichen Motiv. Das Buch eignet sich gut als Mitbringsel.

Ein typischer Krimi, der in den 1930er Jahren verfasst wurde. Gerne gebe ich 4 Sterne.

Veröffentlicht am 01.05.2026

Hat mich nicht überzeugt

1776
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Im Sommer des Jahres 2026 jährt sich die Unabhängigkeitserklärung der USA zum 250. Mal. Grund genug für zahlreiche Autorinnen und Autoren diesem Gründungsmythos nachzugehen. Stimmt das, was seither überliefert ...

Im Sommer des Jahres 2026 jährt sich die Unabhängigkeitserklärung der USA zum 250. Mal. Grund genug für zahlreiche Autorinnen und Autoren diesem Gründungsmythos nachzugehen. Stimmt das, was seither überliefert worden ist? Oder ist die Sache vielleicht doch ein wenig anders verlaufen als überliefert? Hat wirklich EIN Sommer die Welt verändert?

Leider habe ich mit diesem Buch ausgerechnet jenes erwischt, das die Ereignisse für mich (vermutlich wie für die meisten Leser) viel zu kompliziert und detailreich darstellt. Ja, es stimmt, die Lage von Mai bis Oktober 1776 ist komplex und kompliziert. Dennoch hätte ich mir eine anschaulichere Schilderung gewünscht. Denn gleichzeitig fehlt mir ein wenig eine Zusammenfassung was die Jahre zuvor passiert oder eben nicht passiert ist. Und trotzdem, nicht alles, was Historiker und Autoren wissen, muss den Lesern in dieser Fülle an Informationen nahe gebracht werden. Dem Buch deutlich anzusehen, dass Ellis‘ Spezialgebiet „Die Gründerväter der Vereinigten Staaten“ sind.

Joseph J. Ellis‘ Standpunkt, die politische Dimension und die militärischen Ereignisse sind untrennbar miteinander verbunden, weil sie einander bedingen, sind für mich (noch) schlüssig. Dass der US-amerikanische Autor und Historiker behauptet, sie würden bei anderen Autoren getrennt behandelt, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Vielleicht unterliege ich dem aktuellen „Priming“, in dem ich alle Informationen, die direkt aus den USA kommen, einmal mit Vorsicht betrachte.

Wer die USA und ihr spezifisches Sendungsbewusstsein verstehen will, muss zu ihrem Ursprungsmythos zurückgehen: zur Amerikanischen Revolution, die bereits 1763 mit dem Steuerstreit zwischen dem Britischen Mutterland und den Kolonisten in Nordamerika, begonnen hat. Aber, dafür bräuchte es eine einleitende Zusammenfassung des Status Quo, der die Jahre vor 1776 betrachtet. Die hat uns der sonst so detailreich dozierende Autor leider vorenthalten, so dass sich der Eindruck manifestiert, in eine komplexe Sache einfach hineingeworfen zu werden. Um diese Lücke zu schließen, empfehle ich Volker Depkats Buch „Die amerikanische Revolution“ aus der Reihe C.H. Beck Wissen, vorab zu lesen. Dann wird einiges, das Joseph J. Ellis hier beschreibt, ein wenig klarer.

Dieses Buch ist nichts für Einsteiger in die Materie und schon gar kein Sachbuch für Jugendliche, wie es an einigen Stellen angepriesen wird.

Fazit:

Diesem Buch, das die sechs Monate des Jahres 1776 sehr detailliert darstellt, gebe ich 3 Sterne.

Veröffentlicht am 01.04.2026

Hat mich nicht ganz überzeugt

Der Zitronenbaum in meinem Garten
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Die sympathische Schauspielerin Andrea L’Arronge erzählt, wie sie schon als Kind Schauspielerin werden wollte und kleine Rollen gespielt hat. Sie berichtet aus ihrem Leben, das nicht immer konfliktfrei ...

Die sympathische Schauspielerin Andrea L’Arronge erzählt, wie sie schon als Kind Schauspielerin werden wollte und kleine Rollen gespielt hat. Sie berichtet aus ihrem Leben, das nicht immer konfliktfrei gewesen ist und spart dabei nicht aus, dass sie auch Misserfolge, sowohl im Privatleben als auch im Beruf erleben musste.

Schmunzeln musste ich, als sie berichtet, wie sie ziemlich unbedarft und ohne ausreichend die italienische Sprache zu können, ein Haus in Italien gekauft hat und sich der Herausforderung der örtlichen Gegebenheiten stellen musste.

Das Buch ist in leichtem Plauderton verfasst, lässt aber Platz für ernsthafte Themen. So erzählt sie einerseits über ihre erste Ehe mit der sie aus ihrer komplizierten Herkunftsfamilie ausbricht, nur um in einer anderen schwierigen Situation zu landen. Eine Situation, die viele Frauen erlebt haben oder noch erleben. Andererseits berichtet sie über ihr Engagement für Waisenkinder in Rumänien, die nach dem Sturz der Diktatur unter schrecklichen Bedingungen sich selbst überlassen waren.

In einigen der 15 Kapiteln fließen nachdenkliche und beinahe philosophische Gedanken ein. Zahlreiche Abbildungen ergänzen dieses Memoir, dem ich 3 Sterne gebe, da es mich nicht ganz überzeugt hat.

Veröffentlicht am 12.03.2026

Hat mich nicht ganz überzeugt

Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl
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„Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl“ ist der zweite Band rund um den neapolitanischen Commissario Salvatore Gaetano.

Dieser Krimi entführt uns in die Vorbereitungen zum Osterfest, das in Neapel ...

„Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl“ ist der zweite Band rund um den neapolitanischen Commissario Salvatore Gaetano.

Dieser Krimi entführt uns in die Vorbereitungen zum Osterfest, das in Neapel mit jeder Menge Volksfrömmigkeit und dem dazugehörenden Spektakel gefeiert wird. Eigentlich will Commissario Gaetano die Feiertage bei seiner Familie verbringen, als ihm eine männliche Leiche, die am Karfreitag im Hafenbecken angespült wird, einen Strich durch die Rechnung macht. Nachdem die Dienststelle chronisch unterbesetzt ist, kehrt Gaetano trotz Urlaubs nach Neapel zurück, um nach dem Rechten zu sehen. Zunächst ist nicht klar, ob es sich überhaupt um Mord oder nicht doch um einen Unfall oder Selbstmord handelt. Gaetano ist geneigt hier einen Unfall anzunehmen, um den Fall so schnell wir möglich ad acta zu legen.

Allerdings hat er nicht mit der Beharrlichkeit seiner jungen Kollegin Beppa Bellucci gerechnet, die ihm gefühlt tausend und einen Grund nennt, dass der Tote ermordet worden ist ...

Zähneknirschend muss Gaetano ermitteln und langsam kommt ihm die ganze Sache spanisch vor. Zudem erinnert ihn die familiäre Situation des Toten - er hat einen schwer behinderten Bruder - an seine eigene Familie.

Der Tote aus dem Hafenbecken bleibt nicht der einzige Tote, weshalb es mit der Osterruhe gänzlich vorbei ist.

Meine Meinung:

Wie schon im ersten Fall angemerkt, ist mir der Commissario nicht ganz sympathisch. Ja, er hat mit seinem behinderten Bruder Aniello und dem dementen Vater eine schwierige Familienkonstellation. Dabei vergisst er aber, dass die Last eigentlich auf den Schultern seiner Nichte Carla ruht, während deren Ehemann sich mit dem familieneigenen Weinberg beschäftigt. Erst die Ermittlungen lassen ihn darauf aufmerksam werden. Ob diese Erkenntnis allerdings nachhaltig etwas ändern wird, bleibt offen. Sein Verhalten der jungen Beppa gegenüber ist ein wenig ambivalent bis fragwürdig. Ja, sie ist übereifrig, ehrgeizig und engagiert, vor allem, weil sie sich in der, von Männern und ihrem aufgeplusterten Ego, Welt behaupten will (und muss). Aber eine Polizeischülerin, die alleine ermittelt? Das kommt mir nicht ganz glaubwürdig vor, auch wenn man den Italienern gerne nachsagt, Gesetze ein wenig in die passende Richtung zu verbiegen.

Gut beschrieben sind die Bräuche der neapolitanischen Bevölkerung rund um die Karwoche und Ostern. Diese intensiven Volksfrömmigkeit kann ich nur wenig anfangen. An manchen Stellen nimmt die detaillierte Beschreibung des kirchlichen Fest ein wenig überhand.

Wie schon beim Vorgänger bin auch diesmal mit Commissario Salvatore Gaetano nicht auf einer Wellenlänge.

Fabio Nola ist das Pseudonym eines deutsche Historikers, der während seiner Studienzeit in Neapel gelebt hat. Seine Liebe zur Stadt und ihrer Bevölkerung kommen hier deutlich zum Ausdruck.

Fazit:

Auch dieser zweite Fall für Commissario Gaetano kann mich nicht wirklich begeistern, daher gibt es 3 Sterne.

Veröffentlicht am 22.02.2026

Australisches Roadmovie

Zuflucht
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Untertauchen bei jemandem, der selbst untergetaucht ist - kann das gut gehen?
Im Mittelpunkt dieses Thrillers steht Grace, die ihr Leben durch raffinierte Diebstähle finanziert. Dabei hat sie so etwas ...

Untertauchen bei jemandem, der selbst untergetaucht ist - kann das gut gehen?
Im Mittelpunkt dieses Thrillers steht Grace, die ihr Leben durch raffinierte Diebstähle finanziert. Dabei hat sie so etwas wie ein Gewissen, denn Opfer sind ausschließliche die Reichen Australiens. Ihr abgebrühte Professionalität lässt sie dabei von einer Identität in eine andere schlüpfen. Was ihr fehlt, ist ein Zuhause, denn sie ist mit Adam in einer Pflegefamilie aufgewachsen.

Wenig später trifft sie auf Erin Mandel und kann in deren Antiquitätenladen, zu dem auch eine Einliegerwohnung gehört, vorläufig zur Ruhe kommen. Doch auch Erin hat so ihre dunklen Geheimnisse.

Gleichzeitig schwenkt das Buch auf Adam, der für eine Detektei diverse Arbeiten erledigt und dabei auch vor Drecksarbeit nicht zurückschreckt. Nun gerät er unversehens in einen Entführungsfall und soll einen Jugendlichen überwachen, dessen Vater Teil eines Zeugenschutzprogramms ist.

Und dann gibt es noch einen Detective Senior Constable, der kurz vor seinem Pensionsantritt schwer verletzt wird und einen Gewalttäter, der vor einiger Zeit von seiner Frau verlassen worden ist, und sie nun auf einer Videoüberwachung zufällig entdeckt.

Ob und wie die vielen Handlungsstränge zusammenhängen, müsst ihr selbst lesen.

Meine Meinung:

Garry Disher gilt als in Australien als bekannter Thrillerautor., der zahlreiche Stand-alone-Krimis sowie zwei Reihen verfasst hat. Für mich ist dieses Buch das erste, das ich von ihm lesen. Es wird auch vermutlich das letzte sein, denn ich bin weder mit den Protagonisten noch mit dem Schreibstil so richtig warm geworden. Zudem gibt zahlreiche Handlungsstränge, die jeder für sich spannend ist, zusammen genommen, letzten Endes auch gut zusammengeführt werden, aber für mich einfach zu viele sind. Hier wäre weniger mehr gewesen. Aber, das ist Geschmackssache.

Großen Raum nehmen toxische Beziehungen und misogyne Männer ein. Dieser Thriller ist eine Art australisches Roadmovie. Als Film kann ich mir den Stoff gut vorstellen.

Die Geschichte spielt in den Adelaide Hills, einer Bergkette in South Australia, eine Gegend, die ich gar nicht kenne. Das war ein Anreiz, dieses Buch zu lesen.

Fazit:

Diesen Thriller, der eine Art australisches Roadmovie ist, kann ich mir als Film gut vorstellen, als Buch hat er mir nicht ganz so gut gefallen. Daher gibt es nur 3 Sterne.