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Veröffentlicht am 14.04.2026

beklemmende Zukunftsvision

Ins fahle Herz des Sommers
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Wie hat mir „Ins fahle Herz des Sommers“ gefallen? Üblicherweise ziehen mich die Romane von Andreas Eschbach schnell in ihren Bann, hier habe ich mich etwas schwer getan. Die 240 Seiten wirken eher wie ...

Wie hat mir „Ins fahle Herz des Sommers“ gefallen? Üblicherweise ziehen mich die Romane von Andreas Eschbach schnell in ihren Bann, hier habe ich mich etwas schwer getan. Die 240 Seiten wirken eher wie ein Gedankenspiel, wie eine Mahnung, was unserer Gesellschaft droht, wenn wir die deutlichen Zeichen der Klimaveränderung nicht Ernst nehmen.
Der Beginn versetzt den Leser direkt in ein düsteres Szenario einige Jahre in der Zukunft. Die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel, tagsüber ist die Hitze kaum erträglich, die Natur ist ausgedörrt. Die Gegend, in der die Geschichte spielt, ist nur noch sporadisch besiedelt, viele sind nach Norden geflohen, eine Pandemie hat ein paar Jahre zuvor hat das Leben vieler Menschen ausgelöscht.
In dieser unwirtlichen Umgebung versucht der junge Fausto zu überleben, in Vollmondnächten fährt er mit einem Fahrrad in benachbarte Orte, um in verlassenen Häusern nach nützlichen Dingen zu suchen. Soziale Kontakte hat er kaum, um so mehr ist er begeistert, als in das Nachbarhaus die junge Valeria einzieht, der die Hitze erstaunlicherweise kaum etwas auszumachen scheint.
Die Geschichte ist dystopisch und zeichnet eine niederschmetternde Zukunft. Ich habe mich beim Lesen immer wieder gefragt, wie realistisch eine solche Entwicklung ist. Es steht zumindest unbestreitbar fest, dass der Klimawandel, den große Teile der Weltbevölkerung immer noch ignorieren, uns schon jetzt in immer stärkerem Maße betreffen.
Die Geschichte ist spannend erzählt und macht mit ihren philosophischen Themen nachdenklich, Eschbach versteht es auch in dieser sehr reduzierten Erzählung die Dinge auf den Punkt zu bringen. Dennoch erscheinen die Schilderungen distanziert, der Erzähler beschreibt Faustos Handlungen und Gedanken, wirklich nahe habe ich mich ihm nie gefühlt.

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Veröffentlicht am 01.04.2026

das Känguru ist zurück

Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5)
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Das Känguru rebelliert? Da bin ich als Fan der Reihe ganz klar mit dabei.
Ein wenig skeptisch war ich schon, als ich die Ankündigung einer Fortsetzung der Känguru-Klassiker gesehen habe. Kann das nach ...

Das Känguru rebelliert? Da bin ich als Fan der Reihe ganz klar mit dabei.
Ein wenig skeptisch war ich schon, als ich die Ankündigung einer Fortsetzung der Känguru-Klassiker gesehen habe. Kann das nach so einer langen Zeitspanne und Pause noch funktionieren?
Der Einstieg ist etwas zäh und wärmt alte Geschichten auf, doch es wird schnell interessanter und vor allem politischer. Man merkt, dass sowohl Marc-Uwe Kling als auch das Känguru älter und reifer geworden sind. Der Klamauk, der mir im dritten Band offen gestanden schon zu dominant war, fehlt hier ebenso wie einige der früheren Charakter. Lediglich Herta spielt diesmal eine größere Rolle und läuft meiner Meinung nach zu Hochform auf, während Friedrich-Wilhelm, Otto-Von und Krapotke zu Randfiguren werden. Die kleinen Kabbeleien zwischen Marc-Uwe und dem Känguru sorgen für Abwechslung und machen immer noch Spaß, auch den „falschen“ Zitaten zum Kapitelauftakt bleibt der Autor treu.
Insgesamt ist dieser Band sehr politisch, zeigt aber weniger Aktionismus als die früheren Bände - Rebellion statt Revolution. Die Rebellion bildet einen roten Faden für einige Anekdoten, witzige Wortspiele und Gleichnisse, sowie einer großen Portion Kritik an Gesellschaft und der aktuellen politischen Führung. Marc-Uwe Kling und das Känguru bringen viele Probleme auf anschauliche Weise auf den Punkt und halten der Gesellschaft einen Spiegel vor. Einiges wirkt übertrieben und überspitzt, aber vielleicht muss man manchmal überdeutlich werden, um die Menschen aufzuwecken. Und als Kleinkünstler ist es sein gutes Recht, mit Satire und Ironie zu provozieren. Wobei in vielen angesprochenen Punkten mehr Wahrheit steckt, als einem lieb ist.
Auch diesen Band habe ich als Live-Lesung gehört, etwas anderes kommt für mich bei dieser Reihe nicht infrage, denn erst die pointierte Lesung mit den verschiedenen Stimmen und Dialekten runden das Werk ab.
Dieser Band ist nicht das Highlight der Reihe, bietet aber 6,5 Stunden großartige Unterhaltung.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

spannend und skurril

Die Reise ans Ende der Geschichte
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Kristof Magnusson erzählt in seinem Roman ‚Die Reise ans Ende der Geschichte‘ eine ganz besondere Spionagegeschichte, die weniger auf Spannung setzt als auf Humor und skurrile Handlungsverläufe.
Der Roman ...

Kristof Magnusson erzählt in seinem Roman ‚Die Reise ans Ende der Geschichte‘ eine ganz besondere Spionagegeschichte, die weniger auf Spannung setzt als auf Humor und skurrile Handlungsverläufe.
Der Roman spielt kurz nach dem Zusammenbruch der Sowjetrepublik, als die Weltordnung neu geschrieben wurde und die Geheimdienste sich neu erfinden müssen. Für Dieter Germeshausen, der jahrelang als Geheimdienstmitarbeiter und Doppelagent in diesem Metier unterwegs war, ist eine Welt zusammengebrochen. Er braucht dringend eine Gelegenheit, um seine finanziellen Mittel aufzustocken und unterzutauchen. Da kommt ihm der junge und erfolgreiche Dichter Jakob Dreiser gerade Recht, der auf einem festlichen Empfang in der russischen Botschaft feiern lässt und seine weitreichenden Kontakte pflegt. Jakob Dreiser ist ebenso eloquent wie naiv, er sieht in Germeshausens Plänen die Chance auf ein Abenteuer, und begleitet ihn begeistert auf der Reise nach Almaty in Kasachstan.
Der Roman lebt von seinem Sprachwitz, turbulenten Wendungen und den überspitzt dargestellten Charakteren. Die scheinbare Leichtigkeit der Ereignisse wird schnell von der Realität eingeholt, vieles entpuppt sich als eine Täuschung, und die Figuren sind nicht immer das, was sie dem flüchtigen Betrachter vorgeben zu sein.
Die Geschichte liest sich kurzweilig, für meinen Geschmack ist sie jedoch an vielen Punkten etwas sehr überzogen und damit zu unglaubwürdig. Auch wenn ich mich gut unterhalten gefühlt habe, wirkte die Handlung auf mich insgesamt zu seicht und oberflächlich, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Für mich ist der Roman eine nette Lektüre für Zwischendurch, man verpasst aber auch nicht viel, wenn man den Band liegen lässt.

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Veröffentlicht am 15.12.2025

spannende und atmosphärische Fortsetzung

Rostiges Grab
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Auch der dritte Band des schwedischen Krimiautors Anders de la Motte um Ermittlerin Leonore Asker und die ‚Abteilung für verlorene Seelen‘ der Malmöer Polizei spielt wieder im Umfeld Urban Exploration ...

Auch der dritte Band des schwedischen Krimiautors Anders de la Motte um Ermittlerin Leonore Asker und die ‚Abteilung für verlorene Seelen‘ der Malmöer Polizei spielt wieder im Umfeld Urban Exploration Szene.
Ein Ehepaar, das für ihren Youtube-Kanal verlassene Orte untersucht und filmt, bekommt anonym den Schlüssel für eine verlassene Torffabrik zugesteckt, in der 10 Jahre zuvor unter mysteriösen Umständen eine junge Frau ermordet wurde. Die Tat wurde als Graumädchenmord bekannt, weil der Mord Ähnlichkeiten mit dem Fund einer 2000 Jahre alten Moorleiche aufweist. Als vor Ort plötzlich eine verwirrt wirkende Frau auftaucht und den Youtubern den abgetrennten Finger der vor 10 Jahren ermordeten Frau gibt, der bislang verschwunden war, gerät der Fall wieder in den Fokus.
Leo Asker hat gerade das Angebot einer Beförderung erhalten, mit der sie die Abteilung der verlassenen Seelen verlassen könnte, soll sich dafür allerdings in den nächsten Wochen unauffällig verhalten. Als der Graumädchen-Fall auf ihrem Tisch landet, kann sie sich jedoch nicht zurück halten und kontaktiert ihren alten Freund Martin Hill für seine Mithilfe.
Auch dieser Band ist wieder spannend, die düstere Atmosphäre des ‚Rostskogen“ und die mythenumwobene Geschichte rund um das Graumädchen tragen in hohem Maße dazu bei. Die Geschichte ist abwechslungsreich erzählt, Rückblenden in die Vergangenheit bringen nach und nach die Lösung näher. Leo Asker beweist wieder einmal ihre Hartnäckigkeit und schafft es, auch die ihr unterstellte Abteilung zu motivieren und aus der Reserve zu locken.
Es gibt einige brutale Szenen, bei denen Leo beweisen kann, was sie bei ihrem Vater Prepper-Per gelernt hat. Auch wenn einige der Beteiligten ein sehr skrupelloses Verhalten zeigen, habe ich Leos Vorgehen an einigen Stellen als unnötig grausam empfunden und finde es verwunderlich, dass sie damit durchzukommen scheint.
Mir hat auch dieser Band mit außergewöhnlichem Szenario und ebensolchen Charakteren wieder gut gefallen. Schön, dass der Cliffhanger am Ende eine Fortsetzung verspricht.

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Veröffentlicht am 30.11.2025

abwechslungsreicher Thriller

Der Kuckucksjunge
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In Søren Sveistrups neuem Thriller „Der Kuckucksjunge“ gibt es ein Wiedersehen mit den Ermittlern Naia Thulin und Mark Hess aus dem internationalen Bestseller „Der Kastanienmann“. Eher zufällig führt ein ...

In Søren Sveistrups neuem Thriller „Der Kuckucksjunge“ gibt es ein Wiedersehen mit den Ermittlern Naia Thulin und Mark Hess aus dem internationalen Bestseller „Der Kastanienmann“. Eher zufällig führt ein aktueller Fall zu ihrer erneuten Zusammenarbeit, nachdem seit einigen Monaten ihr Kontakt abgebrochen ist.
Naia arbeitet inzwischen für das dänische NC3, die Abteilung für Cyberkriminalität in Kopenhagen. Sie wird hinzugerufen, als die geschiedene Mutter Silje Thomsen an einem kalten Februartag spurlos verschwindet. Hab Dich, lautete die letzte Nachricht auf ihrem Handy. Naia Thulin wird hellhörig, als sie herausfindet, dass auch in dem seit 2 Jahren nicht aufgeklärten Mord an einer 19-jährigen Schülerin kurz vor ihrem Verschwinden eine identische Nachricht auf ihrem Handy eingegangen ist. Hängen die beiden Fälle zusammen? Als kurz darauf Silje Thomsens Leiche auftaucht und es einen weiteren Vermisstenfall gibt mit einer identischen letzen Nachricht auf dem Handy, wird Naia Thulin in die aktive Ermittlungsgruppe beordert.
Die Spannung in dem Thriller ist überwiegend hoch, trotz der immerhin fast 700 Seiten gibt es kaum Längen. Das Tempo ist hoch, es tauchen einige weitere ähnliche Stalking-Fälle auf, und während die Ermittler versuchen Gemeinsamkeiten zu finden, spielt der Täter sein grausames Spiel weiter. Es gibt mehrere Handlungsstränge, der Leser folgt verschiedenen Charakteren im Wechsel, was ebenso wie einige unerwartete Entwicklungen für Abwechslung sorgt. Etwas schwer getan habe ich mich mit den Hauptfiguren, es ist mir nicht gelungen, Sympathien zu entwickeln und wirklich mitzufiebern. Mark Hess ist sehr verschlossen und von seinen inneren Dämonen belastet, Naia Thulin habe ich als zu arrogant und selbstgefällig empfunden. Es gibt mehrere Momente, in denen sie es vehement ablehnt, sich hilfreiche Hinweise auch nur anzuhören, weil sie meint es besser zu wissen. Die Geschichte und die Ermittlungen werden dadurch unnötig in die Länge gezogen.
Der Showdown ist in seinen Schilderungen für meinen Geschmack etwas zu brutal, insgesamt ist der Thriller durchaus eine Empfehlung wert.

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