beklemmende Zukunftsvision
Ins fahle Herz des SommersWie hat mir „Ins fahle Herz des Sommers“ gefallen? Üblicherweise ziehen mich die Romane von Andreas Eschbach schnell in ihren Bann, hier habe ich mich etwas schwer getan. Die 240 Seiten wirken eher wie ...
Wie hat mir „Ins fahle Herz des Sommers“ gefallen? Üblicherweise ziehen mich die Romane von Andreas Eschbach schnell in ihren Bann, hier habe ich mich etwas schwer getan. Die 240 Seiten wirken eher wie ein Gedankenspiel, wie eine Mahnung, was unserer Gesellschaft droht, wenn wir die deutlichen Zeichen der Klimaveränderung nicht Ernst nehmen.
Der Beginn versetzt den Leser direkt in ein düsteres Szenario einige Jahre in der Zukunft. Die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel, tagsüber ist die Hitze kaum erträglich, die Natur ist ausgedörrt. Die Gegend, in der die Geschichte spielt, ist nur noch sporadisch besiedelt, viele sind nach Norden geflohen, eine Pandemie hat ein paar Jahre zuvor hat das Leben vieler Menschen ausgelöscht.
In dieser unwirtlichen Umgebung versucht der junge Fausto zu überleben, in Vollmondnächten fährt er mit einem Fahrrad in benachbarte Orte, um in verlassenen Häusern nach nützlichen Dingen zu suchen. Soziale Kontakte hat er kaum, um so mehr ist er begeistert, als in das Nachbarhaus die junge Valeria einzieht, der die Hitze erstaunlicherweise kaum etwas auszumachen scheint.
Die Geschichte ist dystopisch und zeichnet eine niederschmetternde Zukunft. Ich habe mich beim Lesen immer wieder gefragt, wie realistisch eine solche Entwicklung ist. Es steht zumindest unbestreitbar fest, dass der Klimawandel, den große Teile der Weltbevölkerung immer noch ignorieren, uns schon jetzt in immer stärkerem Maße betreffen.
Die Geschichte ist spannend erzählt und macht mit ihren philosophischen Themen nachdenklich, Eschbach versteht es auch in dieser sehr reduzierten Erzählung die Dinge auf den Punkt zu bringen. Dennoch erscheinen die Schilderungen distanziert, der Erzähler beschreibt Faustos Handlungen und Gedanken, wirklich nahe habe ich mich ihm nie gefühlt.