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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.05.2026

psychologische, emotionale Einblicke - keine wissenschaftlichen Studien

Wofür wir Töchter unsere Mütter brauchen
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Das Buch ist eine Kombination aus Sachbuch und persönlichen Erfahrungsberichten, wobei der sachliche, literarische und wissenschaftliche Teil überwiegt. Zu Beginn wirkt es etwas holprig, es ist nicht ganz ...

Das Buch ist eine Kombination aus Sachbuch und persönlichen Erfahrungsberichten, wobei der sachliche, literarische und wissenschaftliche Teil überwiegt. Zu Beginn wirkt es etwas holprig, es ist nicht ganz einfach in einen Lesefluss zu kommen. Die Titelüberschriften und Kapitelbezeichnungen sind prägnant und aussagekräftig, es könnten auch einzelne Kapitel extra gelesen werden oder in anderer Reihenfolge. Die Dynamik zwischen Müttern und Töchtern, vor allem auch von erwachsenen Töchtern wird analysiert, aus verschiedenen Perspektiven und unter Berücksichtigung von unterschiedlichen Familienkonstellationen. Teilweise werden auch Beobachtungen und Analysen von anderen Autoren eingebracht. Als zentrales Thema wird die Entwicklung der eigenen Identität betrachtet, wie dies gut gelingen kann und wann es schiefläuft. Die Autorin nimmt keine Schuldzuweisungen vor, es werden allerdings häufig alleinerziehende Mütter, Frauen, die selbst Gewalterfahrungen ausgesetzt sind usw. in den negativen Fokus gerückt. An manchen Stellen fehlt mir die ganzheitliche Betrachtungsweise: Ein Kind, in diesem Fall ein Mädchen hat viele Bezugspersonen, innerhalb und außerhalb der Familie, wobei die Mutter eine besondere Rolle einnimmt, aber auch Väter, Großeltern, liebe Freunde können viel abfedern und positiv ausgleichen. Der Einfluss der Väter wird stellenweise miteinbezogen, aber nicht in dem Ausmaß, in dem ich es mir gewünscht hätte. Ebenso gefehlt hat mir die Unterscheidung zwischen Einzelkindern, Geschwisterfamilien und anderen Familienkonstellationen.
Das Buch ist lesenswert für Mütter und Töchter, die sich vielleicht gerade in einer ähnlichen Situation oder in Therapie befinden und herausfinden möchten, warum sie an diesem Punkt angelangt sind und was hätte anders laufen sollen. Es bietet bestimmt ein besseres Verständnis für die gegenseitige Situation. Empirische Studien und Forschungsergebnisse haben mir gefehlt, um die Therien zu untermauern und das Bild abzurunden.

Veröffentlicht am 25.04.2026

actiongeladen, aber oberflächliche Charaktere

Die Lektorin - Ich schreibe dein Ende!
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Lilli ist Lektorin und erhält nach und nach Teil eines Manuskripts, der sich mit ihrem eigenen Leben beschäftigt. Es kommen viele Details vor, die nur nahe Personen wissen können, zudem wird angedroht, ...

Lilli ist Lektorin und erhält nach und nach Teil eines Manuskripts, der sich mit ihrem eigenen Leben beschäftigt. Es kommen viele Details vor, die nur nahe Personen wissen können, zudem wird angedroht, ihren Ehemann und ihre Kinder Emma und Theo zu töten. Gerade da Lilli Lektorin ist, finde ich die Idee gut gelungen – ihre eigene Obsession, die Literatur wird hier zur Geheimwaffe. Die Passagen aus dem Manuskript waren teilweise in Mundart oder mit weggelassenen Buchstaben verwaschen, sodass es schwieriger war, diese zu lesen. Der Schreibstil ist action- und temporeich und es gibt zahlreiche Wendungen, die mit den Leser*innen spielen und sie in Bezug auf die verdächtigen Personen in Irrwege leiten. Der Kreis der Verdächtigen ist relativ gut eingeschränkt, da sich Lilli nur mit wenigen Personen einen engeren Kontakt hat und somit beginnt sie auf eigene Faust zu ermitteln, nachdem die Polizei aufgrund der abstrakten und indirekten Bedrohungslage nicht viel machen kann. Was mir fehlt ist, dass die Charaktere sehr oberflächlich bleiben, vor allem bei Emma und Theo ist mir dies aufgefallen, über Lilli erfahren wir etwas mehr, aber ich hätte mir insgesamt mehr Tiefgang gewünscht. Das Spiel mit der Angst und Bedrohungssituationen ist gut spürbar, allerdings wurden mir die Szenen am Ende dann too much, zu überzogen und dadurch nicht mehr glaubwürdig.

Veröffentlicht am 19.04.2026

Chakra, liebe Leute

Sommer ohne Plan
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Der Roman startet mit der Lebensgeschichte von Cassi, die nach einem Burnout und Enttäuschungen in ihrem Privatleben wieder einen neuen Lebenssinn finden möchte. Durch den Kauf eines alten Hauses am Land, ...

Der Roman startet mit der Lebensgeschichte von Cassi, die nach einem Burnout und Enttäuschungen in ihrem Privatleben wieder einen neuen Lebenssinn finden möchte. Durch den Kauf eines alten Hauses am Land, wird sie von einem Tag auf den anderen vor neue Herausforderungen gestellt und wird durch Gerüchte und Missverständnisse zum neuen Yoga-Guru. Erst einmal hineingeschlittert, kann sie aus dem Schlamassel nicht mehr heraus und schummelt sich durch, solange es funktioniert. Der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen, teilweise war es mir sogar zu oberflächlich. Mir haben der Einstieg und der Schluss des Romanes gefallen, die Beziehung, die Cassie zu Pavel aufbaut und die mit der Zeit immer intensiver wird, die gegenseitige Unterstützung und Bereicherung für ihre beiden Leben, vor allem auch durch den großen Altersunterschied und die unterschiedlichen Lebenserfahrungen. Mit der Zeit lernt Cassie immer mehr Leute im Dorf kennen und kann sich erstaunlich gut in ihre jeweiligen Lebenssituationen hineinversetzen und vor allem kann sie gut zuhören, das ist ihre besondere Gabe. Soweit habe ich den Roman inhaltlich interessant und ansprechend gefunden. Nicht gefallen hat mir der Mittelteil, in dem Cassie als Schamanin arbeitet und Therapien und Rituale erfindet, dafür sogar Geld kassiert und somit auch ihre Mitmenschen und das gesamte Feld der Naturheilkunde oder alternative Therapien ins Lächerliche zieht. Hier war mir auch die zwischenmenschliche Kommunikation und die fehlende Wertschätzung ihrer Mitmenschen zu stark ausgeprägt und dadurch alles zu oberflächlich und niveaulos, was ich sehr schade finde, da der Schluss dann wiederum Stärken aufgezeigt hat und emotionalen Tiefgang.

Veröffentlicht am 09.04.2026

die Glücksformel

Happiness Falls
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Der Roman wird aus Sicht der 20-jährigen Mia erzählt und sie schildert sehr ausführlich, schweift immer wieder vom Thema ab, sodass mir der Einstieg nicht leichtgefallen ist. Ich wurde von Nebenthemen ...

Der Roman wird aus Sicht der 20-jährigen Mia erzählt und sie schildert sehr ausführlich, schweift immer wieder vom Thema ab, sodass mir der Einstieg nicht leichtgefallen ist. Ich wurde von Nebenthemen abgelenkt, musste mich erst einfinden und herausfiltern, was für den Background an Informationen wichtig ist und was Geplänkel und Lückenfüllerthemen sind. Mit der Zeit wird der Roman allerdings vielschichtiger und tiefgreifender. Nachdem der Vater von einem Spaziergang mit Eugene, dem 14-jährigen autistischen, stummen Sohn, nicht vom Spaziergang zurückkehrt, versucht Mia alle Puzzleteile, die ihr zur Verfügung stehen, zusammenzusetzen und herauszufinden, was geschehen ist. Eugene kann sich nicht verbal ausdrücken, wird von vielen dadurch nicht ernst genommen, vorverurteilt und als unintelligent eingestuft. Gerade Eugene wird hier ein großer Raum für seine Geschichte und für seinen persönlichen Charakter gegeben, das finde ich schön. Aus philosophischer Sicht steht die Frage danach, was wir als Glück empfinden und wie Glück messbar ist im Zentrum. Mia analysiert, erzählt, reflektiert – und wenn man sich erst an ihre Gedanken und ihren Erzählstil angepasst hat, kann man sie sehr gut verstehen und sich mitnehmen lassen auf ihre Gedankenreise von Logik, Wissenschaft, Philosophie bis hin zu ihrer eigenen Familiengeschichte.

Veröffentlicht am 01.04.2026

leider ohne Tiefgang

Die Yacht
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Der Thriller startet mit einer Silvesterparty, die glamourös beginnt und sich durch Alkohol und Drogen schnell hochschaukelt, sodass sie mit einem Albtraum endet. Hannah fühlt sich inmitten der reichen ...

Der Thriller startet mit einer Silvesterparty, die glamourös beginnt und sich durch Alkohol und Drogen schnell hochschaukelt, sodass sie mit einem Albtraum endet. Hannah fühlt sich inmitten der reichen und überheblichen Partygäste auf der Yacht unwohl, obwohl es eigentlich ihre Freundinnen sein sollten, merkt sie sehr schnell, dass sie mit dem übertriebenen Leben und der Oberflächlichkeit nichts mehr zu tun haben möchte. Gut gelungen finde ich das Setting: Abgeschieden auf der Yacht, vor allem, als diese dann auch noch abdriftet und auf offener See herumdümpelt, ohne Strom, ohne Vorräte und ohne Kontrolle. Hier merkt man auch schön, dass die Stimmung sehr schnell kippt und sich jede/r selbst am nächsten ist. Der Überlebenskampf und die Eskalation der Situation entwickelten sich überraschend schnell und brutal. Gleichzeitig finde ich die Charaktere klischeehaft dargestellt, zu übertrieben und oberflächlich, sodass man als Leserin nahezu zu keinem der Charaktere eine tiefere Beziehung herstellen kann, ausgenommen von Hannah. Mir haben interessante Gespräche, realistische Themen und im Mittelteil die Spannung gefehlt.
Wer unterhaltsame Survival-Thriller mag, ohne auf Tiefgang wertzulegen, wird bestimmt spannende Lesestunden bereitet bekommen.