psychologische, emotionale Einblicke - keine wissenschaftlichen Studien
Wofür wir Töchter unsere Mütter brauchenDas Buch ist eine Kombination aus Sachbuch und persönlichen Erfahrungsberichten, wobei der sachliche, literarische und wissenschaftliche Teil überwiegt. Zu Beginn wirkt es etwas holprig, es ist nicht ganz ...
Das Buch ist eine Kombination aus Sachbuch und persönlichen Erfahrungsberichten, wobei der sachliche, literarische und wissenschaftliche Teil überwiegt. Zu Beginn wirkt es etwas holprig, es ist nicht ganz einfach in einen Lesefluss zu kommen. Die Titelüberschriften und Kapitelbezeichnungen sind prägnant und aussagekräftig, es könnten auch einzelne Kapitel extra gelesen werden oder in anderer Reihenfolge. Die Dynamik zwischen Müttern und Töchtern, vor allem auch von erwachsenen Töchtern wird analysiert, aus verschiedenen Perspektiven und unter Berücksichtigung von unterschiedlichen Familienkonstellationen. Teilweise werden auch Beobachtungen und Analysen von anderen Autoren eingebracht. Als zentrales Thema wird die Entwicklung der eigenen Identität betrachtet, wie dies gut gelingen kann und wann es schiefläuft. Die Autorin nimmt keine Schuldzuweisungen vor, es werden allerdings häufig alleinerziehende Mütter, Frauen, die selbst Gewalterfahrungen ausgesetzt sind usw. in den negativen Fokus gerückt. An manchen Stellen fehlt mir die ganzheitliche Betrachtungsweise: Ein Kind, in diesem Fall ein Mädchen hat viele Bezugspersonen, innerhalb und außerhalb der Familie, wobei die Mutter eine besondere Rolle einnimmt, aber auch Väter, Großeltern, liebe Freunde können viel abfedern und positiv ausgleichen. Der Einfluss der Väter wird stellenweise miteinbezogen, aber nicht in dem Ausmaß, in dem ich es mir gewünscht hätte. Ebenso gefehlt hat mir die Unterscheidung zwischen Einzelkindern, Geschwisterfamilien und anderen Familienkonstellationen.
Das Buch ist lesenswert für Mütter und Töchter, die sich vielleicht gerade in einer ähnlichen Situation oder in Therapie befinden und herausfinden möchten, warum sie an diesem Punkt angelangt sind und was hätte anders laufen sollen. Es bietet bestimmt ein besseres Verständnis für die gegenseitige Situation. Empirische Studien und Forschungsergebnisse haben mir gefehlt, um die Therien zu untermauern und das Bild abzurunden.