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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.05.2026

Sommerflaute

Summer Heat
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Das Cover und der Titel lassen vermuten, dass es sommerlich heiß hergehen wird und auch die Arbeit als Barkeeper und Animateurin in einem Luxus-Ferienresort verspricht Spaß, gute Laune, Partynächte und ...

Das Cover und der Titel lassen vermuten, dass es sommerlich heiß hergehen wird und auch die Arbeit als Barkeeper und Animateurin in einem Luxus-Ferienresort verspricht Spaß, gute Laune, Partynächte und neue Freundschaften. Im Resort, in dem Mia und Yanis arbeiten, trifft das allerdings kaum zu, bis auf die Hitze. Es gibt kaum Freundschaften unter den Mitarbeiter*innen, die Stimmung ist durchgehend angespannt und feindselig, es wird gelogen und intrigiert. Mia verliebt sich in Yanis, mit den anderen kommt sie weniger klar, auch sie hätte sich die Zeit im Resort angenehmer vorgestellt. Mia hat allerdings auch ein dunkles Geheimnis und einen Grund, warum sie genau in diesem Resort arbeiten wollte, dies wird allerdings erst mit der Zeit klarer. Mia ist als Charakter schwierig, ich konnte mich mit ihrem Verhalten und ihrer Art bis zum Schluss nicht wirklich warm werden, sie wirkt auf mich zeitweise nervig.
Der Einstieg ist mir sehr leichtgefallen, die Sprache ist einfach und die Kapitel sind aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben. Trotzdem kommt lange Zeit keine Spannung auf, die Geschichte entwickelt sich zäh, es gibt viele Wiederholungen, immer wieder ähnliche und gleiche Szenen, gleiche Gespräche. Ich hätte mir gerade zu Beginn und im Mittelteil mehr Tempo und Aktionen gewünscht. Durch die begrenzte Anzahl an Charakteren wirkt es noch monotoner. Für mich wäre es spannender gewesen, wenn auch Urlaubsgäste oder andere Personen zumindest eine Nebenrolle gespielt hätten. Im letzten Drittel kommt endlich Spannung auf und es geschieht auch endlich etwas, allerdings finde ich es im Vergleich zum restlichen Inhalt nur minder passend.
Meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt, es kam eher Sommerflaute als Sommerlaune auf.

Veröffentlicht am 06.05.2026

leiser und distanzierter Roman

Die Nachbarin
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Der Roman spielt in England, in den 1950er Jahren und somit war der Einstieg für mich sprachlich und inhaltlich gewöhnungsbedürftig. Die Situationen und Dinge werden äußerst detailliert geschrieben, der ...

Der Roman spielt in England, in den 1950er Jahren und somit war der Einstieg für mich sprachlich und inhaltlich gewöhnungsbedürftig. Die Situationen und Dinge werden äußerst detailliert geschrieben, der Sprachstil wirkt in unserer Zeit sehr abgehoben und distanziert, sodass es auch schwierig ist, einen Bezug zu den Charakteren herzustellen. Die Handlung schreitet auch langsam voran und wirkt auch distanziert, wie aus der Beobachterinnenperspektive, als Leserin wird man nicht involviert. Imogen, Evelyn und der Nachbarin Blanche, die durch ihre unkonventionelle Art die Ehe der beiden Nachbarn in Schieflage bringt. Es werden auch feministische Ansätze eingebracht, allerdings alles andeutungsweise, leise und sensibel, allerdings nicht mitreißend oder aktivierend. Für mich war es eine interessante Leseerfahrung, allerdings habe ich mich mit dem Stil schwer getan und bis zum Schluss nicht ganz wohlgefühlt.

Veröffentlicht am 01.04.2026

fordert Geduld

Fassaden
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Der Roman hat mich aufgrund des Klappentextes und des Gesamtpaketes aus aussagekräftigem Titel und originellem Cover angesprochen. Leider wurden meine Erwartungen kaum erfüllt. Zwei Frauen zu unterschiedlichen ...

Der Roman hat mich aufgrund des Klappentextes und des Gesamtpaketes aus aussagekräftigem Titel und originellem Cover angesprochen. Leider wurden meine Erwartungen kaum erfüllt. Zwei Frauen zu unterschiedlichen Zeitpunkten im gleichen Haus, aber mit anderen Problemen und Sorgen, trotzdem die Verbundenheit durch den gleichen Wohnort – besonders dieses Setting hat mein Interesse geweckt. Obwohl beide Frauen nicht voneinander wissen können, so sind sie doch auf gewisse Weise verbunden und ihre Lebenssituationen überschneiden sich in dem einen und anderen Punkt. Leider konnte mich der Schreibstil nicht richtig fesseln. Die Geschichten entwickelten sich zäh, die Figuren blieben fremd, es ist nicht einfach eine tiefgreifendere Beziehung zu ihnen aufzubauen. Die Leseatmosphäre bleibt düster, distanziert und obwohl mir ein paar ausgewählte, aussagekräftige Stellen literarisch sehr gut gefallen haben, so konnte ich dies nicht auf das Gesamtpaket übertragen.
Wer gerne intelligente, vielschichtige Romane liest und die nötige Geduld mitbringt, bis sich erste kleine Entwicklungsschritte zeigen, wird schöne Lesestunden mit diesem Buch verbringen. Mir war es persönlich zu wenig aussagekräftig, zu wenig Zusammenhang, zu wenige feministische Perspektiven und zu wenig Abwechslung.

Veröffentlicht am 02.09.2025

Nebensächlichkeiten lenken zu stark ab

Die Ausweichschule
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Die Thematik, das Cover und der Titel haben mich angesprochen, allerdings konnte ich mich nicht so gut mit dem Schreibstil arrangieren. Ich hatte zu Beginn etwas Mühe in den Lesefluss zu kommen und in ...

Die Thematik, das Cover und der Titel haben mich angesprochen, allerdings konnte ich mich nicht so gut mit dem Schreibstil arrangieren. Ich hatte zu Beginn etwas Mühe in den Lesefluss zu kommen und in Folge störten gewisse Passagen, die nicht unbedingt zum besseren Verständnis der Situation beitrugen, sondern einfach so als Anekdoten eingestreut wurden. Am ärgerlichsten und widerlichsten fand ich allerdings die häufig verwendete Fäkalsprache und die wiederholenden Szenen, in denen in eine Flasche uriniert wurde. Dies hat absolut keinen Mehrwert für die Erzählung, im Gegenteil, es lenkt von den wichtigen Themen ab. Die Rückblende rund um den Amoklauf und die Verarbeitung dessen hat hingegen einen unerwartet kleinen Part eingenommen, was ich sehr schade finde, denn darüber hätte ich sehr gerne mehr gelesen. Somit konnte mich der Roman leider nicht überzeugen.

Veröffentlicht am 31.08.2025

distanzierte Erzählweise

Zwischen zwei Leben
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Der Roman hat ein ansprechendes Cover und machte mich mit seinem Titel aufmerksam. Über das Leben von Jenny, wie es vorher war und wie es sich nach der Trennung von ihrem Mann, verändern würde und wie ...

Der Roman hat ein ansprechendes Cover und machte mich mit seinem Titel aufmerksam. Über das Leben von Jenny, wie es vorher war und wie es sich nach der Trennung von ihrem Mann, verändern würde und wie sie wieder zu sich selbst findet, hätte ich gerne mehr gelesen. Der Schreibstil konnte mich allerdings nicht überzeugen. Schon zu Beginn war die Geschichte sprunghaft, gespickt mit Märchenfiguren und die Erzählperspektive kalt und distanziert. Als Leserin konnte ich zur Ich-Erzählerin Jenny keinen emotionalen Bezug aufbauen. Es fehlt mir auch ein Höhepunkt oder aufrechter Spannungsbogen, die Lebensgeschichte plätschert so dahin und obwohl die Themen an sich spannend sind, wurden sie nicht spannend erzählt. Schade, ich hatte mir mehr erwartet.