Profilbild von coffee2go

coffee2go

Lesejury Star
offline

coffee2go ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit coffee2go über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.09.2025

Nebensächlichkeiten lenken zu stark ab

Die Ausweichschule
0

Die Thematik, das Cover und der Titel haben mich angesprochen, allerdings konnte ich mich nicht so gut mit dem Schreibstil arrangieren. Ich hatte zu Beginn etwas Mühe in den Lesefluss zu kommen und in ...

Die Thematik, das Cover und der Titel haben mich angesprochen, allerdings konnte ich mich nicht so gut mit dem Schreibstil arrangieren. Ich hatte zu Beginn etwas Mühe in den Lesefluss zu kommen und in Folge störten gewisse Passagen, die nicht unbedingt zum besseren Verständnis der Situation beitrugen, sondern einfach so als Anekdoten eingestreut wurden. Am ärgerlichsten und widerlichsten fand ich allerdings die häufig verwendete Fäkalsprache und die wiederholenden Szenen, in denen in eine Flasche uriniert wurde. Dies hat absolut keinen Mehrwert für die Erzählung, im Gegenteil, es lenkt von den wichtigen Themen ab. Die Rückblende rund um den Amoklauf und die Verarbeitung dessen hat hingegen einen unerwartet kleinen Part eingenommen, was ich sehr schade finde, denn darüber hätte ich sehr gerne mehr gelesen. Somit konnte mich der Roman leider nicht überzeugen.

Veröffentlicht am 31.08.2025

distanzierte Erzählweise

Zwischen zwei Leben
0

Der Roman hat ein ansprechendes Cover und machte mich mit seinem Titel aufmerksam. Über das Leben von Jenny, wie es vorher war und wie es sich nach der Trennung von ihrem Mann, verändern würde und wie ...

Der Roman hat ein ansprechendes Cover und machte mich mit seinem Titel aufmerksam. Über das Leben von Jenny, wie es vorher war und wie es sich nach der Trennung von ihrem Mann, verändern würde und wie sie wieder zu sich selbst findet, hätte ich gerne mehr gelesen. Der Schreibstil konnte mich allerdings nicht überzeugen. Schon zu Beginn war die Geschichte sprunghaft, gespickt mit Märchenfiguren und die Erzählperspektive kalt und distanziert. Als Leserin konnte ich zur Ich-Erzählerin Jenny keinen emotionalen Bezug aufbauen. Es fehlt mir auch ein Höhepunkt oder aufrechter Spannungsbogen, die Lebensgeschichte plätschert so dahin und obwohl die Themen an sich spannend sind, wurden sie nicht spannend erzählt. Schade, ich hatte mir mehr erwartet.

Veröffentlicht am 06.05.2025

nicht schlüssig und zu ruhig

Haus Waldesruh
0

Das Cover lässt auf eine düstere, unheilvolle Stimmung hoffen, aber dies täuscht ein wenig. Auch wenn es sich um einen Roman handelt und nicht um einen Krimi oder Thriller, kommt für mich die Spannung ...

Das Cover lässt auf eine düstere, unheilvolle Stimmung hoffen, aber dies täuscht ein wenig. Auch wenn es sich um einen Roman handelt und nicht um einen Krimi oder Thriller, kommt für mich die Spannung viel zu kurz. Ehemalige Schulfreund*innen treffen sich nach langen Jahren und dann passiert nicht so viel, wie ich mir erhofft hatte. Die Gespräche laufen schleppend an, die aufgestellten Regeln finde ich unnötig und bevormundend und die Charaktere bleiben blass und unnahbar, was ich sehr schade finde. Gerade, da so wenige Personen involviert sind und diese auch in Erinnerungen schwelgen, hätte dies mehr Priorität haben sollen, um die Charaktere authentisch darzustellen. Warum wundert sich niemand, dass Frank, der eigentlich nur kurz in der Nähe war und Taxi spielt, die eingeladene Gruppe nicht wieder verlässt, sondern dabeibleibt, als würde er dazugehören? Wird dann später aufgeklärt, aber in dem Moment war es unstimmig. Die Hintergrundgeschichte wirkt etwas zu konstruiert und an den Haaren herbeigezogen und auch das Ende hat mich nicht überzeugen können.

Veröffentlicht am 04.12.2024

Pointe nutzt sich mit der Zeit ab

Mordscoach
0

Der Kriminalroman ist in einfacher, lockerer Sprache, fast schon umgangssprachlich geschrieben und liest sich wie die Erzählung einer Freundin. Somit schafft es die Autorin nahbar zu erzählen und ein hohes ...

Der Kriminalroman ist in einfacher, lockerer Sprache, fast schon umgangssprachlich geschrieben und liest sich wie die Erzählung einer Freundin. Somit schafft es die Autorin nahbar zu erzählen und ein hohes Maß an Ironie und Satire hineinzubringen, denn wirklich ernst nehmen sollte man die therapeutischen Mordsfantasien nicht. Spannend finde ich die Sichtweise der Therapeutin auf ihre Klientinnen, was sie sich während der Sitzung denkt und was sie dann tatsächlich sagt und empfiehlt. Anscheinend kann Sophie ihre Klientinnen und deren Umfeld sehr gut einschätzen, aber dass ihr Mann fremdgeht, das hat sie so nicht vorhergesehen und dies wirft sie dermaßen aus der Bahn, dass sie nicht mehr professionell denken und handeln kann. Die ersten beiden Morde passieren im Effekt und aus einer Notsituation heraus, das konnte ich noch nachvollziehen, aber alles weitere war für mich schon zu viel des Guten. Im Grunde geht es danach nur noch darum, jede Person, deren Meinung Sophie nicht passt, aus dem Weg zu räumen. Auch dass sie so einfach mit ihren Taten davonkommt, ist nicht realistisch zu sehen. Leider hat sich der Spaßfaktor nach dem zweiten Mordfall für mich etwas abgenutzt und der Rest der Geschichte war nicht mehr so prickelnd.

Veröffentlicht am 10.11.2024

Familiensekte und Unglückshaus

Aus dem Haus
0

Der Roman wird aus Sicht einer Ich-Erzählerin geschildert, die als Tochter ihre Wahrnehmung zum Auszug der Eltern aus dem vor längerer Zeit selbst gebauten Haus schildert. Die Grundstimmung ist durchgehend ...

Der Roman wird aus Sicht einer Ich-Erzählerin geschildert, die als Tochter ihre Wahrnehmung zum Auszug der Eltern aus dem vor längerer Zeit selbst gebauten Haus schildert. Die Grundstimmung ist durchgehend trostlos, negativ, unglücklich und man hat als Leser*in das Gefühl in diese Unglücksspirale mit hineingezogen zu werden. Für mich war kein roter Faden oder kein Höhepunkt im Roman erkennbar, was ich sehr schade finde. Die Erzählung plätschert so dahin, teilweise werden Anekdoten über die Familie erzählt, die lustig und überzogen wirken, aber häufig werden auch Situationen über Personen, die weiter nicht relevant sind oder über Ortschaften so ausführlich abgehandelt, dass ich schon in Versuchung war, das Buch wegzulegen. Zu Beginn erfährt man den aktuellen Stand der Geschehnisse, zwischenzeitlich Rückblenden und am Ende fehlt mir ein Abschluss. Außerdem hätte ich mir mehr Bezug zur aktuellen Situation gewünscht, vielleicht auch mehr Einbezogenheit der Ich-Erzählerin. So ist der Roman leider sehr oberflächlich geblieben, ich konnte kaum Kontakt zu den Charakteren herstellen und bis auf wenige satirische oder lustige Situationen hat es mir nicht besonders gefallen. Es wird schon in der Kurzbeschreibung der gesamte Inhalt gut zusammengefasst und pointiert erzählt.