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Veröffentlicht am 01.05.2026

Rache auf den Schären

Bachelorette Party
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Camilla Stens Thriller "Bachelorette Party" entführt die Leser auf eine einsame schwedische Schäreninsel, wo ein vermeintlich idyllischer Junggesellinnenabschied schnell zum Albtraum wird. Die Ausgangslage ...

Camilla Stens Thriller "Bachelorette Party" entführt die Leser auf eine einsame schwedische Schäreninsel, wo ein vermeintlich idyllischer Junggesellinnenabschied schnell zum Albtraum wird. Die Ausgangslage mit Yoga am Strand und Quality Time schlägt schlagartig um, sobald die Gruppe feststellt, dass sie auf der Insel gefangen ist – ein Ort, der zudem mit einem düsteren Cold Case belastet ist, der die True-Crime-Podcasterin Tessa nicht loslässt.

Die Geschichte beginnt zunächst ruhig und plätschert fast schon gemächlich los, entwickelt sich dann aber zu einem echten Pageturner, den man gegen Ende kaum noch aus der Hand legen kann. Die Story ist dabei meiner Meinung nach hervorragend konstruiert und verzichtet erfreulicherweise auf die oft typischen Logiklücken. Es gibt keine losen Handlungsfäden, die unbefriedigend im Raum stehen bleiben oder unlogisch zusammengeführt werden, was für mich ein extrem wichtiges Merkmal für die Qualität eines Krimis ausmacht.

Die Handlung springt die ganze Zeit zwischen der Gegenwart und den Ereignissen von vor zehn Jahren hin und her. Die angenehm kurz gehaltenen Kapitel sorgen dabei für ein flüssiges Leseerlebnis und stellen sicher, dass man trotz der Zeitsprünge nie den Überblick verliert. Unterstützt wird dieser Lesefluss durch einen sehr flüssigen Schreibstil, der besonders bei den Interaktionen der Figuren sehr natürlich und niemals aufgesetzt wirkt.

Ein kleiner Wermutstropfen war für mich jedoch die Ausarbeitung der Charaktere, zu denen ich bis zum Ende keinen richtigen Zugang gefunden habe. Diese emotionale Distanz führte dazu, dass manche Handlungsentscheidungen auf mich etwas übertrieben wirkten. Auch die Beziehungsgeflechte unter den Frauen blieben teilweise etwas oberflächlich; insbesondere die Dynamik zwischen den Schwestern Lena und Tessa hätte für mein Empfinden noch deutlicher greifbar sein können.

Insgesamt ist "Bachelorette Party" dennoch ein absolut gelungener und spannender Krimi mit einer sehr starken, wasserdichten Story. Wer über die Schwächen bei der Charakterentwicklung hinwegsehen kann, findet hier die perfekte Strandlektüre für den kommenden Sommer.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.04.2026

Actionfilm auf Papier

Doppelspiel
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Doppelspiel ist der neue Skandinavien-Krimi der beiden bekannten Autoren Arne Dahl und Jonas Moström. Das Ganze ist bereits (auf dem Einband) als Trilogie angekündigt, also kann man als Leser:in einiges ...

Doppelspiel ist der neue Skandinavien-Krimi der beiden bekannten Autoren Arne Dahl und Jonas Moström. Das Ganze ist bereits (auf dem Einband) als Trilogie angekündigt, also kann man als Leser:in einiges an Komplexität erwarten.

Tatsächlich finde ich, dass sich Doppelspiel stellenweise wie ein Actionfilm auf Papier liest: Rasante Szenen, bildhafte Beschreibungen der Umgebung sowie spektakulär beschriebene Fluchtversuche prägen den Stil des Romans. Manche Situationen wirken dabei durchaus überzogen – doch ähnlich wie im Actionkino ist das für mich weniger entscheidend als die Spannung. Und die hält das Buch meiner Meinung nach durchgehend aufrecht.

Der Titel deutet bereits an, dass die Handlung mehr als nur eine Ebene bereithält. Dieses Versprechen wird auch eingelöst: Nicht nur die Hauptfigur Tom Borg fühlt sich permanent beobachtet und verfolgt, auch als Leser:in bleibt man konstant mit dem Gefühl zurück, dass Personen und Ereignisse nicht das sind, was sie vorzugeben scheinen. Manch einen mag das stören, aber meiner Meinung nach ist diese Unwissenheit definitiv ein Pluspunkt des Romans.

Etwas schwerer tue ich mich hingegen mit der psychologischen Ebene der Geschichte. Das Motiv des (inneren) Zwillings zieht sich ebenso durch den Text wie der ausbleibende Schreibfluss des Protagonisten, der beim Schreiben offenbar in eine Art Wahnzustand gerät. Diese Aspekte sollen vermutlich zusätzliche Tiefe erzeugen, bleiben für mich jedoch eher sperrig. Sie verhinderten stellenweise den Lesefluss und machten es mir schwer, das Buch am Stück zu lesen.

Abgesehen davon finde ich, dass Doppelspiel ein sehr gelungener Krimi ist: Eine Vielzahl an Figuren und Handlungssträngen, undurchsichtige Charaktere, anhaltende Spannung und ein Finale, das zumindest die zentralen Fragen zusammenführt. Offene Punkte bleiben meiner Meinung nach bewusst bestehen – schließlich ist das Ganze als Trilogie angekündigt.
Im Gegensatz zu vielen anderen finde ich dieses Buch durchaus gelungen. Vermutlich weil mich weder die überzogene Action noch die leicht unrealistischen Handlungsstränge stören. Eben wie in einem Actionfilm .

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Große Gefühle fast zu groß

The Night We Met
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Eines vorab: Ein neues Buch von Abby Jimenez ist für mich immer ein automatisches “must read” auf meiner Leseliste. Ihr neuester Roman The Night We Met führt uns wieder zurück nach Minnesota, wo auch die ...

Eines vorab: Ein neues Buch von Abby Jimenez ist für mich immer ein automatisches “must read” auf meiner Leseliste. Ihr neuester Roman The Night We Met führt uns wieder zurück nach Minnesota, wo auch die meisten anderen ihrer Romane spielen. Es ist jedes Mal ein bisschen wie „Heimkommen“, wenn man auf bekannte Nebenfiguren trifft und sich somit irgendwie sofort wieder orientieren kann.

Abby Jimenez scheint auch dieses Mal wieder sehr viel Aufwand in die Entwicklung ihrer Charaktere gesteckt zu haben. Die Figuren sind liebevoll ausgearbeitet und handeln innerhalb ihrer eigenen Logik absolut nachvollziehbar. Auch ihr Blick für die kleinen, humorvollen Details ist wieder da – mein persönliches Highlight ist definitiv Wufferine und seine Eskapaden.

Eine Sache muss ich allerdings revidieren. In einer früheren Rezension schreibe ich, dass mich „die ganz großen Gefühle“ bei Abby Jimenez seltsamerweise nie stören. Das muss ich jetzt zurücknehmen, dieses Mal fand ich es eher anstrengend als mitreißend. Vielleicht hat es auch mit der Kombination aus den Gefühlen und den diversen persönlichen Problemen und Rückschlägen zu tun, mit denen sich die Figuren im Buch herumschlagen müssen.

Versteht mich nicht falsch, ich finde es mutig und wichtig, auch mal ernste Töne in einem Liebesroman anzuschlagen. Die angerissenen Problemfelder wie Depression oder Alkoholismus scheinen mir auch wirklich gut recherchiert zu sein. Trotzdem hat es mich diesmal nicht so gepackt, es war mir einfach too much. Wo Jimenez mich sonst mit ihrem Humor abholt und so die Waage hält, fühlte ich mich hier eher hilflos. Statt mitzufühlen, hatte ich beim Lesen öfter den Drang, jemanden kräftig zu schütteln oder genervt die Augen zu verdrehen.

Fazit

Trotz meiner Kritik bleibt Abby Jimenez eine der Autorinnen, die einfach wunderschön schreiben können. Auch wenn mich die emotionale Wucht dieses Mal eher erdrückt als berührt hat, werde ich auch ihr nächstes Buch sofort ganz oben auf meinen Lesestapel

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Urlaubsfeeling mit Leiche

Alpenmord und Almgedudel
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Tim Eckhaus ist mit "Alpenmord und Almgedudel" ein charmanter Alpenkrimi gelungen, der vor allem durch seine traumhafte Kulisse überzeugt. Besonders die Landschaft wird plastisch und detailliert beschrieben– ...

Tim Eckhaus ist mit "Alpenmord und Almgedudel" ein charmanter Alpenkrimi gelungen, der vor allem durch seine traumhafte Kulisse überzeugt. Besonders die Landschaft wird plastisch und detailliert beschrieben– bei der Wanderung durch die Klamm hatte ich das Gefühl, direkt an der Seite der Familie Brunner durch die Tiroler Bergwelt zu spazieren.

A propos Familie Brunner: Die Figuren der vier Hobbyermittler und auch alle Nebencharaktere sind liebevoll gezeichnet. Mein persönlicher Favorit ist der alte Bauer Alois, den man einfach gern haben muss. Die Familie ist zwar mit so vielen Talenten gesegnet, dass es mir zu Beginn fast ein wenig übertrieben war, aber im Laufe der Handlung habe ich sie gerade deshalb lieb gewonnen und ihre „Superkräfte“ als Teil des Unterhaltungswerts akzeptiert.

Der Krimi ist insgesamt eher kurz gehalten. Das führt zwar dazu, dass die Geschichte nicht extrem in die Tiefe geht, sorgt aber für ein flüssiges und unterhaltsames Lesevergnügen. Das liegt wohl hauptsächlich an der gut konstruierten Story und den verschiedenen Handlungsfäden, die am Ende alle sauber zusammengeführt werden

Mein einziger Kritikpunkt ist an der Stelle, dass ich als leidenschaftlicher Mit-Ermittler gefühlt kaum eine Chance hatte, dem Mörder vor der Auflösung selbst auf die Spur zu kommen. Entweder habe ich alle Hinweise überlesen, oder die Hinweise bleiben absichtlich verborgen, um das Finale überraschender zu gestalten.

Fazit:
Ein schöner Regionalkrimi, der Lust auf Berge und Brotzeit macht. Perfekt für einen gemütlichen Nachmittag auf dem Sofa oder als leichte Urlaubslektüre.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Cozy Crime mit ernstem Hintergrund

Der Tag, an dem Barbara starb
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“Der Tag, an dem Barbara starb” spielt in einer englischen Kleinstadt und ist aus der Perspektive einer alten Dame geschrieben, die gemeinsam mit ihrem Enkel versucht, den Tod ihrer Nachbarin aufzuklären. ...

“Der Tag, an dem Barbara starb” spielt in einer englischen Kleinstadt und ist aus der Perspektive einer alten Dame geschrieben, die gemeinsam mit ihrem Enkel versucht, den Tod ihrer Nachbarin aufzuklären. Margaret Winterbottom lebt ihr halbes Leben schon in der gleichen Straße, liebt Kreuzworträtsel und knabbert seelisch immer noch am Verlust ihres Ehemanns Albert, der im vergangenen Jahr starb. Das Problem ist nur, dass Margarets Gedächtnis sie in letzter Zeit immer wieder im Stich lässt, und sich ihr Umfeld zusehends seltsam verhält und sich übermäßig um sie sorgt.

Ich bin zu dem Buch gekommen, weil ich das Thema sehr spannend finde. Die Idee, einen Kriminalroman aus der Sicht einer Demenzkranken alten Dame zu schreiben und so eine Perspektive zu würdigen, die normalerweise eher klein gehalten wird, finde ich mutig und schön. Gleichzeitig war ich sehr neugierig, wie ein Krimi funktionieren kann, bei dem die Erzählerin Dinge vergisst oder durcheinanderbringt und man sich so nie sicher sein kann, ob etwas tatsächlich geschehen ist oder nicht.
Den Kampf, eine Krankheit zu akzeptieren, die einem gefühlt raubt, worauf man sich immer verlassen konnte - das Gedächtnis und die Cleverness - finde ich sehr gut dargestellt. Immer wieder blitzt die “gesunde” Margaret hindurch, eine energische, clevere und furchtlose Frau, die bereits im Krieg ihren Beitrag geleistet hat. Und dann wieder ist sie orientierungslos, findet Sachen nicht wieder oder stellt Erinnerungslücken fest, die ihr Angst machen.
Das führt allerdings auch dazu, dass die Story relativ seicht dahin plätschert und der Krimi etwas in den Hintergrund gerät. Gerade den Beginn des Buches fand ich nicht sonderlich spannend und es hat mich eine Weile gekostet, um reinzukommen. Gegen Ende nahm es dann zwar Fahrt auf, hat mich aber alles in allem nicht ganz überzeugt.
4 Sterne gibt es trotzdem, weil ich das Thema und die Idee so gut finde.

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