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Veröffentlicht am 20.11.2023

Sofa, Decke, Tee und los geht's

Crosston Creek - Was dein Blick mir sagt
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Holly hat auf der Bristlecone Pine Ranch im Bundesstaat Colorado ein zweites Zuhause gefunden, nachdem sie Hals über Kopf vor ihrem gewalttätigen Stiefvater aus New York geflüchtet ist. Die Ranch betreibt ...

Holly hat auf der Bristlecone Pine Ranch im Bundesstaat Colorado ein zweites Zuhause gefunden, nachdem sie Hals über Kopf vor ihrem gewalttätigen Stiefvater aus New York geflüchtet ist. Die Ranch betreibt eine Pferdezucht und Holly, die zunächst als Haushaltshilfe für den brummigen Besitzer anfing, wurde in den letzten 5 Jahren zum Mädchen für alles auf der Ranch und kann sich ein Leben ohne Pferde nicht mehr vorstellen.
Brian, Hollys Chef, trauert noch immer um seine Frau, die vor 10 Jahren bei einem Autounfall ums Leben kam und hat deshalb den Kontakt zu seinem Sohn Callen abgebrochen. Dass er dabei auch den Fokus auf das Wohlergehen der Ranch aus den Augen verloren hat, wird Holly erst klar, als es schon zu spät ist: Die Ranch soll verkauft werden und das ausgerechnet an einen groben, skrupellosen Geschäftsmann, den nur sein Profit interessiert.
Aber eben der verlorene Sohn könnte die Rettung sein: angeblich steht im Testament seiner verstorbenen Mutter, dass er einem Verkauf zustimmen müsse. Holly kratzt ihr ganzes Geld und ihren ganzen Mut zusammen, um nach New York zurückzukehren und Callen davon zu überzeugen, dass er dem Verkauf nicht zustimmen darf.
Callen kann Hollys Entschlossenheit nicht widerstehen und es wäre ja auch kein Liebesroman, wenn es nicht ordentlich zwischen den beiden knistern würde…


Ich mochte die Hauptfigur Holly von Beginn an und fand auch alle anderen Figuren angenehm detailliert beschrieben. Diverse Nebenfiguren aus dem Örtchen Crosston Creek lassen weitere Teile dieser Reihe erahnen. Die Chemie zwischen Holly und Callen stimmt und wirkt meiner Meinung nach auch nicht übertrieben. Besonders wichtig fand ich, dass die Motivation der einzelnen Figuren begründet wird und ich ihre Handlungen und Gefühle somit gut nachvollziehen kann. Auch der düstere Aspekt um Hollys Stiefvater und ihre Flucht aus New York bekommt genügend Raum, um nachvollziehbar zu sein. Einzig das große Finale fand ich im Detail zu übertrieben - das hätte es meiner Meinung nach nicht gebraucht. Wenn ihr das Buch lest, wisst ihr vielleicht, was ich meine.
Apropos Finale: Das ist, zugegebenermaßen, vorhersehbar, aber wen stört das schon?! Die Tatsache, dass ich für das Buch ein paar Stunden Schlaf opfern musste, spricht meiner Meinung nach für sich. Der Weg zum Ziel ist durchaus abwechslungsreich und nicht vorhersehbar. Und durch die angenehm flüssige Erzählweise der Autorin fühlt man sich fast wie ein Teil der kleinen Dorfgemeinschaft im winterlichen Crosston Creek.

Fazit
Das ist eines dieser perfekten Bücher für einen kuscheligen Wintertag auf dem Sofa. Es befördert einen in eine kalt-verzauberte Welt des verschneiten Colorados und hinterlässt ein heimeliges Gefühl und eine gemütliche Weihnachtsstimmung.
Die Tatsache, dass der Ausgang der Geschichte sehr vorhersehbar ist, hat mich dabei nicht im Geringsten gestört. Die Chemie zwischen den Hauptfiguren stimmt und die Handlung ist kurzweilig und flüssig.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Cozy Crime mit ernstem Hintergrund

Der Tag, an dem Barbara starb
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“Der Tag, an dem Barbara starb” spielt in einer englischen Kleinstadt und ist aus der Perspektive einer alten Dame geschrieben, die gemeinsam mit ihrem Enkel versucht, den Tod ihrer Nachbarin aufzuklären. ...

“Der Tag, an dem Barbara starb” spielt in einer englischen Kleinstadt und ist aus der Perspektive einer alten Dame geschrieben, die gemeinsam mit ihrem Enkel versucht, den Tod ihrer Nachbarin aufzuklären. Margaret Winterbottom lebt ihr halbes Leben schon in der gleichen Straße, liebt Kreuzworträtsel und knabbert seelisch immer noch am Verlust ihres Ehemanns Albert, der im vergangenen Jahr starb. Das Problem ist nur, dass Margarets Gedächtnis sie in letzter Zeit immer wieder im Stich lässt, und sich ihr Umfeld zusehends seltsam verhält und sich übermäßig um sie sorgt.

Ich bin zu dem Buch gekommen, weil ich das Thema sehr spannend finde. Die Idee, einen Kriminalroman aus der Sicht einer Demenzkranken alten Dame zu schreiben und so eine Perspektive zu würdigen, die normalerweise eher klein gehalten wird, finde ich mutig und schön. Gleichzeitig war ich sehr neugierig, wie ein Krimi funktionieren kann, bei dem die Erzählerin Dinge vergisst oder durcheinanderbringt und man sich so nie sicher sein kann, ob etwas tatsächlich geschehen ist oder nicht.
Den Kampf, eine Krankheit zu akzeptieren, die einem gefühlt raubt, worauf man sich immer verlassen konnte - das Gedächtnis und die Cleverness - finde ich sehr gut dargestellt. Immer wieder blitzt die “gesunde” Margaret hindurch, eine energische, clevere und furchtlose Frau, die bereits im Krieg ihren Beitrag geleistet hat. Und dann wieder ist sie orientierungslos, findet Sachen nicht wieder oder stellt Erinnerungslücken fest, die ihr Angst machen.
Das führt allerdings auch dazu, dass die Story relativ seicht dahin plätschert und der Krimi etwas in den Hintergrund gerät. Gerade den Beginn des Buches fand ich nicht sonderlich spannend und es hat mich eine Weile gekostet, um reinzukommen. Gegen Ende nahm es dann zwar Fahrt auf, hat mich aber alles in allem nicht ganz überzeugt.
4 Sterne gibt es trotzdem, weil ich das Thema und die Idee so gut finde.

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Veröffentlicht am 07.08.2025

Instagram in analog

Quarks. Das Journal, das dich schlauer macht
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Die Macher des Quarks Instagram Kanals haben in diesem Buch das geballte Wissen aus der digitalen Welt in die analoge geholt.
Auf ca. 150 Seiten wird pro Seite ein neues Thema behandelt. Die Themen sind ...

Die Macher des Quarks Instagram Kanals haben in diesem Buch das geballte Wissen aus der digitalen Welt in die analoge geholt.
Auf ca. 150 Seiten wird pro Seite ein neues Thema behandelt. Die Themen sind hochaktuell und aus dem Alltag der meisten Menschen gegriffen. Durch kleine Zeichnungen und Statistiken sorgfältig aufbereitet, wird man als Leser:in schnell und unkompliziert informiert. Von Zeitumstellung über Klimakrise oder ‘Teacup Dogs’ ist alles mit dabei.
Jede Seite besteht aus einem Informationsteil und einer kleinen Challenge oder einem Anreiz zur Selbstreflexion.
Von der Art her ist das Buch meiner Meinung nach eher an Jugendliche gerichtet. Gerade die Challenge-Teile haben mich als Erwachsene nicht hundertprozentig angesprochen. Die Texte hingegen fand ich überaus informativ und vor allem auch leicht zu lesen - also super für Zwischendurch, genau wie das digitale Pendant. Diese Kürze könnte auch Lesemuffel zu durchblättern animieren und damit wäre ein Ziel bereits erreicht: uns alle ein wenig mehr in die analoge Welt zu holen.

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Veröffentlicht am 14.06.2025

Die Chemie stimmt

Summer in the City
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“Summer in the City” ist eine perfekte Strandlektüre, humorvoll, angenehm zu lesen und mit zwei Hauptfiguren, bei denen die Chemie stimmt.
Elle ist Drehbuchautorin und hat eine Deadline und eine Schreibblockade. ...

“Summer in the City” ist eine perfekte Strandlektüre, humorvoll, angenehm zu lesen und mit zwei Hauptfiguren, bei denen die Chemie stimmt.
Elle ist Drehbuchautorin und hat eine Deadline und eine Schreibblockade. Deswegen greift sie zu drastischen Mitteln und zieht den Sommer über nach New York, eine Stadt, in der sie zwar studiert hat, in die sie aber eigentlich niemals zurückkehren wollte. Der Grund dafür heißt Parker, ein Start-Up-Millionär, mit dem sie vor 2 Jahren in einem Club rumgeknutscht hat und den sie seitdem hasst. Allerdings äußert sich dieser Hass in sehr produktiven Schreib-Sessions. Also beschließt Elle, sich dem Ganzen zu stellen und hofft, dass New York ihre Schreibblockade beendet. Natürlich trifft sie dort auf Parker, der sich als ihr neuer Nachbar entpuppt, und der bittet sie auch noch, sein Fake-Date zu spielen…
Wenn das Buch nach drei Vierteln beendet gewesen wäre, dann hätte ich definitiv 5 Sterne vergeben. Alex Aster schreibt sehr flüssig, so dass man geradezu durch die Seiten fliegt. Und auch wenn ich mich das eine oder andere Mal über Parker oder Elle aufregen musste, konnte ich das Buch nicht zur Seite legen. Das Aufeinandertreffen von Parker und Elle hat von Anfang an Charme: einerseits ergeben sich ziemlich witzige Situationen und Dialoge und andererseits ist das Knistern zwischen den beiden förmlich zu spüren, die Chemie stimmt definitiv. Ansonsten liefert die Autorin solides RomCom-Material, vielleicht etwas erwartbar, aber deswegen lieben wir es doch .
Und dann kommt das Ende, was mich dazu bewegt, einen Stern abzuziehen. Meiner Meinung nach war das etwas zu bemüht und vor allem drüber. Schade, ich finde, das hätte sich besser lösen lassen…es trübt das Lesevergnügen leider ein wenig.
Nichtsdestotrotz hatte ich großen Spaß beim Lesen und kann “Summer in the City” als Sommerlektüre nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 18.05.2025

Eine neue Kleinstadt und die ganz große Liebe

The One I Left Behind
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“The One I Left Behind” ist der Start in eine neue Kleinstadt-Serie des Autorinnenduos Piper

Der ehemalige Football-Profi Ben zieht zurück in seine Heimatstadt und trifft dort auf seine große Jugendliebe ...

“The One I Left Behind” ist der Start in eine neue Kleinstadt-Serie des Autorinnenduos Piper

Der ehemalige Football-Profi Ben zieht zurück in seine Heimatstadt und trifft dort auf seine große Jugendliebe Gillian, die eigentlich nichts mehr von ihm wissen will. Die alten Gefühle sind aber noch vorhanden und Ben bemüht sich mit zunehmendem Erfolg um Gillian.

Ich habe schon einige Bücher der Autorinnen gelesen und mag ihren Schreibstil (oder jedenfalls den der deutschen Übersetzung). Dieses Mal war ich immer mal wieder irritiert von einigen Formulierungen, insbesondere auch in den Szenen mit etwas mehr Spice. Auf gut deutsch hab’ ich es nicht so gefühlt.
Die Figuren und das ganze Kleinstadt-Setting mochte ich dafür sehr. Ich bin auch mal wieder großer Nebenfiguren-Fan - in diesem Fall Brooks und Lauren.
Ich bin nicht völlig begeistert, habe das Buch aber gern gelesen und freue mich auch auf den nächsten Teil der Reihe.

Wenn ihr Fans von kleinen Städten, ihren Bewohnern und vor allem der ganz großen Liebe seid, dann wird euch dieses Buch bestimmt gefallen.

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