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Veröffentlicht am 17.11.2025

Cozy Crime mit ernstem Hintergrund

Der Tag, an dem Barbara starb
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“Der Tag, an dem Barbara starb” spielt in einer englischen Kleinstadt und ist aus der Perspektive einer alten Dame geschrieben, die gemeinsam mit ihrem Enkel versucht, den Tod ihrer Nachbarin aufzuklären. ...

“Der Tag, an dem Barbara starb” spielt in einer englischen Kleinstadt und ist aus der Perspektive einer alten Dame geschrieben, die gemeinsam mit ihrem Enkel versucht, den Tod ihrer Nachbarin aufzuklären. Margaret Winterbottom lebt ihr halbes Leben schon in der gleichen Straße, liebt Kreuzworträtsel und knabbert seelisch immer noch am Verlust ihres Ehemanns Albert, der im vergangenen Jahr starb. Das Problem ist nur, dass Margarets Gedächtnis sie in letzter Zeit immer wieder im Stich lässt, und sich ihr Umfeld zusehends seltsam verhält und sich übermäßig um sie sorgt.

Ich bin zu dem Buch gekommen, weil ich das Thema sehr spannend finde. Die Idee, einen Kriminalroman aus der Sicht einer Demenzkranken alten Dame zu schreiben und so eine Perspektive zu würdigen, die normalerweise eher klein gehalten wird, finde ich mutig und schön. Gleichzeitig war ich sehr neugierig, wie ein Krimi funktionieren kann, bei dem die Erzählerin Dinge vergisst oder durcheinanderbringt und man sich so nie sicher sein kann, ob etwas tatsächlich geschehen ist oder nicht.
Den Kampf, eine Krankheit zu akzeptieren, die einem gefühlt raubt, worauf man sich immer verlassen konnte - das Gedächtnis und die Cleverness - finde ich sehr gut dargestellt. Immer wieder blitzt die “gesunde” Margaret hindurch, eine energische, clevere und furchtlose Frau, die bereits im Krieg ihren Beitrag geleistet hat. Und dann wieder ist sie orientierungslos, findet Sachen nicht wieder oder stellt Erinnerungslücken fest, die ihr Angst machen.
Das führt allerdings auch dazu, dass die Story relativ seicht dahin plätschert und der Krimi etwas in den Hintergrund gerät. Gerade den Beginn des Buches fand ich nicht sonderlich spannend und es hat mich eine Weile gekostet, um reinzukommen. Gegen Ende nahm es dann zwar Fahrt auf, hat mich aber alles in allem nicht ganz überzeugt.
4 Sterne gibt es trotzdem, weil ich das Thema und die Idee so gut finde.

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Veröffentlicht am 07.08.2025

Instagram in analog

Quarks. Das Journal, das dich schlauer macht
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Die Macher des Quarks Instagram Kanals haben in diesem Buch das geballte Wissen aus der digitalen Welt in die analoge geholt.
Auf ca. 150 Seiten wird pro Seite ein neues Thema behandelt. Die Themen sind ...

Die Macher des Quarks Instagram Kanals haben in diesem Buch das geballte Wissen aus der digitalen Welt in die analoge geholt.
Auf ca. 150 Seiten wird pro Seite ein neues Thema behandelt. Die Themen sind hochaktuell und aus dem Alltag der meisten Menschen gegriffen. Durch kleine Zeichnungen und Statistiken sorgfältig aufbereitet, wird man als Leser:in schnell und unkompliziert informiert. Von Zeitumstellung über Klimakrise oder ‘Teacup Dogs’ ist alles mit dabei.
Jede Seite besteht aus einem Informationsteil und einer kleinen Challenge oder einem Anreiz zur Selbstreflexion.
Von der Art her ist das Buch meiner Meinung nach eher an Jugendliche gerichtet. Gerade die Challenge-Teile haben mich als Erwachsene nicht hundertprozentig angesprochen. Die Texte hingegen fand ich überaus informativ und vor allem auch leicht zu lesen - also super für Zwischendurch, genau wie das digitale Pendant. Diese Kürze könnte auch Lesemuffel zu durchblättern animieren und damit wäre ein Ziel bereits erreicht: uns alle ein wenig mehr in die analoge Welt zu holen.

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Veröffentlicht am 14.06.2025

Die Chemie stimmt

Summer in the City
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“Summer in the City” ist eine perfekte Strandlektüre, humorvoll, angenehm zu lesen und mit zwei Hauptfiguren, bei denen die Chemie stimmt.
Elle ist Drehbuchautorin und hat eine Deadline und eine Schreibblockade. ...

“Summer in the City” ist eine perfekte Strandlektüre, humorvoll, angenehm zu lesen und mit zwei Hauptfiguren, bei denen die Chemie stimmt.
Elle ist Drehbuchautorin und hat eine Deadline und eine Schreibblockade. Deswegen greift sie zu drastischen Mitteln und zieht den Sommer über nach New York, eine Stadt, in der sie zwar studiert hat, in die sie aber eigentlich niemals zurückkehren wollte. Der Grund dafür heißt Parker, ein Start-Up-Millionär, mit dem sie vor 2 Jahren in einem Club rumgeknutscht hat und den sie seitdem hasst. Allerdings äußert sich dieser Hass in sehr produktiven Schreib-Sessions. Also beschließt Elle, sich dem Ganzen zu stellen und hofft, dass New York ihre Schreibblockade beendet. Natürlich trifft sie dort auf Parker, der sich als ihr neuer Nachbar entpuppt, und der bittet sie auch noch, sein Fake-Date zu spielen…
Wenn das Buch nach drei Vierteln beendet gewesen wäre, dann hätte ich definitiv 5 Sterne vergeben. Alex Aster schreibt sehr flüssig, so dass man geradezu durch die Seiten fliegt. Und auch wenn ich mich das eine oder andere Mal über Parker oder Elle aufregen musste, konnte ich das Buch nicht zur Seite legen. Das Aufeinandertreffen von Parker und Elle hat von Anfang an Charme: einerseits ergeben sich ziemlich witzige Situationen und Dialoge und andererseits ist das Knistern zwischen den beiden förmlich zu spüren, die Chemie stimmt definitiv. Ansonsten liefert die Autorin solides RomCom-Material, vielleicht etwas erwartbar, aber deswegen lieben wir es doch .
Und dann kommt das Ende, was mich dazu bewegt, einen Stern abzuziehen. Meiner Meinung nach war das etwas zu bemüht und vor allem drüber. Schade, ich finde, das hätte sich besser lösen lassen…es trübt das Lesevergnügen leider ein wenig.
Nichtsdestotrotz hatte ich großen Spaß beim Lesen und kann “Summer in the City” als Sommerlektüre nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 18.05.2025

Eine neue Kleinstadt und die ganz große Liebe

The One I Left Behind
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“The One I Left Behind” ist der Start in eine neue Kleinstadt-Serie des Autorinnenduos Piper

Der ehemalige Football-Profi Ben zieht zurück in seine Heimatstadt und trifft dort auf seine große Jugendliebe ...

“The One I Left Behind” ist der Start in eine neue Kleinstadt-Serie des Autorinnenduos Piper

Der ehemalige Football-Profi Ben zieht zurück in seine Heimatstadt und trifft dort auf seine große Jugendliebe Gillian, die eigentlich nichts mehr von ihm wissen will. Die alten Gefühle sind aber noch vorhanden und Ben bemüht sich mit zunehmendem Erfolg um Gillian.

Ich habe schon einige Bücher der Autorinnen gelesen und mag ihren Schreibstil (oder jedenfalls den der deutschen Übersetzung). Dieses Mal war ich immer mal wieder irritiert von einigen Formulierungen, insbesondere auch in den Szenen mit etwas mehr Spice. Auf gut deutsch hab’ ich es nicht so gefühlt.
Die Figuren und das ganze Kleinstadt-Setting mochte ich dafür sehr. Ich bin auch mal wieder großer Nebenfiguren-Fan - in diesem Fall Brooks und Lauren.
Ich bin nicht völlig begeistert, habe das Buch aber gern gelesen und freue mich auch auf den nächsten Teil der Reihe.

Wenn ihr Fans von kleinen Städten, ihren Bewohnern und vor allem der ganz großen Liebe seid, dann wird euch dieses Buch bestimmt gefallen.

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Neapel von seiner echten Seite

Commissario Gaetano und der lügende Fisch
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Der neue Italien-Krimi von Fabio Nola entführt uns in ein (vermutlich) ziemlich realistisch dargestelltes Neapel. Mitten in den chaotischen Zuständen rund um die Feierlichkeiten zu San Gennaro (dem Stadtpatron) ...

Der neue Italien-Krimi von Fabio Nola entführt uns in ein (vermutlich) ziemlich realistisch dargestelltes Neapel. Mitten in den chaotischen Zuständen rund um die Feierlichkeiten zu San Gennaro (dem Stadtpatron) taucht ein Turiner Geschäftsmann in der Questura auf und berichtet von seltsamen Erpressungsversuchen und Bedrohungen, die er Woche für Woche erhält. Commissario Gaetano ist leicht genervt von dem steifen Norditaliener und verspricht halbherzig, dass sich jemand darum kümmert. In der darauffolgenden Nacht wird eben dieser Norditaliener tot in seiner Wohnung aufgefunden. Es folgt eine fieberhafte Suche nach dem Mörder, begleitet von der drückenden Hitze, dem (vermeintlichen) neapolitanischen Hang zum Aberglauben und dem Chaos in einem Neapel nach San Gennaro.

Meiner Meinung nach ist Nola ein spannender und wendungsreicher Krimi gelungen. Die Story hat mich auf jeden Fall überzeugt und ließ ebenso wie sein Schreibstil keine Wünsche offen. Der Schauplatz Neapel wird wohl recht realistisch dargestellt und weckt damit mehr meine Neugier herauszufinden, wie es wirklich ist, als eine romantische Sehnsucht nach dem nächsten Italienurlaub. Wer einen Krimi erwartet, den man gemütlich mit Vino und Pizza auf dem Balkon genießen kann, der wird vermutlich enttäuscht. Gemütlich ist daran maximal die Einstellung von Gaetanos Kollege Pietro, der seine Ermittlungen lieber aus der nächsten Bar heraus führt als aus seinem stickigen Büro. Der Mord ist durchaus brutal und auch die Beschreibung der Zustände in der Stadt oder die beiläufige Erwähnung diverser Probleme kriecht einem geradezu unter die Haut.
Commissario Gaetano ist mir nicht sonderlich sympathisch, aber vermutlich durchaus authentisch dargestellt. Ich bin mit keiner der Figuren so richtig warm geworden und es hat mich auch immer wieder gestört, dass Kollegen respektlos behandelt oder verspottet wurden. Auch das entspricht wohl der Realität, hat für mich aber den Zugang erschwert.

Alles in allem steht für mich die Story im Vordergrund, und die ist wirklich gut. Also kann ich dieses Buch allen empfehlen, die nicht nach dem nächsten Cozy-Crime-Titel suchen.

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