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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.05.2026

Fesselnd, witzig, erschreckend

Yesteryear
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Das ist ein Buch, das so viel miteinander verwebt und das so geschickt, dass ich immer noch sprachlos bin, obwohl ich es schon vor einigen Tagen beendet habe.

Aber fangen wir mal trivial an: schon die ...

Das ist ein Buch, das so viel miteinander verwebt und das so geschickt, dass ich immer noch sprachlos bin, obwohl ich es schon vor einigen Tagen beendet habe.

Aber fangen wir mal trivial an: schon die äußere Aufmachung transportiert, dass äußerer Eindruck und Innenleben in unserer Welt ein schöner, inszenierter Schein sind.
Hier mittels eines sehr schlichten Schutzumschlags, transparent, dünn, ganz und gar unauffällig. Passend zum Buchthema. Die bescheidene Tradwive. Der Umschlag ist übrigens nicht wirklich super, da er total leicht einreißt, wenn man Wert auf intakte Schutzumschläge legt, besser abnehmen beim Lesen.
Im Inneren dann ein hochwertig veredelter Bezug, bedruckt mit einer Szene, die auf dem ersten Blick aus vergangener Zeit erscheint, bis man das Mobiltelefon in der Hand der Frau entdeckt.
Super gemacht!

Um was geht es?
Um Natalie, die zurückgezogen auf einer Bilderbuchfarm in den USA lebt, zusammen mit ihren fünf Kindern, schwanger mit dem sechsten, einen Farmer als Ehemann und einem Social-Media-Account, auf dem sie ihr Leben teilt. Ein Bilderbuch-Farmer-Leben mit Bilderbuch-Kindern und Bilderbuch-Ehe. Selbstversorgung über die Farm, Beziehung zu den Hühnern, die die "Ladys" genannt werden, klassisches Rollenmodell, gläubig. Alles tutti. Sie hat Millionen von Followern.

Doch wenn man etwas hinter die Kulissen schaut, dann ist es vielleicht doch nicht so ganz so, wie es scheint. Nannys und Produktionsleiterin, Farm-Personal und noch viel mehr, was vor der Kamera verborgen bleibt. Doch das ist nicht alles, denn eines Tages ist nichts mehr, wie es war.

Ich will hier gar nicht weiter ausholen, denn man sollte hier auf keinen Fall gespoilert werden.

Das Buch ist böse, stellenweise sehr, sehr witzig und behandelt so viele Themen. Angefangen beim Tradwive-Trend, Patriarchat, Leben innerhalb strenger gesetzter Religionsregeln, Social-Media-Inszenierung und Scheinwelt, struktureller Frauenfeindlichkeit, Missbrauch von Kindern in solchen Strukturen, die Liste ist endlos.

Das alles eingebettet in eine spannende, fast thrillerartige Handlung mit einem wilden Plot-Twist zum Abschluss, der mich ehrlich gesagt etwas verstört zurückgelassen hat.

Zwischendrin hatte das Buch etwas Längen, das ist aber auch der einzige Punkt, der mich etwas gestört hat. Das wird aber durch die Schreibweise, die Entwicklung der Charaktere, die unterschiedlichen Sichtweisen auf die Charaktere, den Humor und die superspannende Story mehr als wettgemacht.

Ich habe gelesen, dass eine Verfilmung mit Anne Hathaway geplant ist, da werde ich auf jeden Fall ins Kino gehen.

Aber zuerst: unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Inspirationsquelle

Blütenpracht und Ernteglück – Dein Weg zum Traumgarten
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Ich bin noch Neuling im Gartenglück und habe deshalb schon einige Gartenbücher.
Das von Svenja Breuer ist aber tatsächlich wie der Untertitel verspricht mein Weg zu einem Traumgarten.

Das Konzept ist ...

Ich bin noch Neuling im Gartenglück und habe deshalb schon einige Gartenbücher.
Das von Svenja Breuer ist aber tatsächlich wie der Untertitel verspricht mein Weg zu einem Traumgarten.

Das Konzept ist ein blühender Gemüsegarten und das ist für mich Neuland - ich habe das bislang getrennt. Hier Gemüse und dort dann der Ziergarten mit Blumen.
Die Autorin kombiniert aber und das sieht nicht nur sehr schön aus, auch ihre Begründung überzeugt mich.

Dann gibt es ganz viele praktischen Infos, beginnend über Basics für die Anzucht, Gartengeräte, richtige Standorte und dann ein großes Kapitel die monatlichen Aussaaten im Jahreslauf.

Richtig gut gefallen mir ihre Pflanzpläne. Es gibt Vorschläge für Hochbeete bzw. Gartenbeete je nach Bedarf. Ob Wunsch nach Salat, besonders pflegeleicht, Naschgarten für Kinder, Suppenliebe oder alles für die Vase - hier wird jeder und jede glücklich.

Super auch das gründliche Eingehen auf die unterschiedlichen Standorte. Ob pralle Sonne, Halbschatten oder Schatten, für jeden Ort gibt es gut geeignete Pflanzen.

Dazu ganz viele schöne Fotos und ein ordentliches Layout, so dass das Lesen und Anschauen auch eine Freude ist.

Ich habe viel gelernt und das Buch wird mich definitiv weiter durch das Gartenjahr begleiten. Gerade für Anfänger*innen (aber nicht nur) eine richtige gute Inspirationsquelle plus praktischem Gartenwissen. Damit kann ich echt mal was anfangen, ich bin sehr begeistert.

Veröffentlicht am 03.04.2026

So riecht das Glück - mit Otto nach England

OTTO fährt los – Eine Reise nach England
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Es geht schon zum fünften Mal auf große Fahrt mit Otto. Dieses Mal nach England, wie schön.
Was mir gar nicht klar war: Otto ist nicht exklusiv mit einer Familien unterwegs, sondern findet neue Reisebegleitungen.

Hier ...

Es geht schon zum fünften Mal auf große Fahrt mit Otto. Dieses Mal nach England, wie schön.
Was mir gar nicht klar war: Otto ist nicht exklusiv mit einer Familien unterwegs, sondern findet neue Reisebegleitungen.

Hier machen sich Papa Martin, Freda und Arthur auf die Reise. Fredas und Arthurs Mutter ist nicht mit dabei, weil die Eltern getrennt sind. Ich mag das ja, wenn Bilderbücher Lebensrealitäten abbilden, ohne groß zu thematisieren.

Unterwegs holen sie dann noch Tante Lissy und Dackel Daisy mit an Bord und dann erkunden sie zusammen England.

Otto ist der sympathischste Bus und Freund, den man sich vorstellen kann. Er ist neugierig, zeigt Gefühle und kümmert sich um seine Ferienfamilie.

Ich mag die Otto-Bücher, weil man so viel entdecken kann.
Es werden die klassischen Urlaubsvorstellungen bedient, man könnte es vielleicht auch ein wenig klischeehaft finden, aber für Kinder, die ein neues Land entdecken, finde ich es so genau richtig.

Ganz besonders putzig und auch rührend fand ich Auflösung um den Keksdieb im Buckingham-Palast.
Das Buch hat zwar für ein Bilderbuch schön viel Text, man wird aber trotzdem noch etwas erklären müssen über Sherlock Holmes, die Queen, was ein Phlox ist usw.
Aber das Buch ist perfekt, um ins Gespräch über das Urlaubsland zu kommen.

Die Illustrationen sind wie immer wunderschön, die Charaktere so liebevoll gezeichnet und auf jeder Seite gibt es ganz viel zu entdecken.
Es gibt auch wieder viele schöne, kleine Botschaften wie z. B. Regenwetter kann auch toll sein, Teilen macht Freude usw.

Ich bin ganz beseelt nach dem neuen Otto-Buch und freue mich auf viele weitere Abenteuer.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Status gefestigt: Lieblingskinderbuch-Reihe

Cassandra Morgan, Band 2 - Die magische Flöte
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Ich fand ja schon die Aufmachung des ersten Bandes wunderschön, aber hier haben Verlag und Illustratorin noch mal eine Schippe darauf gelegt.
Wenn man das Buch am Abend liest und der Schein der Lampe auf ...

Ich fand ja schon die Aufmachung des ersten Bandes wunderschön, aber hier haben Verlag und Illustratorin noch mal eine Schippe darauf gelegt.
Wenn man das Buch am Abend liest und der Schein der Lampe auf das Cover fällt, dann schimmern die metallischen Elemente auf dem Cover richtiggehend magisch. Das sieht so toll aus und ist mir bei Tageslicht so gar nicht aufgefallen.
Aber auch sonst: Cassandra ist super umgesetzt, so stelle ich sie mir vor und habe ich schon den Buchschnitt erwähnt? Auch dieser ist noch mal schöner als bei Band eins.

Aber nun zu den inneren Werten.
Cassandra stürzt sich weiterhin voll in ihre Hexenausbildung und ist natürlich weiterhin auf der Suche nach ihrer Mutter. Und als wenn das nicht schon genug wäre, geschehen wieder seltsame und gruselige Dinge im Dorf Hagley. Ein geheimnisvoller Fluch lässt die Bewohner nach einer Lanze suchen, aber Obacht, wer diese Lanze berührt, ist dem Tode geweiht. Klar, dass der Erlkönig das gute (naja...) Stück haben möchte und auch klar, dass Cassandra und ihre Freundinnen da nicht einfach zusehen können.

Band eins war ja schon mein Lieblingskinder-Fantasybuch 2025 und mit Band zwei spielt sich Cassandra Morgan jetzt in meine Lieblings-Kinderfantasy-Reihe hoch.
Die Charaktere haben sich noch einmal weiterentwickelt und sind gereift und die Mischung aus Spannung, Magie und Witz sowie einfach wunderbar gezeichneter (im wörtlichen und übertragenen Sinn) Darstellerinnen und Darsteller heben das Buch für mich total von der Masse an (auch guter!) Kinderbüchern mit magischen Elementen ab.
Es ist so unfassbar spannend und gleichzeitig hat es so viele Details, die die Geschichte so lebendig machen. Ich mag es total, wenn beim Hexen etwas schiefgeht und dann z. B. Geranien das Singen anfangen, noch dazu schräg.
Der gefährliche Wald Hag ist auch so phantastisch geschildert.

Es ist schon ein wenig unheimlich, aber für Lesende ab zehn Jahren gut geeignet. Nach oben hin offen, ich bin altersmäßig meilenweit davon entfernt und lese nur noch selten Kinderbücher.
Hier bleibe ich aber dabei und freue mich schon riesig auf November, wenn Band drei erscheint.
Einziger Wermutstropfen: von der großen Rahmenhandlung um Cassandras Mutter wurde lange nicht so viel aufgelöst, wie ich es mit gewünscht hätte. Aber das ist bei einer Serie ja auch irgendwie klar.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Fesselnde und berührende Lesestunden in drei Zeitebenen

Spiegelland
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Das war das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe und definitiv nicht das letzte. Plant den Lesestart weise und nicht in Momenten, in denen Ihr keine Zeit habt. Denn einmal angefangen, muss man ...

Das war das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe und definitiv nicht das letzte. Plant den Lesestart weise und nicht in Momenten, in denen Ihr keine Zeit habt. Denn einmal angefangen, muss man das Buch durchsuchten und kann es kaum weglegen.

Es spielt in drei Zeitebenen. Einmal im 18. Jahrhundert, in dem das Moor gerade urban gemacht wird.
Unter widrigsten Bedingungen für die neuen Bewohner*innen. Und auch sonst ist es hart, in der Zeit zu leben, ganz besonders als Frau ohne Rechte.
Die zweite Zeitebene ist das Jahr 1995 - gefühlt noch gar nicht so lange her für mich, rechnerisch aber dann schon.
Das Moor ist zu großen Teilen besiedelt, es gibt aber noch ein Naturschutzgebiet und ursprünglichere Bereiche.
Hier begleiten wir Catharina und ihre Tochter Kira, die in ein altes Haus in der Moorumgebung geflohen sind und dort zum Glück auf ihnen wohlgesonnene Menschen treffen.
Doch der Grund der Flucht ist heftig und wie es weiter geht mit den Beiden auch.
Schließlich dann immer wieder auch noch den Schwenk in die Gegenwart - fast - in das Jahr 2025.
Hier begegnen wir den Enkel Catharinas und auch wenn der Teil der Geschichte nicht so fesselnd ist, passt er sehr gut zur Abrundung.

Gewalt gegen Frauen und entsprechende Strukturen, in denen das möglich ist, ist das Thema des Buches - eine entsprechende Triggerwarnung findet sich erst am Buchende.
Deshalb will ich es hier auch erwähnen, denn das Buch schont uns Lesende nicht.
Das ist gleichzeitig die große Stärke, Dinge zu benennen und extreme Ungerechtigkeiten bis in die heutige Generation aufzeigen.
Es hat mich fassungslos gemacht, wie die Strukturen immer noch sind - aber auch wie viel Leid Frauen früher erdulden mussten.

Auch die Folgen, etwa für Kinder, werden gut dargestellt.

Das Buch punktet mit seinem unglaublich gutem Spannungsaufbau und der bildhaften Erzählweise. Ich war sofort im Moor, damals, im 18. Jahrhundert und habe ab Seite eins mit den Personen mitgefiebert und mitgelitten.

Auch wenn es harte Kost ist, das Buch, ist es doch gleichzeitig sehr gute Unterhaltung und kein Betroffenheitsroman.
Wichtige Themen verknüpft mit einer fesselnden Schreibart, die den Spannungsbogen hoch hält, ich wüsste nicht, was ich an dem Buch kritisieren könnte.

Man schlägt es wütend, ratlos, aber auch mit einem Stück Hoffnung zu - möge es die nächste Generation besser machen.

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