Platzhalter für Profilbild

MarieausE

Lesejury Star
offline

MarieausE ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MarieausE über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.03.2026

Status gefestigt: Lieblingskinderbuch-Reihe

Cassandra Morgan, Band 2 - Die magische Flöte
0

Ich fand ja schon die Aufmachung des ersten Bandes wunderschön, aber hier haben Verlag und Illustratorin noch mal eine Schippe darauf gelegt.
Wenn man das Buch am Abend liest und der Schein der Lampe auf ...

Ich fand ja schon die Aufmachung des ersten Bandes wunderschön, aber hier haben Verlag und Illustratorin noch mal eine Schippe darauf gelegt.
Wenn man das Buch am Abend liest und der Schein der Lampe auf das Cover fällt, dann schimmern die metallischen Elemente auf dem Cover richtiggehend magisch. Das sieht so toll aus und ist mir bei Tageslicht so gar nicht aufgefallen.
Aber auch sonst: Cassandra ist super umgesetzt, so stelle ich sie mir vor und habe ich schon den Buchschnitt erwähnt? Auch dieser ist noch mal schöner als bei Band eins.

Aber nun zu den inneren Werten.
Cassandra stürzt sich weiterhin voll in ihre Hexenausbildung und ist natürlich weiterhin auf der Suche nach ihrer Mutter. Und als wenn das nicht schon genug wäre, geschehen wieder seltsame und gruselige Dinge im Dorf Hagley. Ein geheimnisvoller Fluch lässt die Bewohner nach einer Lanze suchen, aber Obacht, wer diese Lanze berührt, ist dem Tode geweiht. Klar, dass der Erlkönig das gute (naja...) Stück haben möchte und auch klar, dass Cassandra und ihre Freundinnen da nicht einfach zusehen können.

Band eins war ja schon mein Lieblingskinder-Fantasybuch 2025 und mit Band zwei spielt sich Cassandra Morgan jetzt in meine Lieblings-Kinderfantasy-Reihe hoch.
Die Charaktere haben sich noch einmal weiterentwickelt und sind gereift und die Mischung aus Spannung, Magie und Witz sowie einfach wunderbar gezeichneter (im wörtlichen und übertragenen Sinn) Darstellerinnen und Darsteller heben das Buch für mich total von der Masse an (auch guter!) Kinderbüchern mit magischen Elementen ab.
Es ist so unfassbar spannend und gleichzeitig hat es so viele Details, die die Geschichte so lebendig machen. Ich mag es total, wenn beim Hexen etwas schiefgeht und dann z. B. Geranien das Singen anfangen, noch dazu schräg.
Der gefährliche Wald Hag ist auch so phantastisch geschildert.

Es ist schon ein wenig unheimlich, aber für Lesende ab zehn Jahren gut geeignet. Nach oben hin offen, ich bin altersmäßig meilenweit davon entfernt und lese nur noch selten Kinderbücher.
Hier bleibe ich aber dabei und freue mich schon riesig auf November, wenn Band drei erscheint.
Einziger Wermutstropfen: von der großen Rahmenhandlung um Cassandras Mutter wurde lange nicht so viel aufgelöst, wie ich es mit gewünscht hätte. Aber das ist bei einer Serie ja auch irgendwie klar.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.03.2026

Fesselnde und berührende Lesestunden in drei Zeitebenen

Spiegelland
0

Das war das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe und definitiv nicht das letzte. Plant den Lesestart weise und nicht in Momenten, in denen Ihr keine Zeit habt. Denn einmal angefangen, muss man ...

Das war das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe und definitiv nicht das letzte. Plant den Lesestart weise und nicht in Momenten, in denen Ihr keine Zeit habt. Denn einmal angefangen, muss man das Buch durchsuchten und kann es kaum weglegen.

Es spielt in drei Zeitebenen. Einmal im 18. Jahrhundert, in dem das Moor gerade urban gemacht wird.
Unter widrigsten Bedingungen für die neuen Bewohner*innen. Und auch sonst ist es hart, in der Zeit zu leben, ganz besonders als Frau ohne Rechte.
Die zweite Zeitebene ist das Jahr 1995 - gefühlt noch gar nicht so lange her für mich, rechnerisch aber dann schon.
Das Moor ist zu großen Teilen besiedelt, es gibt aber noch ein Naturschutzgebiet und ursprünglichere Bereiche.
Hier begleiten wir Catharina und ihre Tochter Kira, die in ein altes Haus in der Moorumgebung geflohen sind und dort zum Glück auf ihnen wohlgesonnene Menschen treffen.
Doch der Grund der Flucht ist heftig und wie es weiter geht mit den Beiden auch.
Schließlich dann immer wieder auch noch den Schwenk in die Gegenwart - fast - in das Jahr 2025.
Hier begegnen wir den Enkel Catharinas und auch wenn der Teil der Geschichte nicht so fesselnd ist, passt er sehr gut zur Abrundung.

Gewalt gegen Frauen und entsprechende Strukturen, in denen das möglich ist, ist das Thema des Buches - eine entsprechende Triggerwarnung findet sich erst am Buchende.
Deshalb will ich es hier auch erwähnen, denn das Buch schont uns Lesende nicht.
Das ist gleichzeitig die große Stärke, Dinge zu benennen und extreme Ungerechtigkeiten bis in die heutige Generation aufzeigen.
Es hat mich fassungslos gemacht, wie die Strukturen immer noch sind - aber auch wie viel Leid Frauen früher erdulden mussten.

Auch die Folgen, etwa für Kinder, werden gut dargestellt.

Das Buch punktet mit seinem unglaublich gutem Spannungsaufbau und der bildhaften Erzählweise. Ich war sofort im Moor, damals, im 18. Jahrhundert und habe ab Seite eins mit den Personen mitgefiebert und mitgelitten.

Auch wenn es harte Kost ist, das Buch, ist es doch gleichzeitig sehr gute Unterhaltung und kein Betroffenheitsroman.
Wichtige Themen verknüpft mit einer fesselnden Schreibart, die den Spannungsbogen hoch hält, ich wüsste nicht, was ich an dem Buch kritisieren könnte.

Man schlägt es wütend, ratlos, aber auch mit einem Stück Hoffnung zu - möge es die nächste Generation besser machen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 28.02.2026

Beklemmende Spannung

Eisnebel
0

Ich habe die Hörbuch-Variante genossen und kann es absolut weiterempfehlen. Für Thriller-Fans ein Highlight.

Mit 10 Stunden und 9 Minuten (ungekürzt) auch gut unterzubringen, wenn man nicht allzuviel ...

Ich habe die Hörbuch-Variante genossen und kann es absolut weiterempfehlen. Für Thriller-Fans ein Highlight.

Mit 10 Stunden und 9 Minuten (ungekürzt) auch gut unterzubringen, wenn man nicht allzuviel Hörzeit hat.

Die Sprecherin ist hier Heike Warmuth und sie hat einen sehr guten Job gemacht. Ich fand die Stimme passend und habe ihr gerne zugehört.

Es geht um Theodora, genannt Theo und ihren reichen Verlobten Connor.
Theo soll endlich Connors Familie vorgestellt werden, deshalb reisen die Beiden zum luxuriösen Winteranwesen der Daltons, nach Idlewood.
Eigentlich ein Traum, viel Schnee, tolle Hüttchen für Privatsphäre und die ganze Familie ist da.

Nur: ein herzliches Willkommen ist etwas anderes. Theo erfährt ziemlich schnell, dass sie unerwünscht ist. Und nicht nur das. Irgendwie kommt ihr das Anwesen bekannt vor.

Das Hörbuch hat mich hier voll abgeholt. Das beklemmende Gefühl, dass auf Idlewood und mit der Familie irgendetwas nicht stimmt, wurde immer schlimmer und ich konnte nicht einordnen, wer Gut und wer Böse ist und wie alles zusammenhängt.

Ich fand es sehr spannend und kann es nur weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 23.02.2026

Wow - genial konstruierter Thriller

Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder?
0

Das Buch hat mich total in seinen Bann gezogen, ein Thriller ganz nach meinem Geschmack.
Es ging relativ gemächlich los und hat dann Seite um Seite die Spannung angezogen. Spannung nicht im Sinne von unerträglicher ...

Das Buch hat mich total in seinen Bann gezogen, ein Thriller ganz nach meinem Geschmack.
Es ging relativ gemächlich los und hat dann Seite um Seite die Spannung angezogen. Spannung nicht im Sinne von unerträglicher Spannung und einer latenten Anspannung, was nun Grauenhaftes passieren wird, sondern durch raffiniertem Perspektivenwechsel (das Buch wechselt sowohl Zeitebenen als auch Erzählperspektive, ohne auch nur ansatzweise damit zu verwirren oder anstrengend zu werden) und dem Spiel mit uns Lesenden.
Die Handlung entwickelt sich und hat für mich einige völlig überraschende Wendungen bereit gehalten.

Aber um was geht es?
Cecilia hat nach dem Tod ihrer Mutter auch ihr Zuhause verloren und wohnt als House-Sitterin auf Zeit in Luxusvillen. Damit verdient sie zwar kein Geld, braucht aber immerhin auch keine Miete zahlen.
Ihr aktueller Auftrag ist das Hüten einer der Waldner-Villas. Die Walders sind schwerreich und haben gleich mehrere Häuser. Dieses hier steht auf einer einsamen Insel in der Ostsee und ist damit völlig abgeschieden und nur mit einem Boot erreichbar.
Interessanterweise hat Cecilia aber auch noch eine Beziehung mit Waldner Junior angefangen und möchte das House-Sitting mit einem romantischen Wochenend-Date verbinden. Außerdem hat Cecilia noch ihre Freunde auf Standby eingeladen.

Gleich nach Cecilias Einzug in die Villa geschehen gruselige Dinge - irgendetwas stimmt nicht mit dem Haus.
Die Atmosphäre der Gruselvilla ist so gut eingefangen worden - man darf das Buch auf keinen Fall lesen, wenn man selbst irgendwo alleine und abgeschieden urlaubt, sonst wird man nicht mehr schlafen können.

Nichts ist, wie es scheint - oder etwa doch?

Unbedingt lesen!

Veröffentlicht am 11.02.2026

Das Meer - schön und grausam zugleich

Sommer auf Perigo Island
0

Es ist der Sommer 1991 und Pierce ist gerade 12 Jahre alt und lebt mit seiner Mutter in einem kleinen Fischerdorf auf Perigo Island, Neufundland.

Sein Vater ist tot, beim Fischen gestorben und Pierce ...

Es ist der Sommer 1991 und Pierce ist gerade 12 Jahre alt und lebt mit seiner Mutter in einem kleinen Fischerdorf auf Perigo Island, Neufundland.

Sein Vater ist tot, beim Fischen gestorben und Pierce ist wild entschlossen, des Vaters Boot herzurichten und dann selbst Fischer zu werden. Wie sein Vater und sein Großvater.

Mit seinen Freunden verdient er sich Geld dafür beim Zungen aus Kabeljau herausschneiden und sie als Delikatesse zu verkaufen (davon habe ich vorher noch nie gehört, das ist nicht das einzige spannende Detail aus dem Fischerleben, mit dem das Buch mich überrascht hat. Dass ein Kaventsmann auch eine große Welle sein kann, das ist ebenfalls eine Erkenntnis aus dem Buch für mich).

Dann verschwindet ein Mädchen, Anna, ein seltsamer Mann macht sich verdächtig, die fiesesten Dorfjungs machen den Freunden das Leben schwer und Pierce verliebt sich.

Das alles wird auf ganz wunderbare Weise erzählt. Leise und spannend zugleich, die Atmosphäre der Insel transportierend und bei all der Schwere des Buches hat es trotzdem eine Leichtigkeit.

Der Autor nimmt uns mit auf die rauhe Insel, die den Bewohnerinnen und Bewohnern alles abverlangt und doch so eine wunderschöne Heimat ist.

Ein berührendes Buch, das länger nachhallt und mit seinem Epilog gelungen abrundet.