Anders sein – und genau darin richtig
PopofischEin kleiner Fisch, der aussieht wie ein Popo, wird ausgelacht – und findet ausgerechnet in der Fremde heraus, dass genau das seine Stärke sein kann. Eine scheinbar einfache Geschichte, die viel mehr in ...
Ein kleiner Fisch, der aussieht wie ein Popo, wird ausgelacht – und findet ausgerechnet in der Fremde heraus, dass genau das seine Stärke sein kann. Eine scheinbar einfache Geschichte, die viel mehr in sich trägt, als man auf den ersten Blick erwartet.
Ich LIEBE dieses Buch. Wirklich. Es ist so herrlich schräg, witzig und gleichzeitig so tiefgründig, dass man es kaum glauben kann. Der Popofisch wird zu Beginn auf etwas reduziert, das Kinder sofort verstehen: Anderssein. Ausgelacht werden. Nicht dazugehören. Und was macht er? Er passt sich an, macht sich selbst zum Witz – bis er merkt, dass er das eigentlich gar nicht will.
Was dann passiert, ist für mich das Herzstück der Geschichte: Er geht los. Sucht sich einen neuen Ort, neue Begegnungen – und trifft auf Figuren, die selbst auf ihre Weise „anders“ sind. Besonders die Freundschaft mit dem Käsefisch ist so liebevoll erzählt. Erst befremdlich, dann vertraut, schließlich einfach schön. Genau da kippt der Blick: Was vorher komisch oder sogar „hässlich“ wirkte, wird plötzlich besonders.
Und genau das ist die große Stärke dieses Buches: Perspektivwechsel. Dinge anders sehen lernen. Sich selbst anders sehen lernen.
Für den Grundschulunterricht ist das Buch eine absolute Schatzkiste. So viele Themen stecken darin:
Anderssein & Selbstakzeptanz
Mobbing und Ausgrenzung (und wie Kinder damit umgehen)
Freundschaft & Empathie
Perspektivwechsel („Was wirkt auf den ersten Blick komisch – und warum?“)
Identität & Selbstwert
Mut zur Veränderung
Und das alles in einer Sprache, die Kinder sofort abholt. Kurz, klar, manchmal albern (im besten Sinne – Stichwort Pupsen 😄), aber nie flach. Gerade dieser Humor öffnet Türen, um über eigentlich sehr große Themen ins Gespräch zu kommen.
Didaktisch lässt sich unglaublich viel damit machen:
Gesprächsanlässe: Wann hast du dich mal anders gefühlt?
Perspektivübungen: Was macht etwas „schön“ oder „komisch“?
Kreatives Schreiben: Erfinde deinen eigenen „besonderen“ Fisch
Rollenspiele zu Ausgrenzung und Zugehörigkeit
Kunst: eigene Fantasiewesen gestalten
Und dann dieses Ende: kein großes Drama, sondern ein leises, glückliches Ankommen. Der Popofisch ist nicht plötzlich „normal“ – sondern einfach er selbst. Und genau das reicht.
Für mich ist das eines dieser Kinderbücher, die man als Erwachsene:r liest und merkt: Da steckt so viel Wahrheit drin.
Fazit: Witzig, klug, berührend – ein Buch über das Anderssein, das eigentlich ein Buch übers Ganz-selbst-Sein ist. Und genau deshalb so wertvoll.
10 von 5 Sternen