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Veröffentlicht am 06.04.2026

ein tolles, wertvolles Buch!!

National Geographic Kids - Die tollsten Tierbabys aus aller Welt
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"Die tollsten Tierbabys aus aller Welt" - National Geographic Kids

Tierbabys, da denkt man bei Bücher, die für Kinder dieser Altersgruppe gedacht sind, ja gern mal an Lämmer, Ferkel und Fohlen - und was ...

"Die tollsten Tierbabys aus aller Welt" - National Geographic Kids

Tierbabys, da denkt man bei Bücher, die für Kinder dieser Altersgruppe gedacht sind, ja gern mal an Lämmer, Ferkel und Fohlen - und was sonst noch in der heimischen Tierwelt zu finden ist - dieses großartige Buch befasst sich jedoch nicht nur mit dem, was Kinder vielleicht vom Besuch im Streichelzoo kennen, sondern nimmt sie mit in die große weite Welt.

Nach einer hilfreichen Einleitung und Tipps zu dem Buch befasst sich das erste Kapitel mit Grundwissen, bevor es dann in den folgenden Kapiteln vom Grasland, über das Wasser, zu den Bergen und in die Wüste, in den Wald und die Polargebiete geht, denn auch dort sind überall Tierbabys zu Hause und wachsen in der jeweiligen Umgebung entsprechend der Gegebenheiten auf.

Im Anhang gibt es eine Tierweltkarte, die mir richtig gut gefallen hat, weitere Tipps und ein Glossar.

Auch für den Vorlesenden gibt es in dem Buch jede Meine zu lesen, ich habe bisher nichts über Beuteltier-Babys, Kaninchenkauz-Kinder oder den Neunbinder-Gürteltier-Nachwuchs gewusst und gerade die vielfältige Auswahl der Tiere hat wirklich toll.

Für Kinder sind die Erklärungen verständlich und der Text spricht sie auch immer wieder aktiv an und stellt eine Verbindung her, zum Beispiel indem erklärt wird, wie sich ein Nashorn an heißen Tagen abkühlt und das Kind gefragt wird, wie es sich an warmen Tagen Kühlung verschafft.

Die Farben sind ansprechend, die Schrift gut zum Vorlesen - in dem Buch gibt es sehr viel zu entdecken. Neben Fakten über das Tier werde eben auch die Besonderheiten der jeweiligen Art erklärt.

Durch das Buch wird ein wundervoller Einblick in die Vielfalt des Tierreiches gegeben - und sensibilisiert so auch schon beim Lesen für die Umwelt.

Ein tolles, wertvolles Buch!!

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Veröffentlicht am 15.02.2026

eine wunderschöne, robust-herzliche Geschichte

Lovely Rita
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Lovely Rita / Frank Goosen
 
„Eines Abends ist die Kneipe gerammelt voll, der VfL hat ein Spiel gewonnen oder verloren, Rita kann nicht auseinanderhalten, wann die Leute sich über diesen Verein freuen ...


Lovely Rita / Frank Goosen
 
„Eines Abends ist die Kneipe gerammelt voll, der VfL hat ein Spiel gewonnen oder verloren, Rita kann nicht auseinanderhalten, wann die Leute sich über diesen Verein freuen und wann sie sich ärgern.“ (S.167)
 
Die Kneipe „Haus Himmelreich“ befindet sich auf den letzten Metern bevor der Zapfhahn zum letzten Mal zugedreht wird. Der Erzähler der Geschichte recherchiert für einen Artikel über diese Institution und möchte die kleinen und großen Geschichten wiedergeben. Dafür trifft er auf urige Gesellen wie den Käpt’n, Elvis, den Langen und Willi Trommer, die als Stammgäste zum Inventar gehören, auf Wacholder-Anni und die Gräfin und Dieter, dem die Welt die einwandfreien Montagen von Automaten aller Art zu verdanken hat. Hinterm Tresen behält Giesela den Überblick:
 
„...und weil sie eine weiße Bluse trägt, nenne ich sie White Blues Woman. Mit meinem Humor bin ich manchmal sehr einsam.“ (S.6) 
 
Aber die schillernden Gäste allein machen den Laden nicht aus, da sind auch noch Rita und Christa, die Nichten des ehemaligen Inhabers, die nach dessen Tod das Lokal übernommen haben - und nun beide auf ein erzählenswertes Leben zurückblicken. Chris, rastlos, ausbrechend und suchend und Rita, (vermeintlich) solide, bodenständig, die sich um ihre Nichte Verena kümmert, nachdem Chris abgehauen ist. Wie war das denn so, in ihrem Leben, in der Kneipe und überhaupt?

Ach, wie schön ist bitte dieser Ausflug nach Bochum – aber es ist nicht nur ein Besuch in einer kultigen Kneipe, es ist auch eine Zeitreise, denn der Autor erzählt die Geschichte zum einen im Hier und Jetzt, am Vortag und Tag der Schließung der Gaststätte und in Rückblenden aus den Leben der Schwestern.
 
Diese zeitlichen Sprünge bedeuten jedoch nicht nur eine Zeitreise im Leben der beiden Frauen, sondern es finden sich auch immer wieder Hinweise auf Momente des Zeitgeschehens; und es gibt viel Musik. Ja, Katze Stevens … es ist eine wilde Welt, Moondance und Depeche Mode. Das Buch hat einen Soundtrack und ich habe laut mitgesungen.
 
„Ich bin überzeugt, dass ich hier eine Räuberpistole aufgetischt bekomme, denn sie erzählt mir den Inhalt des Songs ‘Where do you go to my lovely‘ von Peter Sarstedt, 1969 erschienen.“ (S.33)
 
Die Geschichte wird so lebhaft erzählt, ich habe das Geklimper des Spielautomaten hören können, sehe die Nebelschwaden vor mir, als in der Kneipe noch kein Rauchverbot war und glaube sogar die Konsistenz von dem Schlach Kartoffelsalat zu wissen.
 
„Ich habe einen Schlach mehr drauf getan, sagte sie. Schlach, denke ich, die korrekte Maßeinheit für Kartoffel- oder Nudelsalat. Und für Mayo. Currywurst-Pommes mit einem Schlach Mayo obendrauf.“ (S.58)
 
Herzlichkeit, Ehrlichkeit, ein mitunter gediegener Humor und die großartige Individualität der Menschen, die ich mit der Region verbinde finde ich in dieser Geschichte wieder – und das ist einfach schön. Eine Geschichte über Liebe und Freundschaft, verpackt in einer mitunter rauhen Schale und doch spürt man den liebevollen Kern.
 
Frank Goosen erzählt in seinem neuen Buch eine wunderbare Geschichte. Ich erlebe die Menschen im „Haus Himmelreich“, höre sie reden und lachen und sehe sie weinen – und lache und weine mit ihnen.
 
Wie schön kann eine Geschichte erzählt werden?
Frank Goosen: ja!
 
Ganz große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 31.12.2025

ein großartiger, klassischer Krimi der allerfeinsten Art!

Die Morde im Dekagon-Haus
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Die Morde im Dekagon-Haus / Yukito Ayatsuji

Poe, Ellery, Carr, Leroux, Agatha und Orczy gehören dem Krimiklub ihrer Universität an.

„Es war seit der Gründung des Krimi Clubs der K-Universität Brauch, ...

Die Morde im Dekagon-Haus / Yukito Ayatsuji

Poe, Ellery, Carr, Leroux, Agatha und Orczy gehören dem Krimiklub ihrer Universität an.

„Es war seit der Gründung des Krimi Clubs der K-Universität Brauch, dass sich die Mitglieder gegenseitig bei ihrem Decknamen riefen.“ (S.50)

Die Studierenden machen sich am 26.3.1986 auf dem Weg zu der Insel Tsunojima. Sie gehörte einst einem exzentrischen Architekten, der dort die Blaue Villa sowie das geheimnisvolle Dekagon-Haus erbaute. Im Herbst 1985 kam es zu einem mysteriösen Vierfachmord, der nie aufgeklärt werden konnte. Neben dem Architekten verstarben seine Frau und das Verwalterehepaar. Die Villa ist abgebrannt, das Dekagon-Haus existiert noch.
Van, ein weiterer Student, hat durch seinen Onkel, der nun die Liegenschaft betreut, Zugang zu der Insel und so den Klubmitgliedern die Reise ermöglicht. Er ist vor den anderen dort angekommen und hat das Haus für den Aufenthalt vorbereitet.

Die jungen Leute möchten die Insel erkunden, prüfen, ob die Gruselgeschichten, die über den Ort erzählt werden, stimmen und jede*r soll einen Beitrag zu der Klubzeitschrift „Die Insel der Toten“ verfassen.

„Der Name unserer Zeitschrift wurde schließlich von Christies berühmtesten Werk inspiriert, das in der japanischen Erstübersetzung von 1939 den Titel „Die Insel der Toten“ trug.“ (S.52)

Nach der ersten Nacht liegen auf dem Esstisch Schilder auf denen „1. Opfer“ bis „5. Opfer“, „Detektiv“ und „Mörder“ stehen – sie halten das zunächst für einen Scherz oder ein Spiel – aber dies ändert sich schnell, als Orczy ermordet aufgefunden wird.

Die jungen Leute sind auf der Insel von der Außenwelt abgeschnitten und können keine Hilfe rufen. Wird es bei dem einen Opfer bleiben oder müssen sie alle fürchten, die Insel nicht lebend zu verlassen?

Klar, die Idee eine Gruppe von Menschen auf einer einsamen Insel ohne Aussicht auf Hilfe in eine mörderische Situation zu bringen ist nicht neu; Yukito Ayatsuji erzählt die Geschichte jedoch auf eine besondere Art und Weise und die Widmung

„Gewidmet in ehrenvollem Gedenken all meinen Vorgängern“

unterstreicht für mich den Respekt vor anderen Krimischaffenden, den ich auch im Text empfunden habe.

Der Aufbau ist klassisch, ein Prolog und Epilog bilden einen passenden Anfang und Abschluss. Die Geschichte selbst spielt nicht nur auf der Insel, es gibt auch zwei Klubmitglieder, die nicht an der Reise teilgenommen haben. Kavaminami und Morisu (das sind nicht ihre Klubnamen) erhalten einen mysteriösen Brief, der in Zusammenhang mit der Insel steht und beginnen ihrerseits etwas zu recherchieren. So wechseln sich in den Kapiteln die „Tag auf der Insel“ und „Tag auf dem Festland“ Passagen ab.

Der Autor beschreibt seine Figuren sehr lebhaft, ich habe sie mir bestens vorstellen und auch ihre persönlichen Befindlichkeiten untereinander nachvollziehen können. Der Krimi ist spannend, führt durch vielschichtige Handlungsstränge gelungen auf falsche Fährten und bietet eine schlüssige, für mich nicht vorhersehbare Auflösung.
Ein wirklich tolles Buch und eine großartige Umsetzung des klassischen „Whodunnit“-Szenarios.

An manchen Stellen gibt es Fußnoten, zum Beispiel zur Erklärung japanischer Lyrik oder zur Erläuterung von Gedichtsammlungen. Mir gefällt so etwas immer sehr gut.

Großartig, absolut großartig! Ich habe die Geschichte gebannt und mit Begeisterung gelesen, Vermutungen angestellt und verworfen und war von der Auflösung überrascht! Ich bin wirklich begeistert und freue mich auf kommende Bücher des Autors.

Allergrößte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 31.12.2025

ein spannender, klassischer Krimi - großartig

Die Spatzenmorde von Onikobe
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Die Spatzenmorde von Onikobe / Seishi Yokomizo

Kosuke Kindaichi ist wieder da und ich habe mich sehr auf den fünften Fall des eigenwilligen Ermittlers gefreut.

Im August 1955 möchte der Privatdetektiv ...

Die Spatzenmorde von Onikobe / Seishi Yokomizo

Kosuke Kindaichi ist wieder da und ich habe mich sehr auf den fünften Fall des eigenwilligen Ermittlers gefreut.

Im August 1955 möchte der Privatdetektiv Kosuke Kindaichi ein paar Tage Urlaub machen.

„Er war nicht ständig auf Verbrecherjagd, sondern suchte auch hin und wieder Ruhe und Einsamkeit, um sich geistig und körperlich zu erholen.“ (S.20)

Sein Freund Kommissar Isokawa empfiehlt ihm eine kleine Pension am Rand des Dorfes Onikobe und gibt ihm ein Empfehlungsschreiben an die Wirtin Rike Aoike mit. Isokawa kennt die Gegend von dem Mord an Rike Aoikes Mann, der sich 1932 ereignete und nie vollständig aufgeklärt werden konnte.

Kosuke Kindaichi gefällt es in Onikobe, er lernt den Dorfvorsteher Hoan Tatara kennen und erfährt viel über die Geschichte des Dorfes und dem Einfluss, den die Familien Yura und Nire auf die Gemeinde und ihre Bewohnenden genommen haben und noch heute nehmen.

Doch die Idylle wird jäh zerstört, als eine junge Frau ermordet aufgefunden wird. Sie liegt unter einem Wasserfall mit einem Trichter im Mund. Die groteske Szene erschüttert die Dorfgemeinschaft, doch es bleibt nur wenig Zeit für Trauer und Ermittlungen, schon bald gibt es ein weiteres Opfer.

„Die … jungen Frauen … waren … auf grausame Weise ermordet worden. Der Mörder schien sich auf ein altes Temari-Lied zu beziehen, das früher in Onikobe gesungen wurde, dass inzwischen aber kaum noch jemand kannte.“ (S.313)

Dann wird auch noch Dorfvorsteher vermisst und es scheint, dass die Verbrechen nicht nur einen Bezug zu dem alten Temari-Lied haben, sie weisen auch auf den Mord im Jahr 1932 hin.

Kommissar Isokawa kommt nach Onikobe, wird er zusammen mit Kosuke Kindaichi die Verbrechen von damals und heute auflösen?

Ein allerfeinster klassischer Krimi, ganz im Stil von Agatha Christie – und hier hat mich besonders die Parallele begeistert, dass die Morde sich an einem Kinderlied orientieren, so wie die Queen of Crime auch immer wieder ihre Geschichten auf einen auf Lieder und Gedichte für Kinder zurückführt.

Die Geschichten von Seishi Yokomizo leben von einer Vielzahl an Personen, zur Orientierung gibt es ein Personenregister. Ein Glossar gibt Hinweise zur japanischen Kultur, zu Land und Leuten und eine Landkarte erläutert die örtlichen Gegebenheiten.

Die Geschichte spielt in den 1950er Jahren, dadurch wird wunderbar ein klassisches Gefühl transportiert und gleichzeitig erscheint die Erzählung zeitlos. Der Autor hat eine besondere Art, das Unheimliche und Böse zu erzählen, so dass es zunächst leise und unauffällig daherkommt, umso mehr erschüttern dann mitunter die bildhaften Details.

In der Geschichte blickt Kosuke Kindaichi auf vorherige Fälle zurück, zieht Parallelen zu den Morden auf der Insel Gokumon und nimmt den Lesenden mit in seine Welt. Mir hat das ebenso gut gefallen wie der Hinweis auf die „Geschichten am Kamin“ von Arthur Conan Doyle.

Ich habe den Krimi kaum aus der Hand legen können, weil ich unbedingt wissen musste, welche Lösung der Privatdetektiv präsentieren wird – und ich war auf der richtigen Fährte, das Motiv war jedoch viel ausgeklügelter, als ich es ahnen konnte.

Wer klassische Krimis mag und dafür nicht unbedingt den berühmten Nebel in London oder einsame Herrenhäuser auf der britischen Insel braucht, der ist mit den Geschichten von Seishi Yokomizo wirklich bestens bedienst. Ich bin von Buch zu Buch mehr begeistert und freue mich nun schon auf das nächste Abenteuer von Kosuke Kindaichi.

„Die Spatzenmorde von Onikobe“ ist ein brillanter, geistreicher und spannender klassischer Kriminalroman der alten Schule, der mich wirklich begeistert hat.
Seishi Yokomizo hat eine spannende Art zu erzählen, christie-like legt er falsche Fährten, um dann seinen Ermittler eine absolut schlüssige Lösung präsentieren zu lassen.

Ganz große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 31.12.2025

eine wunderschöne Geschichte ✨

In den Scherben das Licht
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In den Scherben das Licht / Carmen Korn

Carmen Korn hat mich mit ihrer Jahrhundert Trilogie begeistert. Nun gibt es ihren neuen Roman „In den Scherben das Licht“

Die Geschichte beginnt im Oktober 1946 ...

In den Scherben das Licht / Carmen Korn

Carmen Korn hat mich mit ihrer Jahrhundert Trilogie begeistert. Nun gibt es ihren neuen Roman „In den Scherben das Licht“

Die Geschichte beginnt im Oktober 1946 in Hamburg.
Die Stadt liegt in Trümmern, die Zeiten sind hart, es gibt von allem zu wenig.
Nach dem großen Bombenangriff auf Eimsbüttel im April 1945 schlägt sich die 14-jährige Gisela Ladelund allein durch. Sie hat in der Nacht ihre Mutter und Schwester verloren, ihr Vater war Fotograf und gilt als verschollen.
Gert Endes ist 16, hat seine Familie ebenfalls verloren und lebt bei der ehemaligen Schauspielerin Friede Wahrlich im Keller.
Da sie den Keller als unbewohnt ansieht klettert Gisela hinein, Gert und Friede entscheiden jedoch, dass sie bleiben darf.

Friede war einst eine gefeierte Schauspielerin, die vom Ruhm vergangenen Zeiten erzählt und zehrt und zu dieser Vergangenheit gehören auch der reiche Karl Palutke und der Journalist Viktor Franke, die zu den glanzvollen Zeiten beide ein Auge auf die große Salondame des Altonaer Stadttheater geworfen hatten. Beide Männer sind nun nicht mehr Bestandteil von Friedes Leben, es war ihr nie möglich herauszufinden, inwiefern Palutke für Frankes Deportation verantwortlich gewesen war.

Gisela, Gert und Friede haben jeweils eine eigene Geschichte, ein eigenes Schicksal und Schatten, die aus der Vergangenheit bis in die Gegenwart reichen. Was wurde aus Friedes Männern? Wo ist Giselas Vater und lebt noch jemand von Gerts Familie?

Die drei bilden eine besondere Gemeinschaft, die gemeinsam das, was war zu verarbeiten versucht und voller Tatendrang, Einfallsreichtum und Geschick nach vorne schaut.

Die Geschichte endet im Dezember 1955, Carmen Korn erzählt teilweise in Rückblenden aus den Leben der Figuren und die Charaktere sind mir beim Lesen sehr ans Herz gewachsen, denn ihre jeweiligen Geschichten werden nachvollziehbar erzählt; und ich mag sehr, dass das Buch eine extra Portion Hamburg vermittelt.

„All die Zufälle, die entschieden, was blieb und was verloren ging.“ (S.96)

Natürlich sind es auch materielle Verluste, die in einer Zeit, in der es wenig gibt, beklagt werden. „In den Scherben das Licht“ schafft es jedoch auf berührende Weise auch immaterielle Verluste, wie Verbundenheit, Hilfsbereitschaft und Loyalität zu erzählen.

Es ist eine wunderbare Geschichte über Freundschaft in vielen Facetten, dies wird ganz großartig durch die Künstler-Pension, die Friede in ihrem Haus eröffnet, verdeutlicht. Es wird ein Zuhause für verschiedene Menschen, eine Gemeinschaft voller Respekt und ein Ort, an dem ich mich sehr wohlgefühlt habe.

Richtig gut gefallen mir auch die geschichtlichen Einordnungen und Hinweise, wie zum Beispiel „Emil und die Detektive“ oder die Berlinale, sie ergänzen die Geschichte ganz großartig und machen die Zeit, in der das Buch spielt, noch greifbarer.

Ein wunderbares Buch, eine ganz tolle Geschichte.

Ganz große Leseempfehlung!

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